Teil 2

Von: , Frage gestellt am Mo, 24. Jul 2006

Hallo,
ich weiß, bevor einem nicht klar ist wie die Handlung ablaufen soll, brauch man gar nicht erst anfangen. Da jetzt aber der ein oder andere auf Fortsetzung wartet, hab ich halt weiter gemacht. Deswegen brauch ich wirklich Vorschläge wie es weiter gehen könnte. Meine Vorstellung ist, dass der ursprüngliche Plan der Entführer zusammenkippt (ohne befreite Jane kein Druckmittel mehr, einer der Erpresser wird erkannt etc.). Schreibt mal...



„Ein herzliches Willkommen, liebe Gäste, an unserem Theater“, rief Susan durch den Lärm der klatschenden Zuschauer und trat noch ein paar Schritte vor.
„Dieser wunderbare Abend wird heute ganz den Jungen und Mädchen unserer überaus talentierten Nachwuchsgruppe gehören. Ich begrüße Sie voller Vorfreude, meine Damen und Herren, und kann Ihnen schon jetzt versprechen, dass Ihnen die Augen und Ohren übergehen werden bei dieser beeindruckenden Darbietung, für die die Kinder wochenlang geprobt und einstudiert und auch ihre letzte freie Zeit investiert haben.“
Sie lachte wieder und der Beifall, der noch nicht ganz abgeebbt war, brauste wieder auf, von den Rängen waren begeisterte Pfiffe zu hören.
Ein leises Knacken in ihrem Ohr ließ sie verdutzt innehalten. Wollte man jetzt schon Änderungen, bevor die eigentliche Show überhaupt beginnen konnte?
„Schauen Sie in Ihrer rechten Rocktasche nach!“, die dunkle, raue Männerstimme ließ sie unmerklich zusammenzucken. Wer war das? Wollte sie Jeff auf den Arm nehmen? Sichtlich irritiert fuhr sie mit der Hand in die Tasche und fand ein Stück zusammengefaltetes Papier. Jetzt wurde sie unruhig. Irgendetwas stimmte nicht, etwas sagte ihr, dass es diesmal nicht Jeff war, der zu ihr sprach.
Sie hielt den Zettel so in der Hand, dass man ihn nicht sehen konnte, machte eine Handbewegung über das Gesicht als wolle sie eine Haarsträne zur Seite schieben und warf einen kurzen Blick auf das Papier.
Susan erschrak. Es schoss ihr durch den ganzen Körper; alles in ihr schien sich zu verkrampfen. Mein Gott, Jane! Für einen Augenblick verschwand das Lächeln aus ihrem Gesicht. Das Bild, das sie jetzt zitternd in ihrer Hand zu einem Ball zusammenpresste, kam so unerwartet und rief so viel Entsetzen in ihr hervor, sodass sie für den Moment Mühe hatte nicht die Fassung zu verlieren.
Es war ein Photo, ein schrecklicher Anblick. Sie hatte nur kurz hingesehen, aber es war wie ein Blitz gewesen. Jane saß an Händen und Füßen gefesselt, die Augen verbunden, den Mund zugeklebt, halb zusammengesunken auf einem Stuhl, offensichtlich nicht in der Lage sich zu bewegen.
Mit bebenden Lippen stand Susan vor den Zuschauern, die sich jetzt langsam wieder beruhigten. Sie war zu keinem vernünftigen Gedanken fähig; alles erschien ihr plötzlich wie in einem Traum.
„Sie werden jetzt vom ursprünglichen Programm abweichen, Miss Hall, und genau das tun, was ich Ihnen jetzt sagen werde“, hier machte der Fremde eine kurze Pause als wollte er den Augenblick des Triumphes voll auskosten. „Wenn Sie mich verstanden haben, nicken Sie kurz mit dem Kopf.“
Kaum fähig sich zu bewegen, zwang sie sich wieder in ihre Rolle; sie nickte.
„Gut. Im Publikum sitzt ein Mann namens Matthew Dellaware“, fuhr der Mann fort, „den bitten Sie jetzt auf die Bühne. Sie sagen den Leuten, dass er entscheidend an der Organisation dieses Abends beteiligt gewesen war.“
„Verehrte Gäste“, begann Susan wieder und hob dabei feierlich die Stimme, „bevor wir mit der Aufführung beginnen, möchte ich Ihnen einen Mann vorstellen, der maßgebend dazu beigetragen hat, dass diese Veranstaltung möglich gemacht werden konnte.“
