Der Reisende, Teil 6 und 7

Hinter mir gibt es einen Knall. Ich fahre herum, das heißt ich wäre herumgefahren wenn ich nicht festgeschnallt gewesen wäre. Ich fühle den Schweiß und ich fühlte mein Herz klopfen. Dabei war das unsinnig, wenn es das Raumschiff betroffen hätte wäre ich tot gewesen bevor ich den Knall gehört hätte. Ich habe einfach vergessen irgendetwas zu sichern und das Ding, was immer es auch war ist bei dem Einsatz der Steuerdüsen gegen irgendetwas geknallt. Ich zwinge mich also zur Ruhe. Meine Hände und meine Stirn sind schweißnass. Das ärgste habe ich allerdings überstanden, oder? Mein Herz kommt zur Ruhe und ich kann endlich die Aussicht genießen. Wir verlassen Groucho, der jetzt immer kleiner wird und nähern uns Laurel. Hardy und die anderen Planeten sind als kleine Scheiben erkennbar. Nur Laurel der einen jetzt schwach sichtbaren Ring hat ist jetzt gut zu sehen. Ich richte also mein Teleskop auf ihn und versuche meine zitternden Hände zu ignorieren. Laurel entpuppt sich als wunderschöne Welt. So muss Saturn aussehen. Mein Computer gibt einige Hinweise die ich jedoch ignoriere. Ich will nicht wissen ob Plan B notwendig ist. Zumindest noch nicht. Das ist schließlich der Höhepunkt meines Lebens, zumindest bisher. So stelle ich die Lautsprecher ab, ich kann ohnehin jetzt nichts tun wenn etwas schief läuft. Alles andere hat Zeit. Mit etwas ruhigerer Hand justiere ich mein Teleskop und sehe immer mehr Details. Fünf große Monde hat Laurel die für mich sichtbar sind und fünfzehn kleine. Dazu kamen unzählige Kleinstmonde die die Ringe bilden. Aber schon entfernen wir uns Laurel und wir gelangen wieder in die äußeren Räume des Systems. Noch einmal kommen wir einem Planeten, oder sagen wir Planetoiden nahe. Ich beobachte ihn zuerst als kleinen Punkt der sich jedoch immer schneller gegenüber dem Hintergrund verschiebt. Schon sehe ich ihn als Scheibe und kann sogar ohne Teleskop Details erkennen. Eine Kugel voller Krater. Ich vermute, das war ein Mond von Laurel der sich irgendwann selbstständig gemacht hat. Das Raumschiff ist jetzt dabei das System zu verlassen. Jetzt könnte ich mich zum Computer begeben, aber ich wage es kaum. Aber von weitem sehe ich was auf mich zukommt: Plan B. Ich habe es ohnehin schon geahnt. Das Raumschiff hat nicht genug Wasserstoff aufnehmen können und so wird unsere Reise etwa 200 Jahre länger dauern. Wir werden an Silberstein vorbeischießen wo wieder etwas Wasserstoff getankt werden kann (hoffentlich) und das um einige Lichtjahre. Dann wird (hoffentlich) genug Treibstoff da sein um uns zu bremsen und in komplizierten Manövern, die der Computer bereits ausgerechnet hat auf Silberstein zusteuern. Für mich heißt es aber ‚eingefroren’ zu werden, und das ist es wovor ich am meisten Angst habe. Zwar hat sich die Technik verfeinert und die Erde hat mir die letzten Daten des Cocktails geschickt, der nun bald in meine Adern fließen wird um das einfrieren zu überleben, aber es war immer noch ein großes Risiko.

So, ich habe lange genug gezögert. Mein Bericht ist schon lange fertig geschrieben (für wen eigentlich?) Und jetzt ist es Zeit. Angeblich ist es nicht wirklich schmerzhaft, aber was weiß man schon? Bisher wurde es nur bei Tieren ausprobiert. All das beruhigt mich nicht, aber wenn ich das Ende der Reise überleben will…

Teil 7

Irgendwie bin ich schwerelos. Irgendetwas ist über mein Gesicht geschnallt. Etwas das garantiert nicht Teil meines Raumschiffes war. Ich habe Kopfschmerzen und es ist mir unmöglich mich zu bewegen. Was ist los, ist das einfrieren schief gegangen? Ist das ein Traum? Noch einmal bin ich eingeschlafen und beim jetzigen Aufwachen geht es mir besser. Der Kopfschmerz ist leichter und ich kann mich bewegen. Vorerst ganz langsam. Ich bin wie unter Drogen. Nein, ich bin unter Drogen. Erst jetzt begreife ich, dass das über meinem Gesicht eine Atemmaske ist. Vorsichtig entferne ich sie und mühevoll atme ich die mich umgebende Luft ein. Jeder Atemzug und jede Bewegung tut weh. Es geling mir mich zu sichern, denn der Wohnraum ist schwerelos. Ich sehe mir das Atemgerät an und plötzlich bin ich einigermaßen wach. Das Ding ist keinesfalls irdischen Ursprungs. Irgendjemand oder irgendetwas hat es mir vorsorglich umgeschnallt. Und obwohl ich eine bis jetzt ungekannte Angst vor diesen Irgendjemanden habe bin ich ihm/ihr/es dankbar. Ich begebe mich zum Fenster und betrachte den Sternenhimmel. Bevor ich einen Gedanken fassen konnte spürte ich wieder mein Herz wie verrückt klopfen. Ich erkenne keine einzige Sternenformation. Wäre das Silberstein oder ein anderer naher Stern wäre der Sternenhimmel nicht so stark verändert. Nur nahe Sterne wären woanders. Weiter weg liegende müssten immer noch ungefähr auf der selben Stelle sein. Wo bin ich? Und wann bin ich? Wenn mein Raumschiff in so unbekannnte Regionen geflogen ist muss es sehr sehr lange dazu gebraucht haben. Langsam dreht sich das Raumschiff und ich blicke auf einen blauen Planeten. Ich erkenne Kontinente und Meere. Und eindeutig grüne Flecken die sich über einen Grossteil des Landes bedecken. Mein Herz hat noch nicht Ruhe, angesichts dessen was ich jetzt sehe. Es ist ein Raumschiff. Ich kann die Größe nur sehr schwer schätzen, aber ich glaube es ist riesig und noch weit weg. Das Raumschiff dreht sich langsam weiter und ich sehe den Stern. Selbst durch die verdunkelten Scheiben ist er unerträglich hell. Also zum Computer. Dem Protokoll entnehme ich, dass er noch 41 Jahre nach meines Einfrierens eingeschaltet war. Danach war noch ein harmloser Kurzschluss in den Klimaanlagen verzeichnet und das Protokoll des Reparaturmechanismus. Danach endet die Aufzeichnungen und beginnen vor 17 Jahren wieder. Also haben die Aliens mich erst aufgetaut als sie sicher waren? Haben sie genau so viel Angst vor mir wie ich vor ihnen? Wahrscheinlich war ich abgelenkt und ganz sicher noch eingeschränkt durch die Drogen. Ich habe nicht bemerkt, dass das Raumschiff an meines angedockt hat. Oder besser die Raumstation. Und plötzlich bewegt sich etwas in der Schleuse. Was jetzt herauskommt ist ganz sicher ein Lebewesen, aber es ist ganz sicher nicht irdisch.

