Medizin
Von: anonym (abgemeldet), 2.8.2006 22:19 Uhr
Hallo,

ich habe heute Abend eine Zecke an meinen Hoden entdeckt und mit einer Pinzette entfernt. Mit Kopf. Komplett. Sie lebte danach noch. Sie war rund, aber platt. Nicht ballrund!

Jetzt weiß ich nicht, ob ich die bereits seit Sonntag (ich war am See) mit mir rumtrage oder "erst" seit heute bzw. nach Sonntag. Nach dem Sonntag war ich nämlich nicht mehr nackt oder halbnackt draußen unterwegs.

Die Zecke ließ sich ziemlich leicht abziehen. Die Stelle ist leicht gerötet.

Woher weiß ich jetzt, ob die mich so gebissen hat, dass ich mir was Schlimmeres eingefangen habe?

Ich lebe in Nordhessen!

Bitte um eure Antworten.

Vielen Dank im Voraus.

Schöne Grüße



  1. Antwort von Muecke 5
    Re: Zeckenbiss!? Schock!? Was tun? Symptome!?
    ich habe heute Abend eine Zecke an meinen Hoden entdeckt
    das ist wirklich unangenehm - mein Mitgefühl ist Dir sicher. Sie lebte danach noch.
    Das ist sehr gut, da die Zecke den Speichel mit den Krankheitserregern am meisten ausspuckt, wenn sie sich im Todeskampf befindet. Insofern an diesem Punkt schon mal alles bestens gelaufen! Sie war rund, aber platt. Nicht ballrund!
    Dann war sie zumindest nicht schon tagelang an Deinem Hoden zugange, was auch beruhigend für Dich sein dürfte ;-) Jetzt weiß ich nicht, ob ich die bereits seit Sonntag (ich war
    am See) mit mir rumtrage oder "erst" seit heute bzw. nach
    Sonntag. Nach dem Sonntag war ich nämlich nicht mehr nackt
    oder halbnackt draußen unterwegs.
    Man muss dafür nicht nackt oder halbnackt sein, reicht, wenn Du an Büschen vorbei, durch Gräser gegangen bist oder Hund oder Katze geschmust hast. Da sie aber noch platt war, wie Du sagst, hast Du sie bestimmt erst später mitgenommen. Außerdem wandern Zecken erst einmal etwa 2 Stunden über ihren Wirt, bis sie eine schöne, warme Stelle gefunden haben - insofern ist es eh immer schlecht zu sagen, wo man sie her hat. Die Zecke ließ sich ziemlich leicht abziehen. Die Stelle ist
    leicht gerötet.
    Das ist normal. Woher weiß ich jetzt, ob die mich so gebissen hat, dass ich
    mir was Schlimmeres eingefangen habe?
    Nun, beißen tun die immer gleich - ob Du Dir was Schlimmes eingefangen hast, kannst Du erst einige Zeit nach der Zeckenentfernung merken. Die Zecke selbst kann nichts Schlimmes machen, höchstens die Erreger in ihrem Speichel. Du solltest nun darauf achten, ob sich um die Biss-Stelle eine deutlich größere rote Verfärbung zeigt, die kann auch auftauchen, verschwinden und wieder auftauchen - dann solltest Du zum Arzt. Dann gibts darauf ein Antibiotikum und gut ist.


    No panic!
    Und in Zukunft eher auf geschlossene Schuhe und lange Hosenbeine achten, wenn Du durch Grünzeug gehst. Dieser Nacktheitsgrad reicht Zecken vollkommen.

    die Muecke
    • Antwort von Birte 1
      Re: Zeckenbiss!? Schock!? Was tun? Symptome!?
      Hallo Marcel, ich habe heute Abend eine Zecke an meinen Hoden entdeckt und
      mit einer Pinzette entfernt. Mit Kopf. Komplett. Sie lebte
      danach noch. Sie war rund, aber platt. Nicht ballrund!
      Das ist gut, dass Du sie komplett entfernen konntest. Jetzt weiß ich nicht, ob ich die bereits seit Sonntag (ich war
      am See) mit mir rumtrage oder "erst" seit heute bzw. nach
      Sonntag. Nach dem Sonntag war ich nämlich nicht mehr nackt
      oder halbnackt draußen unterwegs.
      Die Zecke kannst Du Dir auch einfangen, wenn Du angezogen bist. z.B. könnte sie an Deinem Bein hochklettern (barfuß in Flipflops?), bis sie eine Stelle gefunden hat, wo sie gut andocken kann. Kann aber auch heißen, dass sie schon länger da sitzt und nur nicht richtig zum Zuge kam... hilft Dir das weiter? :-/

