die Stadt der Zukunft

Von: , Frage gestellt am Fr, 8. Okt 1999

wir entwickeln die utopische Stadt der Zukunft! Von Euch will ich wissen, wie Ihr Euch die Stadt der Zukunft vorstellt. Also schreibt mal, wie Ihr gerne wohnen wuerdet, egal wie realistisch das ist. Gebaeudeform, wo arbeite ich, wo gehe ich einkaufen. Lasst Eurer Fantasie freien Lauf!!!!

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
    Re: die Stadt der Zukunft

    wir entwickeln die utopische Stadt der
    Zukunft! Von Euch will ich wissen, wie
    Ihr Euch die Stadt der Zukunft vorstellt.
    Liebe Lotta,
    was für eine Aufgabe! Tolle Idee...
    ich für meinen Teil schwanke noch ein bißchen, was ich von der perfekten Stadt erwarte... was allerdings feststeht:
    1. Kein Innenstadtverkehr, alles möglichst per U-Bahn zu erreichen
    2. Viel, viel Grün, Plätze, Parkanlagen, aber nicht nur zum gucken, sondern zum Benutzen gedacht.
    3. Eine sehr restriktive Auffassung was Müll angeht, also etwa so wie in Singapur, wo man 500 Dollsr zahlen muß, wenn man eine Kippe auf den Boden wirft...
    4. Kultur satt, Museen, Kinos, Theater, Oper
    5. Kinderfreundlich, also viele Möglichkeiten, um mit Kindern was zu unternehmen

    mir persönlich gefallen alte Städte vom Äußeren sehr gut, ich kann diese gläsernen Türme nicht leiden. Baut oder plant man die Stadt der Zukunft, dürfte es schon schwer sein, "alte" Baustile zu integrieren, aber vielleicht geht es ja doch...

    ich hoffe, ich konnte helfen..
    Tschau
    Jutta

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re^2: die Stadt der Zukunft

      Hi Jutta,

      Du hast wahrscheinlich nicht sehr weit gedacht: wir entwickeln die utopische Stadt der
      Zukunft! Von Euch will ich wissen, wie
      Ihr Euch die Stadt der Zukunft vorstellt.
      Liebe Lotta,
      was für eine Aufgabe! Tolle Idee...
      ich für meinen Teil schwanke noch ein
      bißchen, was ich von der perfekten Stadt
      erwarte... was allerdings feststeht:
      1. Kein Innenstadtverkehr, alles
      möglichst per U-Bahn zu erreichen
      wie schleppst Du Deine Einkäufe nach Hause? Der Lieferservice kostet natürlich auch ein bisschen was. Ich bin jahrelang U-Bahn gefahren. Seit ich mein Auto benutze, stecke ich mich nicht mehr 3 mal pro Herbst mit einem Schnupfen an und spare mir die allmorgendliche Übelkeit wegen den überparfümierten oder knoblauchfressenden Mitfahrern. 2. Viel, viel Grün, Plätze, Parkanlagen,
      aber nicht nur zum gucken, sondern zum
      Benutzen gedacht.
      Da hat wohl keiner was dagegen, doch wenn die Stadt so schön ist, dann wollen alle dahin und dann braucht man Platz zum Bauen. 3. Eine sehr restriktive Auffassung was
      Müll angeht, also etwa so wie in
      Singapur, wo man 500 Dollsr zahlen muß,
      wenn man eine Kippe auf den Boden
      wirft...
      Ich habe in Singapur schon Kippen weggeschmissen und keiner wollte das Geld. Die Story ist ein bisschen übertrieben. Mir haben die damals (vor 2 Jahren) nioch etwas von 100 DM erzählt. Das Interessante an Singapur ist nur der Kontrast zu den Nachbarländern, weil die da alles in den Fluß /Meer werfen. Das schöne Utopia gibt's nirgends. 4. Kultur satt, Museen, Kinos, Theater,
      Oper
      Was ist Kultur? Willst Du auch eine Anarcho-Kultur unterstützen, wo die Zerstörung zur Kunst erhoben wird?


