Medizin
Von: lala, 1.9.2005 09:45 Uhr
Hallo zusammen,

weiß im Moment nicht recht weiter.
Meine Mama ist seit ca. 2 Wochen im Altenheim (auf eigenen Wunsch).
Sie hat schon immer stark angeschwollene Beine, bekam am Lymphdrainage.
Seit letzter Woche nun hat sie "Wundrose" am linken Bein. Sie hatte Fieber und extrem hohen Blutdruck.
Der Arzt hat ihre Medikamente, den Bluthochdruck betreffend, schrittweise erhöht, dazu Antibiotikum und Spritzen gegen Thrombose.

Das betroffene Bein sieht allerdings extrem schlimm aus, damit meine ich, dass es aussieht, als platze es jeden Moment.

Im gestrigen Gespräch mit dem Arzt meinte dieser, die Wundrose wird behandelt und deshalb sieht er darin kein Problem, allerdings gefalle ihm der Blutdruck noch immer nicht und dagegen muss schrittweise weiter vorgegangen werden. Die Lymphdrainage wurde bis auf weiteres abgesetzt. Bettruhe ist angeordnet.

Nun ruft mich meine Mama unter Tränen an, dass Bein sei aufgeplatzt und es sei lauter "Dreckflüssigkeit" rausgelaufen.
Die Schwestern im Heim haben es sauber gemacht, eingeschmiert und eingebunden.

Ich hab zwar eben den Arzt nochmals tel. zu meiner Mama bestellt, bin jedoch in furchtbarer Sorge.

Ich weiß zu wenig über Wundrose, alles was im Netz lesen konnte, verunsichert mich noch mehr.
Sollte sie nicht besser in ein Krankenhaus (das Mama zwar strikt ablehnt)?
Besteht wirklich Gefahr, dass sie das Bein verliert?

Wer kann mir etwas die Angst nehmen bzw. zu etwas raten?

Vielen lieben Dank für Eure Mühe

Lala
Das



  1. Antwort von Oliver 1
    Re: Wundrose - jetzt offenes Bein
    Hallo,
    es ist immer sehr schwierig auf die Entfernung und ohne die 'Sache' selbst gesehen zu haben, einen wirklich hilfreichen Ratschlag zu geben.
    Grundsätzlich sollte man davon ausgehen, dass der Arzt die Angelegenheit erst einmal im Griff hat. Andererseits gibt es Beispiele zu hauf, die zeigen, dass eben doch viele Fehler gemacht werden.

    Die Wundrose (Erysipel) wird durch Bakterien ausgelöst (bspw. Streptokokken, können aber auch Staphylokokken sein). Hierin liegt ein großes Risiko. Eine antibiotische Behandlung ist unumgänglich. Diese findet ja offenbar statt. Problematisch ist allerdings, dass sich das Erysipel unter der Therapie noch verschlimmert und sich jetzt nach außen geöffnet hat. Damit besteht ganz neben bei noch die Gefahr einer Superinfektion, wenn nicht hygienisch einwandfrei gearbeitet wird. Superinfektionen z.B. durch Staphylococcus aureus MRSA wären in einer solchen Situation mit Sicherheit fatal. Gerade in Altersheimen ist jedoch ein gehäuftes Vorkommen von S. aureus MRSA bekannt. Unter dem Aspekt, dass der Blutdruck ja nun auch in einer Klinik behandelt werden kann, würde ich -aus der Ferne und in Unkenntnis aller Details- empfehlen mit dem Arzt die Verlegung in eine Klinik zu diskutieren oder die Verlegung notfalls auch gegen den Rat des Arztes durchzusetzen.
    Wesentlich ist eine gute mikrobiologisch/infektiologische Betreuung der Patientin, soll heißen, es reicht nicht, zu vermuten, dass Streptokokken die Auslöser des Erysipels sind sondern dies muss untersucht und die Therapie ggf. entsprechend angepasst werden.

    Viele Grüße,
    Oliver [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]