Die Worte klangen hohl und fremd in ihren Ohren. Die Hitze der Scheinwerfer trieb ihr den Schweiß aus allen Poren. Sie war zu keinem vernünftigen Gedanken fähig; sie fühlte sich hilflos wie eine Marionette, dazu bestimmt nur die Dinge zu tun, zu denen man sie gewaltsam durch Ziehen und Zerren der richtigen Schnüre zwang. Herrgott, was tat sie?
„Er war für die Organisation dieses Abends verantwortlich und hat sich außerdem aufopferungsvoll für die Talenteförderung an unserem Haus eingesetzt. Begrüßen Sie mit mir Mr. Matthew Dellaware!“
Verwirrt erhob sich eine graue Gestalt aus der dunklen Menge des Zuschauerraumes, zwängte sich vorbei an Beifall klatschenden Gästen zum Seitengang und ging zögernd nach vorn. Das grelle Licht eines Spot-Scheinwerfers holte ihn ein.
„Sie machen das bis jetzt hervorragend, Miss Hall“, der unbekannte Mann sprach schnell und eindringlich. Er redete nur in den Pausen, die Susan einlegte, in denen die Zuschauer begeistert klatschten. „Ich weiß, dass Sie Angst haben, aber solange Sie weiterhin keine Dummheiten machen, werden wir Ihnen nichts tun. Haben Sie mich verstanden?“
Wieder nickte Susan leicht. Die Worte drangen aus weiter Ferne zu ihr und schienen sie nicht zu berühren. Eben noch galt ihre Sorge ihrem Auftritt, diesem Abend. Mit einem Schlag schien jetzt die heile furchtlose Welt zerstört, übrig blieb ein Trümmerhaufen – die Angst und die Sorge um das Leben von Jane. Es war ein abgekartetes Spiel mit unfairen Regeln.
Susan versuchte durch das helle Licht den Mann zu erkennen, der jetzt an der Seite die steilen Stufen auf die Bühne hochging. Matt Dellaware war ein junger, braungebrannter Mann mit kurzem dunklem Haar; er schob sich die schwarze Brille zurecht und trat mit verständnislosem, leicht verärgertem Gesichtsausdruck auf sie zu.
„Ihre Kollegin wird jetzt auf die Bühne kommen. Wenn Sie nur ein Wort mit ihr wechseln, werde ich Miss Beales töten. Sie haben es in der Hand, Miss Hall.“
Plötzlich stand Elli neben ihr und überreichte dem Mann freudestrahlend einen Rosenstrauß, während sie sich bei ihm bedankte. Ihre blaukarierte Schürze und ihr hochgestecktes graues Haar verlieh ihr dabei das Aussehen eines Schauspielers.
„Was, zum Teufel, soll das?“, stieß der Mann wütend zwischen den Zähnen hindurch. „Ich bin nicht ...“
„Ich weiß! Das war nur ein Vorwand Sie nach vorn zu holen“, sagte die Reinigungsfrau schnell. „Würden Sie bitte jetzt den Saal durch den hinteren Ausgang auf der rechten Seite verlassen?“
„Was? Ich versteh nicht!“
„Sie sollen durch den rechten Ausgang gehen. Dort wartet ein Mann auf sie, der sich noch persönlich bei Ihnen bedanken will.“
„Das muss ein Irrtum sein. Sie verwechseln mich mit jemandem.“
„Nein, gehen Sie einfach. Es ist wichtig!“, Elli musste ihre panische Angst unterdrücken, sie bemühte sich nicht laut aufzuschreien.
Völlig durcheinander stieg Dellaware wieder von der Bühne und strebte die Tür hinten im Saal an, ohne das gefährliche Spiel zu durchschauen, das zwei ungleiche Seiten begonnen hatten.
Der Blick, den Elli Susan beim Weggehen zuwarf, sprach Bände – da war Angst, Ratlosigkeit, ein Bitten, ein Flehen. Sie wurden brutal in ein Drehbuch gepresst, dessen unheilvoller Schluss noch ungeschrieben war. Ein falsches Wort, eine falsche Geste – und die Vorstellung wäre zu Ende.
Susan stand wieder allein auf der Bühne und beobachtete mit einem freundlichen Lächeln wie die dunkle Gestalt am Seitengang nach hinten lief, vor ihr eine schwarze Masse von applaudierenden Menschen.