      Das Infektionsrisiko durch Zecken fängt eigentlich erst so nach ungefähr 10 Stunden nach dem Biss an. Wenn es länger her ist, ist es also eh egal. Die Zecke ließ sich ziemlich leicht abziehen. Die Stelle ist
      leicht gerötet.
      Dass die Stelle leicht gerötet ist, muss nicht unbedingt für eine Infektion sprechen. Es könnte sich auch um eine einfache Reizung handeln. KÖNNTE.
      Woher weiß ich jetzt, ob die mich so gebissen hat, dass ich
      mir was Schlimmeres eingefangen habe?
      Indem Du die Stelle beobachtest. Eine häufige Infektion ist z.B. die Borreliose. Die äußert sich in der Regel dadurch, dass der Einstichpunkt von einem klar begrenzten roten Fleck umkreist wird. Als hätte man den Kreis mit einem Zirkel gezogen. Manchmal kommt um den roten Kreis ein weißer Ring, und dann wieder ein roter Ring. DANN UNBEDINGT SOFORT ZUM ARZT! Beim Verdacht auf Borreliose wird man Dir ein Antibiotikum verschreiben und evtl. einen Bluttest machen, in dem die Erreger nachgewiesen werden können. Durch Antibiotika ist Borreliose recht gut behandelbar, wenn man sie aber nicht behandelt, kann es (auch viel später noch) gefährlich werden. Beim Verdacht auf eine Infektion solltest Du auf jeden Fall zum Arzt gehen (Hausarzt). Nicht auf eigene Faust mit Antibiotika herumexperimentieren!

      Wenn der Einstich morgen allerdings und auch an den darauf folgenden Tagen unauffällig aussieht oder unsichtbar wird, würde ich davon ausgehen, dass nix passiert ist. Du solltest den Punkt aber eine Woche mindestens beobachten, ob sich daran was verändert. Ich lebe in Nordhessen!
      Zecken können auch Hirnhautentzündung übertragen bzw. FSME=Frühsommermeningoenzephalitis (Müssen sie aber nicht zwangsläufig). Das merkt man unter anderem daran, dass man den Kopf nicht mehr nach vorne beugen kann (bzw. das Kinn nicht mehr auf die Brust kriegt) also Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen hat, Fieber, Erbrechen... wenn Du etwas hiervon bemerkst, sofort zum Arzt und von der Zecke erzählen.
      Bitte um eure Antworten.
      Kurze Zusammenfassung: wenn die Einstichstelle harmlos aussieht und es Dir die nächsten Tage super geht, dann würde ich nicht zum Arzt gehen. Wenn aber entweder die Stelle komisch aussieht ODER Du Dich schlecht fühlst, dann sofort hin zum Arzt. Und vergiss dann nicht, von der Zecke zu erzählen... ;-)
      Lieben Gruß, Birte
      3 Kommentare
      • von Sebastian 3
        Re^2: Zeckenbiss!? Schock!? Was tun? Symptome!?
        Hallo, Als hätte man den Kreis mit einem Zirkel
        gezogen. Manchmal kommt um den roten Kreis ein weißer Ring,
        und dann wieder ein roter Ring. DANN UNBEDINGT SOFORT ZUM
        ARZT!
        Nein, sowas ist kein dringlicher Notfall, mit dem man nachts um drei mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus fährt.

        In Ruhe tagsüber oder am nächsten Morgen genügt völlig.


        Sebastian
      • von Birte 0
        Re^3: Zeckenbiss!? Schock!? Was tun? Symptome!?
        Als hätte man den Kreis mit einem Zirkel
        gezogen. Manchmal kommt um den roten Kreis ein weißer Ring,
        und dann wieder ein roter Ring. DANN UNBEDINGT SOFORT ZUM
        ARZT!
        Nein, sowas ist kein dringlicher Notfall, mit dem man nachts
        um drei mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus fährt.

        In Ruhe tagsüber oder am nächsten Morgen genügt völlig.

        Ist mir klar, so war es auch gemeint. Ich bin davon ausgegangen, dass Marcel deshalb nun keinen Krankenwagen ruft oder den Krankenhausarzt in seiner 30-Stunden-Schicht unnötig aufhält, sondern das selber so einschätzen kann.

        Mit "sofort zum Arzt" meine ich, dass man bei dem von mir beschriebenen Symptom auch nicht gerade noch eine Woche warten sollte.

