Juttas Besuch (lang)

Juttas Besuch

Jutta hatte gerade geduscht und wollte eigentlich gleich ins Bett gehen, als es an der Tür klingelte. Wer um die Zeit noch zu ihr wollte, sollte schon einen triftigen Grund haben. Sollte er es sein? Heute war doch ihr Sportabend. Wie jeden Donnerstag war sie zum Handballtraining gegangen und nun war sie erschöpft und wollte nur noch ins Bett. Sie waren erst für morgen verabredet, sollte er das vergessen haben? Stirnrunzelnd ging sie zur Gegensprechanlage, es war schon nach 22:00 Uhr, er hätte verdammt noch mal auch anrufen können! Sie verschloß ihren weißen Bademantel, so als ob man sie durch die Gegensprechanlage sehen könnte. Nein wirklich, auf einen Besuch war sie gar nicht vorbereitet. Im Bademantel Gäste empfangen? Und ihre Haare erst – noch naß und strubbelig!
„Wer ist da?“.
„Ich bin’s Süße, dein Bärchen!“.
Sollte sie sich ihm so zeigen? Jutta war nun schon zwanzig Jahre alt, ein Alter, in dem einige ihrer Mitschülerinnen schon Mütter waren, doch sie hatte gerade ihren ersten Freund kennen gelernt. Sie war groß, sehr groß für ein Mädchen und auch kräftig gebaut. In der Tat überragte sie die meisten Jungs, die sie kannte und das war ein ernstes Problem für ein Mädchen. Leider war auch ihr pausbackiges Gesicht nicht so niedlich wie das der kleinen Marietta, dem Zuckerpüppchen.
„Auf jedes Töpfchen paßt ein Deckelchen“, hat Mutter sie getröstet, als sie keinen Partner für die Tanzstunde fand. Doch dann kam Arno. Er war ein richtiger Bulle, groß und muskulös. In seinen riesigen Pranken wirkten selbst ihre Hände zierlich. Ja, dieser bärenstarke Arno, der wie für sie gemacht zu sein schien, stand gleich vor ihrer Tür und sie sah aus wie eine alte Hexe. Warum hatte sie nur auf den blöden Türöffner gedrückt? Hätte sie ihn nicht einfach wegschicken können? Morgen war ausgemacht gewesen, nicht heute. Das harte Training hatte siegeschlaucht wie einen Rekruten in der Grundausbildung. Morgen mußte sie um 6:00 aufstehen und eigentlich, ja eigentlich widerstrebte es ihr, ihn jetzt in die Wohnung zu lassen. Sie waren erst ein paar mal zusammen ausgegangen, zu einem Spiel, zum Bowling und ins Kino. Da hatten sie geknutscht wie die Teenies. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, als seine Hand unter ihre Jacke wanderte. Auch jetzt, ein paar Tage später, schoß ihr bei dem Gedanken wieder das Blut in die Wangen. An diesem Abend hatte sie Ihre Bluse nicht wie sonst achtlos in den Wäschekorb geworfen. Sie hatte den Deckel schon geöffnet, als ihr der männliche Geruch auffiel, sein Geruch, der noch daran haftete. Die würzige Mischung von Aftershave und purem Mann. Sie hatte die Bluse wie einen Teddy mit in Bett genommen, und war mit dem herrlichen Gefühl eingeschlafen, nicht mehr allein zu sein. Wie lange hatte sie warten müssen! Hätte sie ihn wegschicken sollen, riskieren, dass er nie wiederkommt? Zu spät. Schon hallten seine schweren Schritte durchs Treppenhaus. Ihr Herz schlug höher, als er anklopfte. Das Poch Poch Poch schickte eine Welle Adrenalin durch ihren Körper, so dass ihre Hände zitterten, als sie aufschloss. Sie öffnete die Tür so weit, die kleine Sicherheitskette zuließ, und spähte scheu durch den Spalt.
„Hallo Süße, da bin ich!“.
Arno hatte eine rote Nase wie Rudolf das Rentier und ganz kleine Pupillen. Durch den Türspalt schlug ihr eine mörderische Fahne entgegen, die jedem Penner zur Ehre gereicht hätte. Er lehnte sich mit dem rechten Arm gegen die Tür und versuchte, den Kopf hereinzustecken. Dabei drückte er seine Wangen so zusammen, dass er eine Schweineschnauze bekam.
