Militärpolitik
Von: Thomas, 5.11.2008 00:39 Uhr
Hallo,

Ich habe ein paar Fragen zur schweizer Armee,und zwar:

Gibt es dort Wehrpflicht,wenn ja auch für Frauen und gibt es einen Ersatzdienst für Verweigerer ?

Werden Waffen noch immer mit nach Hause genommen,wenn ja,werden sie abgeändert ?
(Sturmgewehre z.B auf Einzelfeuer)

Wird Zuhause Munition für diese Waffen gelagert,wieviel ?

Bleiben die Waffen für immer im Haushalt oder nur für eine bestimmte Wehrdienstzeit ?

Wie lange dauert die Wehrdienstzeit (mit Waffe zuhause) ?

Wie oft muss ein Reservist in dieser Zeit auf Wehrübung ?

Haben diese Soldaten im Ernstfall einen Truppenteil dem sie zugehörig sind und wo sie sich melden müssen,wenn ja,warum haben sie die Waffe schon zuhause ?



  1. Antwort von Anonym (abgemeldet) 0
    Re: Schweizer Armee
    Hallo,

    hier erstmal deren homepage:
    http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/home.html

    Ich denke, Deine Fragen sollten dort geklärt werden.
    Dennoch Gibt es dort Wehrpflicht,wenn ja...
    Ja, in der Schweiz gibt es Wehrpflicht ...auch für Frauen...
    Nein, die Wehrpflicht besteht nur für Männer.
    Frauen gibt es auch in der Schweizer Armee - als Freiwillige. ...und gibt es einen Ersatzdienst für Verweigerer ?
    Ja, die Schweiz kennt auch den Ersatzdienst Werden Waffen noch immer mit nach Hause genommen...
    Ja, grundsätzlich werden die Dienstwaffen mitgegeben/mitgenommen - obwohl es inzwischen in einigen Kantonen die Möglichkeit gibt, die Waffen abzugeben (dieses Angebot wird nur, bzw. nur vereinzelt angenommen) ...wenn ja,werden sie abgeändert ? (Sturmgewehre z.B auf Einzelfeuer)
    Nein, Vollautomatische Waffen (z.B. Sturmgewehre) bleiben unverändert Wird Zuhause Munition für diese Waffen gelagert...
    Ja, noch.
    Allerdings gibt es ein Programm, nach welchem die sogenannte "Taschenmunition" abgegeben, bzw. wieder zurück gegeben wird. Bis Ende 2009 soll die gesamte ausgegebene Munition wieder zurück sein. ...wieviel ?
    Unterschiedlich, je nach Waffe Bleiben die Waffen für immer im Haushalt oder nur für eine
    bestimmte Wehrdienstzeit ?
    Für immer Wie lange dauert die Wehrdienstzeit (mit Waffe zuhause) ?
    Es gibt einen Grundwehrdienst und dann mehrer Übungen (über Jahre verteilt) Wie oft muss ein Reservist in dieser Zeit auf Wehrübung ?
    Unterschiedlich, je nach seiner Aufgabe Haben diese Soldaten im Ernstfall einen Truppenteil dem sie
    zugehörig sind und wo sie sich melden müssen,wenn ja,warum
    haben sie die Waffe schon zuhause ?
    Die Schweizer Armee ist mit, beispielsweise der Deutschen Bundeswehr nicht richtig zu vergleichen.
    Bei der Schweizer Armee handelt es sich um eine Miliz und eine Miliz ist binnen kürzester Zeit einsatzbereit und sehr sehr mobil (die bewaffneten Kräfte sind schon bewaffnet und müssen nicht erst noch mit Ausrüstung versorgt werden. Der Schweizer Soldat/Milizionär ist einsatzbereit, wenn er seine Haustürschwelle überschreitet. Dies hat seinen Ursprung in der Schweizer Geographie und den Transportmöglichkeiten früherer Zeiten.

    Sicher weiss es jemand besser aber fürs Erste sollte das reichen.

