Bewertung meiner Geschichte

Hallo, habe mal angefangen, eine Geschichte zu schreiben. Es soll keine Kurzgeschichte sein, und ich wollte jetzt mal wissen, wie ihr sie findet, ob gut, blöd, langweilig, spannend etc. Für Kritiken und natürlich Lob bin ich jederzeit offen :wink:

Liebe Grüße,

Vanessa:

Es kam ihr vor, als sei es gestern gewesen. Die Gedanken kamen und gingen, ihr schien es, als würde ein unsichtbarer Schleier auf ihrem Gesicht liegen, der alles stoppte, was sie in Worte fassen wollte. Es kam ihr so vor, als würde sie angefasst, gerüttelt, war sich aber nicht sicher, ob sie dies nicht doch träumte. Manch mehr oder weniger wache Momente hatte sie schon, aber die hielten meistens nicht länger an und dauerten meistens nur wenige Sekunden, und sie wusste nicht, wo sie sich befand. In der Luft lag ständig dieser kalte, chemische Geruch, der sie an etwas erinnerte, sie konnte bloß nicht fassen, was es war. Wie lange lag sie schon hier, und wo war sie?

Stunden verstrichen, ohne dass sie je zu Besinnung kam. Die Jahreszeiten kamen und gingen, und im Mansuri-Krankenhaus von Kairo wusste man immer noch nichts über die junge ausländische Frau, die mittlerweile schon seit 8 Monaten hier lag und von niemandem vermisst wurde.

Plötzlich war sie wach. Sie erschrak über sich selber, es war eine ungewöhnliche Situation, auf einmal alles klar zu sehen, hören, was erzählt wurde, auch wenn sie die Sprache nicht auf Anhieb verstand. Sie war in einem Krankenhaus, so viel wusste sie jetzt. Daher also der chemische Geruch und die hektische Betriebsamkeit, die sie sogar in ihrem „Halb-Bewusstsein“ mitbekommen hatte. Langsam schaute sie sich um. Sie war in einem kleinen Zimmer untergebracht, in dem außer ihres Bettes noch ein Anderes stand. Des Weiteren sah sie elektronische Geräte, Schläuche, sowie ein mit einem Vorhang abgetrennter Raum, der wohl das Badezimmer sein sollte. Sie fühlte sich sehr schwach, was wohl auf die Kopfschmerzen zurück zu führen war, die jetzt beinahe unerträglich waren. „Wie bin ich hier bloß hergekommen“? war die unausgesprochene Frage, die sie seit ihres Aufwachens immer wieder beschäftigte. Als sie sich bewegen wollte, tat ihr ganzer Körper weh und eine Kanüle steckte in ihrer rechten Hand, wo ein Tropf befestigt war. SCHWÄRZE.

Fadil Abu-Taleb saß hinter seinem Telefon und wartete. Nicht dass er es nötig hatte, zu warten, nein, er hatte einfach heute nichts Besseres zu tun. Wann rief dieser Europäer endlich an? Afeef hatte ihm doch hundertprozentig versichert, dass Interesse an seiner neuesten Entdeckung bestand. Und er hoffte wirklich darauf, dass er anrief, dieser Michael aus Chicago, denn sein Gehalt als Kurator des Ägyptischen Museums in Luxor reichte gerade einmal aus, um seine Familie einigermaßen vernünftig ernähren zu können. Wie lange wartete er schon? Vielleicht 2 Stunden. Aber wenn er und sein „Team“ wirklich die vermutete Grabung machen würden, dann würde der Amerikaner dumm dastehen. Er selbst, Fadil Abu-Taleb, würde nämlich als Entdecker auf allen Seiten der nationalen und internationalen Presse stehen, als der Entdecker DER Sensation des 21. Jahrhunderts. Aber man sollte darüber lieber nicht nachdenken, erst einmal musste man sich aktuellen Sachen zuwenden und die kleinen Fische an Land ziehen. Wenn er dem Amerikaner etwas verkaufte, vielleicht konnte er ihn sogar als Finanzierung für sein Projekt gewinnen….natürlich würden sie nicht jetzt graben, nicht in der Wintersaison, wenn die ganzen ausländischen Ägyptologen hier her strömten und jedes Körnchen im Tal der Könige vermaßen, sondern erst im Mai, wenn der Andrang vorbei war. Opfer, die durch Überhitzung und Wassermangel nicht vermeidbar waren, kalkulierte er schon jetzt ein. Aber was waren drei, vier schlecht bezahlte Arbeiter im Gegensatz zu dem Ruhm, in dem er sich sonnen würde, und natürlich würde er auch das ein oder andere Stück unter der Hand wegschaffen und für das fünffache seines eigentlichen Wertes verkaufen. Eigentlich war das Leben doch nicht so schlecht, wie er dachte. Nicht, wenn alles so klappte, wie er es wollte. Fadil Abu-Taleb lächelte und schenkte sich zur Feier des Tages einen Cognac aus seiner Minibar ein.

