Urlaub - Eine Satire aus Australien

Hallo,
ich war für ein halbes Jahr in Australien (Auslandaufenthalt), habe dort bei meiner Tante und meinen beiden Kusinen gelebt und deren Eigenarten kennengelernt. Nach diesem Urlaub hatte ich dann genug Material gesammelt und war der Meinung, dass die gesamte Weltöffentlichkeit daran teilhaben sollte.
Vielleicht sollte noch gesagt werden, dass ich meinen Aufenthalt sehr genossen habe und auch der urlaub super war, jedoch musste ich irgendwo meine „Agressionen“ loswerden, auch wenn ich eigentlich keine hatte.
Ich bitte um konstruktive Kritik, da ich diese Satire in der Schulzeitung und evtl. sogar in einer etwas größeren Zeitung veröffentlichen möchte. Ich weiss, dass da noch einige Fehler drin sind, aber das wurde zum Teil in Australien getippt, und ich bin noch nicht dazu gekommen, alle Fehler zu bereinigen
Danke schonmal
Markus

Urlaub

Teil 1: Die Hinfahrt

Endlich. Nach 8 Wochen nervenaufreibender Schule standen für meine Tante, meine zwei Cousinen (6 und 15) und mich die Ferien vor der Tür. Es sollte Montag um 7.00 losgehen. Aus diesem Grund packte ich am Sonntag Abend meine Sachen und somit stand meinerseits dem Urlaub nichts mehr im Wege. Zumindest war das bis Montag 6.15 Uhr der Fall. Abfahrbereit betrat ich die Küche. Allerdings ist es in Australien offenbar üblich, 30 Minuten vor der Abfahrt mit einer Zahnbürste im rechten und einem Löffel Müsli im linken Mundwinkel herumzulaufen und zu packen, wobei die raustropfende Milch, die sich mit der Zahnpasta vermischt, einfach weggewischt wird. Bei soviel Hektik ist es natürlich verständlich, dass man überhaupt nicht bemerken kann, dass die Farbe des auf links gedrehten und falsch herum getragenen Pullovers überhaupt nicht mit der Farbe der Pyjamahose harmoniert. Sollte man es dann gegen 7.15 Uhr doch geschafft haben seinen Mund leer zuräumen und sich einer zwar inoffiziellen aber dennoch geltenden Kleiderordnung bewusst zu werden, kann es dann endlich losgehen…mit Reisevorbereitungen. Ich war froh auch endlich mal etwas beitragen zu können und beförderte die doch beeindruckende Menge an Koffern in den Wagen (ich frage mich immer noch wie Frau soviel in sowenig zeit einpacken kann) und als alle Koffer einen Platz im Auto gefunden hatten, waren die Brote geschmiert, Wasserflaschen in der Kühltasche verstaut und ein leichter Anflug von Reisefieber überkam mich.

Mit einer Verspätung die man selbst bei der deutschen Bahn selten erlebt, fuhren wir dann los, in den warmen Norden (man muss das für euch Europäer blöd klingen). Nach ca. 10 Minuten kam dann die erste Wortmeldung meiner liebenswerten, süßen, schnuckeligen, 6-jährigen Kusine. Der kleine Fratz wollte etwas Musik hören - Musik ihrer Lieblingsband - High 5. Ich war zu diesem Zeitpunkt jedoch zu müde um irgend etwas dagegen einwenden zu können. Heute ist mir klar, dass ich besser Amnesty International eingeschaltet hätte, denn auch musikalische Folter ist laut Menschenrechten verboten. Nach dem dritten Stück konnte ich mich schon gar nicht mehr über diese neu Art der Folter beschweren, da mir die Droge der High 5 auf Ecstasy schon sämtliche Gehirnwindungen gekappt hatte. Nach 2 weiteren Liedern sehnte ich mich nach einem Modern Talking Lied, selbst Dieter Bohlen benutzt mehr Akkorde, und als wir bei Lied 8 angekommen waren, hätte mir sogar Rap gefallen; die Texte handeln da zumindest von Themen die ansatzweise realistisch sein können. Damit die ganze CD aber auch pädagogisch sinnvoll ist, erklangen am Ende dieser musikalischen Massenvernichtungswaffe (wo ist George W. Bush wenn man ihn mal braucht?) sämtliche Lieder in einer Karaokeversion erneut aus den Lautsprechern. Und der kleine Fratz wollte die natürlich nicht auslassen. Nach einer weiteren halben Stunde Folter wurde dann aber endlich die CD zu meinen Gunsten gewechselt: Phantom of the Opera. Modern Talking und die Möchtegernmusiker aka Rapper waren vergessen und die ersten Akkorde der Overtüre ertönten. Ein Glücksgefühl durchströmte mich…das jedoch nicht lange hielt. Bei “Think of Me” besann sich der kleine Bengel neben mir auf seine Anwesenheit im Auto zurück. Es heisst unter anerkannten Musikern dass die Rolle der Christine sehr schwer zu singen ist, was unter anderem an dem hohen E liegen könnte. Was mir auf dieser Fahrt bewiesen wurde ist, dass ein 6-jähriges, kleines Kind NICHT in der Lage ist, die Rolle der Christine zu singen und ich weiß seit dieser Fahrt ganz genau, warum 6-jährige, kleine Bälger eben genau dies NICHT tun sollten. Das hohe E hört sich nämlich einfach nur schlimm an wenn es wie ein tiefes Cis klingt; und das auch noch schräg gesungen.

