ein märchen ...

Von: , Frage gestellt am Fr, 20. Aug 1999

Rotkaeppchen fuer Computerfans
Es war einmal ein kleines, suesses Maedchen, das immer ein Kaeppchen aus rotem Samt trug. Aufgrund dieses Attributes erhielt es ein Assign unter dem symbolischen Namen "Rotkaeppchen".
Eines Tages sprach die Mutter: "Rotkaeppchen, die Gesundheit deiner Grossmutter hat einen Interrupt bekommen. Wir muessen ein Pflegeprogramm entwickeln und zur Grossmutter bringen, um das Problem zu loesen. Verirre dich jedoch nicht im Wald der alten Sprache, sondern gehe nur strukturierte Wege. Nutze dabei immer eine
Hochsprache der vierten Generation, dann geht es der Grossmutter schnell wieder gut. Und achte darauf, dass dein Pflegeprogramm transaktionsorientiert ist, damit es die Grossmutter nicht noch mehr belastet."
Da der Weg zur Grossmutter reentrant war, traf Rotkaeppchen den Wolf. Er tat sehr benutzerfreundlich, hatte im Background jedoch schon einen Abbruch programmiert. Waehrend Rotkaeppchen einen GoTo ins Blumenfeld machte, ging der Wolf im Direktzugriff zur Grossmutter und vereinnahmte sie unverzueglich durch ein DELETE. Ohne zu zoegern gab er sich den Anschein, kompatibel zu sein und nahm die logische Sicht der Grossmutter an. Dann legte er sich in ihren Speicherplatz.
Kurz danach lokalisierte auch Rotkaeppchen die Adresse der Grossmutter und trat in den Speicherraum. Vor Installation des Pflegeprogramms machte Rotkaeppchen sicherheitshalber einen VERIFY und fragte: "Hi Grossmutter, warum hast du so grosse Augen?"
"Weil ich zufriedene Endbenutzer gesehen habe."
"Ei Grossmutter, warum hast du so grosse Ohren?"
"Damit ich die Wuensche der User besser verstehen kann."
"Ei Grossmutter, warum hast du so ein entsetzlich grosses Maul?"
"Damit ich dich besser CANCELN kann!"
Sprach's und nahm das arme Ding als Input. Nach einem Logoff begab sich der Wolf zur Ruhe, schlief ein und fing an zu schnarchen. Als der Jaeger auf seinem Loop durch den Wald am Haus der Grossmutter vorbeikam, sah er durch ein Window den Wolf im Bett liegen. "Finde ich dich hier du alter Suender", sprach er, "ich habe dich lange gesucht!"
Als Kenner der Szene analysierte er sofort, dass nach den Regeln des Booleschen Algebra die Grossmutter nur im Bauch des Wolfes weilen konnte. Er nahm sein Messer und teilte den Bauch des Wolfes in mehrere Sektoren und machte, welch Freude, die Grossmutter und das Rotkaeppchen wieder zu selbststaendigen Modulen. Als Input fuer den leeren Bauch des Wolfes nahmen sie viele Kilobyte Steine und beendeten die Operation mit einem Close. Als der Wolf schliesslich erwachte, verursachte ihm sein dermassen aufgeblaehter Hauptspeicher solche Schmerzen, dass er an einer Storage Violation jaemmerlich zugrunde ging. Seinen letzten Atemzug beendete er noch mit einem Core Dump.
Da waren alle vergnuegt! Da aktivierte die Grossmutter! Rotkaeppchen aber dachte: "Du willst nie wieder einen GO TO machen, sondern nur noch strukturierte Wege gehen wie dir's die Mutter gesagt hat!"
Und wenn sie nicht einem Systemabsturz zum Opfer geworden sind, duchlaufen sie noch heute die Schaltkreise.

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
    Re: ein märchen ... Variante

    Hallo blues,
    hier eine Variante des Rotkäppchens für Juristen. Vielleicht gibt es noch mehr Varianten? Bin auf weitere gespannt!

    Rotkäppchen - für Juristen erzählt

    Es war einmal eine Minderjährige, der Über-lieferung nach im vorpubertären Alter. Die Eltern des Mädchens hatten ihr in Ausübung des ihnen gesetzlich eingeräumten Namen-bestimmungsrechts (§1627 Abs.1, 2 BGB) den Rufnamen Rotkäppchen gegeben, unbe-anstandet vom Standesamt, das gemäß §§ 16, 17 des Personenstandsgesetzes nach gebun-denem Ermessen hätte widersprechen können.

    Rotkäppchen wurde von der Mutter beauftragt (§ 622 BGB), Kuchen und Wein zu der im Walde wohnenden kranken Großmutter zu bringen, ohne daß übermittelt ist, ob es sich dabei um die Großmutter väterlicher- oder mütterlicherseits handelte. Im Rahmen der Aufsichtspflicht (§ 832 BGB) erfolgte eine der nach herrschender Meinung ausreichende Belehrung vor den möglichen Gefahren des Weges. In ständiger Rechtsprechung wird die Auffassung vertreten, daß selbst bei einem 6jährigen Kind, soweit keine schädlichen Neigungen festgestellt werden, es ausreicht, vor den allgemein üblichen Gefahren einer Weggefährdung zu warnen, um alsdann das Kind unbewacht zu lassen; eine ständige Be-gleitung durch eine Aufsichtsperson wird nicht gefordert, ein ständiges Eingesperrtsein des Kindes in diesem Alter ist weder geboten noch aus erzieherischen Gründen erwünscht (VersR 1972, Seite 54)!

