Tagebuch einer Frau die nicht abgetrieben hat

Von: , Frage gestellt am Do, 1. Jun 2006

Ich habe letztens in der U Bahn von irgendsoeinem Tween ein Flugblatt gegen Abtreibungen in die Hand gedrückt bekommen auf dem stand: "Tagebuch eines ungeborenen Kindes". Als bekennender Kirchehasser (gegen Gläubige an sich habe ich aber nichts) und Atheist kam mir da die Idee hierfür. Über mögliche inhaltliche Fehler bitte hinwegsehen. Ich kenne mich zum Thema Schwangerschaften nicht so ganz aus. Die Fehler können wir dann ja noch korrigieren

Tagebuch von Lisa, einem 15 Jahre alten Mädchen das nicht abgetrieben hat.

1. Tag: Ich hatte heute eine wundervolle Nacht mit Robert. Wir lagen zusammen im Bett und liebten uns, wenngleich ich eigentlich nicht wollte und mich gewehrt hatte, aber Robert zwang mich einfach ins Bett. Ich liebe Robert aber trotzdem. Dennoch bereue ich, was ich getan habe, denn Liebe vor der Heirat ist Sünde. Ich werde morgen zu Vater Gregor gehen, um zu beichten. Ich weiß, dass Gott mir vergeben wird.

2. Tag: Vater Gregor hat gesagt, meine Sünden seien vergeben, wenn ich zu Gott bete. Ich habe es getan und bin mir sicher er hat mir vergeben. Ich habe heute im Fernsehen Demonstrationen gegen Abtreibungsärzte gesehen. Ich wünschte ich könnte zu den Protestierenden gehen und mit ihnen zusammen vor der Klinik zu schreien.

1. Woche: Mir wird ständig schlecht. Ich habe vorsichtshalber einen Schwangerschaftstest gemacht. Er verlief positiv. Ich weiß nicht genau was ich denken soll. Aber ich werde das Kind austragen und zusammen mit Robert großziehen. Ich liebe ihn. Ich will zusammen mit ihm alt werden. Wir kennen uns seit wir uns einmal nach der Kirche getroffen haben und ich wusste gleich, dass er der Richtige ist. Ich werde das Baby auf keinen Fall abtreiben, ich bin keine Kindsmörderin, sondern freue mich schon auf mein Kind. Das habe ich Robert auch stolz gesagt. Er sah aber irgendwie anders aus.

2. Woche: Ich habe Robert mit Miriam küssen sehen. Ich habe ihn sofort gefragt, warum er das tut, aber er wandte sich sofort wieder Miriam zu. Für mich brach heute eine Welt zusammen. Ich glaube Gott will mich wegen meiner Sünde strafen. Aber ich verstehe nicht, warum er mir das antut und nicht Robert. Immerhin hat er ebenfalls gesündigt und mich sogar dazu gezwungen. Vater Robert sagt, Gott straft alle Frauen, weil Eva ebenfalls gesündigt hat und einen Apfel gegessen hat. Ich weiß nicht, warum Gott deswegen so ein Theater macht. Männer essen schließlich auch Äpfel.

5. Monat: Mein Bauch wird immer dicker und runder. Ich mache mir aber deswegen keine Sorgen, schließlich hat Mutter mir versprochen, beim Großziehen zu helfen. Ich wüsste nicht, was ich ohne sie machen sollte. Mutter hat 2 Jobs und verdient damit genug, um uns beide zu versorgen. Vater verließ Mutter drei Jahre nach meiner Geburt. Ich hasse ihn obwohl ich ihn nicht kenne. Ich weiß, es ist Sünde, jemanden zu hassen, vor allem, wenn es sein eigener Vater ist. Man soll jeden lieben wie sich selbst, sagt Vater Gregor immer. Manchmal denke ich von ihm, er sei mein Vater, weil er sich so rührend um mich kümmert, genauso wie um jeden aus der Gemeinde. Aber Mutter hasst Vater auch. Mittlerweile erinnert er mich an Robert. In der Schule lachen alle über mich, weil ich so einen dicken Bauch habe. Auch Robert, aber seltener als die Anderen. Ich sehe das als ein gutes Zeichen. Er wird zu mir zurückkehren. Ich vertraue darauf. Ich vertraue darauf, dass Gott mir vergibt, Robert zu mir zurückführt und wir beide ein schönes Leben führen werden. Aber in der Kirche schauen alle mit großen Augen mich und meinen dicken Bauch an. Jedesmal wenn ich in eines dieser Augenpaare sehe, fühle ich einen Vorwurf, aber warum. Ich dachte Gott hätte mir vergeben. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Jeden Tag hören sie doch von Pater Gregor, sie sollen jeden ihrer Mitmenschen lieben wie sich selbst. Vielleicht hassen sie sich selbst. Ich werde beten, dass sie damit aufhören.