    Ich hoffe, dass diese Einlassungen hilfreich im Sinne der Anfrage waren

    Freundliche Grüsse
    Ray
    1 Kommentare
    • von borthi 0
      Re^2: Schweizer Armee
      Hallo Ray,
      ich tipp zu langsam. Die Schweizer Armee ist mit, beispielsweise der Deutschen
      Bundeswehr nicht richtig zu vergleichen.
      Bei der Schweizer Armee handelt es sich um eine Miliz und eine
      Miliz ist binnen kürzester Zeit einsatzbereit und sehr sehr
      mobil (die bewaffneten Kräfte sind schon bewaffnet und müssen
      nicht erst noch mit Ausrüstung versorgt werden. Der Schweizer
      Soldat/Milizionär ist einsatzbereit, wenn er seine
      Haustürschwelle überschreitet. Dies hat seinen Ursprung in der
      Schweizer Geographie und den Transportmöglichkeiten früherer
      Zeiten.
      Die Bezeichnung Miliz, kann man leicht falsch verstehen.
      Die Schweiz.Armee, stützt sich vielmehr auf das Milizsystem.
      Dies hat aber nichts, mit der Qualität zutun.
      Wie Beispielsweise, Landwehr, Bürgerwehr, oder Volkssturm, also hastig eingezogene, schlecht ausgebildete letzte Aufgebote.
      Die Armmee der Schweiz, steht einer europ. Armee, einschl BW,
      in nichts nach. Sie verfügt über unseren Leo 2 und in der Luft über die F-18 Hornet.
      Einzig die Marine schwächelt, gegenüber der Bundesmarine.:-)
      Den eigentlichen Ursprung der Volksbewaffnung, finden wir im
      II.WK., als die Schweiz von Italien und Deutschland umzingelt war.
      Aufgrund der von den Deutschen angewandten Blitzkriegstrategie,
      hielten die Schweiz.Strategen es für möglich das A.H. binnen drei Tagen, von allen Seiten gleichzeitig angreifende die Schweiz besetzen könnte.
      Ein ständiges Heer konnten sie auf Dauer nicht unterhalten.
      Die gesamte wirtschaftl. Versorgung wäre zusammengebrochen, wenn alle wehrf. jungen Männer an der Grenze Gewehr bei Fuß gestanden hätten.

      grüsse borthi
  2. Antwort von borthi 0
    Re: Schweizer Armee
    Hallo Thomas, Gibt es dort Wehrpflicht,wenn ja auch für Frauen und gibt es
    einen Ersatzdienst für Verweigerer ?
    Ja. Alle Männer zw.19-25J. sind zunächst wehrpflichtig.
    Frauen freiwillig.
    Es gibt den "zivilen Ersatzdienst" der 50% länger dauert als der Wehrdienst.
    Alternativ dazu gibt es den "Waffenlosendienst" in der Armee.
    Werden Waffen noch immer mit nach Hause genommen,wenn
    ja,werden sie abgeändert ?
    (Sturmgewehre z.B auf Einzelfeuer)
    Ja.Sogar samt Munition, sog. Taschenmunition.
    (Nein)
    Wird Zuhause Munition für diese Waffen gelagert,wieviel ?
    50Schuß Gewhr 24 Pistole
    Bleiben die Waffen für immer im Haushalt oder nur für eine
    bestimmte Wehrdienstzeit ?
    Zwischen 30-34 (nach Dienstgrad) endet die Wehrpflicht, dann ist die gesamte Ausrüstung wieder abzugeben.
    Allerdings besteht die möglichkeit die Waffe zu kaufen.
    Wie lange dauert die Wehrdienstzeit (mit Waffe zuhause) ?

    Wie oft muss ein Reservist in dieser Zeit auf Wehrübung ?
    Einmal in Jahr, drei-vier Wochen.Meist Lehrgänge an einer Rekrutenschule.
    Zusätzlich muß bis zum 31.08. jedes Jahr eine Schießübung, mit der persönlicchen Waffe absolviert werden.
    Haben diese Soldaten im Ernstfall einen Truppenteil dem sie
    zugehörig sind und wo sie sich melden müssen,wenn ja,warum
    haben sie die Waffe schon zuhause ?
    Ja. Damit sie sich zum Sammelpunkt durchkämpfen können.