Als erstes sah sie wieder nur verschwommene Konturen. Nicht irgendwelche Konturen, sondern die eines Gesichts, das über ihr zu schweben schien. Ihr Kopf fühlte sich an, als ob er bersten würde, und ihrem restlichen Körper ging es auch nicht besser. Dumpfe Worte, die sie in ihrer langen Bewusstlosigkeit wahrgenommen hatte, bekamen jetzt Sinn, als sie wieder plötzlich wach wurde. Sie erkannte wieder alles, das Krankenhaus, und nun auch die Krankenschwester, die sie auf Englisch, aber mit einem sehr starken Akzent, ansprach. „Miss, wie geht es ihnen?“. Doch die junge Frau bekam nur ein Krächzen heraus und keuchte, ehe ihr die Krankenschwester ein Glas mit Wasser gereicht hatte. „Endlich sind sie wach, wir dachten schon, sie würden für immer hier bleiben und den richtig Kranken den Platz wegnehmen….“ grinste sie. „Können sie einigermaßen sprechen oder möchten sie sich noch ausruhen?“. Die junge Frau räusperte sich, „nein, es geht schon, aber ich weiß nicht wer ich bin!“ Fast geriet sie in Panik. Sie konnte sich an nichts erinnern, weder daran, woher sie kam, noch, wie sie hierher gekommen war. Und vor allem: Sie konnte sich nicht erinnern, wie sie hieß!!! „Natürlich, ich verstehe, dass sie noch schwach sind. Aber ich werde jetzt erstmal den Doktor rufen, damit er sie noch mal richtig untersucht. „Sagen sie es mir doch, wer bin ich?“, die junge Frau schrie jetzt. „Das kann doch nicht sein, JEDER weiß doch, wie er heißt, warum ICH denn nicht??!!“ sagte und versuchte, sich aufzusetzen. „Bleiben sie jetzt bitte ruhig, sie hatten ein paar Sachen dabei, als sie eingeliefert wurden, die bekommen sie nachher, aber jetzt kommt gleich erst mal der Arzt und untersucht sie“ sagte die Krankenschwester und verschwand wieder durch die Tür.
Die junge Frau lag mit aufgerissenen Augen in ihrem Bett. Sie versuchte sich krampfhaft zu erinnern, was geschehen war, aber in ihrem Kopf befand sich nur ein riesengroßes schwarzes Loch.

