Paradoxon-Text

Von: , Frage gestellt am Mo, 17. Nov 2003

Hallo Leute,

mein Onkel hat mir, als ich noch ein kleiner Günther war, immer eine recht lange paradoxe Geschichte erzählt. Ging immer so 5 Minuten oder so. Also relativ lang. Nur bring ich sie nicht mehr zusammen und meinen Onkel kann ich leider auch nicht mehr fragen.

Sie begann so:

Dunkel war's, der Mond schien helle;
als ein AUto blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft;
als ein ??? auf dem Sande Schlittschuh lief.

Weiter kann ich es nicht. Vielleicht kennt ja einer von euch den ganzen Text. Ich würde mich echt freuen.

der Günther

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Minuten hilfreich
    Re: Paradoxon-Text

    Dunkel wars, der Mond schien helle,
    schneebedeckt die grüne Flur,
    als ein Wagen blitzeschnelle
    langsam um die Ecke fuhr.

    Drinnen saßen stehend Leute,
    schweigend ins Gespräch vertieft,
    als ein totgeschoss'ner Hase
    auf der Sandbank Schlittschuh lief.

    Und ein blondgelockter Jüngling
    mit kohlrabenschwarzem Haar
    saß auf einer blauen Kiste,
    die rot angestrichen war.

    Neben ihm 'ne alte Schachtel,
    die kaum zählte sechzehn Jahr.
    Und sie aß ein Butterbrot,
    das mit Schmalz bestrichen war.

    Droben auf dem Apfelbaume,
    der sehr süße Birnen trug,
    hing des Frühlings letzte Pflaume
    und an Nüssen noch genug

    Und der Wagen fuhr im Trabe
    rückwärts einen Berg hinauf.
    Droben zog ein alter Rabe
    grade eine Turmuhr auf.

    Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
    und mit fürchterlichem Krach
    spielen in des Grases Zweigen
    zwei Kamele lautlos Schach.

    Von der regennassen Straße
    wirbelte der Staub empor.
    und ein Junge bei der Hitze
    mächtig an den Ohren fror.

    Beide Hände in den Taschen
    hielt er sich die Augen zu.
    denn er konnte nicht ertragen,
    wie nach Veilchen roch die Kuh.

    Und zwei Fische liefen munter
    durch das blaue Kornfeld hin.
    Endlich ging die Sonne unter
    und der graue Tag erschien.

    Und das alles dichtet Goethe
    als er in der Morgenröte
    liegend auf dem Nachttopf saß
    und dabei die Zeitung las.

    hier findest du noch verschiedene varianten:
    http://www.forums9.ch/sprachen/buch/dunkel.htm#3

  2. Antwort von nach 12 Tagen hilfreich
    Re: Paradoxon-Text und noch ein kleines Paradoxerl

    Servus,
    hier meine Variante, gehört in Wien als ich noch ein kleiner Herbie war. (in den 1960ern)
    Die anderen Varianten les ich später, sonst spielt mein Gedächtnis möglicherweise nicht mehr mit...

    Finster wars der Mond schien helle,
    als ein Wagen blitzeschnelle
    ... langsam um die runde Ecke fuhr.

    Drinnen saßen Leute stehend
    schweigend ins Gespräch vertieft
    und ein blond gelockter Jüngling
    mit kohlraben scharzem Haar...
    aß ein Butterbrot, das mit Schmalz bestrichen war.

    .. und ein tot geschoßner Hase
    auf dem Berge unten Schlittschuh lief...

    möglicherweise hab ich die eine oder andere Zeile vergessen... jetzt schau ich mir die anderen Versionen genauer an.

    Vorher aber noch ein Paradoxon das mir wegen seiner Einfachheit besonders gut gefällt:

    Wir Wassermänner glauben nicht an Astrologie ;-)

    Servus
    Herbert [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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