        Hoffe, alle Missverständnisse beseitigt zu haben.

        Gruß, Birte
      • von Sebastian 1
        Re^4: Zeckenbiss!? Schock!? Was tun? Symptome!?
        Als hätte man den Kreis mit einem Zirkel
        gezogen. Manchmal kommt um den roten Kreis ein weißer Ring,
        und dann wieder ein roter Ring. DANN UNBEDINGT SOFORT ZUM
        ARZT!
        Nein, sowas ist kein dringlicher Notfall, mit dem man nachts
        um drei mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus fährt.

        In Ruhe tagsüber oder am nächsten Morgen genügt völlig.
        Ist mir klar, so war es auch gemeint. Ich bin davon
        ausgegangen, dass Marcel deshalb nun keinen Krankenwagen ruft
        oder den Krankenhausarzt in seiner 30-Stunden-Schicht unnötig
        aufhält, sondern das selber so einschätzen kann.
        Ich kenne Michael nicht, aber ich kenne die Reaktionb von Leuten auf Zecken. Daher meine sehr nachdrücklich gemeinte Anmerkung.


        Gruß,


        Sebastian
    • Antwort von Telefonmann 0
      • Antwort von Rolf (abgemeldet) 0
        Antibiotikum auf jeden Fall nehmen.
        Bist du ein Spieler und liebst das Risiko?
        Dann höre auf die Leute hier und warte ab, was passiert.
        Wenn du erstmal die Symptome der Borreliose hast, ist es vielleicht schon zu spät und Du bleibst dein Leben lang krank!
        Antibiotika wirken am Besten, wenn man sie sofort gibt und nicht erst wartet, bis man krank wird!
        Es gibt Borreliosekranke, die nie einen Zeckenstich bemerkt haben.
        Gruß
        Rolf
        6 Kommentare
        • von eklastic (abgemeldet) 8
          Re: Antibiotikum auf jeden Fall nehmen.
          Hallo, Wenn du erstmal die Symptome der Borreliose hast, ist es
          vielleicht schon zu spät und Du bleibst dein Leben lang krank!
          Antibiotika wirken am Besten, wenn man sie sofort gibt und
          nicht erst wartet, bis man krank wird!
          Es gibt Borreliosekranke, die nie einen Zeckenstich bemerkt
          haben.
          Dann wäre wohl das Beste, sich permanent unter Antibiotikum
          zu setzen. Sicher ist sicher.

          Gruß
          Elke

          PS: So ein SChwachfug.
        • von Rolf (abgemeldet) 0
          Re^2: Antibiotikum auf jeden Fall nehmen.
          Hallo Elke,
          ich wette, Du hast keine Ahnung von Borreliose!
          Das kann lebenslanges Quälen bedeuten, wenn sich das festsetzt.
        • von Abraxas (abgemeldet) 4
          Re^3: Antibiotikum auf jeden Fall nehmen.
          Guten Tag, Rolf, mein Antibiotika-Freund,

          sprechen Sie sich allen Ernstes dafür aus, bei jedem Zeckenbiss Antibiotika einzunehmen?

          Das wäre völliger Unsinn. Eine frühe Therapie - innerhalb der ersten drei Wochen, d.h. vor der Erregerstreuung - bei Verdacht auf Borreliose (also bei evtl. Fieber oder dem typischen Hauterythem) ist notwendig. Aber da nunmal nur ca. jeder 300ste Zeckenbiss zur Borrelioseinfektion führt, wäre Ihre Massnahme zuviel des Guten!

          Dennoch: die Therapie mit z.B. Doxycyclin lässt die Wahrscheinlichkeit, Folgeschäden davonzutragen, deutlich schrumpfen und ich möchte davor warnen, bei jedem Zeckenbiss gleich in Panik zu verfallen. Selbst wenn man infiziert ist, verläuft die Erkrankung bei früher Therapie meist sehr benigne. Das kann lebenslanges Quälen bedeuten, wenn sich das
          festsetzt.
          Das ist richtig, aber eben sehr polemisierend in den Raum gestellt (s.o.)!