8. Monat und 2 Wochen: Mein Bauch ist mehr als doppelt so dick wie vor 9 Monaten. Jedem, dem ich bei dem Anblick früher noch sagen konnte, ich würde gerade etwas zu viel essen und versuchen das überflüssige Gewicht durch Sport zu verlieren, lacht jetzt nur noch darüber. In der Schule möchte niemand mehr etwas mit mir zu tun haben. Meine Freundinnen tuscheln hinter meinem Rücken oder wenn ich etwas von ihnen weg bin, was jetzt immer häufiger passiert, weil sie immer weggehen wenn ich mich zu ihnen setze. So viele Menschen zeigen auf mich wenn ich mit meinem dicken Bauch auf die Straße gehe oder in Geschäften stöbere, in denen ich schon oft lange nach besonders schicken Kleidern gesucht habe. Jedesmal wenn sie über mich tuscheln, wünschte ich, jemand wäre da und würde mir helfen. Aber es ist niemand da: Robert küsst mit Miriam, Mutter muss arbeiten und Vater Gregor beschimpft gerade abtreibende Ärzte. Aber ich bin nie allein, denn mein Kind ist stets bei mir. Ich habe mir bereits Gedanken über seinen Namen gemacht: Wenn er ein Junge wird, werde ich ihn Adam nennen, und wenn es ein Mädchen ist, werde ich sie Eva nennen. Diese beiden biblischen Menschen haben mir in der letzten Zeit so verwirrt und zu denken gegeben, dass ich kaum mehr an etwas anderes denken kann.

9. Monat und etwa 1 Woche: Das Baby ist endlich gekommen. Er ist ein Junge. Adam ist unglaublich. Ich bin froh ihn nicht getötet zu haben. Er hat so ein wundervolles Gesicht und wiegt 2586 Gramm.

9. Monat und etwa 3 Wochen: Die Ärzte haben gesagt, Adam hätte einen Gendefekt. Ich habe mal gehört, dass bei einer Schwangeren mit viel Stress, die Gefahr von Gendefekten größer sei. Ich hasse alle die mich so schlecht behandelt haben. Aber man soll jedem seine Sünden vergeben und lieben wie sich selbst. Ich werde morgen das Krankenhaus zusammen mit Adam verlassen und mich zuhause zusammen mit Mutter um ihn kümmern.

10. Monat: Mutter ist fast nie zuhause und darum muss ich mich allein um Adam kümmern. In der Kirche und der Schule war ich seit fast einem Monat nicht mehr. Inzwischen waren Polizisten hier um mich in die Schule zu bringen. Als ich ihnen aber von meiner Pflicht als Mutter erzählte(was sie erst glaubten, als ich ihnen Adam zeigte) waren sie sich nicht sicher was sie tun sollten. Schließlich mussten sie aber wieder gehen, da Adam nicht allein zuhause gelassen werden konnte. Ich stehe kurz vor der Verzweiflung und weiß einfach nicht mehr weiter. Vater Gregor habe ich nicht mehr gesehen, seit ich vor einem Monat zuletzt in die Kirche gegangen war. Und Robert war vor 10 Monaten zuletzt hier. Der Gedanke daran, dass er sich um nichts kümmert, ich aber nicht vor meiner Verantwortung fliehen kann, macht mich wütend.