Wir fuhren also weiter unserem Ziel entgegen und obwohl die Zeit rückwärts zu laufen schien, wurde es Mittag. Zudem fuhren wir gerade durch ein sehr schönes Städtchen mit den verlockendsten Angeboten für einen 16-jährigen Teenager der nicht gefrühstückt hatte: Burger King, McDonalds, Kentucky Fried Chicken, Subway… Was will man eigentlich mehr? “Ein gemütliches, zur Umgebung passendes Café” entschied meine Tante. Dass ich nach einem spitzen, scharfen Gegenstand gesucht habe, um ihn ihr in den Rücken zu drücken, hat sie zum Glück nicht bemerkt. Wir fuhren also weitere 2-3 Stunden bis wir besagtes Café gefunden hatten: “Eine gemütliche, zur Umgebung passende Pommesbude mit Plastikstühlen an der Hauptstrasse!” Hier aßen wir also zu Mittag bevor es dann weiterging, und wir im Auto die zweite Drogen-CD genießen konnten.

Gott sei Dank hatte ich jedoch vorher meinen Koffer nach dem MP3-Player durchwühlt. Wer den auch immer erfunden hat: Ich spreche ihm hiermit meinen Dank aus. Ich hatte ein Problem weniger und konnte die Fahrt genießen. Bis sich ein zweites Problem zeigte.

Wie ich schon gesagt habe, fuhren wir in den warmen Norden (in Australien ist eben alles verkehrt herum), und mit jedem gefahrenen Kilometer stieg die Temperatur im Auto. Nun bin ich als Mitteleuropäer aus Aachen eventuell andere Temperaturen gewöhnt als die Australier, was ja durchaus durch die unterschiedliche Lage der Kontinente zu erklären ist, aber es sollte eigentlich auch in Australien normal sein, bei Temperaturen bei denen einem die Gurte Verbrennungen zweiten Grades zufügen, die Klimaanlage einzuschalten. Es würde der Haut ganz gut tun. Die Gurte waren aber nicht nur wegen der Temperatur gefährlich. Man wurde vielmehr des öfteren in die die Gurte geschleudert. In unserem Auto befand sich nämlich ein fantastisches Hilfsmittel, das einem Bescheid gab, wenn man das Tempolimit überschritten hatte. Und wenn man zu schnell fährt, muss das natürlich sofort korrigiert werden. Meine Tante steigt dann in die Bremsen, ungeachtet der Autos hinter uns die sich wegen unserem langsamen Tempo schon gestaut hatten. Die zahlreichen Bremsmanöver führten auch zu zahlreichen Kontakten der Stossstangen der nachfolgenden Autos. Aber wenn diese rücksichtslosen Jugendlichen heutzutage auch mit 75 KM/H über den Highway rasen sind sie es selbst schuld. Schlussendlich schafften wir es aber dennoch lebend vom Highway runter und waren nur noch wenige Kilometer von unserem Ziel entfernt.
To be continued…