Am nächsten Tag, nachdem sie komplett untersucht war und erfahren hatte, dass „außer ihrer Bewusstlosigkeit alles in Ordnung war“, wurden ihr Sachen gebracht. Sachen, die angeblich einmal ihr selber gehört hatten. Dazu gehörte auch ein amerikanischer Pass, der im Staat New York ausgestellt wurde. Auf diesem Pass war ein Foto, auf dem sie sich selbst in die Augen sah. „Es ist komisch, sich selbst auf einem Foto zu sehen, aber nicht zu wissen, wann, von wem und wo das Foto gemacht wurde“, dachte sie, aber sie war es, zweifelsfrei. Das mittellange braune Haar, die leicht schräg stehenden grünen Augen und die gerade Nase. Ihre Größe war mit 1,68 m angegeben.
Das allerfremdeste war aber schließlich ihr Name: Brenda McKenzie. So hieß sie also, eigentlich war es ein schöner Name, wäre da nicht die Tatsache, dass sie sich fühlte, als hätte man ihr eben mit Gewalt einen neuen Namen zugewiesen.
Außerdem fand sie in ihren Sachen noch einen Zimmerschlüssel vom Old Winter Palce in Luxor sowie eine Handtasche, die persönliche Gegenstände, wie Lippenstift (sie benutze Lippenstift??), einen kleinen Spiegel und ein Portmonnaie mit einer Kreditkarte enthielt. Es waren wie die Sachen einer anderen Frau für sie, fremd, und fast schon ein wenig unheimlich.
Nachdem sie alles inspiziert hatte musste Brenda sich die unausweichliche Frage stellen, die sie schon seit ihrem Aufwachen quälte: Wohin sollte sie gehen? Sie kannte hier niemanden, wusste noch nicht einmal, wie sie von New York hier her gekommen war, und vor allem: WARUM? Und was hatte ihren Unfall und die lange Bewusstlosigkeit verursacht? Die Krankenschwestern sagten nur, dass sie von eine Sekunde auf die andere auf der Straße zusammengebrochen war und mit dem Krankenwagen hierher transportiert worden war. Vielleicht sollte sie als erstes zu diesem Hotel nach Luxor fahren, falls das Konto, von wo sie die Kreditkarte hatte, gedeckt war. Grübelnd saß sie auf ihrem Bett, heute war der 9. Dezember, ihr hatte man gesagt, dass sie am 5. März eingeliefert wurde. Bis Weihnachten hatte sie dann ja auch noch Zeit. Jetzt lächelte sie, und ein bisschen freute sie sich schon auf ihre Entlassung in 4 Tagen.

Zur gleichen Zeit saß Fadil Abu-Taleb grimmig hinter seinem Schreibtisch. Der Amerikaner hatte natürlich nicht angerufen. War ihm natürlich von vornherein schon klar gewesen. Afeef war eben nicht mehr so mit Menschenkenntnis gesegnet wie früher, als sie ein Geschäft nach dem anderen machten. Aber das musste dann eben warten, als nächstes musste die neue Ausstellung in seinem Museum geplant werden. Die Zeit würde kommen und er würde reich werden, sehr, sehr reich, das spürte er. Und er verließ das Zimmer mit einem zufriedenem Lächeln.

Einen Tag vor ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus spürte Brenda eine Vorfreude wie ein Kind vor dem heiligen Abend. Was würde sie draußen erwarten? Sie musste einfach wissen, was genau sie nach Ägypten geführt hatte und was sie noch erwarten würde.
Als erstes hob sie von dem amerikanischen Geldinstitut 100 Dollar ab. Gott sei dank hatte sie ( oder irgendjemand anderes ) sparsam gelebt, denn das Konto war mit 2.500 $ mehr als gedeckt.

Hi Vanessa,

hm - was soll ich sagen ? Schlecht geschrieben ist sie nicht. Mußt nur auf Wortwiederholungen aufpassen, aber da ist mir nur das „meistens“
im 1. Absatz aufgefallen. Aber nun zur story.
Naja, halt nix weltbewegend neues. Person im „Koma“ wacht auf und weiss nicht wer sie ist, anderer Handlungsstrang der arme Heini der diese Ausgrabung plant.

Hoffentlich setzt er dort nicht das unglaublich Böse frei - wird natürlich auch extrem spannend… den irgendwie müssen diese Handlungsstränge ja zusammen führen.
Wahrscheinlich kommt es auch noch zu ansatzweise erotischen Handlungen - rrrrooooar :wink:)

Ich weiss nicht ob ich Dir damit geholfen habe - soviel im Kurzen zu meiner Meinung.

Ich werd aber als ausgleichende Gerechtigkeit meine erotische Kurzgeschichte (Themaverfehlung) posten dann hast Du auch was zu bewerten !

Herbert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Vanessa,

klingt ganz nett. Für eine Kurzgeschichte ein sehr ausführlicher Anfang.