10. Monat und 4 Tage: Ich habe Robert, wie ich ihn jetzt nenne (der erstbeste Name der mir einfiel und ausreichend wenig mit Kirche zu tun hatte) in einem Krankenhaus abgegeben. Während ich ihn dorthin brachte, war gerade schon wieder eine Demonstration gegen Abtreibungen. Ich drängte mich durch die Menge und hoffte, dass niemand von ihnen mein Kind sehen würde. Schließlich erkannte mich Pater Gregor. Als er fragte, ob ich beim Demonstrieren mitmachen wollte habe ich ihm eine gescheuert. Bevor er wieder zu sich kam, war ich wieder aus der Menge verschwunden und rannte Richtung Babyklappe wo mich alle Demonstranten sahen. Ich wollte nicht das Risiko eingehen, dass einer von diesen Idioten das Kind nähme und darum musste ich das Kind persönlich am Empfang abgeben und sagte der Schwester, dass man Robert bloß nicht an eine strenggläubige Familie geben solle. Als ich das Krankenhaus verließ, versammelten sich sofort die Demonstranten um mich und schrien auf mich ein. Ich habe in dem Lärm kein einziges Wort verstanden, manche schlugen mich aber auf den Rücken. Ich drehte mich nicht um, sondern versuchte so schnell wie möglich aus der Menge herauszukommen. Als ich raus war schaute ich hin. Zwei oder drei von ihnen sah ich wie sie in das haus gingen. Ich hoffe, dass die Empfangsschwester tut was ich ihr gesagt habe. Das beten hatte ich vor zwei Tagen aufgegeben.

10. Monat und 5 Tage: Diese Nacht konnte ich nicht schlafen. Die ganze Zeit geisterte das Wort Hospitalismus, das ich früher im Biologieutnerricht gehört hatte, in meinem Kopf dennoch war es die ruhigste Nacht seit sehr langer Zeit.

10 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: Tagebuch einer Frau die nicht abgetrieben hat

    Hallo Apothecarius,

    ich kann nur annehmen (und hoffen) dass Du ein Gegengewicht zum polemischen, militanten, einschichtigen, grausamen Programm dieser Vereinigung herstellen wolltest:
    http://www.pro-leben.de/abtr/tagebuchkind.php

    Wenn Du das beabsichtigt hast, ist Dir das gelungen. Aber ich bezweifle, dass das die richtige Art ist, mit diesem Thema umzugehen. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Sonst fällt mir dazu nix ein, vor allem, nachdem ich den Fehler begangen habe, auf die Fotos zu klicken.

    Schönen Abend
    Andrea

    Ich habe letztens in der U Bahn von irgendsoeinem Tween ein Flugblatt gegen Abtreibungen in die Hand gedrückt bekommen auf
    dem stand: "Tagebuch eines ungeborenen Kindes". Als
    bekennender Kirchehasser (gegen Gläubige an sich habe ich aber
    nichts) und Atheist kam mir da die Idee hierfür. Über mögliche
    inhaltliche Fehler bitte hinwegsehen. Ich kenne mich zum Thema
    Schwangerschaften nicht so ganz aus. Die Fehler können wir
    dann ja noch korrigieren

    Tagebuch von Lisa, einem 15 Jahre alten Mädchen das nicht
    abgetrieben hat.

    1. Tag: Ich hatte heute eine wundervolle Nacht mit Robert. Wir
    lagen zusammen im Bett und liebten uns, wenngleich ich
    eigentlich nicht wollte und mich gewehrt hatte, aber Robert
    zwang mich einfach ins Bett. Ich liebe Robert aber trotzdem.
    Dennoch bereue ich, was ich getan habe, denn Liebe vor der
    Heirat ist Sünde. Ich werde morgen zu Vater Gregor gehen, um
    zu beichten. Ich weiß, dass Gott mir vergeben wird.

    2. Tag: Vater Gregor hat gesagt, meine Sünden seien vergeben,
    wenn ich zu Gott bete. Ich habe es getan und bin mir sicher er
    hat mir vergeben. Ich habe heute im Fernsehen Demonstrationen
    gegen Abtreibungsärzte gesehen. Ich wünschte ich könnte zu den
    Protestierenden gehen und mit ihnen zusammen vor der Klinik zu
    schreien.

    1. Woche: Mir wird ständig schlecht. Ich habe vorsichtshalber
    einen Schwangerschaftstest gemacht. Er verlief positiv. Ich
    weiß nicht genau was ich denken soll. Aber ich werde das Kind
    austragen und zusammen mit Robert großziehen. Ich liebe ihn.
    Ich will zusammen mit ihm alt werden. Wir kennen uns seit wir
    uns einmal nach der Kirche getroffen haben und ich wusste
    gleich, dass er der Richtige ist. Ich werde das Baby auf
    keinen Fall abtreiben, ich bin keine Kindsmörderin, sondern
    freue mich schon auf mein Kind. Das habe ich Robert auch stolz
    gesagt. Er sah aber irgendwie anders aus.