Jane wagte nicht sich zu bewegen, ihr Atem ging hektisch und stoßweise. Das übel riechende Tuch war von den Augen gerutscht, nachdem sie minutenlang ihr Gesicht immer wieder verzerrt und alle möglichen Minen aufgesetzt hatte.
Ihre Gedanken zogen wie rasende Wolken an ihr vorbei. Es war wie in einem Albtraum. Ihr ganzer Körper zitterte vor Angst und Aufregung. Wer waren die Männer, die sie hier eingesperrt hatten, und was wollten sie? Warum gerade sie, warum nicht einer der anderen Gäste? Erinnerungen von gewaltvollen und grausamen Entführungen anderer Menschen blitzten ihr durch den Kopf; nie hatte sie jemals daran gedacht, selbst ein Opfer zu sein.
Plötzlich tauchte das Bild Susans vor ihren Augen auf, nur verschwommen. Sie hatte Jane auf dem Campus kennen gelernt und seitdem hatte man sie beide selten ohne den anderen gesehen. Sie hingen aneinander, sie stützten sich gegenseitig und halfen dem anderen wo es nur irgend möglich war. Nach dem Tod von Susans Eltern ist Jane für sie nicht nur zu einer guten Freundin, sondern wahrscheinlich auch zu ihrer Familie geworden.
Jetzt schaute Jane sich neugierig um. Die großen braunen Augen waren kurz auf den lang gezogenen, schmalen Strich unterhalb der Tür gerichtet. Ein schwacher, heller Lichtschein der Flurbeleuchtung erhellte jetzt die Bodendielen direkt davor und ließ den Rest des kleinen Raumes in einem gespenstischen Halbdunkel.
An einer Seite standen mehrere Stühle übereinander aufgetürmt, dahinter ein paar Bänke. Gegenüber erkannte Jane eine eingelassene Trennwand, hinter der Putzmittel, Eimer und Besen aufbewahrt wurden. Sie saß in einer Abstellkammer, vermutlich im Untergeschoss des Theaters, wo es schwieriger sein würde, sie zu finden.
Langsam hatte sie sich damit abgefunden, eine Geisel zu sein. Jane Beales wusste, dass sie sich nicht der in ihr aufsteigenden Panik hingeben durfte; alle Selbstvorwürfe und jeglicher Zweifel musste sie jetzt hinter sich lassen. Die Gefahr eine geeignete Fluchtchance nicht zu erkennen und wahrzunehmen war zu groß. Doch wenn eine Möglichkeit bestand, musste sie das Wagnis eingehen.
Mit vor Aufregung zitternden Fingern löste sie ihre Armbanduhr vom Handgelenk, holte aus und schlug diese mit aller Kraft gegen das kantige Metallbein des Stuhls – immer und immer wieder. Sie konnte dabei nur das Handgelenk bewegen, das Klebeband verhinderte, dass sie mit dem Arm Schwung holte. Nach einigen Stößen zersprang das Glas. Jane drückte es ganz ein und versuchte ein Stück vom Rand zu lösen.
Ein scharfer Stich durchfuhr ihre rechte Hand und sie hatte Mühe nicht laut aufzuschreien. Das feuchte Blut rann ihre Handfläche hinunter.
Ein Splitter löste sich, aber er fiel ihr aus der Hand und sprang auf den Boden. Jane formte mit ihren Lippen einen Fluch; der Schweiß klebte auf ihrer Haut, ihre Ungeduld wuchs und sie versuchte den stechenden Schmerz zu unterdrücken. Nach weiteren verzweifelten Versuchen hielt sie ein scharfkantiges Stück Glas, so breit wie eine Fingerkuppe, in der blutenden Hand, presste es zwischen Daumen und Zeigefinger und schnitt mühselig das breite Klebeband durch.
Mehrere Minuten später hatte sie sich vollständig befreit. Jane sprang auf, ließ sich jedoch gleich darauf stöhnend auf den harten Stuhl zurückfallen. Ihr Kopf dröhnte, ringsum schien sich das Zimmer um zu drehen, krampfhaft hielt sie sich am Sitz fest. Es war zuviel!
Aus ihrer Hand quoll dunkles Blut und tropfte auf den Fußboden. Fieberhaft holte sie ein Taschentuch aus ihrer Hose und presste es auf die Schnittwunde; der Stoff saugte sich augenblicklich voll.
Jane Beales richtete sich erneut vorsichtig auf, trat auf die verschlossene Tür zu und lauschte. Im Gang war es ruhig, niemand schien sich jetzt hier unten aufzuhalten. Sie sah auf die Uhr, beide Zeiger waren abgebrochen, das Ziffernblatt war zerkratzt. Vermutlich hatte die Vorstellung soeben begonnen.
Die junge Frau musterte die Tür. Die sah nicht besonders stabil aus: an vielen Stellen fehlte die Farbe, altes Sperrholz war sichtbar, eine lockere Türklinke aus hellem Kunststoff hing von der häufigen Benutzung schief nach unten.
Die Tür splitterte, unzählige Holzstücke fielen zu Boden, das Sperrholz ächzte unter den harten gezielten Tritten gegen das Kunststoffschloss, welches sich zunächst leicht verbog und dann schließlich nachgab.
Jane stolperte in den Gang und sank gegen die Wand. Sie keuchte, als jetzt der heiße Schmerz ihren Fuß durchflutete. Das war es wert!