Teil 2: Ankunft in Hervey Bay

Unser erster Stop führte uns nach Hervey Bay. Hervey Bay haben wir ausgesucht, weil es DER Punkt für Whale Watching ist, außerdem ist Fraser Island leicht zu erreichen. Als wir das Ortsschild passierten, überkam mich wieder das Reisefieber und ich fingerte aus meinem Rucksack den Plan für unseren Aufenthalt in Hervey Bay. 3 Tage, Whale Watching, Ausflug nach Fraser Island, weiter nach “Town of 1770”. Alles war gerammelt voll wie ich voller Zufriedenheit feststelle als aus dem vorderen Teil des Wagens der freudige Ausruf “BROSCHUEREN!” erklang, gefolgt von einer Schumi-reifen 90Grad Drehung nach rechts. Was danach passierte kann ich nicht genau sagen, da mir vor dem Ende des Fahrmanövers graute und ich meine Augen vor der harten Wirklichkeit verschloss um mich in eine ablenkende Traumwelt zu flüchten. Eine einsame Strandpromenade empfing mich, Shakira, Britney Spears und Sarah Connor sonnten sich am FKK-Strand…als eine Autotüre knallte und mich aus dem Paradies riss. Meine Tante war aus dem Auto gehetzt und rannte auf das nächste Touristeninformationsbüro zu, bedrängte die Frau hinter dem Schalter um danach auf das Regal mit den überlebenswichtigen Broschüren, mit Aktivitäten in und um Hervey Bay, zu stürzen, so viele wie möglich zusammenzuraffen, nur um danach einer Nashornstampede gleich zum Auto zurück zu rasen, den Gang einzulegen und vom Parkplatz zu verschwinden wie man es sonst nur aus Mafiafilmen nach einem gelungenen Banküberfall kennt. Die ganze Aktion dauerte weniger als 2 Minuten und erinnerte mehr an SSV bei C&A als an von Arbeit geplagte, humanoide Lebewesen. Zurück im Auto wurde dann die Beute bestaunt und sie fragte uns, ob man sich lieber eine “Ausstellung der schlimmsten Haiangriffe mit original Ausstellungsstücken anschauen sollte oder ob die “Schlimmsten Mutationen an menschlichen Lebewesen hervorgerufen durch chemikalische Abfälle in den Weltmeeren” interessanter sein könnte. Es ist ja durchaus möglich die ein oder andere Aktivität in unseren Plan aufzunehmen. Die weitere Fahrt zu unserem Hotel verlief dann zum Glück ohne weitere Zwischenfälle und wir fuhren auf den Parkplatz. Nach kurzem Geschrei weil das kleine Kind nicht die Tür öffnen durfte, konnten wir dann doch die Rezeption betreten.
Mit einer zuckersüßen Stimme die von einem Lächeln der Art “Ach du scheiße, was will die?” begleitet wurde, hauchte meine Tante ein “Hi” heraus. Der arme Mann hinter dem Rezeptionsschalter konnte nicht mehr rechtzeitig in Deckung springen und der Alarmknopf für den Katastrophenschutz lag außer der Reichweite seines Arms, somit musste er die Qual über sich ergehen lassen. Nach dem “Hi” meiner Tante folgte erstmal Stille, die 30 Sekunden später unterbrochen wurde als der bemitleidenswerte Mann die Frage stellte: ”Wie kann ich ihnen helfen?” Damit hatte er sich sein eigenes Grab geschaufelt. Normale Menschen würden nach dieser Frage einen Dialog führen der ungefähr wie folgt aussieht: “Ich habe vor 2 Wochen ein Zimmer für 2 Nächte gebucht auf den Namen Schmitz”. Man bekommt dann die Schlüssel und ist glücklich. Meine Tante empfand die selbe Frage aber offenbar als eine Einladung ihre gesamte Lebensgeschichte zu erzählen. Wir hatten zum Glück nicht die Fotosammlung eingepackt, es hat auch ohne Ultraschallfotos der süßen, kleinen, 16-jährigen Kerstin lange genug gedauert (ich habe in der Zwischenzeit Albert Einsteins Formel verbessert und auf meinem Handy 2 neue Betriebssysteme programmiert damit Windoof uns keinen Ärger mehr machen kann.). Als meine Tante dann genug erzählt hatte, kam sie zum eigentlichen Sinn dieses Monologs zurück, den ich oben ja schon beschrieben habe. Wir bekamen dann unsere Schlüssel und waren glücklich. Es war mittlerweile zu spät geworden für die Late-News und ich sank ins Bett. Was hatten wir doch für einen erlebnisreichen, spannenden und unvergesslichen Tag. Und als ich am nächsten Morgen aufwachte, stand Whale Watching auf dem Programm.
To be Continued…