Fortsetzung folgt

Bitte um Reaktionen, was haltet ihr bis jetzt von meiner Geschichte? Neugierig? :smile:
Servus
Herbert

Bitte um Reaktionen, was haltet ihr bis jetzt von meiner
Geschichte? Neugierig? :smile:
Servus
Herbert

Hallo Herbert,

ich platze vor Neugier! Weiter, weiter, weiter… Ich will wissen wie es weiter geht! :smile:

Sorry, ich will dich natürlich nicht unter Druck setzen.

Gruß
Michaela

:smile:
hmmm, ich hätte die Stelle, wo er sich den „Cocktail“ für das Einfrieren gibt noch näher beschrieben. Ich habe die ganze Zeit überlegt, ist er jetzt schon eingefroren oder wurde er ohnmächtig oder was? Auf dieses Einfrieren würd ich weiter eingehen…

Sonst kann ich es kaum erwarten, mehr zu lesen :smile:

Grüße duplosche

Das ist echt grausam, das warten darauf, dass endlich der nächste Teil kommt :wink:

Die Geschichte ist schön spannend geschrieben, ich kann mich richtig in die Situation des „Helden“ hineinversetzen. Mir gefällt es auch, dass die Geschichte aus der ich-Perspektive geschrieben ist, das erhöht auch wieder die Spannung, da man nicht vorgewarnt wird, was passiert.

Schönes (und vor allem schnelles :wink: ) Weiterschreiben!
(Nein, nein, lass dich nur nicht hetzen.)

Gruß Axel

Alle Achtung!
Mach einen Roman aus der Story! Der Stoff bietet reichlich Raum dafür, und die Voraussetzungen (Didaktik und Phantasie) scheinen zur Genüge vorhanden.

Gruß Tom

Servus da Tom

habe ich vor

ich kann gar nicht sagen wie mich Deine/Eure freundliche Kritik freut :smile:

Servus
Herbert

Mach einen Roman aus der Story! Der Stoff bietet reichlich
Raum dafür, und die Voraussetzungen (Didaktik und Phantasie)
scheinen zur Genüge vorhanden.

Gruß Tom

Servus Axel,

ich danke Dir
ich kann garn nicht sagen wie viel Spaß es macht - und wie schwer es ist…
Einige Teile wie 6 und 7 hatte ich schon seit Wochen im Kopf.
die nächsten wachsen gerade, und machen sich selbständig. Aber ich muß aufpassen, dass ich nicht den Anschluss zu 11 und 12 verliere die ich auch so gut wie fertig habe.

Also ein klein wenig Geduld.

und ich wiederhole mich (hier wiederhole ich mich gerne)
ich kann gar nicht sagen wie mich Deine/Eure freundliche Kritik freut :smile:

Servus
Herbert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Servus Dani,

hmmm, ich hätte die Stelle, wo er sich den „Cocktail“ für das
Einfrieren gibt noch näher beschrieben.

Ich habe die ganze
Zeit überlegt, ist er jetzt schon eingefroren oder wurde er
ohnmächtig oder was? Auf dieses Einfrieren würd ich weiter
eingehen…

der Gedanke kam mir auch, vielleicht vervollständige ich die Geschichte später ja. Zum Cocktail ist mir immer nur ein Gedanke gekommen: ‚der pangalaktische Donnergurgler‘ aber den gibts ja schon bei einem meiner ganz großen Vorbildern: Douglas Adams (meine anderen sind Stanislaw Lem, Isaac Asimov, Robert Heinlein und natürlich der Vater der SF Jules Verne

Sonst kann ich es kaum erwarten, mehr zu lesen :smile:

wie mach das freut :smile:

und man hat nicht wirklich wiederholt wenn man es ein 3. mal tut:
ich kann gar nicht sagen wie mich Deine/Eure freundliche Kritik freut :smile:

Servus
Herbert

Grüße duplosche

Danke Michaela,

Bitte um Reaktionen, was haltet ihr bis jetzt von meiner
Geschichte? Neugierig? :smile:
Servus
Herbert

Hallo Herbert,

ich platze vor Neugier! Weiter, weiter, weiter… Ich will
wissen wie es weiter geht! :smile:

danke für die Neugier :smile:

Sorry, ich will dich natürlich nicht unter Druck setzen.

lasse ich mich auch nicht.
Ich hab grad schon wieder einen Teil weggeworfen. Ich schreibe ihn gerade neu und wenn ich ihn nicht noch einmal wegwerfe veröffentliche ich ihn morgen.

und einmal gehts noch:
ich kann gar nicht sagen wie mich Deine/Eure freundliche Kritik freut :smile:

Servus
Herbert

Gruß
Michaela

Hi!

Ich habe gerade Teile 6 bis deines Textes gelesen und frage mich, was für eine Art von Text das sein soll? Eine Ideensammlung? Ein Treatment? Willkürlich zusammengestoppelte Phantasien?

Ehrlich gesagt: ich finde den Text - offenbar im Gegensatz zu den anderen Lesern hier - ziemlich gräßlich. Aus schriftstellerischer Sicht allein schon handwerklich ganz übel. Viel zu viel nüchterne, fast technische Beschreibungen. So gut wie keine Sinnlichkeit im Text (was fühlt die Ich-Figur, was riecht sie, was hört sie, was schmeckt sie?). Sprachlich auf sehr gewöhnungsbedürftigem Niveau.

Auch dramaturgisch ist kaum eine Linie zu erkennen (zumindest nicht in Teil 6/7). Wo liegt der Konflikt für die Figur (innen / außen)? Geht es um ein simples Abenteuer (Bedrohung durch Unbekannte von außen) oder ist das die Beschreibung zur Selbstfindung der Ich-Figur? Was hat den Konflikt ausgelöst (sofern es ihn überhaupt gibt)? Was will der Ich-Erzähler, was sind seine Ziele, die ihn durchs Weltall treiben? Warum redet das Ich gelegentlich von „Wir“? Sind da noch andere Leute im Raumschiff?