„Bussi!“.
Sein Speichel zog ein Fädchen vom Mund zum Türrahmen. Die Bierfahne begann den Duft ihres Duschbads "Grüner Apfel“ aus dem Flur zu verdrängen, tatkräftig unterstützt vom Qualm seiner Zigarette. Hatte er nicht gesagt, er rauche nicht? Sie war angewidert, daß hatte sie nicht erwartet.
„Warum läßt Du mich nicht rein?“, maunzte er wie ein liebestoller Kater.
„Nein!“.
Wäre er nüchtern gewesen, wäre Sie vielleicht schwach geworden, aber so? Nein, so wollte sie ihn nicht in ihrer Wohnung haben. Nicht einmal sehen wollte sie ihn so. Ekelhaft!
„Geh nach Hause Arno, wir sehen uns morgen.“.
Sie war gewillt, ihm zu vergeben. Sicher hatten seine sauflustigen Kumpel ihn abgefüllt und aufgestachelt. Die meisten seiner Clique hatte sie für in Ordnung gehalten. Sie waren, wie normale junge Männer nun mal sind, versoffen, rauflustig und notgeil. Nur einer war ihr unheimlich, Leader nannten ihn die anderen respektvoll. Seine hellen Augen hatten sie geringschätzig gemustert. Es war nicht unhöflich, nein im Gegenteil, er hatte echte Manieren, aber sein Blick war so kalt und gefühllos, daß es sie fröstelte. Sie konnte sich vorstellen, wie die Jungs ihr Bärchen aufgestachelt hatten:
„Los Alter, geh hin! Leg die Tussi flach. Sein doch kein Loser!“.
„Lass mich rein, Jutta!“
Die Art, wie er ihren Namen aussprach, ließ ihr eine Gänsehaut über den Rücken laufen. So einen kalten, fordernden Ton hatte er noch nie angeschlagen.
„Geh jetzt, wir sehen uns morgen!“.
„Mach auf, verdammt noch mal!“.
„Sei leise, die Nachbarn!“.
„Ich will nicht leise sein! Scheiß auf die Nachbarn! Lass mich rein, oder…“
Die Sicherheitskette selbst war schon ziemlich stabil, aber Tür und Rahmen waren aus billigen Spanplatten und in Spanplatten halten Schrauben nicht besonders gut. Unter dem mörderischen Druck seiner zweieinhalb Zentner Lebendgewicht spannte sich die Kette wie eine Gitarrenseite und das hübsche Metallklötzchen, mit dem sie am Rahmen verschraubt war, hob sich schon etwas ab.
„Arno, bitte! Sei doch vernünftig!“.
Hätte Sie ihn nur nicht hoch gelassen! Wut stieg in ihr auf. Musste er alles kaputt machen? Sie war so glücklich gewesen in den letzten Tagen und nun das! Nein, sie musste die Tür schließen. Vielleicht würde er dann gehen. Sie begann zu drücken, doch es war von vornherein aussichtslos. Gegen diesen Hünen kam sie nicht an. Nun hatte er auch noch den Fuß in die Tür gestellt. Aussichtslos.
„Komm schon! Lass mich rein! Was soll das?“ Er geriet immer mehr in Rage und rüttelte keuchend am Türknauf.
„Ich lass mich nicht zum Trottel machen“.
Er begann zu toben und drückte nun ernsthaft gegen die Tür, versuchte sie aufzubrechen. Jutta stemmte sich mit aller Kraft dagegen.
„Hau ab“.
„Mach jetzt auf oder ich vergess’ mich!“.
„Hau ab oder ich hole die Bullen!“.
„Ha!“. Und plötzlich hörte er auf zu drücken. Die Tür krachte ins Schloß, dass es nur so schepperte. Für eine Sekunde blieb sie gegen die Tür gelehnt stehen. Gerettet! Ihr Herz schlug bis zum Hals und das Adrenalin sauste wie eine Droge durch ihren Körper. Atmen, Jutta, atmen. Es ist vorbei. Da traf sie etwas mit der Kraft eines Dampfhammers am Kopf. Samt Tür segelte sie durch den kleinen Flur und kam im Wohnzimmer zum Liegen. Sonne, Mond und Sterne tanzten Ringelrein vor ihren Augen. Die linke Gesichtshälfte war taub und aus der Platzwunde an der Augenbraue lief Blut seitlich herab. Aber das war jetzt nebensächlich. Etwas Großes schien dort zu stehen, wo eben noch ihre Wohnungstür war. Als einen Moment später beide Augen wieder deckungsgleiche Bilder lieferten, erkannte sie, dass es nicht der Koloss von Rhodos war.
