Job & Karriere
Von: mаlас (abgemeldet), 5.5.2000 16:39 Uhr
Hallo,
weiß jemand, wie ich rausfinde, was in ein -gutes!- Arbeitszeugnis geschrieben wird, ich soll mir nämlich selbst eins erstellen, weil mein Arbeitgeber keine Lust darauf hat.
Danke im Voraus.



  1. Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 0
    Re: Arbeitszeugnis
    hallo
    buchtip : Zeugnisse im Beruf von falken sehr gut gemacht dm 6,00 oder sehr empfehlenswert da beispielzeugnisse die man dementsprechend einfach abändern kann
    panthera
    • Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 0
      Re: Arbeitszeugnis
      Das scheint mir ja ein toller Arbeitgeber zu sein, der seine Mitarbeiter ihre eigenen Zeugnisse schreiben lässt.

      Wird ein Arbeitsverhältnis beendet, so hat der Arbeitnehmer gemäß § 630 BGB
      Anspruch auf ein Zeugnis. Dies gilt für alle Arbeitsverhältnisse unabhängig von Dauer, Umfang usw. Der Arbeitgeber muss ein Zeugnis allerdings nur dann erteilen, wenn der Arbeitnehmer dies ausdrücklich verlangt bzw. die Erteilung eines Zeugnisses
      vertraglich festgelegt ist (bei Ausbildungsverhältnissen ist die Erteilung des Zeugnisses auch ohne Anforderung zwingend). Während des Arbeitsverhältnisses besteht kein Anspruch auf ein Zeugnis, sondern nur auf eine Beurteilung nach § 82 Abs. 2 BetrVG.

      Das einfache Zeugnis gibt Auskunft über

      - die Art der Tätigkeit(en) des Arbeitnehmers. Sie soll möglichst genau und nicht nur pauschal beschrieben werden
      - die Dauer der Beschäftigung mit der Benennung des Beginns und Endes des
      Arbeitsverhältnisses.

      Das qualifizierte Zeugnis enthält

      - die Angaben des einfachen Zeugnisses,
      - eine Beurteilung des betrieblichen Verhaltens und der Leistung des Arbeitnehmers,
      - alle wesentlichen Tatsachen, und Bewertungen, die sowohl für eine
      Gesamtbeurteilung des Arbeitnehmers von Bedeutung, aber auch für Dritte (z.B.
      für zukünftige Arbeitgeber) von Interesse sind.

      Dementsprechend dürfen Umstände, die für den Arbeitnehmer, seine Leistung oder
      seine Führung nicht charakteristisch sind, nicht im Zeugnis aufgeführt werden. Dies gilt grundsätzlich selbst dann, wenn ein solcher Umstand zum Ende des
      Arbeitsverhältnisses geführt hat.

      Der Arbeitnehmer kann wählen, welche Art Zeugnis er erhalten möchte. Wird zunächst ein einfaches Zeugnis gewünscht, so kann auch nach dessen Aushändigung noch ein qualifiziertes Zeugnis verlangt werden, das zusätzlich auszustellen ist.

      In der betrieblichen Praxis haben sich häufig wiederholte Formeln entwickelt, die
      allgemein mit folgenden Beurteilungsstufen gleichgesetzt werden:

      - "die übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt und
      unseren Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen" - sehr gute Leistungen

      - "stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt" - gute Leistungen

      - "zu unserer Zufriedenheit erledigt" - befriedigende Leistungen

      - "im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt" - ausreichend

      - "zu unserer Zufriedenheit zu erledigen versucht" oder ähnliche Formulierungen, die lediglich auf den Versuch der Erfüllung betrieblicher Anforderungen abstellen - mangelhaft

      Gruß
      WALTER
      2 Kommentare
      • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
        Re^2: Arbeitszeugnis
        Das scheint mir ja ein toller Arbeitgeber
        zu sein, der seine Mitarbeiter ihre
        eigenen Zeugnisse schreiben lässt.

        Hallo Walter!
        das ist garnicht so selten. Auch bei uns schreiben die Kollegen ihre Zeugnisse selbst. Was spricht dagegen???
        Gruss Ayla, die auch mal händeringend Infos gesucht hat....
      • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
        Re^2: Arbeitszeugnis
        Das scheint mir ja ein toller Arbeitgeber
        zu sein, der seine Mitarbeiter ihre
        eigenen Zeugnisse schreiben lässt.