9 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 14 Stunden hilfreich
    Re: Teil 2

    Hallo,

    ich habe deine letzten drei Postings hier gelesen und möchte hierzu gerne meinen - völlig unmassgeblichen und absolut subjektiven - Senf abgeben.

    Zunächst einmal finde ich, dass du dich gegenüber deiner ersten "Version" bereits deutlich gesteigert hast.
    Die Handlung verläuft deutlich klarer und für den Leser nachvollziehbarer, so dass - zumindest an bestimmten Stellen - schon der Wunsch entsteht, zu erfahren, wie es weiter geht.

    Dennoch: Ich sehe gerade in deiner jüngsten Fortsetzung ein grundsätzliches Problem, dass sich aus dem von dir gewählten Ansatz quasi zwangsläufig ergibt:
    Da ist diese junge Frau, Susann. Sie soll einen Theaterabend moderieren und betritt mit einem Headset "bewaffnet" die Bühne.
    Und wie wir erfahren, verläuft auch zunächst alles ganz wie geplant. Dann aber meldet sich ein Entführer über ihr Headset und konfrontiert sie mit der Entführung ihrer besten Freundin und seinen Forderungen.

    Genau hier wird die Story bzw. das Verhalten von Susan für mich unglaubwürdig. Sie "begreift" binnen ein, zwei Sekunden nicht nur was der Mann von ihr verlangt, dass er ihre Freundin entführt hat und dass er eine große Gefahr für alle im Theater darstellt. Sie ist auch innerhalb dieses kurzen Augenblicks in der Lage, komplett geschockt zu sein. Kein Moment des Zweifels, der Ungläubigkeit, der Frage, ob das ein Scherz ist oder doch Ernst. Keine Sekunde kommt sie auf die Idee, die Bühne zu verlassen, sondern statt dessen "reagiert" sie mit der Taubheit einer zutiefst Verzweifelten und der aussichtslosen Gewissheit einer zur Untätigkeit Verdammten auf die Befehle des Entführers. (das von mir jetzt gewählte Pathos steht übrigens im direkten Zusammenhang zu der von dir teilweise gewählten Ausdrucksweise)

    Das Schlimme: Sie kann auch nicht anders. Denn wenn du sie anders reagieren läßt, muss das Publikum zwangsläufig bereits an dieser Stelle etwas bemerken. Und das wiederum würde dem von dir geplanten Handlungsverlauf widerstreben.
    Hierin sehe ich ein grundsätzliches Dilemma hinsichtlich der "logischen" Handlungsweise der Protagonistin.

    Apropos Logik: Wie der Zettel mit dem Photo der ja erst vor kurzem entführten Jane in den Rock kommt, entzieht sich der Kenntnis des Lesers. Kein Mensch hat Susann vorher angerempelt, kam "seltsamerweise" aus ihrer Gaderobe oder hat sie wenigstens nur gestreift. Und das Zeitfenster, in dem die Entführer diesen Zettel unbemerkt (!!!) im Rock platzieren konnten, ist sehr eng bemesssen.

    Und auch das Verhalten Dellaware´s erscheint seltsam: einerseits wird er nicht nur als überrascht, sondern sogar als wütend beschrieben, andererseits kommt er dennoch bereitwillig zur Bühne und folgt dann auch noch den Anweisung der Putzfrau, ohne Kenntnis warum und weshalb er das tun soll.