Mir ist ein Logikfehler aufgefallen (oder ist das Absicht?):

:Wann rief dieser Europäer endlich an?..,dieser Michael aus
:Chicago, denn sein Gehalt als …Amerikaner dumm dastehen

Meines Wissens nach liegt Chicago doch in den USA? :smile:
Oder wird in diesem Absatz von verschiedenen Leuten gesprochen?

Viel Spaß beim Weiterschreiben!

Stephy

Hallo Vanessa,

hey, beeil Dich mal bitte mit der Fortsetzung. Das ist ja wie ein Rendezvous wo dann - ach nee, lassen wir das. Auf jeden Fall bin ich gespannt wie ein Flitzebogen :wink:
Eine Sache, die aber mehr durchklingt ist, daß Du manchmal ein wenig „pathetisch“ wirst in Deiner Ausdrucksweise.

ein unsichtbarer Schleier
Manch

und sowas… Wie gesagt, nicht sehr dramatisch aber riecht ein wenig nach billigen Groschenromanen (und das paßt nun wirklich nicht zu dem Inhalt :wink:

Wann rief dieser Europäer
endlich an?

Hmm, hier hab ich ein Problem. Wenn ich auf einen Anruf warte, denke ich „Wann ruft denn endlich Hugo/der Idiot/Karls Mittelsmann/dieser seltsame Typ aus Deuschland“ an?

einigermaßen vernünftig ernähren zu können. Wie lange wartete
er schon? Vielleicht 2 Stunden. Aber

Das ist eine Sache, die mich an meinen Texten immer wieder stört. Diese Füllwörter „einigermaßen“, „halbwegs“ „aber“ etc. Wie gesagt, ich kämpfe auch dagegen, streich einfach mal gnadenlos an Füllwörtern raus und lies Dir die Sache dann drei Tage später nochmal durch, ob da wirklich was fehlt. Schöner fände ich „er kam mit seinem Verdiest ohnehin kaum über die Runden“ oder so.

wirklich die vermutete Grabung machen würden,

Wer vermutet die Grabung?

eigentlichen Wertes verkaufen. Eigentlich war das Leben Eigentlich schon :wink:

schenkte sich zur Feier des Tages einen Cognac aus seiner
Minibar ein.

Seiner? Oder der des fünf-Sterne-Hotels?

Nachdem sie alles inspiziert hatte musste Brenda sich die
unausweichliche Frage stellen, die sie schon seit ihrem
Aufwachen quälte: Wohin sollte sie gehen?

Ich dachte sie quält, daß sie nicht weiß wer sie ist? Laß das „weiß nicht wohin“ vielleicht beim oberen Krankenhaus-Abschnitt mal kurz anklingen.

Zur gleichen Zeit saß Fadil Abu-Taleb grimmig hinter seinem
Schreibtisch. Der Amerikaner hatte natürlich nicht angerufen.

War das nicht der Europäer? *grübel*

dann eben warten,

Füllwörter, siehe oben.

Einen Tag vor ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus spürte
Brenda eine Vorfreude wie ein Kind vor dem heiligen Abend. Was
würde sie draußen erwarten?

Schon, aber ich hätte an Bendas Stelle auch ziemlich Angst! So ganz ohne Erinnerungen in einem fremden Land gestrandet, da hätt ich mehr Bauchgrimmen und Anspannung als Weihnachtsfreude. Und vielleicht noch auf die Hoffnung, endlich das Rätsel zu lösen und darüber Freude.

anderes ) sparsam gelebt, denn das Konto war mit 2.500 $ mehr
als gedeckt.

Mehr als gedeckt? Kommt mir sprachlich seltsam vor - ich würde entweder sagen „gut gedeckt“ oder „mehr als üppig ausgestattet“. Wobei, 2.500 $ sind sooo viel nicht, wenn da mögliche Krankenhaus- und Hotelrechnungen und ein USA-Flug (Ticket dürfte ja verfallen sein) anstehen und sie sich ja eventuell auch mit Schurken rumärgern muß.

Das alles aber nur meine laienhaften Anmerkungen, bitte nich übel nehmen. Und vor allem: verlier nicht allzu viel Zeit mit den Änderungen sondern mach weiter mit der Geschichte *zappel*

*wink*

Petzi