Wenn die Ich-Figur z.B. so viel Angst vor dem Einfrier-Prozess hat, warum zeigst du mir als Leser das nicht? Seine Zweifel, seine Weigerung, sich dem Risiko auszusetzen, seine Not, es gezwungenermaßen doch zu tun. Andererseits sagst du mir in der Geschichte, der Ich-Erzähler fühle sich wie unter Drogen. Dafür kann er aber extrem nüchtern beobachten und beschreiben. Für mich ein Widerspruch in der Figurengestaltung.

Als der Ich-Erzähler in Teil 8 den Außerirdischen begegnet, da ist das geschildert, als würde jemand eine neu zugezogenen Nachbarn gegenüber stehen. Der Ich-Erzähler steht aber Außerirdischen gegenüber. Was müsste da eigentlich in ihm abgehen! Überraschung, Neugier, Angst, eine Flutwelle von Gedanken und Emotionen müsste über ihn hereinbrechen - irgendwo zwischen Panikattacke und Freudentanz. Was machst du?

„Das Wesen das mich aus grünen Augen anstarrt (ich nehme an, dass das die Augen sind) ist riesig. Ich versuche wieder meine Fassung zu erlangen, schließlich hätten sie mich nicht künstlich beatmen lassen wenn sie vorhaben mich umzubringen.“

Peng - das war’s. Tach Fremdling, du siehst putzig aus - Ende der Durchsage.

Nee, irgendwie bringt’s die Geschichte nicht. Mach’s noch einmal, Sam!

Grüße
Heinrich

Servus Heinrich,

zunächst danke für Deine strenge Kritik. Verwandt mit Marcel Reich-Ranicki?
Sieh es mal so: ich bin absoluter Amateur. Man kann ja auch nicht einen mäßig talentierten Haumusiker mit einen Philharmoniker vergleichen, oder? Es ist die erste längere Geschichte an die ich mich wage. Also mir macht es Spaß, und ein paar anderen auch.
Aber zunächst was ich absichtlich gemacht habe: Dadurch dass ich sozusagen eine Bericht schreibe ist es unser ‚Held’ der die Fehler macht. Noch nie folgendes erlebt? Du stehst vor einer atemberaubenden Sehenswürdigkeit, nehmen wir an das Sacre Coeur in Paris, und Dir geht unsinniges durch den Kopf wie zum Beispiel der Ärger über den arroganten Kellner im letzten Bistro. So geht es unserem ‚Helden’. Er erlebt ja unglaubliches, aber sein Hirn arbeitet normal weiter. Hier stehen Alltagssorgen den unglaublichen Erlebnissen gegenüber die er erlebt. Zuerst war es ja ein unglaublich eintöniges Leben in seinem Gefängnis und jetzt überstürzen sich die Ereignisse. Wie würdest Du reagieren?

Aber ich lerne, und ich lerne viel dabei. Und wenn ich die ganze Geschichte vor mir habe, werde ich viele Kapitel neu schreiben. Vielleicht hole ich mir Hilfe dafür.
Aber Du hast ja jetzt mindestens vier Möglichkeiten:

  1. meine Geschichte in Zukunft ignorieren
  2. weiterlesen und Dich im stillen ärgern
  3. uns zeigen dass Du es besser kannst
  4. was ich hoffe, weiterlesen und konstruktiv kritisieren.

Was auch immer, ich sage im voraus meinen Dank
Servus
Herbert

Hi!

zunächst danke für Deine strenge Kritik. Verwandt mit Marcel
Reich-Ranicki?

Nein. Wieso?

Sieh es mal so: ich bin absoluter Amateur.

Ich auch. Die paar hundert Euro, die ich bisher für veröffentlichte Belletristik bekommen habe, sind nicht der Rede wert.

Man kann ja auch
nicht einen mäßig talentierten Haumusiker mit einen
Philharmoniker vergleichen, oder?

Richtig. Aber man kann auch als mäßig talentierter Hausmusiker bestimmte Grundlagen lernen. Ohne gleich Philharmoniker zu werden.

Es ist die erste längere
Geschichte an die ich mich wage. Also mir macht es Spaß, und
ein paar anderen auch.

Löblich.
Nur bringt dich - meiner völlig unbedeutenden Meinung nach - das Einsammeln von positiven Kritiken qualitätsmäßig keinen Schritt weiter. Im Gegenteil: jedes erhaltene Lob lässt dich vermutlich denken, du hast etwas wirklich Gutes geschrieben. Und kommst auf die Idee, es an einen Verlag zur Veröffentlichung zu schicken. Der größte Teil solcher Texte bekommt die Verlags-Standardabsage, weil es bereits am Handwerklichen fehlt.

Noch nie folgendes erlebt? Du stehst vor
einer atemberaubenden Sehenswürdigkeit, nehmen wir an das
Sacre Coeur in Paris, und Dir geht unsinniges durch den Kopf
wie zum Beispiel der Ärger über den arroganten Kellner im
letzten Bistro. So geht es unserem ‚Helden’. Er erlebt ja
unglaubliches, aber sein Hirn arbeitet normal weiter. Hier
stehen Alltagssorgen den unglaublichen Erlebnissen gegenüber
die er erlebt. Zuerst war es ja ein unglaublich eintöniges
Leben in seinem Gefängnis und jetzt überstürzen sich die
Ereignisse. Wie würdest Du reagieren?

Ich würde vermutlich gänzlich anders reagieren. Weil ich - im Gegensatz zu deiner Figur - ein echter Mensch bin. Romanfiguren sind anders als echte Menschen. Gute Romanfiguren sind außergewöhnlich, selbst wenn sie in gewöhnlichen, alltäglichen Situationen agieren. Deshalb finden wir Romanfiguren ja so interessant.

Romanfiguren sind schöner, hässlicher, rachsüchtiger, liebevoller, tapferer, feiger als echte Menschen. Sie gehen auf mehr und ungewöhnlichere Reisen (siehe deinen Text), kämpfen mehr, erleiden mehr, lieben mehr als wir echte Menschen. Wir als Menschen sind wankelmütig, widersprüchlich, verbohrt, ändern unsere Meinungen und Gefühle fast mit jedem Atemzug. Mach das mit deiner Romanfigur und dir laufen die Leser weg.

Aber ich lerne, und ich lerne viel dabei. Und wenn ich die
ganze Geschichte vor mir habe, werde ich viele Kapitel neu
schreiben. Vielleicht hole ich mir Hilfe dafür.

Eine Frage dazu: Warum diesen Weg? Kennst du deine Geschichte, die Struktur, den Fortgang, das Ende? Oder entwickelst du die Handlung aus der Situation heraus?