    Es steht mir eigentlich nicht an, hier irgendwelche Tipps zu geben, dennoch nur soviel:
    Es soll sich als recht gute Vorgehensweise erwiesen haben, wenn man seinen text zunächst einmal einige Tage nach dem Schreiben liegen läßt, um den notwendigen Abstand hierzu wieder herzustellen. Dann sollte man sich zunächst den Text laut selber vorlesen (hilft bei vielen Ausdrücken und eventuellen Schachtelsätzen weiter), und anschließend einem oder mehreren geneigten Zuhörern. Und zwar ohne diesen vorher lange Erklärungen abzugeben, worum es geht und was man mit seinen Worten ausdrücken will. So haben die Zuhörer die Chance "unbelastet" auf den Text zu reagieren und ehrliche (!!) Kritik zu üben.

    Insgesamt betone ich aber nochmals, dass ich es toll finde, dass du dich mit deinen Ideen und Texten hier der Kritik stellst. Denn dass dieses Forum jedem erlaubt, deine Sätze zu "zerpflücken", ohne irgendwelche Konsequenzen zu fürchten, mag nicht wenige zu geradezu hemmungsloser "Nadel-im-Heuhaufen-Sucherei" animieren.

    Viele Grüße
    Camelot

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Teil 2

      Apropos Logik: Wie der Zettel mit dem Photo der ja erst vor
      kurzem entführten Jane in den Rock kommt, entzieht sich der
      Kenntnis des Lesers. Kein Mensch hat Susann vorher
      angerempelt, kam "seltsamerweise" aus ihrer Gaderobe oder hat
      sie wenigstens nur gestreift. Und das Zeitfenster, in dem die
      Entführer diesen Zettel unbemerkt (!!!) im Rock platzieren
      konnten, ist sehr eng bemesssen.
      Wahrscheinlich hat sie den Rock von dem Sender gestellt bekommen. Jeder der backstage war kann ganz einfach den Zettel reintun Und auch das Verhalten Dellaware´s erscheint seltsam:
      einerseits wird er nicht nur als überrascht, sondern sogar als
      wütend beschrieben, andererseits kommt er dennoch bereitwillig
      zur Bühne und folgt dann auch noch den Anweisung der Putzfrau,
      ohne Kenntnis warum und weshalb er das tun soll.
      ist doch ganz einfach: Er weiß etwas mehr als die Moderatorin