    2. Woche: Ich habe Robert mit Miriam küssen sehen. Ich habe
    ihn sofort gefragt, warum er das tut, aber er wandte sich
    sofort wieder Miriam zu. Für mich brach heute eine Welt
    zusammen. Ich glaube Gott will mich wegen meiner Sünde
    strafen. Aber ich verstehe nicht, warum er mir das antut und
    nicht Robert. Immerhin hat er ebenfalls gesündigt und mich
    sogar dazu gezwungen. Vater Robert sagt, Gott straft alle
    Frauen, weil Eva ebenfalls gesündigt hat und einen Apfel
    gegessen hat. Ich weiß nicht, warum Gott deswegen so ein
    Theater macht. Männer essen schließlich auch Äpfel.

    5. Monat: Mein Bauch wird immer dicker und runder. Ich mache
    mir aber deswegen keine Sorgen, schließlich hat Mutter mir
    versprochen, beim Großziehen zu helfen. Ich wüsste nicht, was
    ich ohne sie machen sollte. Mutter hat 2 Jobs und verdient
    damit genug, um uns beide zu versorgen. Vater verließ Mutter
    drei Jahre nach meiner Geburt. Ich hasse ihn obwohl ich ihn
    nicht kenne. Ich weiß, es ist Sünde, jemanden zu hassen, vor
    allem, wenn es sein eigener Vater ist. Man soll jeden lieben
    wie sich selbst, sagt Vater Gregor immer. Manchmal denke ich
    von ihm, er sei mein Vater, weil er sich so rührend um mich
    kümmert, genauso wie um jeden aus der Gemeinde. Aber Mutter
    hasst Vater auch. Mittlerweile erinnert er mich an Robert. In
    der Schule lachen alle über mich, weil ich so einen dicken
    Bauch habe. Auch Robert, aber seltener als die Anderen. Ich
    sehe das als ein gutes Zeichen. Er wird zu mir zurückkehren.
    Ich vertraue darauf. Ich vertraue darauf, dass Gott mir
    vergibt, Robert zu mir zurückführt und wir beide ein schönes
    Leben führen werden. Aber in der Kirche schauen alle mit
    großen Augen mich und meinen dicken Bauch an. Jedesmal wenn
    ich in eines dieser Augenpaare sehe, fühle ich einen Vorwurf,
    aber warum. Ich dachte Gott hätte mir vergeben. Ich verstehe
    die Welt nicht mehr. Jeden Tag hören sie doch von Pater
    Gregor, sie sollen jeden ihrer Mitmenschen lieben wie sich
    selbst. Vielleicht hassen sie sich selbst. Ich werde beten,
    dass sie damit aufhören.

    8. Monat und 2 Wochen: Mein Bauch ist mehr als doppelt so dick
    wie vor 9 Monaten. Jedem, dem ich bei dem Anblick früher noch
    sagen konnte, ich würde gerade etwas zu viel essen und
    versuchen das überflüssige Gewicht durch Sport zu verlieren,
    lacht jetzt nur noch darüber. In der Schule möchte niemand
    mehr etwas mit mir zu tun haben. Meine Freundinnen tuscheln
    hinter meinem Rücken oder wenn ich etwas von ihnen weg bin,
    was jetzt immer häufiger passiert, weil sie immer weggehen
    wenn ich mich zu ihnen setze. So viele Menschen zeigen auf
    mich wenn ich mit meinem dicken Bauch auf die Straße gehe oder
    in Geschäften stöbere, in denen ich schon oft lange nach
    besonders schicken Kleidern gesucht habe. Jedesmal wenn sie
    über mich tuscheln, wünschte ich, jemand wäre da und würde mir
    helfen. Aber es ist niemand da: Robert küsst mit Miriam,
    Mutter muss arbeiten und Vater Gregor beschimpft gerade
    abtreibende Ärzte. Aber ich bin nie allein, denn mein Kind ist
    stets bei mir. Ich habe mir bereits Gedanken über seinen Namen
    gemacht: Wenn er ein Junge wird, werde ich ihn Adam nennen,
    und wenn es ein Mädchen ist, werde ich sie Eva nennen. Diese
    beiden biblischen Menschen haben mir in der letzten Zeit so
    verwirrt und zu denken gegeben, dass ich kaum mehr an etwas
    anderes denken kann.