Es gibt Leute, die schreiben ihre Geschichten so. Die allermeisten kommen damit aber nie zu einem Ende. Das sind dann die vielen, vielen Romane, die nach 50 oder 100 Seiten abgebrochen in der Schublade landen.
Oder wenn der Roman ein Ende hat, dann stellt der Schreiber fest, dass der Anfang der Geschichte nicht mehr zum Ende passt. Sie haben z.B. mit einem Mord angefangen, einen halben Krimi geschrieben und am Ende mit einem Selbstfindungsdrama abgeschlossen. Sicher kann man das so machen, niemand verbietet es einem. Aber was wird der Leser sagen, wenn er wissen möchte, wer der Mörder ist und am Ende bekommt man gesagt, der Held wirft die Brocken hin, lässt Mord Mord sein und lässt sich als esoterischer Schafzüchter in Patagonien nieder? Ich als Leser würde mir jedenfalls veräppelt vorkommen.

Aber Du hast ja jetzt mindestens vier Möglichkeiten:

  1. meine Geschichte in Zukunft ignorieren

Wenn sich die Qualität nicht bessert, ja.

  1. weiterlesen und Dich im stillen ärgern

das auf keinen Fall

  1. uns zeigen dass Du es besser kannst

wäre eine akzeptable Möglichkeit. Hast du bestimmte Ideen oder Vorstellungen?

  1. was ich hoffe, weiterlesen und konstruktiv kritisieren.

hängt von 1. ab. Es lohnt m.E. nicht, Stillstand konstruktiv zu kritisieren.

Grüße
Heinrich

Servus Heinrich,

Hi!

zunächst danke für Deine strenge Kritik. Verwandt mit Marcel
Reich-Ranicki?

Nein.

Aha

Wieso?

Nur so…

Sieh es mal so: ich bin absoluter Amateur.

Ich auch. Die paar hundert Euro, die ich bisher für
veröffentlichte Belletristik bekommen habe, sind nicht der
Rede wert.

Damit bist Du kein Amateur mehr und spielst in einer anderen Liga.

Man kann ja auch
nicht einen mäßig talentierten Haumusiker mit einen
Philharmoniker vergleichen, oder?

Richtig. Aber man kann auch als mäßig talentierter Hausmusiker
bestimmte Grundlagen lernen. Ohne gleich Philharmoniker zu
werden.

Ich bin jederzeit bereit zu lernen. Also bitte ich um konstruktive Kritik.

Es ist die erste längere
Geschichte an die ich mich wage. Also mir macht es Spaß, und
ein paar anderen auch.

Löblich.
Nur bringt dich - meiner völlig unbedeutenden Meinung nach -
das Einsammeln von positiven Kritiken qualitätsmäßig keinen
Schritt weiter. Im Gegenteil: jedes erhaltene Lob lässt dich
vermutlich denken, du hast etwas wirklich Gutes geschrieben.
Und kommst auf die Idee, es an einen Verlag zur
Veröffentlichung zu schicken. Der größte Teil solcher Texte
bekommt die Verlags-Standardabsage, weil es bereits am
Handwerklichen fehlt.

Hatte ich auch nicht vor. Der Hausmusiker bewirbt sich ja auch nicht bei den Wiener Philharmonikern, oder?

Noch nie folgendes erlebt? Du stehst vor
einer atemberaubenden Sehenswürdigkeit, nehmen wir an das
Sacre Coeur in Paris, und Dir geht unsinniges durch den Kopf
wie zum Beispiel der Ärger über den arroganten Kellner im
letzten Bistro. So geht es unserem ‚Helden’. Er erlebt ja
unglaubliches, aber sein Hirn arbeitet normal weiter. Hier
stehen Alltagssorgen den unglaublichen Erlebnissen gegenüber
die er erlebt. Zuerst war es ja ein unglaublich eintöniges
Leben in seinem Gefängnis und jetzt überstürzen sich die
Ereignisse. Wie würdest Du reagieren?

Ich würde vermutlich gänzlich anders reagieren. Weil ich - im
Gegensatz zu deiner Figur - ein echter Mensch bin.

Natürlich

Romanfiguren sind anders als echte Menschen. Gute Romanfiguren
sind außergewöhnlich, selbst wenn sie in gewöhnlichen,
alltäglichen Situationen agieren. Deshalb finden wir
Romanfiguren ja so interessant.
Romanfiguren sind schöner, hässlicher, rachsüchtiger,
liebevoller, tapferer, feiger als echte Menschen. Sie gehen
auf mehr und ungewöhnlichere Reisen (siehe deinen Text),
kämpfen mehr, erleiden mehr, lieben mehr als wir echte
Menschen.
Wir als Menschen sind wankelmütig, widersprüchlich,
verbohrt, ändern unsere Meinungen und Gefühle fast mit jedem
Atemzug. Mach das mit deiner Romanfigur und dir laufen die
Leser weg.

Ja, vielleicht ist das ein Fehler. Mein ‚Held’ sollte so normal wie möglich sein.

Aber ich lerne, und ich lerne viel dabei. Und wenn ich die
ganze Geschichte vor mir habe, werde ich viele Kapitel neu
schreiben. Vielleicht hole ich mir Hilfe dafür.

Eine Frage dazu: Warum diesen Weg? Kennst du deine Geschichte,
die Struktur, den Fortgang, das Ende? Oder entwickelst du die
Handlung aus der Situation heraus?

Ich kenne das Ende und einige Zwischenstationen. Die sind klar vor mir und ich möchte sie möglichst so zu Papier bringen. Dazwischen gibt es noch Unklarheiten. Außerdem gibt es noch Ideen die ich gerne drin hätte wenn sie passen.

Es gibt Leute, die schreiben ihre Geschichten so. Die
allermeisten kommen damit aber nie zu einem Ende. Das sind
dann die vielen, vielen Romane, die nach 50 oder 100 Seiten
abgebrochen in der Schublade landen.
Oder wenn der Roman ein Ende hat, dann stellt der Schreiber
fest, dass der Anfang der Geschichte nicht mehr zum Ende
passt. Sie haben z.B. mit einem Mord angefangen, einen halben
Krimi geschrieben und am Ende mit einem Selbstfindungsdrama
abgeschlossen. Sicher kann man das so machen, niemand
verbietet es einem. Aber was wird der Leser sagen, wenn er
wissen möchte, wer der Mörder ist und am Ende bekommt man
gesagt, der Held wirft die Brocken hin, lässt Mord Mord sein
und lässt sich als esoterischer Schafzüchter in Patagonien
nieder? Ich als Leser würde mir jedenfalls veräppelt
vorkommen.

Habe ich nicht vor. Ich verspreche: meine Geschichte wird sicher nicht esoterisch. Patagonische Schafzüchter werden auch nicht darin vorkommen.

Aber Du hast ja jetzt mindestens vier Möglichkeiten:

  1. meine Geschichte in Zukunft ignorieren

Wenn sich die Qualität nicht bessert, ja.

