Eine wahre Geschichte, selbst erlebt.
Gestern nachmittag gingen wir mit unserer kleinen Mischlingshündin Jessy im Park des Blutenburger Schlosses in München spazieren.
Jessy liebt Wasser, aber noch mehr liebt sie Vögel, die im Wasser schwimmen - die kann man nämlich so schön rumscheuchen. Und tatsächlich, in dem kleinen See beim Schloss schwimmen ein paar Enten. Unser Hund kennt dann kein Halten mehr - rein ins Wasser und hui…
Nur hatte sie gestern übersehen, dass am Rand des Sees noch eine ca. 3 Meter breite Eisschicht war. Sie rennt also los, übers Eis, und springt ins Wasser. Und damit begann die Katastrophe: Sie konnte nicht mehr aus dem Wasser heraus. All ihre angestrengten Versuche, auf das rutschige Eis zu klettern, waren vergeblich. Ich lief schnell zur anderen Seite des Teiches, der an dieser Stelle vielleicht 15 m breit ist, um sie zu bewegen, zu mir her zu schwimmen, da sie da ganz leicht hätte herausklettern können. Vergeblich. Mein kleiner Hund hängt hilflos im Wasser und immer mehr Passanten versammeln sich um die Unglücksstelle.
Ein Mann weiß, wo sich eine Leiter befindet, holt diese auch. Wir schieben die Leiter zum Hund, trotzdem schafft sie es nicht. Ich fange an, meine Schuhe auszuziehen und selbst in das vielleicht hüfthohe Wasser zu steigen, um meine Kleine vor dem sicheren Tod zu retten.
In diesem Moment kommt ein Berner Sennenhund zum Schauplatz. Und dann ging alles ganz schnell. Der Sennenhund geht aufs Eis, zu unserer Jessy, bricht selbst ein und zerstört damit einen großen Teil der dünnen Eisdecke. Jessy klammert sich an den großen Freund und klettert über ihn auf die restliche intakte Eisdecke und schleppt sich mit letzter Kraft ans sichere Ufer. Und ihr Lebensretter klammert sich an die Leiter, die mit vereinten Kräften einiger Zuschauer herausgezogen wird.
Eingepackt in meine Daunenjacke trage ich den zitternden Hund dann zum Auto. Sie erholt sich Gott sei Dank sehr schnell, obwohl sie schätzungsweise 15 Minuten in dem eiskalten Wasser hatte ausharren müssen.
Was genau den Berner Sennenhund bewogen hat, zu unserer Jessy zu gehen, weiß wohl niemand. Aber eins stand für alle Menschen, die dieses Ereignis beobachtet hatten, fest:
Er hat ihr das Leben gerettet.
Und deshalb widme ich ihm diese kleine Geschichte: Danke, lieber unbekannter Hund!!!
Uschi