    Anm. Meine Angaben beruhen noch auf die Armee 95.
    Inzw. gibt es die Armmee XXI.(21.Jahrhundert) seit2003.
    Die Reformen sollen bis Ende 2009 abgeschlossen sein.
    Darin geht es u.a. auch, um die veränderte Bedrohungslage der Schweiz, und wie fast in jeder Armee um die Reduzierung der Truppenstärke.
    Unnd Frauen können nun auch im reinen Kampfverbände dienen.

    grüsse borthi
    12 Kommentare
    • Re^2: Schweizer Armee
      Hallo, Allerdings besteht die möglichkeit die Waffe zu kaufen.
      Auch die Sturmgewehre? Oder haben die immer noch Karabiner als Standardwaffe zu Hause?
      Gruß
      Werner
    • von Anonym (abgemeldet) 0
      auch die Sturmgewehre
      Hi,

      ja, auch die Sturmgewehre.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Armee

      Wie schon geantwortet wurde, können die Herren (und Damen), nach Dienstende ihre Waffe erwerben (etwa 90% machen von dieser Möglichkeit Gebrauch).
      Sturmgewehre (früher Karabiner) kosten dann 100 sFr, und Pistolen kosten dann 50 sFr.
      Wie meine ViKa ja ausweist, lebe ich in der Schweiz. Ich kenne keinen Schweizer, welcher nicht mindestens 1 Waffe zuhause hat. Dabei sind sie keine Waffenfreaks und schiesswütig sind sie auch nicht. Es handelt sich um ein spezielles Selbstverständnis.
      Ein Problem ist diese hohe Waffendichte in der Bevölkerung nicht.

      Freundlicher Gruss
      Ray
    • Re: auch die Sturmgewehre
      Hallo,
      da frag ich mich nur was die mit der Waffenkumulation machen.
      Jede Generation behält ihr Gewehr und vererbt es dann ja wohl auch irgendwann.

      Außerdem frage ich mich nach der Motivation ein militärisches Sturmgewehr zu besitzen. Einen Karabiner kann man ja privat vielleicht noch als Jagdgewehr nutzen. Mit einem Sturmgewehr ginge das zwar auch, aber es gilt wohl als unwaidmännisch.

      Ist die Schweiz vielleicht eine Quelle für illegale Waffen im Ausland?

      Gruß
      Werner
    • Re^2: auch die Sturmgewehre
      Außerdem frage ich mich nach der Motivation ein militärisches
      Sturmgewehr zu besitzen.
      Die Motivation liegt in der Verteidigungsbereitschaft des Landes. Selbsterhalt ist dort noch Selbstverständlichkeit, nicht wie beispielsweise in Deutschland oder anderen westlichen demokratien, wo psycholdelisch angehauchte Theoretiker sich mit ihren Ansichten gegen die Realität und ihre Erfordernisse durchgesetzt haben. Die rosa Sonnebrille ist halt viel schöner, als die harte Realität.

      Aber keine Sorge, eben deswegen würde dieses System in Deutschland nicht funktionieren.

      Gruß Andreas
    • Re^3: auch die Sturmgewehre
      Hallo,

      da glaube ich nun, dass du etwas viel hineininterpretierst. Bei meinen, zugegeben nicht sehr häufigen, Kontakten zu Schweizern, ist mir jedenfalls keine ausgeprägte Wehrhaftigkeit oder gesteigerte Selbstverteidigunsbereitschaft aufgefallen. Da die Schweiz auch seit Jahrhunderten nicht angegriffen wurde, seit Jahrzehnten auch keiner militärischen Bedrohung mehr ausgesetzt ist, wäre es mir völlig rätselhaft woher eine solche ein-Mann-ein-Gewehr Mentalität herkommen sollte. Alles was ich erlebt habe, sagt mir, das schweizer Wehrpflichtige ein genau so distanziertes Verhältnis dazu haben, wie deutsche, vielleicht sind sie weniger gelangweilt, weil es kürzer ist.

      Ich rede hier ja davon, dass diese Leute nach ihrer Wehrpflicht und nachdem sie auch aus der Reserve entlassen wurden, ihr Sturmgewehr im Schrank behalten. Ein weiterer militärischer Einsatz ist nicht vorgesehen. Und im Falle einer größeren Mobilmachung gäbe es ja auch wieder Gewehre vom Militär.