„Wo sind jetzt deine Bullen?“
Was hatten die ihm nur für Stoff gegeben? Wie hatte er sich in so ein brutales Monster verwandeln können?
„Auf die Beine!“, schoß ihr durch den malträtierten Kopf. Sie musste aufstehen, weglaufen, doch es gab nur einen Ausgang und da stand King Kong. Stand? Nein, jetzt kam er langsam auf sie zu. Sie war wirklich nicht schwächlich, aber Arno konnte sie allein durch seine Masse schon erdrücken. Er machte einen Schritt auf sie zu, sie wich einen zurück. Dann noch einen und noch einen. Dann war Schluß. Die wacklige Schrankwand war hinter ihr und Omas Weingläser protestierten mit einem ängstlichen Klirren gegen die Erschütterung.
„Jetzt hab ich dich!“.
Sein Gesicht hatte sich zu einer widerlichen Fratze verzerrt. Das konnte doch nie und nimmer ihr Bärchen sein? Mit gierig funkelnden Augen streckte er die Rechte aus und setzte an zum letzen Schritt.
„Jetzt woll’n wir doch mal sehen…“.
„Warum hilft mir keiner?“ Mit dem Mut der Verzweiflung trat sie ihm in die Eier, aber er war schnell und musste damit gerechnet haben, denn er konnte noch mit der linken den Tritt teilweise abfangen. Er fiel stöhnend vor Jutta auf die Knie, mit der linken die Eier haltend, mit der rechten in den Bademantel gekrallt. Sie konnte nur zur Seite weg und versuchte das mit aller Kraft, doch seine Pranke hatte beide Seiten des Bademantels fest eingespannt wie ein Schraubstock.
„Hiergeblieben, Schlampe!“.
Er versuchte aufzustehen, ihr Ziehen half ihm dabei. Sie zog mit aller Kraft und ihre linke Brust hüpfte heraus. Er stemmte sich gierig grinsend dagegen und war fast wieder auf den Füßen, als sie die Taktik änderte und ihn ansprang. Den Schwung aus seiner und ihrer Kraft konnte er nicht ausgleichen und fiel krachend auf den Rücken. Sie landete mit dem Knie auf seinem Bauch und eine säuerliche Mischung aus Bier und Pommes schoss ihm aus Mund und Nase. Jutta rappelte sich aus der Kotze hoch in Richtung Tür, aber Arno war ein zäher Hund. Ehe Jutta außer Reichweite war, hatte er sich auf den Bauch gewälzt und erneut nach ihr gegrabscht. Sie ließ ihrer Wut und dem erwachten Killerinstinkt nun freien Lauf, trat ihm mit einem Bein auf die Schulter und drückte den Arm in eine Richtung, die Mutter Natur dafür nicht vorgesehen hatte. Er hielt brüllend dagegen, aber auf dem Boden liegend, inmitten der Trümmer des kleinen Tisches, konnte er seine Kraft nicht optimal einsetzen. Nach einem ewig erscheinenden Moment hörte sie ein Übelkeit erregendes Knacken und der Widerstand bracht zusammen. Er schrie wie am Spieß.
„Scheiße! Meine Schulter!“.
Es trieb ihm die Tränen in die Augen. Er versuchte, jede Bewegung des Armes zu vermeiden, da sie höllische Schmerzen verursachte. So konnte sie ihn zu Tür raus bugsieren, wie einen Bullen am Nasenring.
„Verschwinde!“, presste sie hasserfüllt raus.
Der verletze Arm hing reglos runter und die Schulter hatte sich in einen hässlichen Buckel verwandelt. Mit dem gesunden Arm versuchte er, den verletzten zu entlasten, um den grausamen Schmerz zu lindern. Ausgekugelt! Fast hätte sie Mitleid haben können. Wie die XXL-Version des Glöckners von Notre Dame schleppte er sich zum Fahrstuhl. Hier hatte er nichts mehr verloren. Ein hasserfüllter Blick noch.
„Das wirst du bereuen, du Schlampe!“