    9. Monat und etwa 1 Woche: Das Baby ist endlich gekommen. Er
    ist ein Junge. Adam ist unglaublich. Ich bin froh ihn nicht
    getötet zu haben. Er hat so ein wundervolles Gesicht und wiegt
    2586 Gramm.

    9. Monat und etwa 3 Wochen: Die Ärzte haben gesagt, Adam hätte
    einen Gendefekt. Ich habe mal gehört, dass bei einer
    Schwangeren mit viel Stress, die Gefahr von Gendefekten größer
    sei. Ich hasse alle die mich so schlecht behandelt haben. Aber
    man soll jedem seine Sünden vergeben und lieben wie sich
    selbst. Ich werde morgen das Krankenhaus zusammen mit Adam
    verlassen und mich zuhause zusammen mit Mutter um ihn kümmern.

    10. Monat: Mutter ist fast nie zuhause und darum muss ich mich
    allein um Adam kümmern. In der Kirche und der Schule war ich
    seit fast einem Monat nicht mehr. Inzwischen waren Polizisten
    hier um mich in die Schule zu bringen. Als ich ihnen aber von
    meiner Pflicht als Mutter erzählte(was sie erst glaubten, als
    ich ihnen Adam zeigte) waren sie sich nicht sicher was sie tun
    sollten. Schließlich mussten sie aber wieder gehen, da Adam
    nicht allein zuhause gelassen werden konnte. Ich stehe kurz
    vor der Verzweiflung und weiß einfach nicht mehr weiter. Vater
    Gregor habe ich nicht mehr gesehen, seit ich vor einem Monat
    zuletzt in die Kirche gegangen war. Und Robert war vor 10
    Monaten zuletzt hier. Der Gedanke daran, dass er sich um
    nichts kümmert, ich aber nicht vor meiner Verantwortung
    fliehen kann, macht mich wütend.

    10. Monat und 4 Tage: Ich habe Robert, wie ich ihn jetzt nenne
    (der erstbeste Name der mir einfiel und ausreichend wenig mit
    Kirche zu tun hatte) in einem Krankenhaus abgegeben. Während
    ich ihn dorthin brachte, war gerade schon wieder eine
    Demonstration gegen Abtreibungen. Ich drängte mich durch die
    Menge und hoffte, dass niemand von ihnen mein Kind sehen
    würde. Schließlich erkannte mich Pater Gregor. Als er fragte,
    ob ich beim Demonstrieren mitmachen wollte habe ich ihm eine
    gescheuert. Bevor er wieder zu sich kam, war ich wieder aus
    der Menge verschwunden und rannte Richtung Babyklappe wo mich
    alle Demonstranten sahen. Ich wollte nicht das Risiko
    eingehen, dass einer von diesen Idioten das Kind nähme und
    darum musste ich das Kind persönlich am Empfang abgeben und
    sagte der Schwester, dass man Robert bloß nicht an eine
    strenggläubige Familie geben solle. Als ich das Krankenhaus
    verließ, versammelten sich sofort die Demonstranten um mich
    und schrien auf mich ein. Ich habe in dem Lärm kein einziges
    Wort verstanden, manche schlugen mich aber auf den Rücken. Ich
    drehte mich nicht um, sondern versuchte so schnell wie möglich
    aus der Menge herauszukommen. Als ich raus war schaute ich
    hin. Zwei oder drei von ihnen sah ich wie sie in das haus
    gingen. Ich hoffe, dass die Empfangsschwester tut was ich ihr
    gesagt habe. Das beten hatte ich vor zwei Tagen aufgegeben.

    10. Monat und 5 Tage: Diese Nacht konnte ich nicht schlafen.
    Die ganze Zeit geisterte das Wort Hospitalismus, das ich
    früher im Biologieutnerricht gehört hatte, in meinem Kopf
    dennoch war es die ruhigste Nacht seit sehr langer Zeit.