        Ich biete scheidenden Mitarbeitern grundsätzlich an bzw. ermutige sie dazu Ihr Zeugnis bzw. einen Entwurf selbst zu schreiben. Bisher haben alle Mitarbeiter dies sehr positiv aufgenommen.

        Matthias
    • Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 0
      • Antwort von mаlас (abgemeldet) 0
        noch etwas!
        Erstmal danke schön für eure Antworten.
        Die Internet-Seite ist gut, und wahrscheinlich kaufe ich mir das Buch.
        Walter, ich fand es auch sehr komisch, daß ich mir das Zeugnis selbst erstellen sollte, aber es hat ja letztendlich auch was Gutes: Ich lerne, wie so etwas geht. Das braucht man bestimmt nochmal im Leben!
        -----Aber noch etwas: Wie ist es eigentlich, wenn ich ein supersupersuper lobendes Zeugnis bekomme?
        Da stehen keine "Standard-Sätze" drin, sondern es ist von einem etwas seltsamen, aber lieben Prof., der wahrscheinlich noch nie etwas davon gehört hat, daß man sich beim Zeugnis-Erstellen an bestimmte Formulierungen halten sollte.
        Ja jedenfalls hat er mir ein fast schleimiges Zeugnis geschrieben, und ich wette, die Leute, bei denen ich mich damit bewerbe, nehmen das nicht ernst, sie denken bestimmt, ich habe den Prof. bestochen oder so!
        Soll ich mich trotzdem damit bewerben? Ich meine, kann ein Zeugnis "zu gut" formuliert sein?
        2 Kommentare
        • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
          Re: noch etwas!
          Ja jedenfalls hat er mir ein fast
          schleimiges Zeugnis geschrieben, und ich
          wette, die Leute, bei denen ich mich
          damit bewerbe, nehmen das nicht ernst,
          sie denken bestimmt, ich habe den Prof.
          bestochen oder so!
          Die grundsätzlichen Angaben, die ein Zeugnis beinhalten sollte, habe ich Dir genannt. Natürlich kann man die einzelnen Punkte dann individuell in sehr unterschiedlicher Art und Weise darstellen, das kommt halt auf den Schreiber an. Es müssen auch nicht die standardisierten Sätze sein, meistens sind sie es aber.

          Mit Zeugnissen ist das eh so eine Sache.
          Ich selbst habe gelegentlich mit Bewerbern zu tun. Nach Unternehmensvorgaben muss der/die Bewerber/in Zeugnisse vorlegen (wie fast überall denke ich).
          Ich sehe mir die Zeugnisse zwar an, aber deren Inhalt und daraus (vermeintlich) resultierende Rückschlüsse auf den Bewerber und seine Fähigkeiten fliessen bei mir nie in den Entscheidungsprozess ein. Ich führe grundsätzlich ein längeres persönliches Gespräch mit dem Bewerber in meinem Büro. Ein Kollege von mir führt ein weiteres Gespräch mit dem/der Bewerber/in in dessen/deren Wohnung. Derjenige, der das erste Gespräch geführt hat, informiert den, der das zweite Gespräch führen wird, nicht über den Inhalt des ersten Bewerbergesprächs.
          Wenn beide Gespräche geführt wurden, dann setzen sich mein Kollege und ich zusammen und tauschen unsere Erkenntnisse, Beurteilungen und Meinungen aus. Nur dann, wenn wir übereinstimmend der Meinung sind "das ist unser/e Mann/Frau", erfolgt die Einstellung. Soll ich mich trotzdem damit bewerben?
          Das kann ich nicht beurteilen, da ich weder das Zeugnis inhaltlich kenne, noch um welche Tätigkeit/Stelle Du Dich bewerben willst. Ich meine, kann ein Zeugnis "zu gut"
          formuliert sein?
          Für mich nicht, weil ich es eh nicht in den Entscheidungsprozess einfliesen lasse, für andere vielleicht ja.

          Gruß
          WALTER
        • von mаlас (abgemeldet) 0
          aha!
          Ok, ich denke, ich werde das Zeugnis vorlegen.
          Danke nochmal!
      • Antwort von Ηеіnеr Соеn 0
        Re: Arbeitszeugnis
        Ich glaube dies hier ist ganz hilfreich dür dich :

        http://www.zeugnis-doktor.de/


        cu

        Heiner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]