Hi!
Jetzt bin ich mal dran :stuck_out_tongue: . Im Grunde finde ich es gar nicht so schlecht. Ich würde es nur an einigen Stellen anders umschreiben.

Jutta hatte gerade geduscht und wollte eigentlich gleich ins
Bett gehen, als es an der Tür klingelte.

Das eigentlich würde ich weg lassen.

Wer um die Zeit noch
zu ihr wollte, sollte schon einen triftigen Grund haben.
Sollte er es sein?

Sollte er es etwas sein? Absatz

Heute war doch ihr Sportabend. Wie jeden
Donnerstag war sie zum Handballtraining gegangen und nun war
sie erschöpft und wollte nur noch ins Bett. Sie waren erst für
morgen verabredet, sollte er das vergessen haben?

… und nun war sie erschöpft und müde. Sie waren doch erst für morgen verabredet. Hatte er das etwa vergessen? Wahrscheinlich vermisste er sie so sehr, dass er es nicht bis morgen aushalten konnte. Ihr anfänglich Wut wurde durch ein leichtes Gefühl des verliebtseins etwas verdängt.
Da klingelte es noch mal.

Stirnrunzelnd ging sie zur Gegensprechanlage, es war schon
nach 22:00 Uhr, er hätte verdammt noch mal auch anrufen
können!

…, er hätte ja auch anrufen können!

Sie verschloß ihren weißen Bademantel, so als ob man
sie durch die Gegensprechanlage sehen könnte. Nein wirklich,
auf einen Besuch war sie gar nicht vorbereitet. Im Bademantel
Gäste empfangen? Und ihre Haare erst – noch naß und
strubbelig!

Sie zog ihre Bademantel zu, klingt besser.

„Wer ist da?“.
„Ich bin’s Süße, dein Bärchen!“.
Sollte sie sich ihm so zeigen? Jutta war nun schon zwanzig
Jahre alt, ein Alter, in dem einige ihrer Mitschülerinnen
schon Mütter waren, doch sie hatte gerade ihren ersten Freund
kennen gelernt.

… in dem einige ihrer Mitschülerinnen schon Hochzeitspläne schmiedeten, doch sie hatter gerade erst ihren ersten …

Sie war groß, sehr groß für ein Mädchen und
auch kräftig gebaut. In der Tat überragte sie die meisten
Jungs, die sie kannte und das war ein ernstes Problem für ein
Mädchen.

Sie war sehr groß für ein Mädchen. Im Gegensatz zu Jungs ist dies für Mädchen ein Problem, denn sie überragte die meisten Jungs, die sie kannte.

Leider war auch ihr pausbackiges Gesicht nicht so
niedlich wie das der kleinen Marietta, dem Zuckerpüppchen.
„Auf jedes Töpfchen paßt ein Deckelchen“, hat Mutter sie
getröstet, als sie keinen Partner für die Tanzstunde fand.
Doch dann kam Arno. Er war ein richtiger Bulle, groß und
muskulös. In seinen riesigen Pranken wirkten selbst ihre Hände
zierlich. Ja, dieser bärenstarke Arno, der wie für sie gemacht
zu sein schien, stand gleich vor ihrer Tür und sie sah aus wie
eine alte Hexe.

Genau dieser bärenstarke Arno, der für sie gemacht zu sein schien, stand in diesem Moment vor ihrer Tür und sie …

Warum hatte sie nur auf den blöden Türöffner
gedrückt? Hätte sie ihn nicht einfach wegschicken können?

Ihr Finger betätigten Automatisch den Türöffner. Warum hatte sie das jetzt nur getan? Hätte…

Morgen war ausgemacht gewesen, nicht heute. Das harte Training
hatte siegeschlaucht wie einen Rekruten in der
Grundausbildung.