      @autor:hast du eigentlich einen genauen Plan, wie es genau weitergehen soll

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Teil 2

      Zunächst einmal finde ich, dass du dich gegenüber deiner
      ersten "Version" bereits deutlich gesteigert hast.
      Die Handlung verläuft deutlich klarer und für den Leser
      nachvollziehbarer, so dass - zumindest an bestimmten Stellen -
      schon der Wunsch entsteht, zu erfahren, wie es weiter geht.
      endlich ein Erfolgserlebnis Das Schlimme: Sie kann auch nicht anders. Denn wenn du sie
      anders reagieren läßt, muss das Publikum zwangsläufig bereits
      an dieser Stelle etwas bemerken. Und das wiederum würde dem
      von dir geplanten Handlungsverlauf widerstreben.
      Schön, dass du's bemerkt hast. Ich hab mir Stunden darüber den Kopf zerbrochen, was wäre wenn...
      Aber so einfach ist die Sache nicht. Richtig, das ist ein Dilemma! Apropos Logik: Wie der Zettel mit dem Photo der ja erst vor
      kurzem entführten Jane in den Rock kommt, entzieht sich der
      Kenntnis des Lesers. Kein Mensch hat Susann vorher
      angerempelt, kam "seltsamerweise" aus ihrer Gaderobe oder hat
      sie wenigstens nur gestreift. Und das Zeitfenster, in dem die
      Entführer diesen Zettel unbemerkt (!!!) im Rock platzieren
      konnten, ist sehr eng bemesssen.
      Da gibt's soviele Möglichkeiten, Apothecarius hats ja schon gesagt. Außerdem planen diverse Entführer ihren Coup Monate im Voraus, da ist der Rock sicherlich kein Problem. Dass bis jetzt nichts davon erwähnt wurde, liegt daran, dass die Geschichte auch nicht weit fortgeschritten ist. Und auch das Verhalten Dellaware´s erscheint seltsam:
      einerseits wird er nicht nur als überrascht, sondern sogar als
      wütend beschrieben, andererseits kommt er dennoch bereitwillig
      zur Bühne und folgt dann auch noch den Anweisung der Putzfrau,
      ohne Kenntnis warum und weshalb er das tun soll.
      Apothecarius hat's auf den Punkt getroffen. Zu Dellaware wollte ich später kommen. Es steht mir eigentlich nicht an, hier irgendwelche Tipps zu
      geben...
      Doch, das steht dir natürlich zu. Vielen Dank dafür. Abgesehen davon muss man unbedingt berücksichtigen, dass ich blutiger Anfänger im Schreiben bin und noch nie irgendwas dergleichen geschrieben hab. Es soll sich als recht gute Vorgehensweise erwiesen haben,
      wenn man seinen text zunächst einmal einige Tage nach dem
      Schreiben liegen läßt, um den notwendigen Abstand hierzu
      wieder herzustellen. Dann sollte man sich zunächst den Text
      laut selber vorlesen (hilft bei vielen Ausdrücken und
      eventuellen Schachtelsätzen weiter), und anschließend einem
      oder mehreren geneigten Zuhörern. Und zwar ohne diesen vorher
      lange Erklärungen abzugeben, worum es geht und was man mit
      seinen Worten ausdrücken will. So haben die Zuhörer die Chance
      "unbelastet" auf den Text zu reagieren und ehrliche (!!)
      Kritik zu üben.
      Das lese ich nicht zum ersten Mal. An Zuhörern fehlts mir jedoch. Insgesamt betone ich aber nochmals, dass ich es toll finde,
      dass du dich mit deinen Ideen und Texten hier der Kritik
      stellst. Denn dass dieses Forum jedem erlaubt, deine Sätze zu
      "zerpflücken", ohne irgendwelche Konsequenzen zu fürchten, mag
      nicht wenige zu geradezu hemmungsloser
      "Nadel-im-Heuhaufen-Sucherei" animieren.
      Nur so lernt man das Handwerk.

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^3: Teil 2

        Hallo Mifune,
        Schön, dass du's bemerkt hast. Ich hab mir Stunden darüber den
        Kopf zerbrochen, was wäre wenn...
        Aber so einfach ist die Sache nicht. Richtig, das ist ein
        Dilemma!
        Erlaube die Frage: Was spricht dagegen, dass einer der Entführer Susann kurz VOR ihrem Auftritt "abfängt", sie mit der Situation konfrontiert und sie zur Kooperation zwingt?
        So besteht die Möglichkeit, das Erkennen der Ausweglosigkeit der Situation schrittweise aufzubauen: Verärgerung über die Störung kurz vor dem Auftritt - Verwirrung, was der fremde Mann will - Erschrecken über die Entführung der Freundin - Suche nach Auswegen - Hilflosigkeit, Ohnmacht, ob der eigenen Situation - etc.
        An der richtigen Stelle kann dann das Zeichen für den Auftritt kommen und eine verwirrte, verzweifelte Susann muss auf der Bühne die souveräne Moderatorin "spielen".
        (Ganz davon abgesehen, dass "mein" Problem mit dem Photo in der Rocktasche auch gelöst wäre. ;-)) Und auch das Verhalten Dellaware´s erscheint seltsam:
        einerseits wird er nicht nur als überrascht, sondern sogar als
        wütend beschrieben, andererseits kommt er dennoch bereitwillig
        zur Bühne und folgt dann auch noch den Anweisung der Putzfrau,
        ohne Kenntnis warum und weshalb er das tun soll.
        Apothecarius hat's auf den Punkt getroffen. Zu Dellaware
        wollte ich später kommen.
        Ok, einverstanden. Dennoch würde sich vielleicht ein kleiner Hinweis auf das, "was später kommen soll", gut machen:
        "Für eine Sekunde fragte sich Susann, warum Dellaware so bereitwillig (alt.: souverän/cool/ruhig/gefasst, etc.) auf die Anweisungen reagierte. Doch bevor sie diesem Gedanken nachgehen konnte, hörte sie wieder die fremde Stimme in ihrem Ohr:........" Es steht mir eigentlich nicht an, hier irgendwelche Tipps zu
        geben...
        Doch, das steht dir natürlich zu. Vielen Dank dafür. Abgesehen
        davon muss man unbedingt berücksichtigen, dass ich blutiger
        Anfänger im Schreiben bin und noch nie irgendwas dergleichen
        geschrieben hab.

