Inlandspolitik allgemein
Von: Μіс, 11.10.2001 00:08 Uhr
Block 2 des Atomkraftwerkes Philippsburg wird vorerst stillgelegt

Wegen Sicherheitsmängeln geht der zweite Block des Atomkraftwerkes Philippsburg in Baden-Württemberg heute vorläufig vom Netz. Das teilte der grüne Bundesumweltminister
Jürgen Trittin mit. Die Entscheidung habe der Betreiber des Atomkraftwerkes auf Druck der Umweltministerien in Berlin und Stuttgart getroffen, so Trittin.

Am 25. August war im Block 2 des Atomkraftwerkes festgestellt worden, dass in drei von vierFlutbehältern seit zwei Wochen eine bestimmte Borsäure-Konzentration fehlte. Diese sei aber eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Sicherheitseinrichtung funktioniere. "Damit war für eine Zeit lang nicht sichergestellt, dass der Reaktor bei einem Störfall hätte beherrscht werden können", sagte Trittin. Die Betriebsmannschaft habe dieses Risiko in Kauf genommen.

Der Betreiber des Kraftwerkes, Energie Baden-Württemberg (EnBW) hatte das Stuttgarter Umweltministerium erst am 27. August über den meldepflichtigen Vorfall informiert. Erst die sofortigen Nachforschungen der Atomaufsicht hätten ergeben, welche "gravierende sicherheitstechnische Bedeutung" dieser Vorfall habe, so Trittin. Das Verhalten des Personals stelle das Sicherheitsmanagement der Anlage insgesamt in Frage. Es sei anzunehmen, dass sich derartige Vorgänge in Zukunft wiederholen könnten, solange die Ursachen der Fehlhandlungen nicht geklärt seien.

Nach Auffassung der EnBW hatte "keine eingeschränkte Betriebssicherheit" bestanden. Da es keine behördliche Weisung gebe, liege die Entscheidung über das Wiederanfahren des Blocks
2 in Philippsburg beim Betreiber, so die EnBW. Der Leiter Blocks 2 sei vorübergehend beurlaubt, der Leiter des gesamten Atomkraftwerkes jedoch nach wie vor im Dienst.

Nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministers Ulrich Müller (CDU) ist das AKW Philippsburg sei in seinem jetzigen Betriebszustand "in Ordnung". Allerdings müssten "personelle und organisatorische Voraussetzungen" geschaffen werden, die die "Zuverlässigkeit des verantwortlichen Betriebspersonals wieder gewährleisten". Es gebe ein gemeinsames Interesse daran, dass die Anlage möglichst schnell wieder angefahren werden könne.

Die Grünen in Baden-Württemberg begrüßten die Stilllegung des Kraftwerkes. Ein "schwerwiegender sicherheitstechnischer Mangel" sei "heruntergespielt" worden, sagte Jürgen Walter, Mitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im baden-württembergischen Landtag. Er
forderte die Landesregierung auf, die so genannte "süddeutsche
Reaktorsicherheitskommission" der Länder Baden-Württemberg, Bayern und Hessen aufzulösen. Diese habe im Fall Philippsburg "total versagt".

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace teilte mit, sie suche derzeit nach Rechtswegen, um das Kraftwerk endgültig stillzulegen. Die EnBW habe eine "fahrlässige und somit gefährliche Einstellung zur Sicherheit ihrer Atomanlagen offenbart". Nach Auffassung von Greenpeace hätte die EnBW das Atomkraftwerk sofort abschalten müssen. Greenpeace forderte den
baden-württembergischen Umweltminister dazu auf, das Sicherheitsmanagement der Atomanlagen in Neckarwestheim und Obrigheim zu überprüfen, die ebenfalls von der EnBW betrieben werden.

Gruß mic
http://www.mibor.de



  1. Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 0
    Re: ohne Worte!!!! (langer Text)
    Ja das ist ein Skandal. Und das Ding gehört auch stillgelegt.

    allerdings hat sich Greenpeace mit Ihrer Propaganda-Informationspolitik bei der BrentSpar Geschichte als unseriös geoutet.

    mfg Ivo
    • Antwort von Lutz Βеkеmеіеr 0
      Re: ohne Worte!!!! (langer Text)
      Holla

      Das bestaetigt eigentlich meine Meinung, nicht unbedingt die Technik, sondern die Leute dahinter (naja, und dass das passieren kann, liegt vielleicht doch an der Technik) koennen Fehler machen.
      Was ich bei einer Revision in Gundremmingen erlebt, war schon heftig. Irgendwie verliert da auch ein "technikglaeubiger" wie ich das Vertrauen...

      Gruss, Lutz
      • Antwort von Αrndt Frеdеrіk Τіllmаnn (abgemeldet) 0
        Und? Was wollen Sie uns damit sagen? (o.T.)
        .
        2 Kommentare
        • von Μіс 0
          Re: Und? Was wollen Sie uns damit sagen? (m.T.)
          Hallo Arndt,
          1. versuchs noch einmal zu lesen
          2. dann denke darüber mal nach

          Gruß mic
        • von Αrndt Frеdеrіk Τіllmаnn (abgemeldet) 0
          Re^2: Und? Was wollen Sie uns damit sagen? (m.T.)
          Hallo Arndt,
          1. versuchs noch einmal zu lesen
          2. dann denke darüber mal nach
          Obwohl das Problem eigentlich offensichtlich ist, noch einmal: Was wollen Sie uns damit sagen?

          Wollen Sie uns die akute Gefahr nuklearer Verseuchung vergegenwärtigen, in der die Bevölkerung sich infolge des "Zwischenfalls" vorübergehend befand? (Was unzutreffend, zumindest aber in einer durch den zitierten Text nicht zu rechtfertigenden Weise übertrieben ist)

          Wollen Sie uns auf dramatische Mißstände in der deutschen Atomwirtschaft aufmerksam machen? (obwohl der zitierte Beitrag eine derartige Verallgemeinerung nicht trägt)

          Oder sollen wir mit Ihnen darüber jubeln, daß ein Atomkraftwerk (vorübergehend) geschlossen worden ist? (Wenn das ein Umstand ist, der Ihnen zu Freude verhilft, so sei Ihnen diese Freude von Herzen gegönnt)

          Wo ist IHR Ansatz - sofern Sie einen haben - in Ihrem Posting. Oder erschöpft sich Ihre "Leistung" in der Kolportierung fremder Nachrichtentexte?