Teil 3: Whale Watching

Nach einem gemütlichen Aufstehen um 6.30Uhr, der Wecker wurde dabei durch das Geschrei des Kindes ersetzt, und einem gemütlichen Frühstück, Musik aus dem Radio wurde dabei durch das Geschrei des Kindes ersetzt, zogen wir uns an und marschierten zum Hafen. Auf dem Weg erklärte uns das Kind zwischen zahlreichen Schluchzern, warum es nicht auf das Boot wollte und das Whale Watching eh scheiße ist. Aber alles schreien half nichts und nach einem kurzen Fußmarsch von weniger als 7km kamen wir am Hafen an und gingen an Bord. Hier bewies meine Tante, dass sie ein Gespür für logisches Denken hat. Wir hatten eine Tagestour einschließlich Mittagessen gebucht, also musste sie natürlich fragen ob wir denn auch was zu essen bekommen oder ob wir uns noch schnell was “an Land” kaufen sollten damit wir auf “hoher See” nicht hungern müssen. Als diese Unklarheiten dann aber schließlich geklärt waren (die Informationen über diese Tour waren aber auch wirklich nicht ausreichend und schlecht erklärt) begaben wir uns aufs obere Deck und warteten darauf abzulegen. Das Kind fragte sofort, wann es denn die ersten Wale sehen kann und schmiss sich bei dem Versuch das offene Meer zu sehen fast über die Reling. Nachdem es sich wieder gefangen hatte, kam es zurück zu uns, setzte sich zu uns auf die Bank und starrte murrend auf seine Füße. Nach 3 Minuten Schweigen wurde dann endlich die Frage gestellt die ich seit der Autofahrt vermisst hatte: ”Sind wir schon da?” “Nein.” “Warum nicht?” “Der Kapitän hat noch nicht abgelegt.” Warum nicht?” Weil es noch nicht 11.30 Uhr ist.” “Warum nicht” “DAS HAT DER LIEBE GOTT EXTRA SO GEMACHT DAMIT KLEINE KINDER WIE DU IMMER NERVENDE FRAGEN STELLEN KOENNEN!” Nach meine Erklärung entschied es sich dann doch sich wieder für Füße zu interessieren und bewegte sich erst wieder als der Motor des Schiffes zu laufen begann. Mit einem freudigen Jauchzer wurde dieses Ereignis willkommen geheißen und die Reling erneut bestürmt. Es ging also los, mit dem Schiff zu Walen und Delphinen. Wir fuhren erst einmal geraume Zeit einfach aus offene Meer hinaus, als bekannt gegeben wurde, dass das Mittagessen serviert werde. Meine Tante war sich, nachdem sie 4 Crewmitglieder mit der Fragen darüber in den Wahnsinn getrieben hatte, immer noch nicht sicher das wir ein Gratis Mittagessen bekommen, aber das wurde von Kerstin und mir einfach ignoriert und wir gingen unter Deck um uns zu stärken. Das war ein Fehler. Nach dem “Genuss” von Speis und Trank wusste ich warum das Essen gratis war, in zivilisierten Staaten bekommt man nämlich Geld wenn man sich als Testperson für irgendetwas bewirkt. Unterbrochen wurde das Festmahl jedoch von 2 Walen die sich unserem Boot näherten. Vergessen war das Essen, das Geschrei und sogar die sanfteste Weckmethode seit es Wecker gibt, als die Ozeanriesen immer näher kamen und man nur noch ins Wasser springen wollte um mit ihnen zu schwimmen. Die weitere Fahrt waren wir dann von Walen umgeben und kein Gefühlsausbruch kleiner Kinder konnte keine meine Laune trüben. Selbst als uns die Giganten des Meeres verließen hielt meine gute Stimmung an – bis wir in unser Hotelzimmer zurückkehrten. Das kleine Kind wollte unbedingt die Teledummys (ihr wisst schon: Tinkywinky steckt seinen Dipsy in Lalas Po) gucken und rechnete Kerstin vor, wie lange sie denn am Abend davor “Australien sucht den Superstar” geguckt hat. Das kleine Kinder zu dem Zeitpunkt schon lange im Bett liegen hat sie elegant ausgelassen. Schlussendlich endete es damit, dass Kerstin vor dem Fernseher lag und sich das Kind an der Schulter meiner Tante ausweinte und von ihrem schlimmsten Tag berichtete: Erst Whale Watching und dann auch noch keine Teletunten. Ich machte mir in der Zeit was zu essen und ging früh ins Bett, es könnte am nächsten Tag ja wieder ein Wecker vorgehen.

