Ich hab da noch mal ne Frage...

Von: , Frage gestellt am Do, 29. Mai 2008

Darf ich nochmal?

Eine Szene, die wahrscheinlich schon manchen bekannt ist: Der Hauptdarsteller in meinem Roman leidet unter Höhenangst, traut sich nicht, vom Dreimeterbrett zu springen. Diese Höhenangst überwindet er, als er ein ertrinkendes Kind retten, und dazu von einer hohen Brücke springen muß. Welche Variante soll ich nehmen?

Variante 1:

Er traut sich nicht, so sehr er es auch versucht, weil die Brücke so hoch ist, daß ihm schon schwindelig wird, wenn er nur nach unten sieht, und deshalb verliert er das Gleichgewicht und fällt ins Wasser.

Variante 2:

Er versucht es mehrfach, und sagt sich immer wieder: „Ich MUSS das jetzt schaffen“, bis er seine Höhenangst überwindet, weil ihm das ertrinkende Kind so leid tut, und dann springt er endlich.

Variante 3:

Er springt ohne zu zögern und ohne richtig hinzusehen, ist wie in Trance, und als er später die Brücke sieht, kann er nicht glauben, daß er da runtergesprungen ist.

Variante 4:

Kenne ich nicht.

Danke!

17 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Ich hab da noch mal ne Frage...

    Darf ich nochmal?

    Eine Szene, die wahrscheinlich schon manchen bekannt ist: Der
    Hauptdarsteller in meinem Roman leidet unter Höhenangst, traut
    sich nicht, vom Dreimeterbrett zu springen. Diese Höhenangst
    überwindet er, als er ein ertrinkendes Kind retten, und dazu
    von einer hohen Brücke springen muß. Welche Variante soll ich
    nehmen?
    Hallo Andreas,

    für welche Variante Du dich entscheidest, hängt wohl in großen Teilen davon ab, inwiefern die Entscheidung den späteren Verlauf Deiner Geschichte beeinflusst bzw. welche persönlichen Eigenschaften Du der Person zuteilst. Da musst Du dann schon einen Schritt weiterdenken. Variante 1:

    Er traut sich nicht, so sehr er es auch versucht, weil die
    Brücke so hoch ist, daß ihm schon schwindelig wird, wenn er
    nur nach unten sieht, und deshalb verliert er das
    Gleichgewicht und fällt ins Wasser.
    Finde ich doof. Eine Brücke hat doch in der Regen eine Brüstung. Er muss sich schon sehr dämlich anstellen, dort hinunterzufallen. Variante 2:

    Er versucht es mehrfach, und sagt sich immer wieder: „Ich MUSS
    das jetzt schaffen“, bis er seine Höhenangst überwindet, weil
    ihm das ertrinkende Kind so leid tut, und dann springt er
    endlich.
    Geht, aber auch irgendwie ein wenig kitschig, oder? Variante 3:

    Er springt ohne zu zögern und ohne richtig hinzusehen, ist wie
    in Trance, und als er später die Brücke sieht, kann er nicht
    glauben, daß er da runtergesprungen ist.
    Wie sagte Oliver Kahn? Wir brauchen Eiäär...also lass den juten Mann springen und sich anschließend auf die Schulter klopfen :-) Variante 4:

    Kenne ich nicht.
    Wie wärs mit:

    Er bleibt stocksteif auf der Brücke stehen, lässt das Kind ertrinken und stürzt sich 4 Wochen später aufgrund der Schuldgefühle, die ihn plagen, selber von eben dieser Brücke... Danke!
    Bitte!

    • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Ich hab da noch mal ne Frage...

      Hallo,en. Variante 2:

      Er versucht es mehrfach, und sagt sich immer wieder: „Ich MUSS
      das jetzt schaffen“, bis er seine Höhenangst überwindet, weil
      ihm das ertrinkende Kind so leid tut, und dann springt er
      endlich.
      Geht, aber auch irgendwie ein wenig kitschig, oder?
      Abgesehen davon, dass das Kind zu diesem Zeitpunkt schon längst ersoffen ist (falls es sich nicht gar um eine Brücke über einen Fluss handelt, da gehts noch schneller).
      Er bleibt stocksteif auf der Brücke stehen, lässt das Kind
      ertrinken und stürzt sich 4 Wochen später aufgrund der
      Schuldgefühle, die ihn plagen, selber von eben dieser
      Brücke...
      Das hat was.

