Moin, Mahlzeit und Hallo alle zusammen!
Wie das im Leben so spielt. Die besten Storys sind doch immer noch die, die vom Leben selbst geschrieben werden. Sozusagen Realsatire. Und weil es grad zur Heutigen Schlagzeile passt, versuche ich mal, die gesammelten Erlebnisse von mir selbst und aus meinem Bekanntenkreis zusammenzufassen. Alle hier geschilderten Erlebnisse sind Tatsachen, genauso passiert und keine Fake´s!
In Zeiten meiner früheren Arbeitslosigkeit (Gott sei Dank jetzt sechs Jahre her) habe ich mich natürlich wie so viele selbst um einen Job bemüht, da die Vermittlungsaussichten seitens des AA relativ bescheiden waren. Und siehe da, meine Bemühungen hatten Erfolg. Ich fand einen Job. Dies teilte ich natürlich umgehend dem AA mit. Dazu fuhr ich zum AA hin, um gleichzeitig die entsprechende Meldung zu machen und mir meine Steuerkarte abzuholen. Was soll ich sagen, vierzehn Tage später erhielt ich einen Brief vom AA.
Darin stand: "Wir freuen uns, das wir Ihnen erfolgreich eine Stelle bei XXX vermitteln konnten. Leider ist es aufgrund der verspäteten Meldung Ihrer Arbeitsaufnahme zu einer Überzahlung von DM YYY gekommen. Bitte zahlen bis… (Der Rest ist unwichtig)
Davon abgesehen, das sie später einsehen mußten, das das mit der Überzahlung nicht stimmte, hatte mir die Stelle nicht das AA vermittelt und verspätet gemeldet hatte ich es auch nicht. Aber egal, Hauptsache, die Statistik stimmt 
Eine Bekannte von mir mußte sich vor einigen Jahren ebenfalls arbeitslos melden. Leider vergingen nach der Einreichung des Antrags auf Arbeitslosengeld knapp sechs Wochen ohne das Geld kam. Nun lebt es sich ohne Finanzen recht schlecht, also fuhr sie zum AA, um mal anzufragen, wann denn mit Geld zu rechnen sei. Nach kurzer Diskussion hieß es wörtlich: „Wenn sie Geld brauchen, gehen sie doch auf den Strich“.
Dieser Vorfall endete übrigens mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde und einer Suspendierung.
Eine andere Bekannte fand sich nach achtmonatiger Arbeitslosigkeit beim AA ein, da sie sich um eine Qualifizierung bemühte. Die Betroffene hatte zu damaligen Zeitpunkt leider noch keine abgeschlossene Berufsausbildung. Sie hatte sich im Vorfeld bereits mit einem Maßnahmeträger in Verbindung gesetzt und in Erfahrung gebracht, das dort in einer bald darauf beginnenden Maßnahme ein Platz frei wäre und sie den Anforderungen auch entspräche.
Seitens des AA wurde die Teilnahme an der Maßnahme zunächst abgelehnt mit der Begründung: „Wir sind doch hier kein Reisebüro, wo sich jeder aussuchen kann, was er will“. Erst eine Beschwerde brachte die gewünschte Bewilligung, mittlerweile hat die Betroffene den Abschluß und steht erfolgreich in Arbeit. Den Job hat sie sich übrigens selbst gesucht.
Während einer früheren Arbeitslosigkeit meiner Wenigkeit trug es sich zu, das der Wartesaal des AA wiedermal hemmungslos überfüllt war. Morgens, halb zehn in Deutschland…
Die Luft war entsprechend gut, die Stimmung auch. Alles passte. Nichts bewegte sich. Nach etwa zwanzig Minuten ohne den weiteren Aufruf des nächsten Kunden erlaubte sich jemand, zögernd an die Tür eines Bearbeiterzimmers zu klopfen und einzutreten. Derjenige fragte höflich, wielange es denn dauern würde, bis die Nummer XXX aufgerufen würde. Zufällig (?) hatte der Fragende diese Nummer, sie hätte als nächstes in der Anzeige auftauchen müssen. Ich saß zu diesem Zeitpunkt direkt neben der von ihm geöffneten Tür, hatte also quasi einen Patz in der ersten Reihe. Aus dem Zimmer drang wunderbar nach frischem Kaffee duftende Luft, verbunden mit offensichtlich interessanten Gesprächsfetzen. Das Gespräch drehte sich um eine Verabredung zum Gartenfest am folgenden Wochenende.
