Ich hab da noch mal ne Frage

Darf ich nochmal?

Eine Szene, die wahrscheinlich schon manchen bekannt ist: Der Hauptdarsteller in meinem Roman leidet unter Höhenangst, traut sich nicht, vom Dreimeterbrett zu springen. Diese Höhenangst überwindet er, als er ein ertrinkendes Kind retten, und dazu von einer hohen Brücke springen muß. Welche Variante soll ich nehmen?

Variante 1:

Er traut sich nicht, so sehr er es auch versucht, weil die Brücke so hoch ist, daß ihm schon schwindelig wird, wenn er nur nach unten sieht, und deshalb verliert er das Gleichgewicht und fällt ins Wasser.

Variante 2:

Er versucht es mehrfach, und sagt sich immer wieder: „Ich MUSS das jetzt schaffen“, bis er seine Höhenangst überwindet, weil ihm das ertrinkende Kind so leid tut, und dann springt er endlich.

Variante 3:

Er springt ohne zu zögern und ohne richtig hinzusehen, ist wie in Trance, und als er später die Brücke sieht, kann er nicht glauben, daß er da runtergesprungen ist.

Variante 4:

Kenne ich nicht.

Danke!

Darf ich nochmal?

Eine Szene, die wahrscheinlich schon manchen bekannt ist: Der
Hauptdarsteller in meinem Roman leidet unter Höhenangst, traut
sich nicht, vom Dreimeterbrett zu springen. Diese Höhenangst
überwindet er, als er ein ertrinkendes Kind retten, und dazu
von einer hohen Brücke springen muß. Welche Variante soll ich
nehmen?

Hallo Andreas,

für welche Variante Du dich entscheidest, hängt wohl in großen Teilen davon ab, inwiefern die Entscheidung den späteren Verlauf Deiner Geschichte beeinflusst bzw. welche persönlichen Eigenschaften Du der Person zuteilst. Da musst Du dann schon einen Schritt weiterdenken.

Variante 1:

Er traut sich nicht, so sehr er es auch versucht, weil die
Brücke so hoch ist, daß ihm schon schwindelig wird, wenn er
nur nach unten sieht, und deshalb verliert er das
Gleichgewicht und fällt ins Wasser.

Finde ich doof. Eine Brücke hat doch in der Regen eine Brüstung. Er muss sich schon sehr dämlich anstellen, dort hinunterzufallen.

Variante 2:

Er versucht es mehrfach, und sagt sich immer wieder: „Ich MUSS
das jetzt schaffen“, bis er seine Höhenangst überwindet, weil
ihm das ertrinkende Kind so leid tut, und dann springt er
endlich.

Geht, aber auch irgendwie ein wenig kitschig, oder?

Variante 3:

Er springt ohne zu zögern und ohne richtig hinzusehen, ist wie
in Trance, und als er später die Brücke sieht, kann er nicht
glauben, daß er da runtergesprungen ist.

Wie sagte Oliver Kahn? Wir brauchen Eiäär…also lass den juten Mann springen und sich anschließend auf die Schulter klopfen :smile:

Variante 4:

Kenne ich nicht.

Wie wärs mit:

Er bleibt stocksteif auf der Brücke stehen, lässt das Kind ertrinken und stürzt sich 4 Wochen später aufgrund der Schuldgefühle, die ihn plagen, selber von eben dieser Brücke…

Danke!

Bitte!

Hallo,en.

Variante 2:

Er versucht es mehrfach, und sagt sich immer wieder: „Ich MUSS
das jetzt schaffen“, bis er seine Höhenangst überwindet, weil
ihm das ertrinkende Kind so leid tut, und dann springt er
endlich.

Geht, aber auch irgendwie ein wenig kitschig, oder?

Abgesehen davon, dass das Kind zu diesem Zeitpunkt schon längst ersoffen ist (falls es sich nicht gar um eine Brücke über einen Fluss handelt, da gehts noch schneller).

Er bleibt stocksteif auf der Brücke stehen, lässt das Kind
ertrinken und stürzt sich 4 Wochen später aufgrund der
Schuldgefühle, die ihn plagen, selber von eben dieser
Brücke…

Das hat was.

Gruß
Elke

Hallo Amorphist!

Er traut sich nicht, so sehr er es auch versucht, weil die
Brücke so hoch ist, daß ihm schon schwindelig wird, wenn er
nur nach unten sieht, und deshalb verliert er das
Gleichgewicht und fällt ins Wasser.

Finde ich doof. Eine Brücke hat doch in der Regel eine
Brüstung.

Natürlich. Er klettert über die Brüstung und dann traut er sich nicht, zu springen.

Grüße

Andreas

Hallo Elke!

