Hallo Klaus!
manchmal badet man ja auch ganz gerne in Selbstmitleid. Wie
könnte man das besser, als mit einem schönen traurigen Gedicht
an einem Regentag? Vielen Dank für Deines. Hier noch ein
Klassiker von Rilke zum Thema:
„Der Panther - Im Jardin des Plantes, Paris“
Ohja, wie recht Du hast-eine Runde Selbstmitleid und ein großes Eis helfen bei mir oft
Das Gedicht von Rilke ist auch eines meiner Liebsten, wir scheinen einen ähnlichen Geschmack zu haben…
Hier auch noch ein etwas trauriges Gedicht von Heinrich Heine:
Der Asra
Täglich ging die wunderschöne
Sultanstochter auf und nieder
Um die Abendzeit am Springbrunn,
Wo die weißen Wasser plätschern.
Täglich stand der junge Sklave
Um die Abendzeit am Springbrunn,
Wo die weißen Wasser plätschern;
Täglich ward er bleich und bleicher.
Eines Abends trat die Fürstin
Auf ihn zu mit raschen Worten:
Deinen Namen will ich wissen,
Deine Heimat, deine Sippschaft!
Und der Sklave sprach: Ich heiße
Mohamet, ich bin aus Yemen,
Und mein Stamm sind jene Asra,
Welche sterben, wenn sie lieben.
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Und, aus gegebenem Anlass, nochmal der Herr Rilke:
Herbsttag
Rainer Maria Rilke
Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Viele Grüße aus den kalten Bergen 
Frauke