Hi alle,
gebe zu, bin heute in Gaukellaune, sonst bin ich ja etwas „ernster“ in meinen literarischen Ergüssen, aber den Folgenden will ich Euch nicht vorenthalten *g:
Ballade vom Leben und Sterben eines Schamhaares
Ein Schamhaar schwamm auf einem Teiche
es war ein ausgesuchtes Stück
und trieb dahin wie eine schöne Leiche
nach längst vergessnem Liebesglück.
Fröstelnd wird es fortgetragen
fühlt sich so ganz und gar verlassen
hat keinen Halt mehr, nichts zu sagen
das einstge Leben tat verblassen.
Und was war es für ein Leben!
Wohlig zwischen Schenkeln, weich
inmitten Freunden und Kollegen
alles rosig, nichts war bleich.
Es war das erste Haar am Platze
dicht an Lippen angeschmiegt
Mitglied einer dunklen Katze
die von allem nur das Beste kriegt.
Morgens Brause und Massage
und dann verpackt in hübsches Tuch
manchmal sah es eine Visage
und wusste: nun gibt es Besuch.
Himmlisch war’s, ein süßes Drängen
der Boden wurde fast zu heiß
Duft stieg auf aus allen Gängen
aus den Poren trat der Schweiß.
Grußlos trat er ein, der Gast
war sehr agil und scheinbar unentschlossen
mal raus mal rein in großer Hast
das Schamhaar hat es doch genossen.
Auch war’s gefährlich, dieses Spiel
manch Kamerad verlor dabei den Halt
sich festzuhalten war das Ziel
doch erwischte es das Schamhaar kalt.
Ein kleiner Ruck, ein Schliddern, Rutschen
die Kameraden hielten es noch auf
doch es war zu schnell, das Fallen, Flutschen
das Ende nahm nun seinen Lauf.
Viel später ist es wieder aufgewacht
sanft schaukelnd dort auf diesem Teiche
im ersten Schrecken aufgebracht,
ergeben dann der kühlen Bleiche.
Mehr und mehr ward es benommen
ermattend sann es nach dem Grund
und dann: ein Fisch kam angeschwommen
Und nahm es gnädig in den Schlund.
Gruß + © Anja A.

