Hi,
Also einer mit Vorbildung...
Komm, lass den Quatsch
Wie schätzt Du die Sache ein, wird so ein Logbuch nicht auch gerne mal "aussen vor gelassen" um unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen?
Eigentlich nicht. Das Logbuch wird zeitnah geführt, also nicht erst Tage später. Zumindest ein ordentlicher und gewissenhafter Schiffsführer wird es zeitnah führen, z.B. Datum, Uhrzeit, Standort, in Stichworten... kleine schnelle Boote nähern sich, Entfernung 2nm... haben versucht Kontakt aufzunehmen und aufgefordert frei zu halten...keine Reaktion erkennbar...
Man weiss ja nie, was draus wird und später können solche Aufzeichnungen eine überaus wertvolle Hilfe darstellen - im Falle einer Havarie (falls diese kleinen Boote überfahren werden oder sich eben ein Piratenangriff daraus entwickelt).
Vielleicht werden auf grossen Schiffen, also Frachtern, heutzutage auch elektronische Logbücher geführt (könnte ich mir gut vorstellen) und vielleicht gibt es auch Sprachaufzeichnungen. Vielleicht sind die auch zu mehreren auf der Brücke...
Was wären denn die Folgen, bzw. weshalb wäre es denn u.U. ratsam still weiterzufahren und den Mund zu halten?
Nun, das kommt ganz drauf an. Aber normalerweise wird wohl nicht versucht, sowas vorsätzlich zu verschweigen.
Beziehst Du das auf Zollrechtliche, "Mautfinanzielle" Dinge oder warum kann ein Staat sein Hoheitsgebiet um das 10-fache ausdehnen.
Normalerweise aus wirtschaftlichem Interesse, z.B. vor Norwegens Küste (Fischfanggründe).
Seltener aus militärischem Interesse, z.B. einige Bereiche vor der Schwedischen Küste (militärische Anlagen).
Er muß ja einen Vorteil daraus ziehen, ein Nachteil...
Die Überwachungsmöglichkeiten sind heutzutage vielfältig - Radar, Satelliten, etc. Bloss, weil wir selbst niemanden sehen, heisst dies noch lange nicht, dass wir selbst nicht gesehen werden ;-)
...ich m.M. ja eine schwerere Kontrollierbarkeit aufgrund des größeren Gebietes.
Grösse ist relativ. 30nm entsprechen etwa 55 Km (das ist, nur mal zum Vergleich, der Bodensee längst. Da kann man das andere Ufer noch sehen. Klar, ein kleines Boot nicht unbedingt aber ein grösseres sehr wohl (entsprechende Sicht vorausgesetzt). Dazu Radar. So schwer kontrollierbar ist das nicht.
Wie siehts denn dann ausserhalb der Zonen politischer Staaten, also auf hoher See aus -> rechtsfreier Raum, kann ich kaum glauben, wer wäre denn hier Polizei, Gerichtsbarkeit etc?
Nein, rechtsfreier Raum ist das nicht. Zum Einen fährt das Schiff ja unter der Flagge eines Staates - da gilt zumindest mal das Recht dieses Staates (auf jeden Fall an Bord). Dann kommt das Schiff ja irgendwann in einem Hafen an. Dieser Hafen gehört zu einem Staat. Es gelten die dortigen Gesetze, zusätzlich zu den Gesetzen an Bord. Und weit weit draussen, auf See, ist auch kein rechtsfreier Raum. Es gibt Seerechte, die Menschenrechte usw. Und Piraterie ist Piraterie ist Piraterie und Mord ist Mord ist Mord.
Heute war auch von einem massiven Schmiermitteleinsatz an der Aussenhaut von Schiffen zu lesen. Private Sicherheitsfirmen haben hier in der Tat einen großen Markt vor sich. http://www.spiegel.de/panorama/justiz...
Nun, das mit dem Schmiermittel ist mir neu, diese Firma indes nicht ;-) Ich wundere mich nur, dass die so offen namentlich genannt werden. Normalerweise ist Verschwiegenheit in dieser Branche oberstes Gebot (denn bei Nennung würde jeder Kunde geoutet - auch, dass dieser ein Problem hat und dies würde wiederum andere zukünftige Kunden abschrecken - also nie über das Geschäft oder gar die Kundschaft plaudern).
Freundlichen Gruss
Ray