Du wiederholst dich in dieser Passage. Dass sie kaputt ist hast du schon oben erwähnt. Außerdem finde ich den Vergleich mit einem Rekruten nicht so gut.

Morgen mußte sie um 6:00 aufstehen und
eigentlich, ja eigentlich widerstrebte es ihr, ihn jetzt in
die Wohnung zu lassen. Sie waren erst ein paar mal zusammen
ausgegangen, zu einem Spiel, zum Bowling und ins Kino. Da
hatten sie geknutscht wie die Teenies. Ihr Herz schlug ihr bis
zum Hals, als seine Hand unter ihre Jacke wanderte.

Ihr schlug ihr damals bis zum Hals…

Auch
jetzt, ein paar Tage später, schoß ihr bei dem Gedanken wieder
das Blut in die Wangen.

Auch jetzt schoß ihr bei dem Gedanken das Blut in die Wangen.

An diesem Abend hatte sie Ihre Bluse
nicht wie sonst achtlos in den Wäschekorb geworfen.

An jenem Abend.

Sie hatte
den Deckel schon geöffnet, als ihr der männliche Geruch
auffiel, sein Geruch, der noch daran haftete. Die würzige
Mischung von Aftershave und purem Mann.

der männliche Geruch - und purem Mann ist doppelt gemoppelt.
Ich würde es so umschreiben: Ihr fiel dieser unwiderstehlich männlicher Geruch auf, der an ihrer Bluse haftete. Diese MIschung aus Aftershave und frischem Schweiß.

Sie hatte die Bluse
wie einen Teddy mit in Bett genommen, und war mit dem
herrlichen Gefühl eingeschlafen, nicht mehr allein zu sein.
Wie lange hatte sie warten müssen! Hätte sie ihn wegschicken
sollen, riskieren, dass er nie wiederkommt? Zu spät.

Hier würde ich auch einen Absatz einbauen.

Schon
hallten seine schweren Schritte durchs Treppenhaus. Ihr Herz
schlug höher, als er anklopfte. Das Poch Poch Poch schickte
eine Welle Adrenalin durch ihren Körper, so dass ihre Hände
zitterten, als sie aufschloss.

Seine Schritte hallten schon durch das Treppenhaus. Das Klopfen an ihrer Tür ließ eine Welle Adrenalin durch ihren Körper schießen und ihr Herz höher schlagen. Ihre Hände zitterten, als sie die Tür aufschloss.

Sie öffnete die Tür so weit,
die kleine Sicherheitskette zuließ, und spähte scheu durch den
Spalt.

Sie wirkt mir am Anfang der Geschichte nicht scheu.

„Hallo Süße, da bin ich!“.
Arno hatte eine rote Nase wie Rudolf das Rentier und ganz
kleine Pupillen. Durch den Türspalt schlug ihr eine
mörderische Fahne entgegen, die jedem Penner zur Ehre gereicht
hätte. Er lehnte sich mit dem rechten Arm gegen die Tür und
versuchte, den Kopf hereinzustecken. Dabei drückte er seine
Wangen so zusammen, dass er eine Schweineschnauze bekam.
„Bussi!“.

Hm… Rudolf das Rentier würde ich aus dem Spiel lassen hier. Und Penner kann man als Beleidigung auffassen. Besser wäre Alkoholiker zum Beispiel.

Sein Speichel zog ein Fädchen vom Mund zum Türrahmen. Die
Bierfahne begann den Duft ihres Duschbads "Grüner Apfel“ aus
dem Flur zu verdrängen, tatkräftig unterstützt vom Qualm
seiner Zigarette. Hatte er nicht gesagt, er rauche nicht? Sie
war angewidert, daß hatte sie nicht erwartet.

… , soetwas hatte sie nicht erwartet.

