Steuern
Von: сһrіѕ һееѕ (abgemeldet), 18.7.2001 06:45 Uhr
Hallo, Kollegen!

Ich habe mir als freiberuflicher Musiker letztes Jahr einen zweiten Pkw angeschafft, mit dem ich vorwiegend beruflich unterwegs bin. Jetzt sitze ich über meiner Steuererklärung und überlege, wie ich die Anschaffungskosten per AfA absetzen kann. Wer kann mir folgende Fragen beantworten:

Wie muss ich dem FA die dienstliche Nutzung des Pkw nachweisen?

Wie hoch darf maximal der Anteil privater Fahrten sein?

Welche Fahrten zählt man zu den nicht-privaten Fahrten (Wartung, Tanken, ect.) ?

Wie lang ist die gestzliche Abschreibungsdauer für einen beruflich genutzten Pkw?

Wird das Fahrzeug in der AfA-Liste linear oder degressiv abgeschrieben?

Welche Details muss das Fahrtenbuch enthalten und müssen auch private Fahrten eingetragen werden?

Kann ich auch Tankquittungen absetzen?

Fragen über Fragen...

Vielen Dank für Eure hoffentlich zahlreichen Antworten!

Euer Chris



  1. Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 0
    Re: Pkw absetzen als Freiberufler
    Hallo, Chris!

    Zu Deinen Fragen zunächst die m.E. wichtigste Frage: Hast Du ein Gewerbe angemeldet? Dann könntest Du per Definition Deinen Zweiten Wagen als Geschäftsfahrzeug nutzen. Ob das bei Freiberuflern auch funktioniert, weiß ich nicht. Wer kann mir folgende Fragen beantworten:
    Ich versuch´s mal. Aber wie gesagt, alle meine Antworten beziehen sich nur auf den Fall eines Gewerbetreibenden. Wie muss ich dem FA die dienstliche Nutzung des Pkw
    nachweisen?
    Per Definition als GEschäftsfahrzeug fallen mit allen Kosten ins Gewerbe und müssen in der Einnahme-Überschuss-Rechnung (oder Bilanz o.ä.) entsprechend eingestellt werden. Von allen anfallenden Kosten muß ein Eigenanteil abgezogen werden, entweder pauschal 1% vom Listenneupreis des Fahrzeugs oder aber per Einzelaufstellung mit Nachweis. Meist ist die 1%-Regelung günstiger, auf jeden Fall ist sie einfacher zu handhaben. Die auf den Privaten Nutzungsanteil entfallende Umsatzsteuer muß zu 80% privat gebucht werden.

    Grundsätzlich gibt es jedoch meist Probleme, wenn Du nur ein Fahrzeug besitzt. Dann fällt es schwer, glaubhaft zu versichern, das das Fahrzeug überwiegend gewerblich genutzt wird. Wie hoch darf maximal der Anteil privater Fahrten sein?
    Siehe oben. Welche Fahrten zählt man zu den nicht-privaten Fahrten
    (Wartung, Tanken, ect.) ?
    Wenn das Fahrzeug nach Deinen Angaben ausschließlich Gewerblich genutzt wird, reicht die 1%-Regelung aus. Alles andere ist dann nicht Privat. Wie lang ist die gestzliche Abschreibungsdauer für einen
    beruflich genutzten Pkw?
    In der Regel akzeptiert das Finanzamt einen Zeitraum von 5 Jahren. Das würde bedeuten, den Anschaffungswert durch 5, dann hast Du den jährlichen Absetzungswert. Ich habe jetzt irgendwo gelesen, das es wohl ein Urteil gibt, in dem definiert wurde, das die Gesamtabschreibung für ein Fahrzeug auf 5 Jahre beschränkt ist. Das würde bedeuten, das ein Dreijähriges Fahrzeug nur noch über zwei Jahre abgeschrieben werden muß. Autos, die älter als 5 Jahre wären, könnten demnach sofort voll abgesetzt werden. Aber ich weiß nicht, ob das korrekt ist, ich weiß leider auch nicht mehr, wo ich´s gelesen hab.Ich habe meine Autos immer über 5 Jahre verteilt, egal wie alt sie waren. Damit gab es nie Probleme. Wird das Fahrzeug in der AfA-Liste linear oder degressiv
    abgeschrieben?
    Da bringe ich jetzt vielleicht was durcheinander, aber ich glaube das heißt linear. Jedenfall über 5 Jahre mit jeweils dem gleichen Anteil. Welche Details muss das Fahrtenbuch enthalten und müssen auch
    private Fahrten eingetragen werden?
    Wenn Du Dich für´n Fahrtenbuch entscheidest, muß jeder Kilometer eingetragen sein mit klarer Aussage, wer wann aus welchem Grund wohin gefahren ist. Also auch Privatfahrten. War mir zu kompliziert und zu aufwendig, daher hab ich immer die 1%-Regel genutzt. Kann ich auch Tankquittungen absetzen?
    Fallen unter die normalen Betriebskosten. Also entweder wieder die 1%-Regelung insgesamt oder per Einzelnachweis. Insofern kannst Du die schon absetzen. Fragen über Fragen...
    Dafür gibt es ja w-w-w. Vielen Dank für Eure hoffentlich zahlreichen Antworten!
    Gern geschehen. Wenn´s was bringt. Und noch zwei Tip´s: Erstens, so noch nicht geschehen, würde ich an Deiner Stelle ein Gewerbe dafür anmelden. Hat einige Vorteile. Und zweitens, ich würde mich an Deiner Stelle mal mit ´nem Steuerberater unterhalten. Der kann Dich da auf die sichere Seite bringen. Übrigens muß Dir auch das Finanzamt auf detaillierte Fragen genaue Antworten geben.