Er bleibt stocksteif auf der Brücke stehen, lässt das Kind
ertrinken und stürzt sich 4 Wochen später aufgrund der
Schuldgefühle, die ihn plagen, selber von eben dieser
Brücke…

Das hat was.

Du könntest Recht haben, so was wäre, jedenfalls in KINDERBÜCHERN, mal ein neuer Stil. Aber in meine Geschichte paßt es nicht rein, die beiden sollen ja später Freunde werden und Abenteuer erleben.

Grüße

Andreas

Hallo Andreas,

nur eine Idee:

Sieh Dir den Beginn des Films „Die Rückkehr“ von Andrej Swjaginzew http://www.amazon.de/Die-R%C3%BCckkehr-Return-Wladim… an und schreibe die Eingangsequenz aus der Perspektive von Iwan http://www.dieterwunderlich.de/Swjaginzew_rueckkehr….

Dann denk noch mal über die Perspektive Deines Protagonisten nach, die sich daraus ergebende mögliche Handlungsweise & mach Dich ans Werk.

Viele Grüße
Diana

Das es sich bei Deinem unvollendeten Werk um ein Kinderbuch handelt, war mir nicht klar. Kinder sind noch nicht so kritisch, bei denen kannst du alle Varianten nehmen, Hauptsache die Geschichte hat ein Happy End :smile:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Diana!

Scheint ein toller Film zu sein. Zweimal steht der Junge auf der Plattform, und will springen. Zweimal hat er ein Motiv. Aber er springt trotzdem nicht, wenn ich richtig gelesen habe, oder? Ich weiß leider nicht genau, wie mir das weiterhelfen könnte.

Trotzdem danke für die sehr gut passenden Links.

Grüße

Andreas

Hallo Andreas,

Aber er springt trotzdem nicht, wenn ich richtig gelesen habe, oder?

exakt.

Ich weiß leider nicht genau, wie mir das weiterhelfen könnte.

Entscheidend ist die in der Eingangssequenz gezeigte Perspektive, der Blick in die Untiefe.

Wie ich schrieb: Versuch in Worten, das Gefühl vor dem Sprung zu beschreiben, das der Film in Bildern zeigt. Aus der Beschreibung heraus könnte sich die Variante, die Du suchst, herauskristallisieren.

Trotzdem danke für die sehr gut passenden Links.

Wie immer gern geschehen :smile:

Viele Grüße
Diana

P.S.: Stand heute auf dem Zettelchen in meinem Glückskeks: Success is how high you bounce when you hit bottom :wink:

Hallo, Andreas,
während er noch zögert und versucht seine Ängste zu überwinden, fällt sein Blick auf den in einem rot gestrichenen Kasten hängenden Rettungsring mit einem langen Seil daran. Den Ring herausreißen und über das Geländer werfen ist eines. Knapp neben dem zappelnden, schreienden Kind klatscht der Ring auf das trübe brodelnde Wasser des Flusses.

Soll ich den Rest der Geschichte auch noch schreiben?
Gruß
Eckard

Hallo Eckard!

Soll ich den Rest der Geschichte auch noch schreiben?

Ja, gerne! Sehr gerne!

Allerdings ist die Situation etwas komplizierter. Der böse Stiefvater des Mädchens hat diesem nämlich einen Stein an den Hals gebunden, bevor er es von der Brücke warf. Die Rettung findet also UNTER Wasser statt.

Grüße

Andreas

Einspruch!
Hallo,

Das es sich bei Deinem unvollendeten Werk um ein Kinderbuch
handelt, war mir nicht klar. Kinder sind noch nicht so
kritisch, bei denen kannst du alle Varianten nehmen,
Hauptsache die Geschichte hat ein Happy End :smile:

tut mir leid, aber dem muss ich widersprechen!

Gerade Kinder, die gerne und viel lesen bzw. sich vorlesen lassen (und ich gehe jetzt frech davon aus, dass es sich um ein längeres - sprich: eher für lesefreudiges Publikum gedachtes - Machwerk handelt), sind äußerst kritisch, was logische Brüche in der Geschichte angeht.

Natürlich können Kinderbücher vollgepackt mit phantasievollsten Abstrusitäten sein - solange sie in sich logisch sind!

