Logistik & Handel
Von: Marcus Lindner (abgemeldet), 8.1.2002 14:16 Uhr
seit 1.1.2002 gibt es das neue gewährleistungsrecht. zwei Jahre.

ich habe am 29. dezember 2001 eine anzahlung auf einen ergometer getätigt. dazu wurde der komplette kaufpreis von dem sporthaus in die kasse eingebucht und die 200dm anzahlung abgezogen. ich habe eine quittung über den komplettkaufpreis abzgl. anzahlung bekommen. das gerät soll ende januar 2002 geliefert werden.

ich hätte natürlich gerne die zweijährige Gewährleistung.

meine frage: ist die gewährleistungsdauer nun zwei jahre (zeitpunkt der lieferung: januar 2002) oder ein jahr (zeitpunkt der rechnung mit der erfolgten anzahlung: 29.12.2001)?



  1. Antwort von Manfred Wess (abgemeldet) 0
    Re: Gewährleistungsrecht, neu
    Gewährleistungsrechte stehen dem Kunden zu, wenn die Sache beider Übergabe fehlerhaft ist. Das Gesetz spricht von Gefahrenübergang (meist übergabe der Kaufsache).

    Für die Frage nach der Gewährleistungsdauer ist in diesem Falle also der Zeitpunkt der Übergabe der Ware (Januar 2002) und nicht der Zeitpunkt der Bezahlung (Dezember 2001). Es gilt also die Gewährleistungsdauer von zwei Jahren.

    Bei der Schuldrechtsreform, gültig ab 01. Januar 2002, muss nach meiner Ansicht vorerst noch abgewartet werden, wie in manchen Fällen künftig die Gerichte entscheiden.

    Manche Prdukte haben aber von vornherein eine begrenzte Lebensauder, die unterhalb der gesetzlichen Verjährungsfrist von zwei Jahren liegt. In diesem Fallen sind Streitigkeiten vorprogrammiert.

    Zum Beispiel:

    Ist beispielsweise ein Rasenmäher nach 18 Monaten nicht mehr funktionsfähig, so spricht dies zwar zunächst für eine qualitativen Mangel, zwingend ist diese Schlussfolgerung aber nicht. Von zentraler Bedeutung für die Haltbarkeit von elektronischen Geräten ist nämlich der Grad der Benutzung. Wird mit dem Rasenmäher lediglich über die warme Jahreszeit der Rasen eines kleinen Vorgartens bearbeitet, so müsste der Rasenmäher länger halten, als wenn diesen Rasenmäher ein Kleingartenverein für seine sämtlichen Mietglieder erwirbt. Dem Verkäufer dürfte es allerdings schwer fallen den Nutzungsgrad nachzuweisen.

    In diesen Fällen ist die Beweislast von zentraler Bedeutung. Diese trifft bei Verbrauchsgüterkauf in den ersten sechs Monaten den Verkäufer, danach den Käufer.

    Allerdings bleibt abzwarten ob die Gerichte diese Beweislastregeln auch wirklich strikt anwenden. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]