Anno 2004-Ohne Worte!

Eine menschenverachtende Geschichte 9.00 beim AA

Sie wollen Arbeitslosenhilfe beantragen?
Ja!
Haben Sie alle Unterlagen dabei und alles ausgefüllt?
Ja!
Hier bei der Bargeldfrage haben Sie etwas vergessen!
Ja, was denn?
Nun, wieviel Bargeld haben Sie?
Ich habe kein Bargeld!
Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Sie ohne Bargeld unterwegs sind?
Nein, ich meinte, ich habe zu Hause kein Bargeld—oder wollen Sie wissen was ich in meiner Geldbörse habe?
Natürlich, wieviel haben Sie in Ihrer Geldbörse?

Ich öffne meine Geldbörse-sie beugt sich mit gespitztem Bleistift in Richtung meiner Reichtümmer und macht ihre wichtige Notiz auf den Antrag-

34,32 Euro, ist das alles?
Ist alles!

Sie blättert weiter in den Unterlagen-zieht eine Augenbraue hoch und sieht mich triumpfierend an.

Sie haben ja gleich zwei Rentenzusatzversicherungen? warum!
Nun, ich möchte im Alter nicht unter einer Brücke schlafen müssen!

Ich brauche den Rückkaufswert und den aktuellen Stand.
Warum?
Weil Sie erst mal von der ausgezahlten Summe leben könnten!
Und was mach ich später, wenn ich das Geld brauche?und die RV laufen ja erst 3 Jahre!
Das ist Ihre Sache, was Sie dann machen!

Ach so, meine Sache also–viel Zeit bleibt mir ja nicht mehr meine Rente aufzustocken. Entschlossen greife ich über ihren heiligen Schreibtisch, raffe alle Papiere zusammen , wünsch noch einen schönen Tag (und im Stillen die Pest an den Hals) und bin draussen. Mit meinem ohnmächtigen Zorn und den Amtsunterlagen fülle ich den nächsten Papierkorb und schwor mir, nicht in diesem Leben wird man mich nochmal so demütigen.

Somit habe ich durch mein Zutun die Arbeitslosenstatistik mitgeschönt, aber ich hab ein gutes Gefühl
Schönen Tag noch!

Hallo, Hanne,
da bleiben mir allerdings auch die Worte im Halse stecken.
Allerdings muß man sich nicht derart demütigen lassen. Ich empfehle eine schriftliche Beschwerde beim Leiter der „Agentur für Arbeit“. Die Sachbearbeiterin ist nach meiner Ansicht weit über das hinausgegangen, was ihr zukommt. Taschenpfändung ist noch nicht Sache des Arbeitsamtes.
Kopf hoch und alles Gute
Eckard

Salü,
die Geschichte von Hanne stimmt so, oder besser: das ist reale Verwaltungsvorschrift.
Das mit der Bargeldfrage ist keine „Taschenpfändung“;
der Kick dabei ist >„Falschaussage“[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Eckard,

da bleiben mir allerdings auch die Worte im Halse stecken.

ja, mir auch. Deshalb kommentiere ich auch nur Deinen Kommentar. :wink:
Wo sind nun die Leutz, die immer meinen, ALH-Empfänger sonnen sich in der ‚sozialen Hängematte‘? Hier sehe ich die nicht!
Das ist, was mich ärgert! Wer dem Rat folgt, sich um private Altersvorsorge zu bemühen, erfährt, daß er das Geld besser verprasst hätte. Statt der Rentenversicherung einen Urlaub und das Geld wäre sofort geflossen. Strafe für vernünftiges Verhalten? Ich kann es nicht verstehen.
cu Rainer

Hallo Eckard,Rainer,Joker,
erst mal bedanke ich mich für eure „Anteilnahme“.
Habe inzwischen einen Job gefunden und bin nicht mehr von den „Amtsdomteuren“ abhängig.
Aber was ich nun erlebe, bezeichne ich als modernen Sklavenhandel( viele polnische Krankenschwestern zum halben Preis und im Dutzend billiger).
Ich arbeite im sozialen Bereich-immer mehr Institutionen stellen auf 400 Euro- Jobs um und was das bedeutet, muß ich nicht mehr erklären–mal ganz abgesehen davon, wer zahlt eigentlich in Zukunft noch in die marode Rentenkasse?

Gruß an euch von Hanne

mal ganz abgesehen davon, wer zahlt
eigentlich in Zukunft noch in die marode Rentenkasse?

Gruß an euch von Hanne

… der Rentner; wenn er denn noch ´n bischen Bargeld hat *ironie*

DerJOKER