  1. weiterlesen und Dich im stillen ärgern

das auf keinen Fall

  1. uns zeigen dass Du es besser kannst

wäre eine akzeptable Möglichkeit. Hast du bestimmte Ideen oder
Vorstellungen?

Habe ich nicht, sonst wäre es ja auch nicht Deine Geschichte. Überrasche uns einfach.

  1. was ich hoffe, weiterlesen und konstruktiv kritisieren.

hängt von 1. ab. Es lohnt m.E. nicht, Stillstand konstruktiv
zu kritisieren.

Jetzt habe ich eine Frage, hast Du mich schon abgeschrieben?
Dann ist es wohl besser Du befolgst Punkt 1

Ich muss jetzt nachdenken wie und ob es weitergeht. Ich bin Amateur und werde sicher nicht in wenigen Tagen ein Profi. Wenn ich weitermache werde ich versuchen Deine/Eure Kritik ernst zu nehmen und versuchen es besser zu machen. Wenn Du/Ihr mein Geschreibsel jedoch nicht mehr ertragen könnt, hört bitte einfach auf sie zu lesen. Lest einfach die Geschichten der anderen in diesem Brett.

Servus
Herbert

Hi!

Ich bin jederzeit bereit zu lernen. Also bitte ich um
konstruktive Kritik.

Einverstanden. Hier die meine konstruktive Kritik an Teil 7 (meine Anmerkungen zum Text stehen in eckigen Klammern):

Hinter mir gibt es einen Knall. Ich fahre herum, das heißt ich wäre herumgefahren [fehlendes Komma] wenn ich nicht festgeschnallt gewesen wäre [falsches Tempus. Es müsste heißen: Ich fahre herum, das heißt ich würde herumfahren, wenn ich nicht festgeschnallt wäre.]. Ich fühle den Schweiß und ich fühlte mein Herz klopfen [unbegründeter Tempuswechsel vom Präsens ins Präteritum innerhalb des Satzes].
Dabei war das unsinnig, wenn es das Raumschiff betroffen hätte [Was ‚es‘? ‚das Knall‘? Außerdem fehlt das Komma] wäre ich tot gewesen [fehlendes Komma] bevor ich den Knall gehört hätte [sachlich unlogisch – wieso ist man bereits vor dem Knall einer Explosion tot?]. Ich habe einfach vergessen irgendetwas zu sichern [irgendetwas zu sichern? sehr unspezifisch für einen Raumfahrer; außerdem Tempuswechsel vom Präteritum ins Präsens] und das Ding, was immer es auch war [fehlendes Komma] ist bei dem Einsatz der Steuerdüsen gegen irgendetwas geknallt [so wie das da steht, hat der Einsatz der Steuerdüsen diesen Knall verursacht. Warum kümmert das den Ich-Erzähler so herzlich wenig?]. Ich zwinge mich also zur Ruhe. Meine Hände und meine Stirn sind schweißnass. Das ärgste [Substantiv] habe ich allerdings überstanden, oder? Mein Herz kommt zur Ruhe und ich kann endlich die Aussicht genießen [es gibt einen Knall, etwas Unbekanntes trifft das Raumschiff, und der Pilot kümmert sich um die schöne Aussicht, obwohl er unmittelbar vorher in Panik war. Völlig unglaubwürdig!]. Wir [wer ist ‚wir’?] verlassen Groucho, der jetzt immer kleiner wird [fehlendes Komma] und nähern uns Laurel. Hardy und die anderen Planeten sind als kleine Scheiben erkennbar. Nur Laurel [fehlendes Komma] der einen jetzt schwach sichtbaren Ring hat [fehlendes Komma] ist jetzt gut zu sehen. Ich richte also mein Teleskop auf ihn und versuche meine zitternden Hände zu ignorieren. Laurel entpuppt sich als wunderschöne Welt [wunderschön ist ein nichtssagender, absolut platter Begriff. Was findet ‚ich’ so wunderschön an Laurel? Warum wirst du nicht spezifisch?]. So muss Saturn aussehen [wieso kann ‚ich’ eine Verbindung von Laurel zum Saturn herstellen, wenn er Saturn nicht kennt?]. Mein Computer gibt einige Hinweise [fehlendes Komma] die ich jedoch ignoriere. Ich will nicht wissen [fehlendes Komma] ob Plan B notwendig ist. Zumindest noch nicht. Das ist schließlich der Höhepunkt meines Lebens, zumindest bisher. So stelle ich die Lautsprecher ab, ich kann ohnehin jetzt nichts tun [fehlendes Komma] wenn etwas schief läuft [eine sehr fatalistische Haltung. Dabei sind Raumfahrer gerade darauf trainiert, Probleme zu lösen]. Alles andere hat Zeit. Mit etwas ruhigerer Hand justiere ich mein Teleskop und sehe immer mehr Details. Fünf große Monde hat Laurel [fehlendes Komma] die für mich sichtbar sind [fehlendes Komma] und fünfzehn kleine. Dazu kamen unzählige Kleinstmonde die die Ringe bilden [Tempuswechsel vom Präsens ins Präteritum]. Aber schon entfernen wir uns Laurel [Tempuswechsel vom Präteritum ins Präsens] und wir gelangen wieder in die äußeren Räume des Systems. Noch einmal kommen wir [wer ist ‚wir’?] einem Planeten, oder sagen wir Planetoiden nahe. Ich beobachte ihn zuerst als kleinen Punkt [fehlendes Komma] der sich jedoch immer schneller gegenüber dem Hintergrund verschiebt. Schon sehe ich ihn als Scheibe und kann sogar ohne Teleskop Details erkennen. Eine Kugel voller Krater. Ich vermute, das war ein Mond von Laurel [fehlendes Komma] der sich irgendwann selbstständig gemacht hat. Das Raumschiff ist jetzt dabei das System zu verlassen. Jetzt könnte ich mich zum Computer begeben, aber ich wage es kaum. Aber von weitem sehe ich [fehlendes Komma] was auf mich zukommt: Plan B. [wieso sieht ‚ich’ Plan B von weitem auf sich zukommen? Was hat die Distanz dabei zu bedeuten?] Ich habe es ohnehin schon geahnt. Das Raumschiff hat nicht genug Wasserstoff aufnehmen können und so wird unsere Reise etwa 200 Jahre länger dauern. Wir werden an Silberstein vorbeischießen [fehlendes Komma] wo wieder etwas Wasserstoff getankt werden kann (hoffentlich) und das um einige Lichtjahre [entweder fehlt da ein Komma – was die Satzkonstruktion nicht besser machen würde – oder der Satz ist unvollständig]. Dann wird (hoffentlich) genug Treibstoff da sein um uns zu bremsen und in komplizierten Manövern, die der Computer bereits ausgerechnet hat auf Silberstein zusteuern [der Computer hat also bereits Kenntnis darüber, wann und wieviel Wasserstoff nachgetankt wird, um die Manöver für Silberstein berechnen zu können?]. Für mich heißt es aber ‚eingefroren’ zu werden, und das ist es wovor ich am meisten Angst habe [das ist benannt, aber nicht gezeigt. Was empfindet das ‚Ich’ beim Gedanken an das Einfrieren? Warum gehst du nicht viel dichter an deine Hauptfigur ran, beschreibst uns Lesern die Emotionen, die in deiner Figur ablaufen?]. Zwar hat sich die Technik verfeinert und die Erde hat mir die letzten Daten des Cocktails geschickt, der nun bald in meine Adern fließen wird um das einfrieren zu überleben, aber es war immer noch ein großes Risiko.

