Medizin
Von: Κоlіbrі, 20.9.2004 00:19 Uhr
Hallo,
meine Mutter wurde letzte woche montag mit einer lungenembolie ins krankenhaus geliefert- sie haben sie erst dann gefunden. Vorher hatte sie 2 Monate lang eine Rippfellentzuendung und war auf massen antibiotikum und cotison.
Ich bin gerade selbst nicht zuhause- und versuche so schnell wie moeglich heimzu kommen und aengstige mich zu tode.Kann jemand mir das mal erklaeren- damit ich nicht vollkommen umkomme vor angst. Was passiert jetzt mit meiner mama. Sie hat einen geburtsfehler- bei ihr ist nur ein lungenfluegel vollkommen richtig ausgebildet- der andere verkrueppelt. Jetzt habe ich den einen Post gelesen mit der Lungenembolie- und aengstige mich noch mehr. Sie bekommt jetzt ein medikament dass sich Macumar nennt- es soll das blut verfluessigen damit die thrombose weggeht ide irgendwo im koerper ist. Sie wird es- so der arzt ihr ganzes lenben nehmen muessen- und so weit ich weiss wird man durch dieses mittel zum bluter. Kann mir irgendjemand genauere Infos geben ueber Funktion, Risiken und Erklaerung, damit ich nicht so hilflos dastehe. Und was diese Krankheit im Falle des Geburtsfehlers meiner Mutter bedeutet?
Danke



  1. Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 3
    Keine Panik
    Hallo Kolibri,

    ängstige Dich nicht übermässig.
    Dies habe ich zu "Macumar" gefunden:

    "...Phenprocoumon (Handelsname Marcumar® oder Falithrom®) ist ein Arzneistoff, der zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt wird. Er ist neben Warfarin der einzige in Deutschland zugelassene Vitamin K-Antagonist. Die beiden Medikamente werden der Wirkstoffklasse der Cumarine zu geordnet.

    Phenprocoumon wird im Rahmen der Reinfarkt-Prophylaxe, der Thrombose-Prophylaxe, nach der Implantation künstlicher Herzklappen oder bei bestimmten Herzrhythmusstörungen eingesetzt, um Thrombusbildung und daraus resultierenden Embolien vorzubeugen.

    Da Phenprocoumon nur die Synthese der Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren hemmt, nicht aber direkt in die Gerinnung eingreift, setzt die Wirkung erst ein, wenn die noch vorhandenen Gerinnungsfaktoren verbraucht sind (nach ca.48-72h). Daher kommt es im Notfall nicht zur Anwendung, sondern erst im weiteren Verlauf einer Erkrankung.

    Nach dem Absetzten des Medikamentes dauert es 7-10 Tage, bis die für eine normalfunktionierende Gerinnung nötigen Gerinnungsfaktoren synthetisiert wurden. Diese Zeit kann durch die hochdosierte Gabe von Vitamin K auf 6-10 Stunden verkürzt werden, im Notfall können die fehlenden Gerinnungsfaktoren durch die Gabe eines Gerinnungsfaktorenkonzentrates (PPSB) auch kurzfristig ersetzt werden.

    Patienten, denen Marcumar verabreicht wird, erhalten einen sog. Marcumar-Pass zumm mitführen, damit im Notfall die eingeschränkte Gerinnungssituation erkennbar ist, selbst wenn der Patient nicht ansprechbar sein sollte..."

    Es ist normal, dass Deiner Mutter, unter diesen Umständen, dieses Medikament gegeben wird.
    Wie jedes wirkungsvolle Medikament hat natürlich auch dieses Nebenwirkungen aber sie nimmt Macumar ja unter ärztlicher Kontrolle und man sollte die Ärzte auch mal in Ruhe ihren Job machen lassen (wir, d.h. die Gesellschaft geben Unsummen für die Ausbildung dieser Leute aus - dann sollten wir sie auch machen lassen:-). Die Ärzte werden sie auf das Medikament "einstellen", d.h. die für sie und die Umstände richtige Dosierung herausfinden.
    Normalerweise muss sie Macumar nicht ihr ganzes Leben lang nehmen müssen. Normalerweise tritt eine Verbesserung ein und dann wird sie wahrscheinlich auf ein anderes medikament "umgestellt". Aber selbst wenn sie Macumar über einen sehr langen Zeitraum nehmen müsste wäre dies wohl das kleinere Übel.

    Also beruhige Dich.