„Warum läßt Du mich nicht rein?“, maunzte er wie ein
liebestoller Kater.
„Nein!“.
Wäre er nüchtern gewesen, wäre Sie vielleicht schwach
geworden, aber so? Nein, so wollte sie ihn nicht in ihrer
Wohnung haben. Nicht einmal sehen wollte sie ihn so. Ekelhaft!
„Geh nach Hause Arno, wir sehen uns morgen.“.
Sie war gewillt, ihm zu vergeben. Sicher hatten seine
sauflustigen Kumpel ihn abgefüllt und aufgestachelt. Die
meisten seiner Clique hatte sie für in Ordnung gehalten. Sie
waren, wie normale junge Männer nun mal sind, versoffen,
rauflustig und notgeil.

wie viele junge Männer nunmal sind. normal ist das saufen und notgeil sein nicht und es gibt sehr viele die nicht so sind. Das drückt in gewissem Maße deine eigene Einstellung aus.

Nur einer war ihr unheimlich, Leader
nannten ihn die anderen respektvoll. Seine hellen Augen hatten
sie geringschätzig gemustert. Es war nicht unhöflich, nein im
Gegenteil, er hatte echte Manieren, aber sein Blick war so
kalt und gefühllos, daß es sie fröstelte. Sie konnte sich
vorstellen, wie die Jungs ihr Bärchen aufgestachelt hatten:
„Los Alter, geh hin! Leg die Tussi flach. Sein doch kein
Loser!“.
„Lass mich rein, Jutta!“
Die Art, wie er ihren Namen aussprach, ließ ihr eine
Gänsehaut über den Rücken laufen. So einen kalten, fordernden
Ton hatte er noch nie angeschlagen.
„Geh jetzt, wir sehen uns morgen!“.
„Mach auf, verdammt noch mal!“.
„Sei leise, die Nachbarn!“.
„Ich will nicht leise sein! Scheiß auf die Nachbarn! Lass mich
rein, oder…“
Die Sicherheitskette selbst war schon ziemlich stabil, aber
Tür und Rahmen waren aus billigen Spanplatten und in
Spanplatten halten Schrauben nicht besonders gut.

Die Sicherheitskette war schon recht stabil, doch dies galt nicht für die Tür und den Rahmen.
Das mit den Schrauben klingt zu technisch und lenkt von der spannung der Situation ein wenig ab, weil man erst drüber nachdenkt, ob Schrauben soetwas nicht vielleicht doch halten könnten.

Unter dem
mörderischen Druck seiner zweieinhalb Zentner Lebendgewicht
spannte sich die Kette wie eine Gitarrenseite und das hübsche
Metallklötzchen, mit dem sie am Rahmen verschraubt war, hob
sich schon etwas ab.
„Arno, bitte! Sei doch vernünftig!“.
Hätte Sie ihn nur nicht hoch gelassen! Wut stieg in ihr auf.
Musste er alles kaputt machen? Sie war so glücklich gewesen in
den letzten Tagen und nun das! Nein, sie musste die Tür
schließen. Vielleicht würde er dann gehen. Sie begann zu
drücken, doch es war von vornherein aussichtslos.

doch es schien aussichtslos.

Gegen diesen
Hünen kam sie nicht an.

Gegen ihn kam sie nicht an.

„Komm schon! Lass mich rein! Was soll das?“ Er geriet immer
mehr in Rage und rüttelte keuchend am Türknauf.
„Ich lass mich nicht zum Trottel machen“.
Er begann zu toben und drückte nun ernsthaft gegen die Tür,
versuchte sie aufzubrechen. Jutta stemmte sich mit aller Kraft
dagegen.
„Hau ab“.
„Mach jetzt auf oder ich vergess’ mich!“.
„Hau ab oder ich hole die Bullen!“.

Verschwinde, oder ich hole die Bullen! oder ich rufe die Bullen…

„Ha!“. Und plötzlich hörte er auf zu drücken. Die Tür krachte
ins Schloß, dass es nur so schepperte. Für eine Sekunde blieb
sie gegen die Tür gelehnt stehen. Gerettet! Ihr Herz schlug
bis zum Hals und das Adrenalin sauste wie eine Droge durch
ihren Körper. Atmen, Jutta, atmen. Es ist vorbei.

Sie kann doch noch gar nicht sicher sein, ob es vorbei ist. vielleicht lauscht sie erst mal , ob die Haustür unten ins Schloss fällt oder sie sich entfernende Schritte im Treppenhaus hört. Adrenalin ist in gewisser WEise eine Droge, klingt doppelt gemoppelt.