So, ich habe lange genug gezögert. Mein Bericht ist schon lange fertig geschrieben [für wen eigentlich?] [Warum wechselst du in deiner Geschichte die Klammerart? Deine Einschübe weiter oben waren in runden Klammern gesetzt, hier sind es plötzlich eckige] Und jetzt ist es Zeit. Angeblich ist es nicht wirklich schmerzhaft, aber was weiß man schon? Bisher wurde es nur bei Tieren ausprobiert [als Leser schüttel ich da nur den Kopf: eine absolut unsichere Methode soll erstmals bei einem Menschen ausprobiert werden, und das ohne medizinische Aufsicht. Da wird vorher behauptet, es sei nicht schmerzhaft. Woher weiß man das, wenn man nur Tierversuche gemacht hat? Und wieso stellt sich ein Raumfahrer als Versuchskaninchen bereit, dazu noch fernab von jeder möglichen Hilfe? Das ist absolut unglaubwürdig]. All das beruhigt mich nicht, aber wenn ich das Ende der Reise überleben will…

Im Großen und Ganze ist die Erzählung inhaltlich belanglos, in seinen Beschreibungen emotionslos, ohne jede Spannung – vorhandene Möglichkeiten werden samt und sonders verspielt, siehe die Kollision mit einem unbekannten Gegenstand. Die Darstellung der unbekannten Welt bleibt blass bzw. ist eigentlich nicht vorhanden (wie sieht Laurel denn jetzt aus? Ist er grün oder rot oder gelb oder blau? Ist es ein Gasplanet oder einer aus Gestein? Ist er bewachsen oder kahl? Gibt es optisch erkennbare Verwirbelungen? Hat er Polkappen? Welche Gefühle löst der Anblick von Laurel beim Ich-Erzähler aus? Ist er vom Wunsch besessen, seinen Fuß auf diesen Planeten zu setzen? Kann er sich von dem Anblick nicht losreißen? Und wenn - was hält ihn fest, unentwegt auf Laurel zu starren? Nichts davon wird erzählt. Nur eine Plattitüde: wunderschön. Was immer das sein mag. Und ein hinkender Vergleich: so muss der Saturn aussehen.

Der Ich-Erzähler ist in seinen Gedanken seltsam abstrus. Sein Raumschiff kollidiert mit einem unbekannten Gegenstand, kann also schwere Schäden an der Außenhülle davongetragen haben (was zu einer panikartigen Attacke beim Ich führt), aber schon nach wenigen Momenten regt sich der Ich-Erzähler ab und verfällt in eine zutiefst fatalistische Haltung: Wird schon nicht so schlimm gewesen sein, denn sonst wäre er ja schon tot. Deswegen macht Nachschauen und ein Überprüfen aller Systeme auch keinen Sinn. Unglaublich!

Woran die Geschichte aber am Allermeisten krankt: Es gibt keine Handlung. Der Ich-Erzähler denkt sehr viel, beschreibt sehr unzuverlässig, verliert sich in Betrachtungen ohne Sinn. Handlung bedeutet Geschehen. Aber es geschieht nichts. Die Figur ist nicht aktiv. Sie agiert nicht, sie handelt nicht, sie sitzt einfach nur herum und betrachtet. Für eine Romanfigur, die bei mir Empathie auslösen soll, ist das eindeutig zu wenig. Wie soll ich mit einer Romanfigur mitfiebern, wenn sie nichts tut.

Sprachlich ist die Erzählung gewöhnungsbedürftig. Es gibt eine Vielzahl von Kommafehlern (und ich habe nach der neuen Rechtschreibung redigiert). Dazu kommen diverse unglückliche Satzkonstrukte und Wechsel im Tempus, die definitiv nicht durch den Inhalt der Geschichte bedingt sind.

Sorry für diese Kritik. Falls du dich persönlich angegriffen fühlen solltest und diese Kritik für nicht konstruktiv hältst, dann sag mir bitte, was für dich eine konstruktive Kritik ausmacht.

Grüße
Heinrich

Servus Heinrich

Ich bin jederzeit bereit zu lernen. Also bitte ich um
konstruktive Kritik.

Einverstanden. Hier die meine konstruktive Kritik an Teil 7
(meine Anmerkungen zum Text stehen in eckigen Klammern):

Hinter mir gibt es einen Knall. Ich fahre herum, das heißt ich
wäre herumgefahren [fehlendes Komma]

ok

wenn ich nicht
festgeschnallt gewesen wäre [falsches Tempus. Es müsste
heißen: Ich fahre herum, das heißt ich würde herumfahren, wenn
ich nicht festgeschnallt wäre.].

ok

Ich fühle den Schweiß und ich
fühlte mein Herz klopfen [unbegründeter Tempuswechsel vom
Präsens ins Präteritum innerhalb des Satzes].

ok

Dabei war das unsinnig, wenn es das Raumschiff betroffen hätte
[Was ‚es‘? ‚das Knall‘? Außerdem fehlt das Komma] wäre ich tot
gewesen [fehlendes Komma] bevor ich den Knall gehört hätte
[sachlich unlogisch – wieso ist man bereits vor dem Knall
einer Explosion tot?].

Nun bei einem zehntel der Lichtgeschwindigkeit.
Hast Du eigentlich die Geschichte gelesen?

Ich habe einfach vergessen irgendetwas
zu sichern [irgendetwas zu sichern? sehr unspezifisch für
einen Raumfahrer; außerdem Tempuswechsel vom Präteritum ins
Präsens] und das Ding, was immer es auch war [fehlendes Komma]
ist bei dem Einsatz der Steuerdüsen gegen irgendetwas geknallt
[so wie das da steht, hat der Einsatz der Steuerdüsen diesen
Knall verursacht. Warum kümmert das den Ich-Erzähler so
herzlich wenig?].

Hast Du denn überhaupt keine Phantasie? Anscheinend nicht. Also für Kleindenker: Was passiert wenn Du etwas beschleunigst und etwas ist nicht festgeschnallt? Na?

