Gedicht: 'Am See'

----- AM SEE -----

Hier sitze ich, … auf einer Bank am Ufer eines Sees. Die frühe März-Sonne hat alles bereits in wohlige Wärme getaucht und ihre Strahlen spiegeln sich im Wasser und er zeugen ein Glitzern, wie wenn es unzählige funkelnde Diamanten wären. Der flaue Wind lässt das Wasser sich kräuseln und farbenprächtige Wasservögel begleiten die kleinen Wellen auf ihrem Weg zum Ufer.

Die faszinierende Stille wird immer wieder durch ein paar Enten gestört, die sich über das wunderbare Spätwinterwetter zu unterhalten scheinen. Während Perlhühner gemächlich rudernd vor mir auf dem Wasser ihre Kreise ziehen, das Wasser hinter sich teilen und geschickt die vereinzelt in Ufernähe stehenden Bäume umschiffen, sucht auf der kleinen Wiese hinter mir ein Gruppe Vögel zu ergründen, was der Speiseplan der Natur wohl heute hergibt.

Die noch laubfreien, scheinbar nach Sonne ausgehungerten Bäume bewegen sich leicht hin und her, während der sanfte Wind ihre Äste umstreift. Die durchdringenden Rufe eines Wasservogels unterbrechen die Ruhe, aber keiner der Artgenossen, die sich mit dem Frühjahrsputz ihres Gefieders und diversen Tauchkunststückchen die Zeit vertreiben, scheint sich sonderlich für die Botschaft zu interessieren.

Vor mir steigen ein paar Enten in ihrem bunten Federkleid aus dem Wasser und watscheln gemächlich am Strand entlang. Während ich diese Szene so beobachtet, schließe ich die Augen und meine Gedanken beginnen zu wandern. Mir kommt die Liebe in den Sinn, die so viele Parallelen hat … zu den Eindrücken, die hier auf mich einwirken.

Ist es diese Wärme, die Du in den Armen eines von Herzen geliebten Menschen spürst, … die Dich fest an sich drücken und Dein Herz weit öffnen? Ist es dies´ Funkeln in den Augen, … die Blicke, die sich kreuzen und die Worte die Du wahrnimmst, … obwohl niemand es kann hören? Ist es die Ruhe, die Du spürst, wenn Du Dich ganz und gar fallen lassen kannst, … aufgefangen von zwei Armen, … auch aufgefangen von einem liebend´ Herz? Oder ist es dies zarte Streicheln auf der Haut, die Berührungen voller Zärtlichkeit, die Dir sagen „ich hab Dich lieb“?

Dieser Frieden und diese Unbesorgtheit, wie zwei Menschen sie spüren, die voll und ganz füreinander da sind, … die eins geworden sind, mit Herz, Körper und Sinn, … sie werden mir hier so wunderschön erklärt und beschrieben, … wie ein kunstvoll gemaltes Bild oder eine liebevoll komponierte Melodie, … hier bei meinem Ausflug am See.

(Andreas)

Hallo!

Während Perlhühner gemächlich rudernd
vor mir auf dem Wasser ihre Kreise ziehen,

Perlhühner schwimmen nicht!

diversen Tauchkunststückchen die Zeit vertreiben

Vermenschlichung von Tieren, brrr…Wasservögel tauchen weil sie nach Nahrung suchen.

Mir kommt die Liebe in den Sinn, die so viele Parallelen hat … zu
den Eindrücken, die hier auf mich einwirken.

Der erste Teil des Textes handelt ja fast ausschliesslich von Vögeln *grins*

Nicht für ungut, ich finde nur wenn man sich auf Naturbeschreibungen einlässt sollte man etwas sorgfältiger zu Werke gehen.

Gruss,
Salma

Hallo,
ich suche das Gedicht in deinem Text. Wo hast du’s versteckt?

Gruß
André

Ich nehme an, Deine Frage bezieht sich auf einen fehlenden Reim, den manch einer mit einem Gedicht in Verbindung bringt. Aber das Wort „Gedicht“ schließt auch Prosa mit ein, die keinen Reim enthält.

Aber ich kann künftig gerne auch den Begriff „Prosa“ verwenden. Vielleicht ist das wirklich etwas präziser!

Mit einem Gruß
Andreas

Hallo,
ich suche das Gedicht in deinem Text. Wo hast du’s versteckt?

Gruß
André

Du hast schon recht, … auch wenn dem Dichter im Regelfall immer gewisse Freiheiten gewährt sind und er ein Stück weit aus der Realität ausbrechen darf, sollte er natürlich keine falschen Angaben machen.

Auf Deinen Hinweis hin habe ich die Perlhühner gegen Teichhühner ausgetauscht. Danke für Deinen Hinweis!

Vermenschlichung von Tieren, brrr…Wasservögel tauchen weil
sie nach Nahrung suchen.

Nicht die Tiere werden vermenschlicht, sondern der Mensch bringt bestimmte Gefühle oder Gedanken mit den Tieren und ihrem Treiben in Verbindung, … so auch mit Vögeln. Ihr putziges Treiben regt schon mal die Phantasie an … und so kommen dann auch mal Aussagen zustande, die Du mit „Vermenschlichung“ bezeichnest.

Danke für Deinen Kommentar zu meinem Prosa-Text. Es zeigt mir jedenfalls, dass Du es mit Interesse gelesen hast.

Mit einem lieben Gruß
Andreas

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Hallo,
ja, das mit den Gattungen ist ein altes bzw. junges Problem. Ich bin allerdings über das Stadium hinaus, zu glauben, ein Gedicht müsse sich reimen. Auch Versmaß ist nicht zwingend, ich bin im Bilde. Aber an deinem Text vermisse ich jegliches Formprinzip. Das einzige, was an ein Gedicht erinnert ist, dass die Zeilen nicht ausgeschrieben sind. Aber wieso hast du den Text, wenn du ihn auch als Prosa verkaufen könntest, denn überhaupt als Gedicht bezeichnet?

Gruß
André

Als ich etwa 11-12 war habe ich auch jede Menge socher „Gedichte“ gelesen. Die hatten Barbara Cartland, Rosamunde Pilcher und andere Kitschromanautoren nach dem immer selben Schema geschrieben.
Zum Glück wurde ich dann im Gymnasium mit anderen Gedichten konfrontiert, die hatten dann Rilke, Morgenstern,Mörike und Konsorten geschreiben.

Bitte, bitte, schreib, was Du willst- aber nenne es nicht Gedicht. Auch nicht Prosa.
Sorry, das musste einfach raus.

Gruß,
Anja

Hallo, Andreas,
recht netter Text. Aber eben auch nicht mehr.

Die Bezeichnung „Gedicht“ hat etwas mit (ver)dichten zu tun. D.h, dass die Worte so gewählt werden, dass sie ein Maximum an Aussage und Stimmung vermitteln.

Wenn man es dann noch schafft, diese verdichteten Gedanken in ein Versmaß zu passen und, wenn möglich, sogar noch in ein Reimschema zu keltern, dann könnte es als Gedicht durchgehen.

Du hast also hier den Anfang gemacht, Gedanken und Stimmungen zu sammeln. Aber so wenig wie ein Haufen Ziegelsteine schon ein Haus darstellt, so wenig ist diese Sammlung bereits ein Gedicht.

Gruß
Eckard