    Ich hoffe, dass diese kleine, von einem medizinischen Laien (hier solltn Dir eigentlich die richtigen "Experten" helfen aber die sind wohl gerade alle in ihren Praxen beschäftigt) helfen konnte.
    Ansonsten solltest Du die "Experten-Suche" bemühen. Suchbegriff könnte "Kardiologie" oder "Herzerkrankungen" oder "Allgemeinmediziner" sein.

    Freundliche Grüsse
    Anonym
    • Antwort von Κаrіn (abgemeldet) 1
      Re: Macumar- kann mich jemand beruhigen?
      ganz ruhiiiig!!! klar erschrickt man zuerst, aber meine mutter hat auch 2 lungenembolien hinter sich und ist heute wieder putzmunter, wenn auch mit der einschränkung, dass die auslösende thrombose in ihren tiefen beinvenen zu finden war und sie somit, auch bei 40grad im schatten mit diesen kompressionsstrümpfen rumlaufen muss....
      es gilt also, die thrombose zu finden, von der aus sich der embolus abgelöst hat und in die lunge gewandert ist.....
      danach wird sich wohl auch die weitere behandlung richten, bei meiner mutter kann man operativ an den geschädigten venen nix machen, vielleicht isses bei deiner mutter anders.

      marcumar
      wie raymond schon sagte, in diesem fall die therapie der wahl, um die viskosität des blutes zu verbessern.
      der pass muss immer mitgeführt werden, jeder arzt muss über die behandlung informiert sein, also auch wenn sie mal in urlaub ist und zu einem fremden doc muss.
      eingriffe müssen geplant werden! ansonsten hat meine mutter keine beeinträchtigungen dadurch, sieht man von den regelmässigen blutkontrollen beim arzt ab....

      also relax,
      grüsse
      karin
      • Antwort von Grаn, Rеnаtе (abgemeldet) 1
        Re: Macumar- kann mich jemand beruhigen?
        Hallo,

        wie schon erklärt arbeitet das Medikament. Deine Mutter wird es zum Überleben jetzt brauchen. Oft lässt sich anfangs nicht sagen, ob es sich um eine zeitlich begrenzte Einnahme oder um eine Dauergabe handelt. DAs ist von Fall zu Fall verschieden. Das hängt von einigen Faktoren ab, die das Labor im Lauf der Zeit erbringt. Ich würde da erst mal die Ärzte machen lassen.
        Sollte sie tatsächlich mit Marcumar entlassen werden, dann nicht, ohne vorher genau über die Wirkung informiert worden zu sein. Mit dem dazu passenden Pass weiß jede Fachkraft, was im Verletzungsfall zu tun ist. Eine Gegenspritze und das Zeug ist ausgeschaltet. Aber bitte: Die behandelnde Fachkraft beurteilt so was dann.
        Ansonsten lebt es sich damit ganz normal. Auswirkungen auf die Lunge sind mir nicht bekannt. Das Blut wird eben daran gehindert, sich noch mal zu verklumpen und noch mal einen Krankenhausaufenthalt zu verursachen.
        Das Zeug ist seit über 30 Jahren - so lange kenne ich es - auf dem Markt und ich habe noch nichts Negatives davon gehört. Dabei bin ich wirklich überkritisch mit all den Pillen.

        R
        • Antwort von Ѕuеһ77 (abgemeldet) 1
          Re: Macumar- kann mich jemand beruhigen?
          Guten Morgen,

          also, ich bin zwar keine Medizinerin, möchte aber trotzdem was zum Marcumar sagen. Mein Mann nimmt Marcumar jetzt seit etwa 2,5 Jahren und lebt damit wie zuvor (die Einschränkungen die er hat kommen von seiner Krankheit, nicht vom M.). Das einzige was ist, ist das es länger blutet, wenn er sich schneidet und das er alle vier Wochen zur INR Kontrolle muss. Und was einige meinen, dass man schneller blaue Flecken bekommt, können wir nicht bestätigen.

          Sueh
          • Antwort von Κоlіbrі 1
            Vielen Dank fuer Rat und nette Aufmunterung!
            Hallo an alle,
            diese Antworten haben mir sehr geholfen. Vielen dank. Nun ist auch noch ein Spezialfall aufgetreten- es gibt keine Thrombose im Koerper- ausser wahrscheinlich direkt an der Lunge weil sie durch den Geburtsfehler meiner Mutter und der angeblichen Rippfellentzuendung ueberlastet war.
            Aber vielen Dank fuer die aufmunternde Worte.
            Und eine schoene Woche noch.
            Gruss Kolibri