          Gruss,

          Dr. med. Abraxas
        • von Rolf (abgemeldet) 0
          Re^4: Antibiotikum auf jeden Fall nehmen.
          Hallo, Herr Doktor!
          Jeder 300 ste Biss, das ist ein Risiko von 0,33%.(Wenn diese Zahlen denn stimmen sollten)
          Sie haben Recht, das ist zu wenig und man sollte nicht so ängstlich sein!
          Ein bisschen mehr Risiko und das Leben macht wieder mehr Spaß.
          Immer so vorsichtig sein ist einfach langweilig.
          Gruß
          Rolf
        • von Sebastian 0
          Re^5: Antibiotikum auf jeden Fall nehmen.
          Jeder 300 ste Biss, das ist ein Risiko von 0,33%.(Wenn diese
          Zahlen denn stimmen sollten)
          Sie haben Recht, das ist zu wenig und man sollte nicht so
          ängstlich sein!
          Gut. Rechnen wir mal andersrum. Borreliose wird 14 Tage lang behandelt. Macht bei 299 Bissen, die behandelt wurden, obwohl keine Infektion vorlag 4168 Tage unnötiger antibiotischer Therapie. Das sind über 11 Jahre.

          Auch wenn Doxycyclin ein eher gut verträgliches Antibiotikum ist: so bekommst mehr Probleme durch die Therapie als Du verhinderst.



          Immer so vorsichtig sein ist einfach langweilig.
          Vorsichtig sein heißt auch, nicht immer alles zu machen, was irgendwie medizinisch möglich wäre.


          Sebastian
        • von Rolf (abgemeldet) 0
          Re^6: Antibiotikum auf jeden Fall nehmen.
          Die Risikoabschätzung sollte dem Patienten überlassen bleiben.
          Ärzte sind da logischerweise immer etwas risikobereiter als die Betroffenen.Zumal der Arzt im Krankheitsfall ja wieder profitiert...
          Mal wieder ganz bös gedacht von
          Rolf
      • Antwort von Abraxas (abgemeldet) 2
        Re: Zeckenbiss!? Schock!? Was tun? Symptome!?
        Guten Tag,

        Kurze Verhaltensempfehlung: Ruhe bewahren, abwarten, nichts tun. Bei Unwohlsein, Fieber oder einer kreisförmigen Hautrötung mit zentraler Abblassung innerhalb der nächsten 3 Wochen zum Hausarzt gehen und ihre Geschichte schildern, sie bekommen dann Doxicyclin für ca. 7 Tage. Die Chance einer kompletten und folgenlosen Heilung beträgt dann >90%.

        Die Chance das sie sich in Nordhessen überhaupt infiziert haben, würde ich auf 1:100 schätzen.

        Gruss,

        Dr. med. Abraxas
        • Antwort von Suedseesprotte 0
          Re: Zeckenbiss!? Schock!? Was tun? Symptome!?
          Hallo Marcel!

          Laß dich bitte bloss nicht verrückt machen (vgl. so sensationelle Kommentare wie die von Rolf)! Über Zecken wird so alles mögliche berichtet...

          Ich selbst habe mich vor mehr als 15 Jahren mit Borreliose infiziert und kann dir folgendes dazu sagen: Typisch ist diese kreisförmige Rötung rund um die Bißstelle. (Das ist nicht einfach nur so rot wie ein Mückenstich oder sowas sondern sieht ganz seltsam aus, rot-weiss-gestreift oder so... du wirst es erkennen, falls du es hast ;-).Wenn du sowas bei dir feststellst, geh damit zu deinem Hausarzt. Er wird dir vermutlich etwas Blut abzapfen und wenn sich der Verdacht bestätigt Antibiotika verordnen (und nur dann macht es auch Sinn!).

          Bei mir hat die Diagnose damals sehr lange gedauert, weil man damals mit Borreliose kaum Erfahrungen hatte. Dadurch bin ich erst sehr spät (mehrere Monate nach dem Zeckenbiß) zu der richtigen Therapie gekommen. Trotzdem habe ich seither keinerlei Probleme mehr damit gehabt. Zeckenbisse hatte ich seitdem noch viele... ;-)

          Nein, ich will hier nichts verharmlosen. Unbehandelt kann Borreliose tatsächlich zu ernsten Problemen führen. Aber heutzutage lässt sich Borreliose im Regelfall gut behandeln!

          Ansonsten können Zecken (auch bei uns in Nordhessen) in seltenen Fällen noch FSME übertragen. Wenn du also - so wie ich - viel draussen bist (Laufen im Wald, wandern, Kanufahren) solltest du dir überlegen, dich dagegen impfen zu lassen.


          Also: keine Panik! Laß dir bloß nicht den Sommer vermiesen!!!

          Nordhessische Grüße ;-),
          Sprotte
          • Antwort von Chris (abgemeldet) 0