      Wenn ich jetzt noch mein G3 in meinem Privatbesitz hätte, könnte ich damit vielleicht hin und wieder ein bisschen protzen. Ansonsten wäre es doch nur ein Stehimweg über den ich mir noch sorgen machen müsste, dass vielleicht mal mein Sohn damit unbefugten Unsinn anstellt oder meine Frau damit nach mir wirft ;)

      Gruß
      Werner
    • Re^4: auch die Sturmgewehre
      Bei meinen, zugegeben nicht sehr häufigen, Kontakten zu
      Schweizern, ist mir jedenfalls keine ausgeprägte
      Wehrhaftigkeit oder gesteigerte Selbstverteidigunsbereitschaft
      aufgefallen.
      Dann führ doch mal eine Befragung durch. ;) Da die Schweiz auch seit Jahrhunderten nicht
      angegriffen wurde, seit Jahrzehnten auch keiner militärischen
      Bedrohung mehr ausgesetzt ist, wäre es mir völlig rätselhaft
      woher eine solche ein-Mann-ein-Gewehr Mentalität herkommen
      sollte.
      Eben, die Schweiz wurde seit Ewigkeiten nicht angegriffen. Und das nicht, weil dort so freundliche Menschen wohnen, denen man aus Sympathie einfach nichts tun kann...
      Und das mit "seit Jahrzehnten keiner militärische Bedrohung" ausgesetzt ist mutmaßlich ein Scherz dessen Pointe ich übersehen habe. Ich rede hier ja davon, dass diese Leute nach ihrer
      Wehrpflicht und nachdem sie auch aus der Reserve entlassen
      wurden, ihr Sturmgewehr im Schrank behalten. Ein weiterer
      militärischer Einsatz ist nicht vorgesehen.
      Kennst du den Begriff "levée en masse"? Und im Falle einer größeren Mobilmachung gäbe es ja auch wieder :Gewehre vom Militär.
      Für die, die eingezogen werden theoretisch vielleicht. Praktisch ist das aber ja völlig unnötig, wenn das Gewehr schon zu hause bereitsteht, das kann ja einfach requiriert werden.

      Gruß Andreas
    • Re^5: auch die Sturmgewehre
      Hallo, Eben, die Schweiz wurde seit Ewigkeiten nicht angegriffen. Und
      das nicht, weil dort so freundliche Menschen wohnen, denen man
      aus Sympathie einfach nichts tun kann...
      Natürlich hat auch die Wehrhaftigkeit der Schweizer damit zu tun, aber nur in Verbindung damit, dass der Nutzen einer Eroberung nicht erheblich gewesen wäre. Und das mit "seit Jahrzehnten keiner militärische Bedrohung"
      ausgesetzt ist mutmaßlich ein Scherz dessen Pointe ich
      übersehen habe.
      Kein Scherz, darum auch keine Pointe. Welche unmittelbare Bedrohung soll das denn gewesen sein?
      Natürlich standen sie unter der allgemeinen atomaren Bedrohung und vor dem totalitären Anspruch der Kommunistischen Ideologie. Gegen das erstere hätten nun Sturmgewehre gar nichts und gegen letzteres wenig geholfen. Ich vermute mal wir sind uns einig, dass die Nato die Schweiz nicht bedrohte und vielleicht wirst du auch zugeben, dass gegen eine Invasion durch den WP (wenn die Nato diese nicht hätte stoppen können) die Schweiz trotz aller Strumgewehre im Gemüsebeet nicht bestanden hätte.
      Dann hätte vielleicht die Strategie "Sei unwichtig und schwer verdaulich" noch was geholfen, aber gerade angesichts ideologischer Motive, hätte bei einem umfassenden Sieg des Kommunismus gerade ein solcher Hort des Kapitalismus wie der Bankenstaat Schweiz, wohl gar nicht so hässlich aussehen können, dass er nicht doch "geküsst" worden wäre (und der WP hatte grob geschätzt selbst in Friedenszeiten fast so viele Soldaten unter Waffen, wie die Schweiz überhaupt Einwohner und Levée en masse kannte der WP auch). Ich rede hier ja davon, dass diese Leute nach ihrer
      Wehrpflicht und nachdem sie auch aus der Reserve entlassen
      wurden, ihr Sturmgewehr im Schrank behalten. Ein weiterer
      militärischer Einsatz ist nicht vorgesehen.
      Kennst du den Begriff "levée en masse"?
      Ja, aber auch vor 200 Jahren setzte dies Organisationsstrukturen und Zeit voraus. Ob das im Zeitalter hochbeweglicher und in die Tiefe reichender Kriegführung heute noch so funktionieren würde, ist wohl sehr fraglich.

      Ich weiß, dass gerade die Schweiz ein dezentrales und schnell funktionierendes System der Reaktivierung von Reservisten hat, und das vielleicht auch über die tatsächlich in der Reserve geführten Soldaten hinaus. Nur ist gerade dann die Notwendigkeit, dass jeder Soldat sein Gewehr unmittelbar verfügbar hat nicht gegeben.