    So long.
    Mathias
    3 Kommentare
    • von dоrіѕ 0
      und wie ist das bei geschäftsleasing
      Hallo Mathias!

      welche Kosten können bei geschäftsleasing abgestzt werden??

      Gruss
      Doris
    • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
      Re: und wie ist das bei geschäftsleasing
      Hallo Doris,

      absetzen kannst Du die komplete Leasingrate als Betriebsausgabe. Alles andere wird im Prinzip gleich behandelt (1%-Regel etc.)

      Gruß

      Friedrich [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • Re^2: Pkw absetzen als Freiberufler
      hi mathias, hi chris,

      also: chris ist freiberufl. musiker ---> NICHT gewerbe!!!
      ---> er hat einkünfte aus § 18 und nicht aus § 15 EStG!
      das dazu, aber soweit ist mit dem PKW alles äquivalent zu beachten! Zu Deinen Fragen zunächst die m.E. wichtigste Frage: Hast Du
      ein Gewerbe angemeldet? Dann könntest Du per Definition Deinen
      Zweiten Wagen als Geschäftsfahrzeug nutzen. Ob das bei
      Freiberuflern auch funktioniert, weiß ich nicht.
      ja, das geht auch bei freiberuflern.



      Wie muss ich dem FA die dienstliche Nutzung des Pkw
      nachweisen?
      Per Definition als GEschäftsfahrzeug fallen mit allen Kosten
      ins Gewerbe und müssen in der Einnahme-Überschuss-Rechnung
      (oder Bilanz o.ä.) entsprechend eingestellt werden. Von allen
      anfallenden Kosten muß ein Eigenanteil abgezogen werden,
      entweder pauschal 1% vom Listenneupreis des Fahrzeugs oder
      aber per Einzelaufstellung mit Nachweis. Meist ist die
      1%-Regelung günstiger, auf jeden Fall ist sie einfacher zu
      handhaben. Die auf den Privaten Nutzungsanteil entfallende
      Umsatzsteuer muß zu 80% privat gebucht werden.
      häää? die 1% regel ist günstiger??? das soll mir neu sein! also ich habe einen von zwanzig faellen in dem die günstiger ist, das muss man aber explizit nachprüfen!