Ich zwinge mich also zur Ruhe. Meine Hände
und meine Stirn sind schweißnass. Das ärgste [Substantiv] habe
ich allerdings überstanden, oder? Mein Herz kommt zur Ruhe und
ich kann endlich die Aussicht genießen [es gibt einen Knall,
etwas Unbekanntes trifft das Raumschiff, und der Pilot kümmert
sich um die schöne Aussicht, obwohl er unmittelbar vorher in
Panik war. Völlig unglaubwürdig!]. Wir [wer ist ‚wir’?]
verlassen Groucho, der jetzt immer kleiner wird [fehlendes
Komma] und nähern uns Laurel. Hardy und die anderen Planeten
sind als kleine Scheiben erkennbar. Nur Laurel [fehlendes
Komma] der einen jetzt schwach sichtbaren Ring hat [fehlendes
Komma] ist jetzt gut zu sehen. Ich richte also mein Teleskop
auf ihn und versuche meine zitternden Hände zu ignorieren.
Laurel entpuppt sich als wunderschöne Welt [wunderschön ist
ein nichtssagender, absolut platter Begriff. Was findet ‚ich’
so wunderschön an Laurel? Warum wirst du nicht spezifisch?].
So muss Saturn aussehen [wieso kann ‚ich’ eine Verbindung von
Laurel zum Saturn herstellen, wenn er Saturn nicht kennt?].
Mein Computer gibt einige Hinweise [fehlendes Komma] die ich
jedoch ignoriere. Ich will nicht wissen [fehlendes Komma] ob
Plan B notwendig ist. Zumindest noch nicht. Das ist
schließlich der Höhepunkt meines Lebens, zumindest bisher. So
stelle ich die Lautsprecher ab, ich kann ohnehin jetzt nichts
tun [fehlendes Komma] wenn etwas schief läuft [eine sehr
fatalistische Haltung. Dabei sind Raumfahrer gerade darauf
trainiert, Probleme zu lösen]. Alles andere hat Zeit. Mit
etwas ruhigerer Hand justiere ich mein Teleskop und sehe immer
mehr Details. Fünf große Monde hat Laurel [fehlendes Komma]
die für mich sichtbar sind [fehlendes Komma] und fünfzehn
kleine. Dazu kamen unzählige Kleinstmonde die die Ringe bilden
[Tempuswechsel vom Präsens ins Präteritum]. Aber schon
entfernen wir uns Laurel [Tempuswechsel vom Präteritum ins
Präsens] und wir gelangen wieder in die äußeren Räume des
Systems. Noch einmal kommen wir [wer ist ‚wir’?] einem
Planeten, oder sagen wir Planetoiden nahe. Ich beobachte ihn
zuerst als kleinen Punkt [fehlendes Komma] der sich jedoch
immer schneller gegenüber dem Hintergrund verschiebt. Schon
sehe ich ihn als Scheibe und kann sogar ohne Teleskop Details
erkennen. Eine Kugel voller Krater. Ich vermute, das war ein
Mond von Laurel [fehlendes Komma] der sich irgendwann
selbstständig gemacht hat. Das Raumschiff ist jetzt dabei das
System zu verlassen. Jetzt könnte ich mich zum Computer
begeben, aber ich wage es kaum. Aber von weitem sehe ich
[fehlendes Komma] was auf mich zukommt: Plan B. [wieso sieht
‚ich’ Plan B von weitem auf sich zukommen? Was hat die Distanz
dabei zu bedeuten?] Ich habe es ohnehin schon geahnt. Das
Raumschiff hat nicht genug Wasserstoff aufnehmen können und so
wird unsere Reise etwa 200 Jahre länger dauern. Wir werden an
Silberstein vorbeischießen [fehlendes Komma] wo wieder etwas
Wasserstoff getankt werden kann (hoffentlich) und das um
einige Lichtjahre [entweder fehlt da ein Komma – was die
Satzkonstruktion nicht besser machen würde – oder der Satz ist
unvollständig]. Dann wird (hoffentlich) genug Treibstoff da
sein um uns zu bremsen und in komplizierten Manövern, die der
Computer bereits ausgerechnet hat auf Silberstein zusteuern
[der Computer hat also bereits Kenntnis darüber, wann und
wieviel Wasserstoff nachgetankt wird, um die Manöver für
Silberstein berechnen zu können?].

Absolute Phantasielosigkeit

Für mich heißt es aber
‚eingefroren’ zu werden, und das ist es wovor ich am meisten
Angst habe [das ist benannt, aber nicht gezeigt. Was empfindet
das ‚Ich’ beim Gedanken an das Einfrieren? Warum gehst du
nicht viel dichter an deine Hauptfigur ran, beschreibst uns
Lesern die Emotionen, die in deiner Figur ablaufen?]. Zwar hat
sich die Technik verfeinert und die Erde hat mir die letzten
Daten des Cocktails geschickt, der nun bald in meine Adern
fließen wird um das einfrieren zu überleben, aber es war immer
noch ein großes Risiko.

So, ich habe lange genug gezögert. Mein Bericht ist schon
lange fertig geschrieben [für wen eigentlich?]

Auch hier wieder: fehlende Phantasie

[Warum
wechselst du in deiner Geschichte die Klammerart? Deine
Einschübe weiter oben waren in runden Klammern gesetzt, hier
sind es plötzlich eckige]

vergriffen

Und jetzt ist es Zeit. Angeblich ist
es nicht wirklich schmerzhaft, aber was weiß man schon? Bisher
wurde es nur bei Tieren ausprobiert [als Leser schüttel ich da
nur den Kopf: eine absolut unsichere Methode soll erstmals bei
einem Menschen ausprobiert werden, und das ohne medizinische
Aufsicht. Da wird vorher behauptet, es sei nicht schmerzhaft.
Woher weiß man das, wenn man nur Tierversuche gemacht hat? Und
wieso stellt sich ein Raumfahrer als Versuchskaninchen bereit,
dazu noch fernab von jeder möglichen Hilfe? Das ist absolut
unglaubwürdig]. All das beruhigt mich nicht, aber wenn ich das
Ende der Reise überleben will…

Wieder keine Phantasie. Genau dieses Verfahren wird doch schon angewendet. Auch jetzt können Tiere nicht berichten wenn sie Schmerzen durch neu erprobte Mittel haben. Irgendwann gibt es eben den ersten Menschen mit dem man die Versuche macht

Im Großen und Ganze ist die Erzählung inhaltlich belanglos, in
seinen Beschreibungen emotionslos, ohne jede Spannung –

weniger Inhalt als die anderen Geschichten hier?

vorhandene Möglichkeiten werden samt und sonders verspielt,
siehe die Kollision mit einem unbekannten Gegenstand. Die
Darstellung der unbekannten Welt bleibt blass bzw. ist
eigentlich nicht vorhanden (wie sieht Laurel denn jetzt aus?
Ist er grün oder rot oder gelb oder blau? Ist es ein Gasplanet
oder einer aus Gestein?