      Gruß
      Werner
    • von Thomas 0
      Re^6: auch die Sturmgewehre
      Die Schweiz war und ist einer der größten Wirtschaftsfaktoren in Europa.
      Riesige Mengen Geld sind auf Schweizer Konten.
      Es gibt gar keinen Grund die Schweiz zu besetzen,weil jeder nur Vorteile durch dieses Land hat.

      Im Mai 1942 wurde zB ein Kreditabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz abgeschlossen.
      Auch aus Deutschland geflohene Juden wurden ab 1942 zurückgewiesen.
      Nazigold wurde durch die Schweiz erst sauber.

      Das dritte Reich wäre ja schön blöd gewesen die Schweiz zu besetzen.
    • Re^7: auch die Sturmgewehre
      Hallo Thomas,

      da stimme ich dir ganz zu und habe auch (hoffentlich) nichts anderes gesagt.

      Gruß
      Werner
    • von borthi 0
      Re^7: auch die Sturmgewehre
      Hallo Thomas,
      in der Tat hatte aber der damalige Führer des dritten Reichs die Pläne
      zur Besetzung der Schweiz in Auftrag gegeben.
      "Die Schweiz müssen wir auch noch schlucken!"
      Darüber gibt es sogar ein Buch.


      grüsse borthi [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • Re^4: auch die Sturmgewehre
      Hallo Werner, Bei meinen, zugegeben nicht sehr häufigen, Kontakten zu
      Schweizern, ist mir jedenfalls keine ausgeprägte
      Wehrhaftigkeit oder gesteigerte Selbstverteidigunsbereitschaft
      aufgefallen.
      Sie reden gegenüber Ausländern nicht gern und selten offen
      darüber - besonders Deutschen wird von Schweizern meiner
      Erfahrung nach immer unterstellt, dass sie diesen Teil der
      schweizer Mentalität nicht begreifen. Da die Schweiz auch seit Jahrhunderten nicht angegriffen
      wurde, ...
      Napoleon hat sie angegriffen und das es seitdem in dieser
      Region nur 2 Kriege stattfanden, in denen die Schweiz nicht
      angegriffen wurde, ist eher Glück als Leistung der Schweiz.

      Im 1. und 2. Weltkrieg wäre eine Eroberung der Schweiz jederzeit
      möglich gewesen. Sie war aber zumindest im 2. WK militärisch
      mindestens sinnlos denn die schweizer Industrie arbeitete mit
      voller Kapazität für die Wehrmacht und den Truppentransporten
      stand die schweizer Eisenbahn gern zur Verfügung. ... seit Jahrzehnten auch keiner militärischen
      Bedrohung mehr ausgesetzt ist, ...
      LOL

      Von Adolf mal abgesehen hat auch die Rote Armee bis 1990 gedroht. ... wäre es mir völlig rätselhaft woher eine solche ein-Mann-
      ein-Gewehr Mentalität herkommen sollte.
      Das stammt aus dem Mittelalter, als die Schweiz militärische
      Großmacht war (Stichwort Schweizer Garde in Rom und Paris),
      und der Zeit Napoleons. Die Aufstände in Tirol (Andreas Hofer)
      waren sehr prägent. Ich rede hier ja davon, dass diese Leute nach ihrer
      Wehrpflicht und nachdem sie auch aus der Reserve entlassen
      wurden, ihr Sturmgewehr im Schrank behalten. Ein weiterer
      militärischer Einsatz ist nicht vorgesehen. Und im Falle einer
      größeren Mobilmachung gäbe es ja auch wieder Gewehre vom
      Militär.
      Die Schweizer Regierung versucht nicht mal zu registrieren,
      wer welche Waffe zuhause oder sonstwo hat. Solch ein Volk
      kann man nicht entwaffnen denn die Zweitwaffe unterm Gemüse-
      beet ist selbstverständlich. Solch ein Volk bleibt immer
      wehrhaft und verteidigungsbereit.