      Ciao


      Uwe

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Falschrum gedacht

        Hi Uwe!

        Ich meine, Jutta hat gerade richtig gedacht; denn es geht in der ursprünglichen Frage um eine UTOPISCHE Stadt, d.h. zunächst mal um eine Idealvorstellung, deren interne Plausibilisierung zunächst keine Realisierbarkeit anstrebt. Es ist natürlich reizvoller - insofern hast Du dann wieder Recht -, so etwas in sich stimmig und machbar zu konzeptionieren, u.a. heißt das: den Grundnotwendigkeiten städtischen Funktionierens angepaßt (Transport usw.).

        Deine Anmerkungen erinnern in schmerzhafter Weise daran, daß eine utopische Stadt, um vorstellbar zu sein, eben auch utopische Bewohner benötigt - und mit denen haben wir Existierenden sehr, sehr wenig gemein.

        Liebe Grüße,

        hendrik

        • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
          Re: Falschrum gedacht

          Hi Uwe!

          Ich meine, Jutta hat gerade richtig
          gedacht; denn es geht in der
          ursprünglichen Frage um eine UTOPISCHE
          Stadt, d.h. zunächst mal um eine
          Idealvorstellung, deren interne
          Plausibilisierung zunächst keine
          Realisierbarkeit anstrebt. Es ist
          natürlich reizvoller - insofern hast Du
          dann wieder Recht -, so etwas in sich
          stimmig und machbar zu konzeptionieren,
          u.a. heißt das: den Grundnotwendigkeiten
          städtischen Funktionierens angepaßt
          (Transport usw.).

          Deine Anmerkungen erinnern in
          schmerzhafter Weise daran, daß eine
          utopische Stadt, um vorstellbar zu sein,
          eben auch utopische Bewohner benötigt -
          und mit denen haben wir Existierenden
          sehr, sehr wenig gemein.
          Gracias, Uwe, eben habe ich die Bemerkungen gelesen und lach mich grade weg :-)
          ist das ein unglaublich Ding, das dieser harmlose Spaß zum Anlaß genommen wird... ach lassen wir das...
          Zum Thema U-Bahn kann ich nur sagen, wenn es in Köln keine geben würde, wär es wohl vielen Menschen überhaupt nicht möglich, von Punkt A nach B zu kommen, der Verkehr ist grauenhaft! Und was die schnöde Gesundheit angeht, kann ich meinem "Widersprecher" nur sagen: Es gibt für zarte Pflänzchen wie Ihn sicher in der Zukunft die geeignete Impfung, etwa so wie Unkrautvernichter, ienmal drauf und nix wächst mehr.. ;-))
          Gruß
          Jutta

  2. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Utopische Stadt

    Also...

    ich habe zwar eine eher düstere Sicht auf unsere wirkliche Zukunft, aber wenn wir schon träumen, dann auch richtig. Meine utopische Stadt hat u.a. folgende Eigenschaften:

    - Es ist zunächst keine sehr große Stadt, sondern überschaubar, keinesfalls mehr als vielleicht 50.000 Einwohner insgesamt. Sie hat eine um ein bis drei Kernbereiche herum aufgebaute organische Struktur. Diese Kernbereiche könnten z.B. sein ein Kontakthafen, von dem aus die Anbindung zu anderen Städten möglich ist (z.B. per einer Art Gleitbahn), als zweites vielleicht aber auch ein kleiner See am Fuße eines Wasserfalls, um den herum die Siedlung wie ein Amphitheater erbaut ist. (Dort in der Nähe könnte sich auch das Wasserkraftwerk befinden.)