Da traf sie
etwas mit der Kraft eines Dampfhammers am Kopf. Samt Tür
segelte sie durch den kleinen Flur und kam im Wohnzimmer zum
Liegen. Sonne, Mond und Sterne tanzten Ringelrein vor ihren
Augen. Die linke Gesichtshälfte war taub und aus der
Platzwunde an der Augenbraue lief Blut seitlich herab.

Da traf etwas mit voller Kraft von außen gegen die Tür. Diese löste sich aus dem Türrahmen und wurde zusammen mit ihr ein paar Meter nach hinten geschleudert, so dass sie den Halt unter den Füßen verlor. Sie sah ersteinmal nur STernchen. Ihre linke Gesichtshälfte war taub und aus einer Platzwunde an der Augenbrauche lief Blut.

Aber
das war jetzt nebensächlich.

Aber das schien jetzt nebensächlich.

Etwas Großes schien dort zu
stehen, wo eben noch ihre Wohnungstür war. Als einen Moment
später beide Augen wieder deckungsgleiche Bilder lieferten,
erkannte sie, dass es nicht der Koloss von Rhodos war.

Etwas Großes stand in ihrem Türrahmen. Als sie wieder scharf sehen konnte, erkannte sie …

„Wo sind jetzt deine Bullen?“

„Ach und wo sind jetzt deine tollen Bullen!?“

Was hatten die ihm nur für Stoff gegeben? Wie hatte er sich in
so ein brutales Monster verwandeln können?

Was war nur mit ihm geschehen? Wie konnte er sich nur so in seiner Art verändern?

„Auf die Beine!“, schoß ihr durch den malträtierten Kopf. Sie
musste aufstehen, weglaufen, doch es gab nur einen Ausgang und
da stand King Kong.

und da stand er.

Sie war wirklich nicht schwächlich, aber Arno konnte sie
allein durch seine Masse schon erdrücken.

… konnte sie allein durch seine Masse erdrücken.

Er machte einen
Schritt auf sie zu, sie wich einen zurück. Dann noch einen und
noch einen. Dann war Schluß. Die wacklige Schrankwand war
hinter ihr und Omas Weingläser protestierten mit einem
ängstlichen Klirren gegen die Erschütterung.

Sie stieß mit dem Rücken gegen die Wackelige Schrankwand und die Weinglässer klirrten.

„Jetzt hab ich dich!“.
Sein Gesicht hatte sich zu einer widerlichen Fratze verzerrt.
Das konnte doch nie und nimmer ihr Bärchen sein? Mit gierig
funkelnden Augen streckte er die Rechte aus und

… wollte nach ihr greifen.

„Jetzt woll’n wir doch mal sehen…“.
„Warum hilft mir keiner?“

Perspektivenänderung

Mit dem Mut der Verzweiflung trat
sie ihm in die Eier,

… räusper. Zwischen die Beine trat sie ihm

aber er war schnell und musste damit
gerechnet haben, denn er konnte noch mit der linken den Tritt
teilweise abfangen. Er fiel stöhnend vor Jutta auf die Knie,
mit der linken die Eier haltend, mit der rechten in den
Bademantel gekrallt.

in ihren Bademantel gekrallt.

Sie konnte nur zur Seite weg und
versuchte das mit aller Kraft, doch seine Pranke hatte beide
Seiten des Bademantels fest eingespannt wie ein Schraubstock.
„Hiergeblieben, Schlampe!“.
Er versuchte aufzustehen, ihr Ziehen half ihm dabei. Sie zog
mit aller Kraft und ihre linke Brust hüpfte heraus.

Außer beim Sport habe ich noch keine Brust hüpfen gesehen.

Er stemmte
sich gierig grinsend dagegen

wie wo gegen?

und war fast wieder auf den
Füßen, als sie die Taktik änderte und ihn ansprang. Den
Schwung aus seiner und ihrer Kraft konnte er nicht ausgleichen
und fiel krachend auf den Rücken. Sie landete mit dem Knie auf
seinem Bauch und eine säuerliche Mischung aus Bier und Pommes
schoss ihm aus Mund und Nase. Jutta rappelte sich aus der
Kotze hoch in Richtung Tür

vielleicht auch eine andere Umschreibung für Kotze.