Hast schon wieder nicht mitgelesen.

Ist er bewachsen oder kahl? Gibt es
optisch erkennbare Verwirbelungen? Hat er Polkappen? Welche
Gefühle löst der Anblick von Laurel beim Ich-Erzähler aus? Ist
er vom Wunsch besessen, seinen Fuß auf diesen Planeten zu
setzen?

Nicht mitgelesen!!! Wie soll er bremsen bei einem zehntel der Lichtgeschwindigkeit?

Kann er sich von dem Anblick nicht losreißen? Und wenn

  • was hält ihn fest, unentwegt auf Laurel zu starren? Nichts
    davon wird erzählt. Nur eine Plattitüde: wunderschön. Was
    immer das sein mag. Und ein hinkender Vergleich: so muss der
    Saturn aussehen.

Der Ich-Erzähler ist in seinen Gedanken seltsam abstrus. Sein
Raumschiff kollidiert mit einem unbekannten Gegenstand, kann
also schwere Schäden an der Außenhülle davongetragen haben
(was zu einer panikartigen Attacke beim Ich führt), aber schon
nach wenigen Momenten regt sich der Ich-Erzähler ab und
verfällt in eine zutiefst fatalistische Haltung: Wird schon
nicht so schlimm gewesen sein, denn sonst wäre er ja schon
tot. Deswegen macht Nachschauen und ein Überprüfen aller
Systeme auch keinen Sinn. Unglaublich!

Wieder keine Phantasie: Wenn das Raumschiff bei einem zehntel der Lichtgeschwindigkeit gegen irgendetwas knallt, dann gibt es keine Beschädigung der Außenhülle. Dann gibt es keine Außenhülle mehr.

Woran die Geschichte aber am Allermeisten krankt: Es gibt
keine Handlung.

Wiederholung

Der Ich-Erzähler denkt sehr viel, beschreibt
sehr unzuverlässig, verliert sich in Betrachtungen ohne Sinn.
Handlung bedeutet Geschehen. Aber es geschieht nichts. Die
Figur ist nicht aktiv. Sie agiert nicht, sie handelt nicht,
sie sitzt einfach nur herum und betrachtet.

Wieder Phantasielos: Was kann er denn tun? Auch das habe ich dargelegt.

Für eine
Romanfigur, die bei mir Empathie auslösen soll, ist das
eindeutig zu wenig. Wie soll ich mit einer Romanfigur
mitfiebern, wenn sie nichts tut.

Sprachlich ist die Erzählung gewöhnungsbedürftig. Es gibt eine
Vielzahl von Kommafehlern (und ich habe nach der neuen
Rechtschreibung redigiert). Dazu kommen diverse unglückliche
Satzkonstrukte und Wechsel im Tempus, die definitiv nicht
durch den Inhalt der Geschichte bedingt sind.

Sorry für diese Kritik. Falls du dich persönlich angegriffen
fühlen solltest und diese Kritik für nicht konstruktiv hältst,
dann sag mir bitte, was für dich eine konstruktive Kritik
ausmacht.

Davon kannst Du ausgehen. Geh Profis kritisieren! Ich geb’s glaub ich auf.

Servus
Herbert

ach ja, wenn Du es wirklich besser machen kannst, wo bleibt dann Deine Geschichte?

Ja aber, Herbert,

du hast doch Kritik gewollt, und jetzt zerreißt du die (berechtigte) Kritik? Du verlangst laufend Phantasie von deinen Lesern?
Entschuldige bitte, aber das kann ich nicht nachvollziehen.
Übrigens finde ich die Geschichte auch langweilig, strukturlos.
Bis hier habe ich mitgelesen, in der Hoffnung, es kommt noch, das war bisher die Einleitung. Aber jetzt gebe ich es auch auf. Wie du.

Manfred

Hallo Herbert!

Ich muss Manfred und zuvor Heinrich durchaus Recht geben. Es dürfte bei einem literarischen Produkt kaum primär darum gehen, dem Leser irgendwelche unausgegorenen technischen Details zu liefern, um so seine Phantasie anzuregen. Die Phantasie des Lesers - soll die Geschichte wirklich spannend und interessant sein - muss sich auf die Psychologie des oder der Protagonisten beziehen, auf den Charakter oder das Verhalten Deines Reisenden also. Solches aber behauptest Du allenfalls, Du zeigst es nicht. Dadurch manifestiert sich typische triviale „Behauptungsprosa“.

Herzliche Grüße, Wolfgang

Über den Umgang mit Kritik (ot)

ach ja, wenn Du es wirklich besser machen kannst, wo bleibt
dann Deine Geschichte?

Lieber Herbert,

keiner muss selber der Koch sein, um beurteilen zu können ob die Suppe gut schmeckt oder nicht -
daran sollte jeder denken, der sein Werk zur Kritik stellt oder „zur Verkostung freigibt“.
Wenn dem Gast das Essen nicht schmeckt, kann kein Koch von ihm fordern,
„dann stell dich selber in die Küche und koch was besseres!“
kein Regisseur kann von seinem Kritiker verlangen, selber erstmal einen besseren zu drehen,
bevor er einen Film schlecht zu finden hat - und für Autor und Leser gilt das natürlich genauso.
Hans Weigel sagt: „Kritik muss wehtun. Kritik muss dem Kritiker Spaß machen, nicht dem Kritisierten!“

Grüße, Michl

@ Wolfgang und Manfred - Ende
Servus,
Es tut mir leid wenn ich mit meinen Aussagen über Heinrich zu weit gegangen bin. Ich nehme den Großteil seiner Kritik durchaus ernst. Geärgert hat mich, dass er meine Geschichte offenbar überhaupt nicht gelesen hat. Ich wollte ja auch nicht ein literarisches Produkt liefern, ich wollte eine Geschichte erzählen. Freilich wollte ich lernen. Das kann ich wenn ich kritisiert werde, aber wenn man überhaupt kein gutes Haar an dem lässt was ich mache ist das so als so als wenn man einem Hausmusiker sagt, da klingt aber kein Ton wie bei den Philharmonikern. Er würde bald aufgeben.
Ich gebe hier auf. Vielleicht schreibe ich diese Geschichte neu, und dafür lasse ich mir viel Zeit. Für meine Kurzgeschichten habe ich ja auch jeweils Monate gebraucht. Und keine Sorge, ich werde sie für mich behalten.

Servus
Herbert

PS.: hier die fehlden Beistriche: ,