Der Fragende erhielt auf seine doch recht höfliche Frage die Antwort „Wir haben gerade eine Beratung, sie werden gleich aufgerufen“. Daraufhin merkte der Fragende an, er hätte in vierzig Minuten einen Vorstellungstermin. Kurze Antwort: „Sie werden gleich aufgerufen“. Immerhin zehn Minuten später erschien seine Nummer in der Anzeige. Weitere Zehn Minuten später kam er wieder aus dem Zimmer raus und stürmte zum Ausgang.
Ob er seinen Vorstellungstermin noch rechtzeitig erreicht hat, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis…
Mal aus der anderen Sicht, von Seiten eines Arbeitgebers. Ein Bekannter von mir ist Inhaber zweier Second-Hand-Shops für Baby- und Kindersachen. Zu seiner Entlastung hatte er den Gedanken, eine Verkaufshilfe einzustellen. Nun spielte er mit dem irrwitzigen Gedanken, sich über das Arbeitsamt entsprechende Bewerber vermitteln zu lassen. Gleichzeitig hatte er natürlich im Hinterkopf, die mögliche Lohnkostenförderung seitens des AA in Anspruch zu nehmen.
Er machte sich also auf zum AA. Die zuständige Abteilung zur Arbeitgeberbetreung war begeistert. Nach einem längeren, durchaus konstruktivem Gespräch mit den Mitarbeitern über möglich Förderungen revidierte er seine ursprüngliche Vorhaben und erklärte sich bereit, sogar zwei (!) Verkaufshilfen einzustellen. Eine entsprechende Förderung sollte er erhalten, wenn er dafür zwei Langzeitarbeitslose einstellen würde. Er definierte also sein Anforderungsprofil: Keine nennenswerte Ausbildung erforderlich, Weiblich, Angenehmes Äußeres, etwas Erfahrung im Verkauf und mit Kindersachen sowie Kassenerfahrung wäre nötig. Sein Angebot wurde also ins Stellenportfolio des AA aufgenommen. Gleichzeitig ließ er aber auch seinen Aushang bzgl. der Suche nach Verkaufshilfen an den Läden dran.
Kurz darauf erschienen die ersten Bewerber vom Arbeitsamt. Insgesamt wurden ihm zwölf Bewerber geschickt. Davon waren fünf Männer. Da seine Erfahrungen im Geschäft jedoch zeigten, das weibliches Verkaufspersonal gerade in seinem Geschäft wesentlich erfolgreicher ist, hatte er von vornherein männliche Verkäufer ausgeschlossen. Zusammengefasst ist das aber eigentlich unrelevant, von den zwölf Bewerbern hatte nicht einer oder nicht eine irgendwelche Erfahrungen im Verkauf, geschweige denn im Umgang mit der Kasse.
Egal. Zu seinem vermeintlichen Glück meldeten sich jedoch fünf weitere Bewerberinnen auf seine Aushänge an den Läden spontan bei ihm. Da alle fünf als Langzeitarbeitslose galten, ließ er sich von den Damen die Personalien und die Stammnummern des AA geben und marschierte zum AA. Doch oh Wunder. Seitens des AA hieß es, das sie es zwar begrüßen würden, wenn er zwei der Damen einstellen würde. Aber von einer Lohnkostenförderung könne nicht die Rede sein. Schließlich wurden ihm die Damen nicht über´s AA vermittelt. Trotz Diskussion änderte sich an dieser Einstellung nichts.
Das Ende dieser Geschichte? Er stellte nur eine der Damen ein und verzichtete auf eine Förderung.
Witzige Erscheinung am Rande: Drei Wochen nach diesen Geschehnissen tauchte bei ihm im Laden jemand vom AA auf und fragte, ob er mit dem vermittelten Personal zufrieden wäre. Und ob er denn nicht eventuell noch eine weitere Kraft einstellen könne.
Noch Fragen?
Nun gut, das reicht für´s erste. Wenn ich mal viel Langeweile habe, erzähl ich mal ein paar Geschichten aus dem Sozialamt. Die sind fast genauso lustig und spannend.
Bis zum nächsten Mal.
Greetz…
Der Dicke MD.