    Entgegen dieser für ausreichend anzusehen-den Belehrung ließ sich das Kind von einem der menschlichen Sprache mächtigen Wolf in ein Gespräch verwickeln und gab bei dieser Gelegenheit Informationen preis, die der Wolf arglistig zu seinem Vorteil ausnutzte. Die insoweit erfolgte Einlassung des Kindes hin-sichtlich des Gesprächs mit dem Tier ist nicht zu widerlegen, zumal bekanntermaßen auch Loriot im Fernsehen einen sprechenden Hund vorführen konnte.

    Die weiteren Angaben des Mädchens anläß-lich seiner Vernehmung um die Vorkomm-nisse im Hause der Großmutter, daß nämlich der Wolf zunächst die Großmutter und als-dann nach einem etwas verfänglichem Ge-spräch auch Rotkäppchen bei lebendigem Leibe verschlungen habe, wurde indirekt durch die Zeugenaussage des Jägers bestätigt, der durch Aufschneiden des sich im Tief-schlaf befindlichen Wolfs die beiden Perso-nen unverletzt befreite. Als Präjudiz kann auf den Propheten Jonas verwiesen werden, von dem in der Bibel überliefert ist, daß er zu-nächst von einem Fisch (Jonas 2,1) ver-schlungen und nach 3 Tagen - möglicher-weise wegen Unbekömmlichkeit - wieder ausgespuckt wurde (Jonas 2,11).

    Das Aufschneiden des Wolfs durch den Jäger ist tatbestandsmäßig als verbotene Vivisek-tion zu werten. Die mögliche Einlassung des Jägers, eine Tötung des Tieres - etwa durch Kopfschuß - sei wegen der gerade laufenden Schonzeit nicht zumutbar gewesen, wäre eine Schutzbehauptung und darum unbeachtlich. Wegen des vorhandenen Notstandes entfällt jedoch zumindest der Schuldvorwurf, was eine Bestrafung ausschließt (§ 35 StGB).

    Dagegen ist der Jäger wegen Tierquälerei nach dem Tierschutzgesetz zu bestrafen, so-weit er als Mittäter gemeinschaftlich handelnd (§ 25 Abs.2 StGB) mit der gleichfalls straf-fälligen Großmutter und dem noch nicht strafmündigem Rotkäppchen (§ 19 StGB) den aufgeschnittenen Wolf mit schweren Feld-steinen füllte und so den qualvollen Tod des Tieres herbeiführte. Die verwirkte Strafe wäre jedoch mit Rücksicht auf die zuvor erbrachte Hilfeleistung zur Bewährung auszusetzen.

    Dem Vernehmen nach soll Rotkäppchen später mit dem Jäger die Ehe eingegangen sein, beide sollen die Großmutter zu sich genom-men haben.

    Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lü-gen sie noch heute.

    • Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
      Re^2:noch'n anderes märchen ...

      hey martin,
      noch eins für's weekend!
      cheerio
      joker
      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
      Dornroeschen
      Das muss ein ziemlich nobler Schuppen gewesen sein, wo die die Taufe gefestet haben. Mit dem Kind das hatte am Anfang nicht so richtig
      geklappt. Vielleicht war die Dame schon zu alt oder mit den Hormonen hat
      was nicht gestimmt. Jedenfalls war jetzt alles unheimlich happy und liess so richtig die Sau raus. Unheimlich viele People waren eingeladen, aber eine von den Tanten hatten
      'se wieder ausgeladen, weil sie kein Geschirr mehr fuer die hatten. Und wie
      das mit der Verwandtschaft so ist, die alte Schachtel war wohl unheimlich sauer, hat nen ziemlichen Terror gemacht und rumgekeift: Das Kind sollte sich, wenns 15 ist, an sonem spitzen Ding stechen und tot umfallen. Dann war ihr das wohl ein bischen zu dicke und sie hat gesagt, nicht tot, sondern nur 100 Jahre pennen sollte se. Und wie das Baby 15 war und so 'ne richtig heisse Biene, da latscht sie so durch den Nobelschuppen durch, ackern brauchte sie ja nicht, weil die Alten so viel Kies an den Fuessen hatten. Da kommt sie an eine Tuer, die immer verrammelt war. Dahinter sass 'ne Alte, wahrscheinlich die von eben, und machte mit sonem Spinnrad rum. Irgendwie muss sie dann an 'ne Nadel gegriffelt haben, jedenfalls kippt sie aus den Latschen und pennte voll ein. Und der ganze uebrige Laden machte auch die Pofe. Um den Schuppen rum machte dann ein Mords Gruenzeug dicht. Also unser Nachbar haette da ja einen unheimlichen Zoff wegen gemacht. Aber so reichen People, denen kann man ja nix wollen. Es kamen ziemlich viele starke Typen angeheizt, die scharf auf den Zahn waren und ihn abschleppen wollten. Die kamen nicht rein und machten die Muecke.
      Schliesslich kam ein unheimlich heisser Macker der ein Sau-Glueck hatte, weil naemlich gerade die 100 Jahre abgelaufen waren. Der kam durch das Gruenzeug wie nix, geht zur Couch, wo sich der Teeny luemmelt, knutsch sie ordentlich, die wacht auf und der ganze uebrige Laden auch. Und zum Schluss haben die dann alle zusammen eine unheimlich heisse Show abgezogen.

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