Beste Grüße

=^…^=
Katze

PS: Ich plädiere für Varante 3 - und sei es auch nur, damit der Wasserplanscher nicht während der Bedenkzeit wegblubbert… ;o)

Hallo Andreas,

Allerdings ist die Situation etwas komplizierter. Der böse
Stiefvater des Mädchens hat diesem nämlich einen Stein an den
Hals gebunden, bevor er es von der Brücke warf. Die Rettung
findet also UNTER Wasser statt.

dann hat der gute Junge überhaupt keine Zeit, ängstlich bibbernd in der Landschaft herumzustehen - er sollte im Moment des Beobachtens bereits das (rein zufällig frisch geschärfte) Schweizermesser zücken und in Blitzesgeschwindigkeit zur Rettung eilen. Nachdenken kann er dann, nachdem er das Mädchen wiederbelebt hat…

Beste Grüße

=^…^=
Katze

PS: Falls Dein Buch irgendwann einmal veröffentlicht wird - wirst Du uns dann dankend erwähnen?!? ;o)

dann hat der gute Junge überhaupt keine Zeit, ängstlich
bibbernd in der Landschaft herumzustehen - er sollte im Moment
des Beobachtens bereits das (rein zufällig frisch geschärfte)
Schweizermesser zücken

Ja, ich denke, das ist das beste. Übrigens wirklich ein Schweizer Taschenmesser dabei. Zufälle gibt es…

PS: Falls Dein Buch irgendwann einmal veröffentlicht wird -
wirst Du uns dann dankend erwähnen?!? ;o)

Da könnte man drüber reden.

Hallo!

Ja, stimmt, sehe ich auch so.

Grüße

Andreas

Hi,

Entscheidend ist die in der Eingangssequenz gezeigte
Perspektive, der Blick in die Untiefe.

Wie ich schrieb: Versuch in Worten, das Gefühl vor dem Sprung
zu beschreiben, das der Film in Bildern zeigt. Aus der
Beschreibung heraus könnte sich die Variante, die Du suchst,
herauskristallisieren.

Da würd ich mich doch eher selber mal zu ner Brücke aufmachen und runtergucken - wenn die Brücke hoch genug ist, brauchste wahrscheinlich keine Höhenangst um wenigstens ne Ahnung von dem Gefühl zu bekommen. Musst ja nicht springen, aber bisschen rüberlehnen (nur bitte nicht fallen natürlich) und spiel dann mal mit dem Gedanken und überleg dir dabei wie sich Variation a, b, c anfühlen würde.

Persönlich find ich die Version kam-sah-sprang am realistischsten. Bei meinem Papa, der ziemliche Höhenangst hat, blockiert sie die Handlungsfähigkeit erst dann, wenn es ihm bewusst wird. Das heißt, wenn er plötzlich vorm Abgrund steht, dauerts noch nen Moment bisses ankommt im Hirn. Wenn er den Abgrund natürlich schon von weitem kommen sieht, ist’s eh aus.
Dein Protagonist scheint ja nun aber keine Ahnung zu haben, was da gleich passiert… also kommt, sieht, springt und hinterher verwundert-den-Kopf-kratz-ob-des-eigenen-Mutes.
Aber wie gesagt, vielleicht fallen dir noch ganz andere Sachen ein, wenn du dich mal auf ne hübsch hohe Brücke stellst.

Viele Grüße von Kati

P.S: Kennst du Leute die Klettern? ihr könntet euch ja mal von ner Brücke abseilen… das dürfte in etwa dem Gefühl „vorher drüber nachdenken und bewusst überwinden“ am nähsten kommen; und macht außerdem Spass.

Trotzdem danke für die sehr gut passenden Links.

Wie immer gern geschehen :smile:

Viele Grüße
Diana

P.S.: Stand heute auf dem Zettelchen in meinem Glückskeks:
Success is how high you bounce when you hit
bottom
:wink:

Hi,

Variante 1:

Er traut sich nicht, so sehr er es auch versucht, weil die
Brücke so hoch ist, daß ihm schon schwindelig wird, wenn er
nur nach unten sieht, und deshalb verliert er das
Gleichgewicht und fällt ins Wasser.

Dir wird schwindelig wenn Du oben stehst und
nicht springst - aber wenn Du springen willst / musst, dann ist Dir nicht schwindelig,
Du hast lediglich Angst vor der Höhe.
Ich halte die Variante 1. für unrealistisch und auch ziemlich dämlich (kein Identifikationsfaktor).

Variante 2:

Er versucht es mehrfach, und sagt sich immer wieder: „Ich MUSS
das jetzt schaffen“, bis er seine Höhenangst überwindet, weil
ihm das ertrinkende Kind so leid tut, und dann springt er
endlich.

Ebenfalls unrealistisch, erhöht aber den Spannungsfaktor.

Variante 3:

Er springt ohne zu zögern und ohne richtig hinzusehen, ist wie
in Trance, und als er später die Brücke sieht, kann er nicht
glauben, daß er da runtergesprungen ist.

So passiert es meistens in der Realität - es wird vor dem Retten nicht lange
überlegt, auch nicht über die eigene Unversehrtheit. Diese Variante halte ich für
am realistischsten.

Variante 4:

Jemand anders springt zu erst.

Danke!

Hi Chili!

Ja, das ist überzeugend. So werde ich es machen.

Danke!

Grüße

Andreas