      Grundsätzlich gibt es jedoch meist Probleme, wenn Du nur ein
      Fahrzeug besitzt. Dann fällt es schwer, glaubhaft zu
      versichern, das das Fahrzeug überwiegend gewerblich genutzt
      wird. Wie hoch darf maximal der Anteil privater Fahrten sein?
      Siehe oben. Welche Fahrten zählt man zu den nicht-privaten Fahrten
      (Wartung, Tanken, ect.) ?
      Wenn das Fahrzeug nach Deinen Angaben ausschließlich
      Gewerblich genutzt wird, reicht die 1%-Regelung aus. Alles
      andere ist dann nicht Privat.

      und um mal von der lästigen pauschalierung abzukommen:

      alle kosten (lfde, steuer, vers., reparat., AfA)

      * eigenanteil in %

      = unentgeltliche sonstige leistung

      davon 80% ust-pflichtug
      und 20% ust-frei


      das mit der USt gilt aber nur insoweit, das es kein fahrzeug ist, welches NACH dem 1.4.99 angeschafft wurde, wenn das erst danach gekauft wurde --> nur 50%iger vorsteuerabzug --> kein ust-pflichtige sonst. leistung, dann ist sie komplett ust-frei.
      ebenso, wenn du kein umsatzsteuerunternehmer bist, weil du kleinunternehmer i.S.d. § 19 UStG bist!




      Wie lang ist die gestzliche Abschreibungsdauer für einen
      beruflich genutzten Pkw?
      In der Regel akzeptiert das Finanzamt einen Zeitraum von 5
      Jahren. Das würde bedeuten, den Anschaffungswert durch 5, dann
      hast Du den jährlichen Absetzungswert. Ich habe jetzt irgendwo
      gelesen, das es wohl ein Urteil gibt, in dem definiert wurde,
      das die Gesamtabschreibung für ein Fahrzeug auf 5 Jahre
      beschränkt ist. Das würde bedeuten, das ein Dreijähriges
      Fahrzeug nur noch über zwei Jahre abgeschrieben werden muß.
      Autos, die älter als 5 Jahre wären, könnten demnach sofort
      voll abgesetzt werden. Aber ich weiß nicht, ob das korrekt
      ist, ich weiß leider auch nicht mehr, wo ich´s gelesen hab.Ich
      habe meine Autos immer über 5 Jahre verteilt, egal wie alt sie
      waren. Damit gab es nie Probleme.
      nein, abschreibung über restnutzungsdauer! ---> wie gesagt, wenn es 2 jahre alt ist, nur noch über 3 jahre etc.

      gilt für lineare und degressive afa!



      Wird das Fahrzeug in der AfA-Liste linear oder degressiv
      abgeschrieben?
      Da bringe ich jetzt vielleicht was durcheinander, aber ich
      glaube das heißt linear. Jedenfall über 5 Jahre mit jeweils
      dem gleichen Anteil.
      nein, das kann man handhaben wie ein dachdecker, wie es dir passt! degressiv lohnt sich allerdings nur, wenn du in den folgejahren mit weniger gewinn rechnest als momentan!




      Welche Details muss das Fahrtenbuch enthalten und müssen auch
      private Fahrten eingetragen werden?
      Wenn Du Dich für´n Fahrtenbuch entscheidest, muß jeder
      Kilometer eingetragen sein mit klarer Aussage, wer wann aus
      welchem Grund wohin gefahren ist. Also auch Privatfahrten. War
      mir zu kompliziert und zu aufwendig, daher hab ich immer die
      1%-Regel genutzt.

      kann dich ne menge geld gekostet haben!




      Kann ich auch Tankquittungen absetzen?
      Fallen unter die normalen Betriebskosten. Also entweder wieder
      die 1%-Regelung insgesamt oder per Einzelnachweis. Insofern
      kannst Du die schon absetzen. Fragen über Fragen...
      Dafür gibt es ja w-w-w. Vielen Dank für Eure hoffentlich zahlreichen Antworten!
      Gern geschehen. Wenn´s was bringt. Und noch zwei Tip´s:
      Erstens, so noch nicht geschehen, würde ich an Deiner Stelle
      ein Gewerbe dafür anmelden. Hat einige Vorteile.
      N E I N !!!

      WO SOLL DAS BITTE VORTEILE BRINGEN??? ausserdem geht das auch gar nicht, weil er als künstler definitiv unter § 18 EStG fällt!





      Und zweitens,
      ich würde mich an Deiner Stelle mal mit ´nem Steuerberater
      unterhalten. Der kann Dich da auf die sichere Seite bringen.
      das wäre DIE entscheidung schlechthin!





      sorry mathias,

      gruss trotzdem


      vom showbee