      Die Verteidigungsplanung der Schweiz bestand (grob vereinfacht)
      aus 3 Teilen: Sperrung der Zugänge in die Schweiz an natürlichen
      Schranken durch die Armee, Selbstverteidigung in der Fläche und
      der Verteidigung der zentralen Festung in den Alpengebirgsstöcken.
      Gerade für die 2. Komponente ist es aber extrem wichtig das
      Waffen aller Art (und auch Pioniermittel!) breit gestreut sind
      und kein einmarschierter Gegner an der Waffe im Haus den Wider-
      standskämpfer erkennen kann ... es sei denn er sieht alle
      Schweizer als 'den Widerstand' an. Wenn ich jetzt noch mein G3 in meinem Privatbesitz hätte,
      könnte ich damit vielleicht hin und wieder ein bisschen
      protzen.
      Wenn dein Bruder, dein Nachbar und dein Kumpel auch so einen
      Schiessprügel haben entfällt dies schonmal ;-)

      Indem man die Waffe im Haus zu etwas normalen und selbstver-
      ständlichen macht, vermindert man ihre Magie beträchtlich! Ansonsten wäre es doch nur ein Stehimweg über den ich
      mir noch sorgen machen müsste, ...
      Da es seit Jahrzehnten üblich ist sowas im Haus zu haben,
      gibt es auch erprobte Aufbewahrungsmöglichkeiten. Der
      Waffenschrank im Keller oder die angeschraubte Waffenkiste
      unterm Bett oder einiges mehr. Es werden auch zahlreiche
      Zweitwaffen zum Eingraben gekauft ... ... dass vielleicht mal mein Sohn damit unbefugten Unsinn
      anstellt oder meine Frau damit nach mir wirft ;)
      Die wirst du beide wohl entsprechend erziehen müssen ;-)

      Wenns darauf ankommt, langen die Küchenmesser und Toiletten-
      reiniger aus deiner Wohnung für soviel 'Mord und Todschlag'
      das keine Armeewaffen erforderlich ist.


      Viele Grüße

      Jake
    • von borthi 0
      Re^3: Schweizer Armee
      Hallo Werner,
      der Karabiner, wurde bereits 1957, als Standardwaffe abgelöst.
      Heute wird die SIG 550 (milit. Bez.: Sturmgewehr 90) als Standard verwendet. Pistole ist auch eine Sig und Sauer, aber frag mich nicht welche.

      Und die haben die zu Hause, und können sie auch nach der Dienstzeit kaufen.

      Ich glaube Weltweit hat die Schweiz,die höchste Waffendichte pro Kopf,wenn man das einmal so nennen will.
      Gleichzeitig aber den geringsten Mißbrauch.(Suizide mal ausgenommen.)

      Fehler meinerseits:
      Die Taschenmunition wird seit 2007 nur noch den Alarmeinheiten mit nach hause gegeben. (und natürlich das "Sackmesser")

      grüsse borthi [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
  3. Antwort von Thomas 0
    Ausbildung
    Noch eine Frage:

    Wie lange dauert denn der Wehrdienst ?
    Also die Ausbildung bis der Soldat mit Waffe nach Hause entlassen wird.
    7 Kommentare
    • von borthi 0
      Re: Ausbildung
      Noch eine Frage:

      Wie lange dauert denn der Wehrdienst ?
      Also die Ausbildung bis der Soldat mit Waffe nach Hause
      entlassen wird.
      Hallo Thomas,
      in der Armee 95 war es so das 15 Wochen Grundausbildung absolviert wurden,und dann nur noch jährl.Wiederholundskurse(3Wo.) und Schiessübungen(1Tg.) stattfanden.Nach der GA ging´ste nach Haus.Mit Wumme.
      Bis zum 30.Lebensjahr.Feldwebel und höher bis 34, unterliegt man der Wehrpflicht. Dann kann die Waffe abgegeben oder eben gekauft werden
      Nun in der Armme XXI besteht die Möglichkeit den kompletten Wehrdienst an einem Stück abzureißen.
      300 Tage für Rekruten 430 für Uffze und 600 für Offz.Die GA wurde auf 18-21Wo. je nach Waff.gattung erhöht.

      grüsse borthi
    • von Thomas 0
      Re^2: Ausbildung
      Wie kann man militärisches Grundwissen (Grundausbildung) und zum Beispiel das bedienen eines hochmodernen Kampfpanzers in 15 Wochen lernen ?
    • von borthi 0
      Re^3: Ausbildung
      Wie kann man militärisches Grundwissen (Grundausbildung) und
      zum Beispiel das bedienen eines hochmodernen Kampfpanzers in
      15 Wochen lernen ?
      Äääh soweit ich mich noch erinnere, beträgt die GA in der BW nur 12 Wo. und da rollen die Panzer auch.