To be Continued…

Teil 4: Fraser Island

Der nächste Morgen verlief ausgesprochen ruhig. Mein elektronischer Wecker wurde nicht gegen einen biologischen ausgetauscht und man konnte sich beim Frühstück unterhalten ohne 200 Dezibel übertönen zu müssen. Gestärkt begaben wir uns dann zum Bus der uns zur Fähre nach Fraser Island bringen sollte. Es gab nur leider ein Problem: es gab mehr als ein Unternehmen das Ausflüge nach Fraser Island anbietet (was für eine Überraschung, hatte man doch vorher nur 3 verschiedene Angebote im Internet verglichen und 2 Tage davor noch ein paar Broschüren betreffend Fraser Island ergattert). Anstatt aber zur Information zu gehen, 50m Wegstrecke sind ja auch wirklich zu viel, fragte meine Tante den nächsten Passanten zu welchem der 30 Busse wir denn gehen müssten, nur um danach mit einem, “Nein, das weiß ich nicht”, als Antwort sich den schönsten Bus auszusuchen und sich lauthals über unfreundliche und inkompetente Auskünfte auszulassen. Um dem zu entgehen, schlich ich mich zum Informationsbüro, ich will ja keine unnötige Aufmerksamkeit erregen und meinerseits mit Fragen bestürmt werden, und fragte die Dame hinter dem Schalte nach unserem Ausflugsunternehmen. Knapp 4 Sekunden und 2 Mausklicke später, begab ich mich zu meiner Tante zurück und wies auf den richtigen Bus am anderen Ende des Parkplatzes hin. Natürlich wollte sie sich aber noch vergewissern, rannte nun selbst zum Informationsbüro und beschwerte sich das hier nicht überall Schilder stehen damit man eindeutig sehen kann, welcher Bus welchem Unternehmen gehört. Ohne der Frau auch nur den Hauch einer Chance zu lassen um zu antworten, drehte sich meine Tante um und stürmte auf unseren Bus zu. Wir stiegen also endlich in den richtigen Bus und kamen ca. 10 Minuten später am Anlegeplatz der Fahre an. Nach weiteren 20 Minuten Fahrtzeit erreichten wir Fraser Island, nur um dort wieder vor 50 verschiedenen Bussen zu stehen. Mir graute schon vor dem schlimmsten und ich begann mir ein Loch im Sand zu graben um mich zu verstecken, als die Rettung nahte: wir wurden alle nach Busunternehmen aufgeteilt und zu unseren Bussen geführt. Die Busse waren insofern bequem und komfortabel solange sie sich nicht auf den perfekt instand gesetzten Strassen der Insel bewegten. Es kam durchaus des öfteren vor das man mit dem Kopf durch die Decke Stoß weil unser Fahrer des öfteren ein kleines Schlagloch übersah, die meisten waren unwesentlich größer als die Krater nach einem nuklearen Angriff. Wir fuhren also weiter und nach 5 Minuten wurde meine Tante, die übrigens neben mir saß weil die Nervensäge unbedingt neben Kerstin sitzen wollte, aufgrund dieser lustige Fahrt an alle Attraktionen in Disneyland erinnert und begann diese mit unsere Fahrt zu vergleichen: Die Wasserbahn sei zu nass, der Autoskooter zu wild und die Achterbahn zu schnell… Das abstoßende Murren im Umkreis von 20m konnte sie nicht davon abhalten auch noch allen zu erzählen was bei ihr meistens nach Achterbahnen passiert, ich habe das aber leider nicht mitbekommen da ich mich flugs der Vegetation von Fraser Island zuwandte. Nach weiteren 10 Minuten im Bus verschwand aber die Vegetation und wir fuhren auf den Strand. Wie schon am Vortag beim Anblick der Wale verebbte mein gesamter Ärger , denn als sich die Bäume rechts und links lichteten und man auf den weißen Sand, das Kristallklare Wasser und den kilometerlangen Strand sah, wollte man einfach nur aussteigen und die ganze Welt umarmen. Zu diesem Zeitpunkt wurden wir von unserem Fahrer drauf aufmerksam gemacht, das man im September des öfteren Wale vom Strand aus sehen kann und wir ihm doch einfach Bescheid sagen sollten wenn wir einen erblicken. Normale Menschen würden Bescheid sagen indem sie zum Fahrer hingehen und ihn darauf aufmerksam machen, ganz diskret und ohne große Aufregung. Meine Tante verstand unter “Bescheid sagen” aber etwas anderes. Als sie einen Wal erspähte, sprang sie von ihrem Sitz, beim Olympischen Hochsprung hätte ihr diese Höhe Gold und einen neuen Weltrekord gebracht, und brüllte mit einer Lautstärke das sich Scooter wie die Öcher Domknaben angehört hätte: “STOPPT DEN BUS!!! WALE, STOPPT DEN BUS!!!” Unser Fahrer entkam nur knapp einem Herzinfarkt und die übrigen Passagiere drehten ihren Kopf zur Quelle dieses Lärms. Hätte man mich zu diesem Zeitpunkt an eine Autokreuzung gestellt, aufgrund der Farbe meines Kopfes hätten alle Autos anhalten müssen. Nur leider gab es auf Fraser Island keine Autokreuzungen weshalb ich im Bus sitzen bleiben musste und mich nur mit einem verlegenen Lächeln wehren konnte. Nachdem sich unser Fahrer wieder seiner Lage als Busfahrer bewusst geworden war, nahm er den dezenten Hinweis meiner Tante zur Kenntnis und verlangsamte unsere Fahrt. Wir fuhren dann eine Zeitlang neben den Walen her (wenn man 100-200 Meter Entfernung als neben bezeichnen kann) bis wir uns von ihnen verabschieden mussten und dem ersten unserer Ziele auf Fraser Island entgegen fuhren. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass Fraser Island eine Insel komplett aus Sand ist, trotz allem aber eine durchaus üppige Vegetation hat. Außerdem ist Fraser Island für seine so genannten “Creeks” bekannt, Süßwasserflüsse die im inneren der Insel entspringen und sich dann mit ihrem eiskalten Quellwasser ihren Weg zum Strand bahnen um da in den Pazifischen Ozean zu münden. Zu einem dieser Creeks fuhren wir gerade und als ich aus dem Bus stieg und mich die warme, Pazifikluft umgab, verschlug es mir abermals die Sprache. Inmitten eines dichten Waldes, war ein 10 Meter breites, baumfreies Stück aus dem Wasser strömte. Unser Fahrer gab uns noch den Rat nicht direkt ins Wasser zu gehen, da Quellwasser von Natur aus sehr kalt sei. Zu diesem Zeitpunkt nahm ich aber nur noch 2% dessen war, was um mich herum geschah (der Nachteil war der Schock dem ich später bekam als ich die Klamotten sah welche meine Tante trug nachdem sie sich umgezogen hatte: Khaki-Shorts, gelbes Shirt, Sandalen die man nicht mal bei Birkenstock selbst bekommen kann und dazu weiße Socken. Wer hat am ersten Urlaubstag was von Kleiderordnung gesagt?). Ich ging also ungeachtet des Hinweises einfach drauf los und kaum stand ich im Wasser, merkte ich wie sich mir die Haare aufstellen; zum Teil wegen des kalten Wassers, aber auch wegen dem Anblick der sich mir bot: Diamantklares Wasser, weißer Sand, Palmen am und im Wasser – kurzum: das Paradies. Getrübt wurde dies einzig durch die kurze Aufenthaltszeit von 35 Minuten. Danach fuhren wir weiter, es war mittlerweile 12.30 Uhr, und wir erreichten unseren Aufenthaltsort fürs Mittagessen. Diesmal war ich jedoch auf einen Logikanfall meiner Tante vorbereitet und ich sagte ihr, dass ich die ganze Sache vorher schon in Erfahrung gebracht hätte und das Essen auf jeden Fall umsonst sei. Somit konnten wir direkt das Buffet stürmen, das Essen war im Gegensatz zum Vortag ausgesprochen gut. Gegen 1.30 Uhr ging es dann weiter zu unserem Nachmittagsstopp für diesen Tag. Schon auf dem Weg dahin versuchte unser Fahrer uns einige Informationen über den See zu geben; leider tat er dies auf Alleinunterhalterart weshalb ich mich wieder begann für anderer Dinge zu interessieren. Der Flegel rechts neben mir hatte eine seltene Eingebung, dass es manchmal besser ist die Klappe zu halten; könnte aber auch damit zusammengehangen haben, dass er sich beim Essen so schlecht benommen hat, dass meine Tante Fernseh- und Computerverbot für den nächsten Tag ausgesprochen hat. Wenn man dabei die Tatsache, dass wir keinen Computer dabei hatten und wir den nächsten Tag eh zu 95% im Auto verbringen würden, aus den Augen lässt, zeigte sie damit zum ersten Mal erzieherische Maßnahmen. Nachdem wir uns weitere 20 Minuten über Strassen quälten, die irgendwann mal das Ziel atomarer Schlachten waren, erreichten wir letztendlich Lake Birrabeen. “Das besondere an diesem Süßwassersee ist sein niedriger PH-Wert von 4,7”, meinte unser Fahrer. Im Prinzip kann einem der PH-Wert aber vollkommen egal sein, vor allem wenn man einen tiefblauen See sieht der von Sanddünen umgeben ist auf denen Palmen nur so wuchern. Dies war zum glück unser letzter Stopp für den Tag, die hieß nämlich mehr als 2 Stunden Aufenthalt. Dies war zwar leider auch zu schnell vorbei, aber es hatte meine Laune erheblich gebessert. Somit fuhr ich mit einem leichten Grinsen im Bus zurück zur Fähre. Als wir schlussendlich unser Hotel erreichten, kam mir der Tag gar nicht mal so schlimm vor. Ich hatte aber nicht mit einem weiteren Gefühlsausbruch eines kleinen, menschlichen Wesen gerechnet. Sie wollte heute unbedingt ihre Lieblingssendung im Fernsehen gucken, welche sich aber mit der Lieblingssendung von Kerstin überschnitt. Kerstin machte dann jedoch den Fehler mit dem Verbot meiner Tante zu argumentieren, woraufhin das Kind anfing zu schreien und meinte, dass alle gegen sie seien. Aufgrund der bevorstehenden Abfahrt am nächsten Tag, beschloss ich deshalb früh ins Bett zu gehen und das Revier den anderen zu überlassen.