, aber Arno war ein zäher Hund.

Aber Arno war zäh

Ehe
Jutta außer Reichweite war, hatte er sich auf den Bauch
gewälzt und erneut nach ihr gegrabscht.

gegriffen klingt besser.

Sie ließ ihrer Wut und
dem erwachten Killerinstinkt nun freien Lauf,

ich hätte eher Panik und wäre Verzweifelt und Killerinstinkt klingt übertrieben.

trat ihm mit
einem Bein auf die Schulter und drückte den Arm in eine
Richtung, die Mutter Natur dafür nicht vorgesehen hatte. Er
hielt brüllend dagegen, aber auf dem Boden liegend, inmitten
der Trümmer des kleinen Tisches, konnte er seine Kraft nicht
optimal einsetzen.

… inmitten der Trümmer des kleinen Tisches wollte ihm dies nicht so recht gelingen.

Nach einem ewig erscheinenden Moment hörte
sie ein Übelkeit erregendes Knacken und der Widerstand bracht
zusammen.

DAs war jetzt ihre Perspektive.

Er schrie wie am Spieß.
„Scheiße! Meine Schulter!“.
Es trieb ihm die Tränen in die Augen. Er versuchte, jede
Bewegung des Armes zu vermeiden, da sie höllische Schmerzen
verursachte.

Das ist jetzt seine Perspektive.

So konnte sie ihn zu Tür raus bugsieren, wie
einen Bullen am Nasenring.
„Verschwinde!“, presste sie hasserfüllt raus.
Der verletze Arm hing reglos runter und die Schulter hatte
sich in einen hässlichen Buckel verwandelt. Mit dem gesunden
Arm versuchte er, den verletzten zu entlasten, um den
grausamen Schmerz zu lindern. Ausgekugelt!

weiß er ja noch gar nicht. Dem knacken nach zu urteilen welches du Beschreibst wäre da eher etwas gebrochen.

Fast hätte sie
Mitleid haben können.

hätte haben können.

Wie die XXL-Version des Glöckners von
Notre Dame schleppte er sich zum Fahrstuhl. Hier hatte er
nichts mehr verloren. Ein hasserfüllter Blick noch.
„Das wirst du bereuen, du Schlampe!“

Ein hasserfüllter Blick oder einen Satz noch?

Aber alles in allem finde ich die Idee nicht schlecht.

Tara

Hallo,

meines Erachtens geht es in Deiner Story um Gewalt, versuchte Vergewaltigung bzw. ernsthafte Verletzungen und ist damit jugendgefährdend und verstößt gegen die Forumsregeln (siehe Netiquette Punkt 12).

Oder sehe ich das falsch?

Besten Gruß
Mathias

Hmmm, ja mit einigen Vergleichen habe ich es wohl etwas übertrieben. Ungewollte Komik…

Die Sprache ist bewusst derb gewählt. Sei froh, dass Du die erste Version nicht kennst :wink:

Danke Tara

meines Erachtens geht es in Deiner Story um Gewalt, versuchte
Vergewaltigung bzw. ernsthafte Verletzungen und ist damit jugendgefährdend

Darum geht’s bei Homer, Shakespeare, Schiller und noch paar anderen Spezis auch.
Ein Glück, dass die Jugend sowas heutzutags nimmer liest.

; ) Michl

Hi Nic,

du bist auf dem richtigen Weg und Tara hat Dir gezeigt wie es geht.

Den Text Wort für Wort durchgehen und Alles, aber auch absolut Alles, rausschmeißen was: gedoppelt (redudant) ist, nirgendwo hinführt (was soll die Figur von Leader ?), oder das eine abgegriffenes Bild oder ein abgehalftere Formulierung ist, über jedes Adjektiv dreimal nachdenken usw…usw… Tara hat bereits die besten Beispiel gewählt.

Irgendein Schriftsteller, vielleicht Arno Zweig, hat mal gesagt, dass wenn er an einem Tag eine Seite gestrichen habe, dann wisse er, dass gut vorangekommen sei.

Irgendwie hat mich der Plot trotz dieser Mängel gepackt und das ist ein gutes Zeichen, am Ende war ich angenehm ratlos und bin es noch, das ist gut.

Mfg A.