      Um eine F 18 zu fliegen muss man dann schon Berufssoldat werden.
      Der Anteil beträgt in der Schw.Armmee etwa 5%.
    • von tobi (abgemeldet) 0
      Re^4: Ausbildung
      Äääh soweit ich mich noch erinnere, beträgt die GA in der BW
      nur 12 Wo. und da rollen die Panzer auch.
      Waerend der Grundausbildung faehrt man nicht Panzer. Zumindest ist mir das nicht bekannt. Hoechstens als Passagier im Transportpanzer.
    • von Thomas 0
      Re^4: Ausbildung
      Die Grundausbildung in der Bundeswehr vermittelt nur "allgemeines Grundwissen"
      Also,Handwaffen,marschieren,Bewegungsarten,usw.
      Erst danach kommen die Soldaten zu ihrer weiteren Verwendung,oft auch andere Truppengattungen,die Ausbildung dort dauert auch wieder ca 3 Monate.
      So war es zumindest zu meiner Zeit anfang der 90er Jahre.
    • Re^5: Ausbildung
      Die Allgemeine Grundausbildung (AGA) dauert grundsätzlich drei Monate. Die truppengattungs- und verwendungsspezifische Spezialgrundausbildung (SGA), die sich an die AGA anschließen kann dauert in aller Regel zwei Monate, allerdings bekommt ein Großteil der Grundwehrdienstleistenden keine SGA.

      Gruß Andreas
    • von borthi 0
      Re^5: Ausbildung
      Ja, heute auch noch.

      Die Grundausbildung in der Schweizer Armee wird als Rekrutenschule (kurz RS) bezeichnet. Sie wird von allen Dienstleistenden absolviert und dauert in der Regel heute bei der Armee XXI 18 oder 21 Wochen.

      Die RS ist im allgemeinen in drei Phasen aufgeteilt. Die allgemeine Grundausbildung dauert drei bis sieben Wochen, die funktionsbezogene Grundausbildung sieben bis zehn Wochen und die Verbandsausbildung fünf oder acht Wochen.
      (Jetzt bitte nicht die Höchstzeiten zusammen rechnen. Spezialisten benötigen nur eine 3Wo. AGA, dafür aber eine 10Wo. FGA ecetera)

      Allgemeine Grundausbildung
      In der allgemeinen Grundausbildung (AGA) werden den Rekruten grundsätzliche Dinge beigebracht, in den Bereichen Dienstbetrieb, Sturmgewehr, Sanitätsdienst/Kameradenhilfe, ABC-Schutz, Gefechtstechnik beizubringen und eine gute körperliche Verfassung herzustellen. Die allgemeine Grundausbildung dauert je nach Truppengattung drei bis sieben Wochen und wird durch Zeit- und Berufsmilitärs geleitet und unterstützt.

      Nach der AGA werden Unteroffiziers- und Offiziersanwärter getrennt von den Soldaten ausgebildet.


      Funktionsbezogene Grundausbildung
      In der funktionsbezogenen Grundausbildung (FGA) werden die Rekruten mit der Hauptaufgabe ihrer Funktion vertraut gemacht. Dabei lernt der Füsilier mit der Panzerfaust umzugehen, der Kanonier sein Geschütz zu bedienen, der Sanitätssoldat Verletzte zu bergen und zu versorgen, der Richtstrahlpionier die Richtschüsseln aufzustellen und die Geräte zu konfigurieren und die auserkorenen Fahrer lernen fahren.

      Die funktionsbezogene Grundausbildung dauert sieben bis zehn Wochen und wird wie die vorige Phase von Zeit- und Berufsmilitärs geleitet und unterstützt. Im Verlauf stossen dann die angehenden Unteroffiziere zur Truppe und übernehmen Führungsfunktionen. Gleichzeitig werden geeignete Rekruten zu Soldaten befördert und in Unteroffiziers- (UOS) oder Offiziersschulen (OS) eingeteilt.
      Das sind dann auch Zeit-bzw Berufssoldaten.


      Verbandsausbildung
      Die Zeit ab der 13. Woche bis zum RS-Ende (21. Woche) verbringen die Rekruten, die zu Soldaten befördert worden sind, an einem anderen Standort als die vorangehenden beiden Phasen. Es geht nun darum, die Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere, die aus den Kaderschulen kommen, zusammenzubringen und Leistungen auf der Stufe Kompanie und Bataillon zu vollbringen. Im Vordergrund stehen realistische Gefechtsübungen.

      grüsse borthi [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]