To be continued…

Teil 5: Auf nach 1770

Am Donnerstag morgen dachte ich, dass meine Tante von dem gut organisierten Aufbruch am Montag etwas gelernt hätte. Koffer waren zu meiner Überraschung schon am Abend vorher gepackt wurden und zwecks einfacher Verladung in der Diele gestapelt. Ich hatte aber ein weiteres Mal nicht mit den Einfällen der Nervensäge gerechnet. Dieses kleine Balg eröffnete uns 10 Minuten vor Abfahrt, dass sie unbedingt ein Spielzeug aus einem Koffer haben muss, die glücklicherweise schon alle im Auto waren. Also wurden sämtliche Koffer wieder ins Haus geholt und ich konnte meine überaus eifrige Tante nur mit Mühe davon abhalten auch meinen Kulturbeutel zu durchsuchen. Als dem Flegel dann nach 1 ½ Stunden wilder Sucherei wieder einfiel, dass sie das Spielzeug zu Hause gelassen hatte, hielt mich nur der Gedanke an den langen Krankenhausaufenthalt davon ab, meine Hände ein bisschen um ihren Hals zu legen. Mit dieser leichten Verspätung bei der Abfahrt fuhren wir dann endlich nach 1770. Dies hieß erneut 3 ½ Stunden eingesperrt auf engstem Raum mit High5 oder, falls die einmal nicht laufen sollten, Murren und Geschrei sowie den sehr sinnvollen Kommentaren meiner Tante:”Wenn dieser Berg nicht mitten im Weg stehen würde, könnten wir schon das Meer sehen”. Mag ja sein, aber die Tatsache dass der Berg unweigerlich existierte und zwischen uns und dem Meer zu diesem Zeitpunkt noch immer 250 Kilometer lagen, ließen mich an dieser Aussage zweifeln. Als wir nach 4 Stunden dann das Ortsschild zu 1770 passierten, die Stadt heisst so weil sie von James Cook 1770 gegründet wurde, konnte ich durch einen genialen Einfall einen weiteren Broschürenanfall verhindern (der Nachteil war, dass ich mich danach an dem sehr einseitigen Gespräch über den ach so tollen Baum am Straßenrand beteiligen musste). Die weitere Fahrt zu unserem Hotel verlief aber ungewöhnlich ruhig, was mich jedoch unruhig machte. Als auch das Einchecken relativ normal verlief (die Worte verließen den Mund meiner Tante diesmal nur so langsam, dass man die Schallwellen sehen konnte), begann ich zu überlegen, ob die ganzen Ereignisse der Tage davor, einfach nur Zeichen von Überarbeitung waren. Dieser Gedanke verließ mich aber, nachdem wir unsere Schlüsse erhalten hatten und nach unserem Ferienappartement machten. Wenn man zwei identische Schlüssel in die Hand gedrückt bekommt auf denen ein und dieselbe Nummer (48) steht, hält man nicht vor den Appartements 39, 40, 41 und 42 und fängt an auszupacken. Es macht nämlich recht wenig Sinn, sämtliche Taschen zur Mittagshitze weitere 200 Meter zu unserem Appartement zu tragen. Als ich meine Tante von diesem logischen Gedankengang überzeugt hatte, zeigte sie Gnade und vollbrachte es die letzen 200 Meter zu unserem Appartement im Auto zurückzulegen. Unter Umständen hätte man dann auch noch so parken können, dass man die Koffer aus dem Kofferraum entnehmen kann, ohne dabei die Dehnbarkeit einer russischen Turnerin zu benötigen (dafür wäre aber natürlich ein größerer Parkplatz von Nöten gewesen, die 30 Quadratmeter die unser Hotel zur Verfügung stellte, reichten dafür natürlich nicht). Als wir dann nach einigen Schwierigkeiten unser Hab und Gut aus dem Auto bekommen hatten und unsere Sachen im Haus verteilten, wurde das Sofa direkt vom Balg belegt und der Fernseher auf die Teleschwuchteln geschaltet (erzieherische Maßnahmen seitens meiner Tante waren vergessen). Ich hatte dann aber erstaunlicherweise keine Lust auf weiteren Streit, weshalb ich mir meinen MP3-Player nahm und mich der Taubheit etwas näher brachte (Urlaub muss ja zu irgendwas gut sein). Den Rest des Tages verbrachte ich dann damit, so im Pool zu liegen und die deutsche Form von Urlaub zu praktizieren. Früh am Abend wurde mir aber klar, dass ein noch besserer Platz im Bett wäre. Am nächsten Morgen hieß es nämlich: Great Barrier Reef.

Absätze, Mann! Absätze!! owT

Wie gesagt, die äußere Form und ein paar Fehler, konnte ich noch nicht alle überarbeiten^^

Wie gesagt, die äußere Form und ein paar Fehler, konnte ich
noch nicht alle überarbeiten^^

Ist schon verstanden worden.