        Daher erscheint es mir wichtig, "Ersttäter" wie dich nicht mit allzu harter Kritik so zu demotivieren, dass sie aufhören zu schreiben.
        Grundsätzlich aber gilt: nur harte Kritik bringt einen Autor weiter. Aussagen wie: "Also ich finde die Story ganz hübsch." darf die eigene Mutti sagen, kritische Leser der Geschichte nicht. Das lese ich nicht zum ersten Mal. An Zuhörern fehlts mir
        jedoch.
        Niemand in deinem Umfeld, der dir interessiert zuhören würde?? Oder traust du dich (vielleicht aus Angst vor einer bestimmmten Reaktion) nicht deinen Freunden/Bekannten/Verwandten deine Story vorzulesen?

        Viele Grüße
        Camelot

        • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
          Re^4: Teil 2

          Stell ich mir nicht so spannend vor bzw. ich könnte es nicht spannend erzählen.
          Abgesehen davon trau ich mir jetzt gar nicht mehr meine Fassung fortzusetzen, da ja meine die schlechte und eure die bessere ist.
          So gesehen könnte ich gleich nochmal von vorn beginnen, wofür mir die Zeit und die Lust fehlt (da bald Urlaub).

          grüße mifune

          • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
            Re^5: Teil 2

            Hallo Mifune, Abgesehen davon trau ich mir jetzt gar nicht mehr meine
            Fassung fortzusetzen, da ja meine die schlechte und eure die
            bessere ist.
            Ich sehe keine "schlechte" und keine "bessere" Fassung. Ich sehe einen Text eines jungen Autors, der interessante Ansätze zeigt und nach dessen Verbesserungsmöglichkeiten der Autor selbst gefragt hat.
            Ich spreche nur für mich, aber: es war NICHT meine Absicht, dich oberlehrer-artig vorzuführen. So gesehen könnte ich gleich nochmal von vorn beginnen, wofür
            mir die Zeit und die Lust fehlt (da bald Urlaub).
            Schade, dass du es aufgeben willst.

            Grüße
            Camelot

            • Antwort von nach 8 Tagen hilfreich
              Re^6: Teil 2

              Ich sehe keine "schlechte" und keine "bessere" Fassung. Ich
              sehe einen Text eines jungen Autors, der interessante Ansätze
              zeigt und nach dessen Verbesserungsmöglichkeiten der Autor
              selbst gefragt hat.
              für die ich auch sehr dankbar bin Schade, dass du es aufgeben willst.
              Mit dem Schreiben ist auf keinen Fall Schluss, und an Aufgabe ist nicht zu denken. Ich meinte nur das Geiseldrama. Wenn aber hier jemand im Forum ist, der liebend gern eine Fortsetzung möchte, wird man diese nach den Sommerferien auch hier lesen. Mein großer Traum ist es mal einen Roman über die Fallschirmjägeroperation am 6.6.1944 zu schreiben, für den ich schon seit Jahren recheriere. Mit dem geposteten Anfang der Geisel-Geschichte wollte ich nur mal ausprobieren, wie es so ist mit dem Schreiben.

              Herzliche Grüße mifune

            • Antwort von nach 8 Tagen hilfreich
              Re^7: Teil 2

              Mit dem Schreiben ist auf keinen Fall Schluss, und an Aufgabe
              ist nicht zu denken. Ich meinte nur das Geiseldrama. Wenn aber
              hier jemand im Forum ist, der liebend gern eine Fortsetzung
              möchte, wird man diese nach den Sommerferien auch hier lesen.
              Mein großer Traum ist es mal einen Roman über die
              Fallschirmjägeroperation am 6.6.1944 zu schreiben, für den ich
              schon seit Jahren recheriere. Mit dem geposteten Anfang der
              Geisel-Geschichte wollte ich nur mal ausprobieren, wie es so
              ist mit dem Schreiben.
              Meinst du die Geschichte in der Nacht vor dem D-Day wo die Fallschirmjäger im Hinterland zB St Mere Eglise einnehmen sollten?

            • Antwort von nach 33 Tagen hilfreich
              Re^8: Teil 2

              Ja, so aehnlich.

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