Medizin
Von: Ηаnnа Ζаunеr, 18.9.2002 16:40 Uhr
Fast kein Knorpel mehr (Arthrose), dazu Synovitis (Arthritis) - der Doc würde nicht lang überlegen sondern sofort ein künstliches Gelenk einsetzen, wenn ich halt nicht so jung wäre.

Liebe Experten, seid Ihr auch dieser Meinung?

Hanna



  1. Antwort von Ј. Ѕаuеr 5
    Re: Mit 40 zu jung für künstliches Kniegelenk?
    Hi,

    prinzipiell gilt, dass die Implantation einer Prothese erst dann vorgenommen wird, wenn keine andere Möglichkeit mehr besteht, da für den Einbau der Prothese Veränderungen am Knochen vorgenommen werden müssen, die heutzutage nach Entfernung der Prothese nicht mehr reparabel sind und wieder eine Prothese erfordern. Bei solchen Wechseloperationen wird immer etwas Knochen entfernt, so dass der Eingriff un der Knochenverlust immer größer werden, je öfter man wechselt.
    Andererseits ist es tatsächlich eine Frage der Lebensqualität, die man noch besitzt, ob man sich zu einer Prothese entschließt.
    In 15 Jahren kann die Welt tatsächlich schon wieder ganz anders aussehen und es kann viel bessere Möglichkeiten geben, den Wechsel einer Prothese zu vermeiden oder leichter zu machen. Man sollte aber auch daran denken, dass ein geringer Anteil der Prothesen nur eine kurze Zeit hält, wen das erwischt, weiss man leider nicht vorher. Es kann also auch schnell gehen, bis zur nächsten Operation. Aus meiner Erfahrung halten die Prothesen aber wirklich lange, die meisten Wechsel finden nach 10-15 Jahren statt, und das sind Modelle, die die Entwicklung der heutigen Zeit noch nicht hatten. Ich erwarte, dass die heute eingebauten Prothesen länger halten.
    Weitere Info unter http://www.arthros.de
    Gute Besserung

    Dr. J. Sauer
    • Re: Mit 40 zu jung für künstliches Kniegelenk?
      hallo!!

      die entschuldigung gleich am anfang: du musst entscheiden.

      jetzt die "beratung": 40 ist schon ein bisschen früh; ausser es war vorher mal ein unfall, etc.-hatte auch schon patienten mit 18 und 27 mit künstlichen gelenken.

      wichtig ist (aus meiner sicht) die möglichkeit von folgeschäden die "schlimmere" auswirkungen haben als sich jetzt ein neues gelenk verpassen zu lassen.

      wenn du schmerzgeplagt bist verändert sich dein gangbild-dies belastet andere strukturen, v.a. das andere knie, hüftgelenke, wirbelsäule, ...
      wenn man jahrelang unter schmerzen rumläuft fangen an all diesen ach so weit entfernten stellen auch probleme an-und zwar nicht zu knapp!
      die dann wieder zu beheben ist langwierig, zäh und sehr sehr zeitintensiv (von den kosten nicht zu sprechen).
      was mir ein paarmal mit aufgefallen ist: gewisse "persönlichkeitsveränderungen" (nicht falsch verstehen!!). denn wenn man 1) dauernd schmerzen hat oder 2) schmerzen schon erwartet-dann zeigt das auch stimmungstechnisch seine spuren.

      so ein künstliches knie ist ein stück "lebensqualität". und das wäre mir das wichtigste.

      tschüss

      matthias

      p.s. ein gedanke den ich immer dabei habe: wenn das ding jetzt "nur" 15 jahre hält dann hat die medizinische forschung ja noch ein paar jährchen um sich was besseres einfallen zu lassen wenn ich einen wechsel bräuchte!! ;-))) geht in richtung russisches roulette-aber was soll`s??!! ;-))) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
      1 Kommentare
      • Re^2: Mit 40 zu jung für künstliches Kniegelenk?
        Hallo Matthias!

        Ich habe noch lang überlegt, was die Ursache für eine derartige Äußerung sein könnte.
        Eventuell ist es problematisch, mehrere Gelenke hintereinander einzusetzen, weil jedesmal der Knochen weiter ausgebohrt werden muss? Die neuen Gelenke haben doch eine Lebensdauer von 20 Jahren, wenn ich da noch auf dem Laufenden bin. Eventuell werden solche Operationen hinausgezögert, um ein dritten Gelenk zu entgehen?

        Natürlich hast Du recht: In 20 Jahren sieht die medizinische Forschung vielleicht schon wieder ganz anders aus!

        Vielen Dank und beste Grüße

        Hanna
        *diejetztkeinestufenmehrfreiwillighinuntergeht*
    • Antwort von wһіtеwаtеrѕ (abgemeldet) 1
      Re: Mit 40 zu jung für künstliches Kniegelenk?
      Hallo liebe Hanna,

      da ich Dein Leid über kurz oder lang teilen werde ( ich hatte nämlich nen Unfall und bin 33 ) noch einige Fragen:

      hast du schon Spritzentherapien bekommen? zum Beispiel
      NeyArthros oder so was? Zahlt zwar nicht unbedingt jede Kasse, aber ich würde es zumindest an Deiner Stelle mal probieren.

      Und angeblich gibt es doch gerade Versuche ( ich glaube an der Münchner Uni / nicht erschlagen,wenn es ne andere ist ) wo die
      Versuche mit Anzüchten von eigenem Knorpel und ersetztem Knorpel machen. Frag doch da mal nach. Vielleicht kannst du ja noch ein oder zwei oder drei Jahre aushalten; bis dahin ist bestimmt was auf dem Markt...

      Ansonsten: durch Muskelaufbau Knie entlasten...

      Gute Besserung von Deiner Leidensgenossin

      Ute
      1 Kommentare
      • Re^2: Mit 40 zu jung für künstliches Kniegelenk?
        Hallo Ute!

        Seit acht Jahren ist bekannt, dass ich an chronischer Polyarthritis (rheumatoide Arthritis) leide. Seit etwas mehr als einem Jahr ist mein linkes Knie permanent geschwollen. Eine neue Therapie hat bei vielen betroffenen Gelenken Linderung gebracht, doch das Knie hat nicht darauf angesprochen.

        Heute sollte der Arzt entscheiden zwischen "keiner Operation" oder Synovektomie.

        Doch als er die Röntgenbilder sah, stellte er neben der Arthritis auch Arthrose fest!

        Natürlich ist noch nichts wegen Arthrose gemacht worden! Man wusste ja bis heute nichts davon!

        Doch die Synovektomie ist jetzt dringend notwendig, ich hätte sogar in drei Wochen schon einen Termin bekommen, wenn es sich nicht mit der anderen Therapie überschneiden würde!

        Mit Deiner Information gewappnet werde ich bei der nächsten Gelegenheit dem Arzt schon ganz anders gegenübertreten! ;-)

        Viele Grüße und alles Gute

        Hanna
        *ohneunfallodersonstigenbesondereneinflüssen*