    - Es ist keine sehr laute Stadt, denn in meiner Utopie ist die akustische Umweltverschmutzung längst gelöst. Für weitere Transporte gäbe es ruhigere, kleine Kabinengleiter, die jedem nach Bedarf zur Verfügung stehen. Es ist aber gar nicht nötig, daß die alle gleich aussehen. Die Erben unserer heutigen Autobastler machen sich vielleicht z.T. ein Hobby daraus, diese Fahrzeuge individuell und originell zu gestalten. Das gute alte Zufußgehen hat sich (einer der Vorteile, daß die Stadt so klein ist) innerhalb der Stadt wieder durchgesetzt. Gegenstände könnten durch ein unterirdisches Beschickungssystem (wie eine große Rohrpost) versandt werden.

    - Es ist eine grüne Stadt, von Parks und Grünanlagen durchzogen und flächig angelegt; dabei ist sie aber nicht zu ordentlich, ich stelle mir das eher in der Art eines Natur-, als eines Stadtparks vor. Um diese Zonen läuft der Verkehr herum oder unterirdisch unter ihnen durch.

    - Die Häuser meiner Stadt sind sehr verschiedenartig, denn meine Stadt ist eher gewachsen als geplant worden. Sie werden aber die Tendenz haben, sich in die Natur zu integrieren, eher gerundet als eckig, manchmal vielleicht auch in Hügel integriert usw. Um jedes Haus herum gibt es ausreichend Platz.

    - Die Häuser sind wohl eher aus Stein (mit wiederentdeckten und erweiterten Formen des dauerhaften Mauerns - kein oder sehr wenig Beton!) und auf Dauerhaftigkeit ausgerichtet; ab und an wird etwas restauriert oder erweitert, aber es geschieht selten, daß etwas neu erbaut wird - die Stadt hat eine in etwa konstante Größe.

    - Die Häuser sind kein Privatbesitz, sondern Allgemeingut. Kleine Gruppen oder Wohngemeinschaften finden sich zu lockeren Verbänden zusammen; so könnte ein typisches Haus aus einer Handvoll abgetrennter Wohneinheiten bestehen (für jeweils eine Familie oder Wohngemeinschaft), aber mit gemeinsamem Innenhof oder Garten. Es werden selten mehr als vielleicht zwanzig Personen so zusammenwohnen. Die meisten Häuser werden so nach und nach Namen und eine Geschichte erworben haben und viele Generationen nacheinander beherbergen.

    - Mit Holz als Baustoff wird man vorsichtig umzugehen gelernt haben, damit Raubbau verhindert wird. Holz ist wertvoll und wird entsprechend verwendet.

    - Die Häuser sind innen sehr verschiedenartig: mal eher kuschelig-höhlig, mal eher weit, hell und offen - so ist für jeden in jeder Wohnphase etwas dabei. Es ist wichtig, daß den eigentlichen Wohnbedürfnissen der Menschen wieder mehr Beachtung gezollt wird, es gibt weniger überflüssige Technik (diese dafür zuverlässiger, weil erprobter) und sowohl Raum für Abgeschiedenheit wie für Gemeinsamkeiten.

    Die Tendenz ist klar: meine utopische Stadt ist im Grunde so unstädtisch wie nur möglich, denn Städte sind m.E. nur in zweiter oder dritter Linie lebenswerter Wohnraum, sondern ökonomische Zentren mit einem ungesunden Eigenleben. Die wichtigste Eigenschaft meiner utopischen Stadt wäre, ökonomisch ebenso überlebensfähig zu sein wie ökologisch (was bislang wohl keine Stadt vermag), dabei zugleich den Menschen und anderen tierischen Bewohnern darin ein wirklich "artengerechter" (und daher naturnaher) Lebensraum zu sein. Die Menschen haben zwar begonnen, Städte als organische Strukturen zu begreifen, aber geschaffen haben sie bislang nur komatöse Parasiten, keine wirklich lebendigen Strukturen.

    Gruß,
    hendrik

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