A-Bär : Gerade die „äußere Form“ ist es, die zum Lesen animiert oder eben auch nicht. Mich hätte das Thema durchaus interessoren - ich klock die Geschichte an und sah - was? Eine Bleiwüste, unendliche Weiten. Das zu lesen, strengt am Blechheini nochmal viel mehr an als auf Papier. Resultat = Klappe zu.

B-Bär : Ich will mich wirklich nicht an ein paar Tippfehlern (nach denen ich bisher auch noch gar nicht suchte) aufgeilen. Die äußere Form der Geschichte aber deutet darauf hin, dass Du Dir wenig Mühe mit der Bereitstellung des Ganzen gegeben hast. Nimm es nicht krumm, aber das zeugt von wenig Respekt vor Deinem Publikum (etwa so, als wenn ich mich mit einer Pi mal Schnauze und nicht 100%ig exakt gestimmten Klampfe in einen Saal stelle/hocke. Um bei dem Beispiel zu bleiben : Die Musiküsse im Publikum wissen nach dem ersten Ton „aha, ein Stümper“ … ich kann dann auf meinem Jammerholz spielen wie Carlos Knopfblackpages Gitarrenlehrer und besser - es wird niemanden begeistern, weil es eben doch Hund und Katze jammert.

Ganz genau so passiert es mit Deinem Text : Stimmt die Form nicht, wird er nicht zur Kennnis genommen; Du stehst Dir selbst im Wege.

Gruß Eillicht zu Vensre

Wie gesagt, die äußere Form

… es ist ein Jammer, ich versteh’s auch nicht, warum man die immer so vernachlässigen muss.
Wenn du dem Leser dein „Baby“ präsentieren möchtest, warum kleidest du es dann in Lumpen?
Eine gute Geschichte, die in einer schlampigen Form daherkommt, ist wie ein schönes
Mädchen mit einem ungewaschenen Hals, würd ich mal sagen.

Grüße, Michl

Die äußere Form ist nicht so gut, weil ich das alles im Notepad geschrieben hab, war das einzig sinnvolle, dass die da hatten^^

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Salü Markus,

mach dich mal locker. Die Aussies sind ein paar Ecken entspannter als du, ist dir das aufgefallen?

Als Satire würd ich deinen Text nicht einordnen, eher unter „gestressten Reisebericht mit vielen satirischen Analogien“. Daher hier ein paar Ideen:

  • kürzere Sätze wirken weniger langatmig, du schreibst ja meterlange Konstrukte.

  • du schreibst sehr detailliert. IMHO manchmal zu detailliert für diese Textform. Als Tagebuch ist das ok, als Satire - naja.

  • deine „Aggressionen“, die du loswerden wolltest, kommen durchaus auch beim Leser an. Wenn der Leser zufällig aggressiv werden will, ist das gut, ansonsten wird er/sie abspringen und den Text beiseitelegen.

  • Absätze und äussere Form wurde ja schon erwähnt. Ganzganz wichtig.

  • Wenn du deine Tante nochmal besuchen willst, achte drauf dass sie vor der Weltöffentlichkeit nicht ganz so schlecht wegkommt.

  • Für ne Schülerzeitung mag ein Text dieser Qualität durchgehen. Wenn du in ein ordentliches Blatt willst, wirst du allein aufgrund der Länge keine Chance haben. Also mach den Text kürzer (nachdem du ihn ein paarmal überarbeitet hast) wenn du nicht willst, dass ein Redakteur zentrale Bestandteile streicht.

Dessen ungeachtet hast du Potential… ich schätze, du schreibst noch nicht allzu lange (bist ja noch jung). Daher noch zwei Tipps:
a) viel lesen (nach Möglichkeit gscheites Zeug und nicht den „Hinterwälderischen Boten“)
b) viel schreiben
und dein Stil wird sich kontinuierlich verbessern.

Und am wichtigsten: locker bleiben. Ist angenehmer zu schreiben, und viel angenehmer zu lesen.

Viel Spass dabei,
Simon

Stimmt die Form
nicht, wird er nicht zur Kennnis genommen; Du stehst Dir
selbst im Wege.

Seh ich genauso. Hab auch diesen Riesenbalken von Text mal kurz gescrollt und dann weggeklickt.
Gruß,
Brabnden

Die äußere Form ist nicht so gut, weil ich das alles im
Notepad geschrieben hab, war das einzig sinnvolle, dass die da
hatten^^

Und ein Notepad hat keine Zeilentaste, mit denen man Absätze machen und die Story ein wenig optisch gliedern kann???

Hanna

Ich finds toll
Hallo !

Also mir hat die Geschichte gefallen, sehr amüsant und lustig geschrieben…und ich hab keine Ahnung warum alle meckern, die sei zu lang!?
Sicher , wer lesefaul ist, dem ist die Story zu lang.
Mir hat sie trotzdem super gefallen :smile:

MfG