Job & Karriere
Von: Brewster, 22.8.2005 20:56 Uhr
hi!

wann muss man bzw. frau eine schwangerschaft dem arbeitgeber melden?
nach bekanntwerden der schwangerschaft, nach dem erhalt des mutterpasses oder zu einer festgelegten zeit?

wie sieht es rechtlich aus, wenn die schwangerschaft vorerst (hier im 2 1/2 monat) verschwiegen wird, da nicht sicher ist, ob das kind "durchkommt" oder nicht und das bekanntwerden der schwangerschaft einen karriereweg verbauen würde. (sprich: die persönliche entscheidung kind oder karriere ist abhängig von einer erfolgreichen geburt).

zum besseren verständnis: frau x ist im 2 1/2. monat schwanger und geht in ein paar tagen in den urlaub. sie ist risikokandidatin da sie bereits ein kind verloren hat. frau x interessiert sich für eine intern ausgeschriebene stelle. sie plant, ihre bewerbung am letzten tag vor dem urlaub abzugeben. wenn sie aus dem urlaub zurück ist und das kind wohlauf ist, wird sie sich gegen die bewerbung entscheiden. verliert sie aber in dieser kritischen phase das kind, will sie sich für den karriereweg entscheiden.

würde sie zeitgleich mit der bewerbung die schwangerschaft melden, hätte sie keine aussichten auf die interne stelle.

die frage ist nun, ab wann eine schwangerschaft dem AG mitgeteilt werden muss und was für konsequenzen daraus entstehen, wenn dies nicht rechtzeitig (z.b. aus oben beschriebenen gründen) geschieht.

vielen dank für die antworten im voraus,

brewster



  1. Antwort von Xolophos (abgemeldet) 1
    Re: Meldepflicht Schwangerschaft?
    nach bekanntwerden der schwangerschaft, nach dem erhalt des
    mutterpasses oder zu einer festgelegten zeit?
    Hallo brewster, dazu steht folgendes im Mutterschutzgesetz:
    "(1) Werdende Mütter sollen dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen ihr Zustand bekannt ist." (Quelle: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/muschg/__5.html )

    Da steht nichts von "müssen". wie sieht es rechtlich aus, wenn die schwangerschaft vorerst
    (hier im 2 1/2 monat) verschwiegen wird...

    und was für konsequenzen daraus
    entstehen, wenn dies nicht rechtzeitig (z.b. aus oben
    beschriebenen gründen) geschieht.
    Wenn es der Arbeitgeber nicht weiß, wird er auch nicht auf evtl. Beschäftigungsverbote in dem Zusammenhang Rücksicht nehmen. Von der Logik her würde ich zweifeln, dass er verantwortlich gemacht werden kann, wenn deswegen der Mutter oder/und dem Kind was zustößt. Aber im Arbeitsrecht zählt nicht immer die Logik. Auf deutsch: Ich weiß es nicht genau.

    MfG
    • Antwort von Jana (abgemeldet) 0
      Re: Meldepflicht Schwangerschaft?
      Hallo, wann muss man bzw. frau eine schwangerschaft dem arbeitgeber
      melden?
      nach bekanntwerden der schwangerschaft, nach dem erhalt des
      mutterpasses oder zu einer festgelegten zeit?
      Nach § 5 MuSchG sollen Schwangere ihrem Arbeitgeber sobald als möglich die Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen. Aber nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshof muss nicht zwingend auf eine bestehende Schwangerschaft nicht hingewiesen werden. Ausnahme: Offenbarungspflicht besteht, wenn der Arbeitgeber von Gesetzes wegen gehalten ist, dafür Sorge zu tragen, das an bestimmten Arbeitsplätzen keine Schwangeren arbeiten dürfen (Gesundheitsgefahr für Mutter und/oder Kind).

      [Quelle: 123-recht.de]

      Viele Grüße
      Jana
      2 Kommentare
      • von Kerstin (abgemeldet) 0
        Re^2: Meldepflicht Schwangerschaft?
        hallo,

        ich denke, es geht ja nicht nur darum, was gesagt werden MUSS, sondern das verhältnis zum arbeitgeber sollte ja nicht unnötig belastet werden. und selbst wenns ne weile nicht kommuniziert wird, so sieht er doch anhand des entbindungstermins ungefähr, wie lange die schwangerschaft schon besteht.

        bei uns in der personalabteilung ist es so, dass die meisten frauen es nach ablauf eben dieser kritischen drei monate mitteilen, was absolut akzeptiert und gängig ist, davor ist es nicht erforderlich.

        aber in jedem fall wünsche ich dir für deine schwangerschaft alles, alles gute.

        viele grüße
        kerstin
      • von Brewster 1
        Re^3: Meldepflicht Schwangerschaft?
        aber in jedem fall wünsche ich dir für deine schwangerschaft
        alles, alles gute.
        rofl... danke für deine antwort. ich denke mal, auf dieses pi mal daumen prinzip wird es hinauslaufen ohne daß der AG der angestellten etwas kann... ABER ich bin nun wirklich wirklich nicht schwanger (das wäre wohl eine medizinische sensation, der erste mann, der schwanger ist), auch wenn mein bauch... aber das ist ein anderes thema ;)
    • Antwort von Kerstin (abgemeldet) 1
      Re: Meldepflicht Schwangerschaft?
      ui, das post, das ich versehentlich an jana schrieb, war für dich gedacht, steht jetzt nur falsch...