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: Tagebuch einer Frau die nicht abgetrieben ha

      Hallo Apothecarius,

      ich kann nur annehmen (und hoffen) dass Du ein Gegengewicht
      zum polemischen, militanten, einschichtigen, grausamen
      Programm dieser Vereinigung herstellen wolltest:
      http://www.pro-leben.de/abtr/tagebuchkind.php
      ganz genau Wenn Du das beabsichtigt hast, ist Dir das gelungen. Aber ich
      bezweifle, dass das die richtige Art ist, mit diesem Thema
      umzugehen.
      welche dann(abtreibungen im frühen stadium sollten eigentlich auch aus deren sicht erlaubt sein(also im x Zellenstadium) Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Sonst
      fällt mir dazu nix ein, vor allem, nachdem ich den Fehler
      begangen habe, auf die Fotos zu klicken.
      welche fotos? Schönen Abend
      Andrea
      dir auch
      Apothecarius

      • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
        Re^3: Tagebuch einer Frau die nicht abgetrieben ha

        Hallo nochmal
        welche fotos?
        auf der Seite findet sich links im Register "Bilder - Zeugen des Verbrechens". Schönen Abend
        Andrea
        dir auch
        Apothecarius

    • Antwort von nach 14 Tagen hilfreich
      Re^2: Tagebuch einer Frau die nicht abgetrieben ha

      Hallo Zuakindl,
      naja, ich hab mir die Fotos auch angeschaut. Aber vielleicht sollte man auch mal denen ein paar Fotos schicken, von Kindern die von ihren Eltern misshandelt bis zum Tode werden, wo man sich dann wirklich fragt, ob es nicht besser gewesen wäre, es abzutreiben...
      Desweiteren hab ich mir die gesamte Seite mal krititscher angeguckt:
      kein Impresseum und als Domäne-Betreiber ein Mann. Und über dieses Thema haben in meinen Augen die Männer eh die Klappe zu halten, weil sie niemals vor diesem Problem stehen werden.
      Grüße
      Almut

      • Antwort von nach 16 Tagen hilfreich
        Re^3: Tagebuch einer Frau die nicht abgetrieben ha

        Ich habe mich etwas näher mit den Ansichten der Betreiber beschäftigt. Also wenn ich das richtig sehe sind sie nicht ganz so streng gegen Abtreibungen wie ich dachte, im großen und ganzen stimme ich mit meiner Meinung sogar mit deren überein. Was mich aber Wirklich, Wirklich WirklichWirklich nervt ist die Ausdrucksweise von denen. Das ist ja Propaganda. Wie in der Bild.
        Hatte schon mit dem Gedanken gespielt meine Story von oben da in einem Thread vorzustellen, wollt mich aber nicht extra anmelden.

  2. Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
    Re: Tagebuch einer Frau die nicht abgetrieben hat

    nebenbei
    stimmen die zeitlichen Daten (kotzen nach einer Woche etc)

  3. Antwort von nach 33 Tagen hilfreich
    eine Sache bloß...

    So viele Menschen zeigen auf
    mich wenn ich mit meinem dicken Bauch auf die Straße gehe oder
    in Geschäften stöbere,
    Ich käme nicht auf die Idee, auf eine schwangere Frau zu zeigen, weil sie einen dicken Bauch hat. Auch nicht, wenn die Frau sehr jung ist.
    Wer tut das denn?
    Das klingt so, als wäre ein vorübergehend dicker Bauch mit das Schlimmste an einer ungewollten Schwangerschaft mit 15.

    Grüße
    Sonja

    • Antwort von nach 33 Tagen hilfreich
      Re: eine Sache bloß...

      gut das könnte sein, aber es gibt immer wieder Leute die nicht wissen was sich gehört, oder einfach nur idioten sind. Hast aber recht, normale Leute tun sowas nicht, vielleicht sollte ichs bei tuscheln belassen

    • Antwort von nach 75 Tagen hilfreich
      Re: eine Sache bloß...

      So viele Menschen zeigen auf
      mich wenn ich mit meinem dicken Bauch auf die Straße gehe oder
      in Geschäften stöbere,
      Hallo Sonja

      Ich finde das gar nicht so unvorstellbar. Für mich klingt die Geschichte so, als ob das Mädchen in einer Kleinstadt aufwächst. Da wird schnell auf jemanden gezeigt und gelästert.
      Und das du es normal findest einem hochschwangeren 15jährigen Mädchen auf der Staße zu begegnen, finde ich unnormal.
      Also ich würde ja auch nicht auf sie zeigen etc., aber Gedanken würde ich mir schon machen. (Will sie das Kind wirklich? Sie ist viel zu jung um schon Mutter zu sein! Wurde sie evtl. vergewaltigt?)
      Und weißt du nicht wie verdammt jung 15jährige Mädchen noch aussehen?


      Viele Grüße, Fanni.



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