Diese Geschichte heißt Sex, Drugs & Rock’n’Roll und ist eine Geschichte.
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rock’n’roll? die kleinen grünen männchen in seinem kopf tanzten rock’n’roll. auf die harte tour mit allen schikanen. würfen, sprüngen. obenherum, zwischen den beinen durch. ihm wurde schon ganz schwindlig, wenn er nur daran dachte. er nahm ein standbild aus seinem kopf und sah sich die kobolde einmal genauer an. der film hatte in einem, kosmetisch gesehen, sehr ungünstigen punkt angehalten. der eine kobold befand sich gerade voll im flug, während der andere im begriff war, ihn aufzufangen. so verharrten sie wie schockgefrorene kleinkrebse aus der zierfischabteilung. die gesichter waren zu fratzen der anstrengung verzerrt, und als er genauer hinsah, meinte er, einen hauch panischer angst vor einem unausweichlichen, unbeschreiblichen grauen zu sehen. mit der sicherheit, sich getäuscht zu haben, ließ er den film in seinem kopf weiterlaufen. im gleichen moment zerbarsten die kobolde zu grünem mehl. er wischte es grob von seinem gehirn und befahl seinen beinen, zu gehen. als es nicht funktionierte, dachte er zuerst, dass er möglicherweise gar keine beine mehr hatte. ohne erleichtert zu sein - denn er war gar nicht erschrocken gewesen - stellte er fest, dass es an seiner position relativ zum boden gesehen lag. er lag nämlich. auf dem rücken, die extremitäten von sich gestreckt wie ein zerquetschter hamster. als er sich an dieses bild aus seiner kindheit erinnerte, musste er unwillkürlich grinsen. wie hatte seine kleine schwester gelitten, als sie sah, dass sie ihren besten freund getötet hatte. das kleine gehirn quoll unter dem rosanen puppenhaus hervor, halb verdeckt von kinderkotze. drei volle tage hatte sie sich geweigert, aus dem zimmer zu kommen. danach dauerte es weitere zwei wochen, bis sie langsam wieder begann, zu sprechen. schmunzelnd hob er sich vom boden auf und verließ das kahle zimmer. nur ein bild hing an der wand, und er frug sich, ob er hineintauchen sollte, wie er es das letzte mal getan hatte und entschied sich zwei augenblicke später dagegen. er hatte eine klare mission. doch zuerst ging er zum kühlschrank und warf einen durchdringenden blick hinein. sicher erschraken sich die cocktailgurken beinahe zu tode. grinsend steckte er seinen halben oberkörper in das gerät, auf der suche nach etwas um sich den schmerzenden rücken einzureiben. er fand nur bananenquark und das erschien ihm dann doch etwas zu lächerlich. dennoch schloss er den kühlschrank erst wieder, als er seinen hund hineingelegt hatte. vielleicht würde dadurch der verwesungsgeruch in der wohnung wieder verschwinden. er würde nur einen neuen kühlschrank kaufen müssen, denn den alten würde er nie wieder öffnen können. allein wegen des fauligen geruchs nicht, der nun begann, sich darin auszubreiten. nun, er war der einzige, der wusste, wohin das licht geht, wenn man den kühlschrank schließt. er wusste nämlich, dass die frage völliger müll war. es musste heißen: ‚woher kommt das licht, wenn man den kühlschrank öffnet?‘. natürlich bildete er sich nicht all zu viel auf diesen wissensvorsprung ein. es gab so viel, auf das er sich wirklich etwas einbilden durfte, doch dafür war hier ja niemand bereit. er entschloss sich, das haus zu verlassen und bereute im gleichen moment eine entscheidung, die er vor einigen tagen oder jahren getroffen hatte. da hatte er nämlich in einem zustand geistiger andersheit die wegweiserpfeile entfernt, die ihn mit schlafwandlerischer sicherheit zum ausgang führten. es hatte zeiten gegeben, da war er wochenlang in seinem haus herum geirrt, völlig verzweifelt auf der suche nach dem ausgang. nun, ausnahmen bestätigen die regel. denn als er sich vor seiner tür befand, kam es ihm vor, als sei er schon immer da gewesen. solche lapalien konnten ihn natürlich nicht im geringsten beirren. er verwandte einige synapsen darauf, dem gedanken die mindestaufmerksamkeit zu schenken, die er ihm schon allein aus höflichkeit schuldete, und ging auf die straße. als dann, einige zehntelsekunden später, ein leerer kühlwagen auf ihn zukam um ihn, wieder einige zehntelsekunden später, zu überrollen, erinnerte er sich wieder an die antwort. es ist das lebenslicht eines menschen, und jedes öffnen der kühlschranktür lässt einen menschen sterben. jedes schließen hingegen ermöglicht die geburt eines schleimigen blutbeschmierten babys. und nur er wusste es. und er klebte jetzt auf der straße mit dem reifen eines viereinhalbtonners auf dem ohr.