Hinter mir gibt es einen Knall. Ich fahre herum, das heißt ich wäre herumgefahren wenn ich nicht festgeschnallt gewesen wäre. Ich fühle den Schweiß und ich fühlte mein Herz klopfen. Dabei war das unsinnig, wenn es das Raumschiff betroffen hätte wäre ich tot gewesen bevor ich den Knall gehört hätte. Ich habe einfach vergessen irgendetwas zu sichern und das Ding, was immer es auch war ist bei dem Einsatz der Steuerdüsen gegen irgendetwas geknallt. Ich zwinge mich also zur Ruhe. Meine Hände und meine Stirn sind schweißnass. Das ärgste habe ich allerdings überstanden, oder? Mein Herz kommt zur Ruhe und ich kann endlich die Aussicht genießen. Wir verlassen Groucho, der jetzt immer kleiner wird und nähern uns Laurel. Hardy und die anderen Planeten sind als kleine Scheiben erkennbar. Nur Laurel der einen jetzt schwach sichtbaren Ring hat ist jetzt gut zu sehen. Ich richte also mein Teleskop auf ihn und versuche meine zitternden Hände zu ignorieren. Laurel entpuppt sich als wunderschöne Welt. So muss Saturn aussehen. Mein Computer gibt einige Hinweise die ich jedoch ignoriere. Ich will nicht wissen ob Plan B notwendig ist. Zumindest noch nicht. Das ist schließlich der Höhepunkt meines Lebens, zumindest bisher. So stelle ich die Lautsprecher ab, ich kann ohnehin jetzt nichts tun wenn etwas schief läuft. Alles andere hat Zeit. Mit etwas ruhigerer Hand justiere ich mein Teleskop und sehe immer mehr Details. Fünf große Monde hat Laurel die für mich sichtbar sind und fünfzehn kleine. Dazu kamen unzählige Kleinstmonde die die Ringe bilden. Aber schon entfernen wir uns Laurel und wir gelangen wieder in die äußeren Räume des Systems. Noch einmal kommen wir einem Planeten, oder sagen wir Planetoiden nahe. Ich beobachte ihn zuerst als kleinen Punkt der sich jedoch immer schneller gegenüber dem Hintergrund verschiebt. Schon sehe ich ihn als Scheibe und kann sogar ohne Teleskop Details erkennen. Eine Kugel voller Krater. Ich vermute, das war ein Mond von Laurel der sich irgendwann selbstständig gemacht hat. Das Raumschiff ist jetzt dabei das System zu verlassen. Jetzt könnte ich mich zum Computer begeben, aber ich wage es kaum. Aber von weitem sehe ich was auf mich zukommt: Plan B. Ich habe es ohnehin schon geahnt. Das Raumschiff hat nicht genug Wasserstoff aufnehmen können und so wird unsere Reise etwa 200 Jahre länger dauern. Wir werden an Silberstein vorbeischießen wo wieder etwas Wasserstoff getankt werden kann (hoffentlich) und das um einige Lichtjahre. Dann wird (hoffentlich) genug Treibstoff da sein um uns zu bremsen und in komplizierten Manövern, die der Computer bereits ausgerechnet hat auf Silberstein zusteuern. Für mich heißt es aber ‚eingefroren’ zu werden, und das ist es wovor ich am meisten Angst habe. Zwar hat sich die Technik verfeinert und die Erde hat mir die letzten Daten des Cocktails geschickt, der nun bald in meine Adern fließen wird um das einfrieren zu überleben, aber es war immer noch ein großes Risiko.
So, ich habe lange genug gezögert. Mein Bericht ist schon lange fertig geschrieben (für wen eigentlich?) Und jetzt ist es Zeit. Angeblich ist es nicht wirklich schmerzhaft, aber was weiß man schon? Bisher wurde es nur bei Tieren ausprobiert. All das beruhigt mich nicht, aber wenn ich das Ende der Reise überleben will…
Teil 7
Irgendwie bin ich schwerelos. Irgendetwas ist über mein Gesicht geschnallt. Etwas das garantiert nicht Teil meines Raumschiffes war. Ich habe Kopfschmerzen und es ist mir unmöglich mich zu bewegen. Was ist los, ist das einfrieren schief gegangen? Ist das ein Traum? Noch einmal bin ich eingeschlafen und beim jetzigen Aufwachen geht es mir besser. Der Kopfschmerz ist leichter und ich kann mich bewegen. Vorerst ganz langsam. Ich bin wie unter Drogen. Nein, ich bin unter Drogen. Erst jetzt begreife ich, dass das über meinem Gesicht eine Atemmaske ist. Vorsichtig entferne ich sie und mühevoll atme ich die mich umgebende Luft ein. Jeder Atemzug und jede Bewegung tut weh. Es geling mir mich zu sichern, denn der Wohnraum ist schwerelos. Ich sehe mir das Atemgerät an und plötzlich bin ich einigermaßen wach. Das Ding ist keinesfalls irdischen Ursprungs. Irgendjemand oder irgendetwas hat es mir vorsorglich umgeschnallt. Und obwohl ich eine bis jetzt ungekannte Angst vor diesen Irgendjemanden habe bin ich ihm/ihr/es dankbar. Ich begebe mich zum Fenster und betrachte den Sternenhimmel. Bevor ich einen Gedanken fassen konnte spürte ich wieder mein Herz wie verrückt klopfen. Ich erkenne keine einzige Sternenformation. Wäre das Silberstein oder ein anderer naher Stern wäre der Sternenhimmel nicht so stark verändert. Nur nahe Sterne wären woanders. Weiter weg liegende müssten immer noch ungefähr auf der selben Stelle sein. Wo bin ich? Und wann bin ich? Wenn mein Raumschiff in so unbekannnte Regionen geflogen ist muss es sehr sehr lange dazu gebraucht haben. Langsam dreht sich das Raumschiff und ich blicke auf einen blauen Planeten. Ich erkenne Kontinente und Meere. Und eindeutig grüne Flecken die sich über einen Grossteil des Landes bedecken. Mein Herz hat noch nicht Ruhe, angesichts dessen was ich jetzt sehe. Es ist ein Raumschiff. Ich kann die Größe nur sehr schwer schätzen, aber ich glaube es ist riesig und noch weit weg. Das Raumschiff dreht sich langsam weiter und ich sehe den Stern. Selbst durch die verdunkelten Scheiben ist er unerträglich hell. Also zum Computer. Dem Protokoll entnehme ich, dass er noch 41 Jahre nach meines Einfrierens eingeschaltet war. Danach war noch ein harmloser Kurzschluss in den Klimaanlagen verzeichnet und das Protokoll des Reparaturmechanismus. Danach endet die Aufzeichnungen und beginnen vor 17 Jahren wieder. Also haben die Aliens mich erst aufgetaut als sie sicher waren? Haben sie genau so viel Angst vor mir wie ich vor ihnen? Wahrscheinlich war ich abgelenkt und ganz sicher noch eingeschränkt durch die Drogen. Ich habe nicht bemerkt, dass das Raumschiff an meines angedockt hat. Oder besser die Raumstation. Und plötzlich bewegt sich etwas in der Schleuse. Was jetzt herauskommt ist ganz sicher ein Lebewesen, aber es ist ganz sicher nicht irdisch.
Fortsetzung folgt
Bitte um Reaktionen, was haltet ihr bis jetzt von meiner Geschichte? Neugierig? 
Servus
Herbert