      Gruß
      Elke

      • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Ich hab da noch mal ne Frage...

        Hallo Elke! Er bleibt stocksteif auf der Brücke stehen, lässt das Kind
        ertrinken und stürzt sich 4 Wochen später aufgrund der
        Schuldgefühle, die ihn plagen, selber von eben dieser
        Brücke...
        Das hat was.
        Du könntest Recht haben, so was wäre, jedenfalls in KINDERBÜCHERN, mal ein neuer Stil. Aber in meine Geschichte paßt es nicht rein, die beiden sollen ja später Freunde werden und Abenteuer erleben.

        Grüße

        Andreas

        • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Ich hab da noch mal ne Frage...

          Das es sich bei Deinem unvollendeten Werk um ein Kinderbuch handelt, war mir nicht klar. Kinder sind noch nicht so kritisch, bei denen kannst du alle Varianten nehmen, Hauptsache die Geschichte hat ein Happy End :-) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

          • Antwort von nach 22 Stunden 0 hilfreich
            Einspruch!

            Hallo, Das es sich bei Deinem unvollendeten Werk um ein Kinderbuch
            handelt, war mir nicht klar. Kinder sind noch nicht so
            kritisch, bei denen kannst du alle Varianten nehmen,
            Hauptsache die Geschichte hat ein Happy End :-)
            tut mir leid, aber dem muss ich widersprechen!

            Gerade Kinder, die gerne und viel lesen bzw. sich vorlesen lassen (und ich gehe jetzt frech davon aus, dass es sich um ein längeres - sprich: eher für lesefreudiges Publikum gedachtes - Machwerk handelt), sind äußerst kritisch, was logische Brüche in der Geschichte angeht.

            Natürlich können Kinderbücher vollgepackt mit phantasievollsten Abstrusitäten sein - solange sie in sich logisch sind!

            Beste Grüße

            =^..^=
            Katze

            PS: Ich plädiere für Varante 3 - und sei es auch nur, damit der Wasserplanscher nicht während der Bedenkzeit wegblubbert... ;o)

            • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
              Re: Einspruch!

              Hallo!

              Ja, stimmt, sehe ich auch so.

              Grüße

              Andreas

    • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Ich hab da noch mal ne Frage...

      Hallo Amorphist! Er traut sich nicht, so sehr er es auch versucht, weil die
      Brücke so hoch ist, daß ihm schon schwindelig wird, wenn er
      nur nach unten sieht, und deshalb verliert er das
      Gleichgewicht und fällt ins Wasser.
      Finde ich doof. Eine Brücke hat doch in der Regel eine
      Brüstung.
      Natürlich. Er klettert über die Brüstung und dann traut er sich nicht, zu springen.

      Grüße

      Andreas

  2. Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
    Re: Vorschlag für eine Fingerübung

    Hallo Andreas,

    nur eine Idee:

    Sieh Dir den Beginn des Films "Die Rückkehr" von Andrej Swjaginzew http://www.amazon.de/Die-R%C3%BCckkehr-Return-Wladim... an und schreibe die Eingangsequenz aus der Perspektive von Iwan http://www.dieterwunderlich.de/Swjaginzew_rueckkehr.....

    Dann denk noch mal über die Perspektive Deines Protagonisten nach, die sich daraus ergebende mögliche Handlungsweise & mach Dich ans Werk.

    Viele Grüße
    Diana

    • Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Vorschlag für eine Fingerübung

      Hallo Diana!

      Scheint ein toller Film zu sein. Zweimal steht der Junge auf der Plattform, und will springen. Zweimal hat er ein Motiv. Aber er springt trotzdem nicht, wenn ich richtig gelesen habe, oder? Ich weiß leider nicht genau, wie mir das weiterhelfen könnte.

      Trotzdem danke für die sehr gut passenden Links.

      Grüße

      Andreas



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