Scifi-Kapitelfragment

Hi.

Ein Profi-Romanautor meinte, dass der Stil meines ersten unvollendeten Romanversuchs zu künstlich sei und die Hauptperson nicht tief genug charakterisiert. Könne da was dran sein? Es geht im folgenden um eine chinesische CIA-Agentin, die auf einen chinesischen Wissenschaftler angesetzt wird, um ihm Geheimnisse zu entlocken.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Romananfang:

Shanghai, 6. Oktober 2045

Liao stand ein paar Schritte neben dem Dancefloor. Sie war nervös. Sie lächelte, um das zu verbergen.
Ihr Dress für diesen Abend: ein silberglänzendes tailliertes Trash-Jäckchen. Hautenge bordeauxrote X-Ray-Jeans mit diversen Löchern auch im Hüftbereich. Schwarzweißgestreifte HiHeels von Kawakura. Für Liaos Verhältnisse ziemlich moderat. Aber effizient. Ihr schwarzes Haar – im androgynen Bubi-Look – war metallisch blau gesträhnt. Ihre silberne Stirnlocke war ein Versprechen ohne Worte. Ihr Gesicht war der Hingucker in der Redaktion des Edell-Love und ein Magnet für schönheitsvernarrte Fotografen.
Ihre Augen: eine Katze. Na ja, Katzen kratzen.
Ihr Mund: Kirschen in Chateau Haut-Brion, Premier Cru.
Ihre Figur: alle Teufel.
Natürlich: die Foto-Typen hatten auch ihren süßen Arsch im Visier. Die Foto-Typen waren sympathisch und gut fürs Lamouren, aber nichts Ernstes. Nicht mal die Sache mit Yong, der sehr an ihr hing. “Ich … liebe … dich”, stöhnte er immer, wenn er in ihr kam. Liao haßte Liebesgesülze, egal unter welchen Umständen.
Geschwätz von Ferngesteuerten.
Sie lächelte nicht mehr.
Sie sah um sich.
Der kleine Floor war voll mit tanzenden Männern und Frauen. Andere Gäste standen um sie herum oder saßen in Sesseln und gaben sich wichtig. Das erinnerte an einen Houseclub für Yuppies. Nur daß es hier noch schlimmer war. Nichts ist lächerlicher als das Publikum einer Vernissage. Liao gefiel aber der Sound. Die Lightshow. Der charismatische DJ. Das war erste Sahne. Das war typisch für den Vernissagestil der Galerie Kun Iam in der Nanjing Lu im Zentrum von Shanghai, unweit der Science-Fiction-Bombast-Uferpromenade, die alle Welt als Bund kennt. Im Kun Iam war heute der Operator zu Gast – ein Gravitationszentrum für Societypeople, Geschäftsleute und Presse.
Liao kniff kurz die Augen zusammen, denn der DJ verschärfte die Lights. Grell funkelnde Laser-Galaxien, zwei Meter im Durchmesser, wirbelten über den Köpfen der Tänzer, drangen ineinander und verschmolzen in einem kaskadensprühenden Armageddon. Mit vier, fünf Schritten war Liao am Dancefloor. Ihre Moves glitten wie Wellen durch ihren Körper. Ihr Becken bearbeitete einen imaginären Phallus. „… high-high-high …” Die Maschinen stöhnten. “High-high-high … love-love-love …“. Der Floor bebte. Die Vibes strömten. Für Momente bildeten die Tanzenden eine Einheit.
Wieder ein kurzes Lächeln. Nur kurz. Sie wusste, daß Blicke auf sie gerichtet waren. Sie wusste, daß eine tanzende Frau erotischer wirkt, wenn sie nicht lächelt. Die Männer um Liao herum: sehr angerührt von ihrer Figur und ihren Moves. Auch jener Mann mit seinem Champagnerglas drüben an der Bar. Sie blinzelte ab und zu in seine Richtung. Möglichst unauffällig.
Er war auf sie aufmerksam geworden.
Für ihn hatte sie getanzt.
Entdeckt hatte sie ihn schon, während eines Wortwechsels mit der Galeristin, vor einer Viertelstunde, als er kurz nach ihr in der Galerie eintraf. Sie hatte ihn heimlich gecheckt. Daß er einen antitelepathischen Mentalschirm, verborgen unter dem Hemdkragen, um den Hals trug, war von vornherein klar gewesen und störte Liao auch nicht. Der Detektor in ihrer Rolex hatte nur dieses Gerät angezeigt. Darüber hinaus war der Mann sauber. Keine Wanze in seinem dunklen Abendanzug, in der schwarzweiß gemusterten Krawatte oder sonstwo an seinem Körper. Er sah nicht so übel aus. Er hatte irgendwie etwas.
Sie war froh darüber.
Der Samadhi-DJ trat auf die Bremse. Liao ging zurück zu dem Tischchen, auf dem ihr Weinglas stand. Zwei Männer lächelten ihr zu. An der buntspiegelnden Bar stand immer noch der champagnersüffelnde Grund für Liaos Anwesenheit.
Zheng Hua.

Hi.

Ein Profi-Romanautor meinte, dass der Stil meines ersten
unvollendeten Romanversuchs zu künstlich sei

Hallo, ich würde das noch ergänzen wollen um das Prädikat „unverständlich“.

Schreibstil ist etwas individuelles. Ob nun künstlich oder detailverliebt,
oder wie auch immer man einen Stil charakterisieren will, kann man ihn nicht so einfach mit einem Schubladenstempel versehen.

Bei aller Individualität sollte aber die Verständlichkeit nicht leiden. Was ich meine ist hier, dass der Lesefluß vorhanden sein muss.
Diesen vermisse ich aufgrund der vielen Slangbegriffe.

Ich spreche gut englisch und weiss viele Begriffe zu deuten, dennoch hindern sie mich, das Wesentliche des Textes zu erfassen. Es ist für mich anstrengend gewesen dies zu lesen.

Zu viele unwichtige Details mit unverständlichen Begriffen garniert.
Wobei ich gerne zugeben will, dass ich die Bar bildich vor Augen hatte.
Ich hoffe ich war nicht zu destruktiv mit meiner MEinung.
Mit freundlichen Grüßen Rumburak
Analleunterbeantworter: ichhabenurmeineunmaßgeblichepersönlicheMeinunggeäußert.

hallo,

ich würde das noch ergänzen wollen um das Prädikat
„unverständlich“.

Und ich um den Begriff „Länge“. Es zieht sich, ohne dass etwas Wichtiges gesagt wird.

Analleunterbeantworter:
ichhabenurmeineunmaßgeblichepersönlicheMeinunggeäußert.

An Dich: Ich würde gerne ein Sternchen geben, aber irgendwie gehts nicht.

lg
Tina

Hallo,

wie jeder Schreibstil höchst individuell ist, ist auch meine Krtik höchst individuell!

Für mich fehlt es am Lesefluß.

Zuviele Details, die ich gar nicht wissen will.
Ich will mir meine eigenen Vorstellungen von dem was ich lese machen können und keinen Aufgezwungenen Film im Kopf haben.

grüße
dragonkidd

An Dich: Ich würde gerne ein Sternchen geben, aber irgendwie
gehts nicht.

lg
Tina

Hallo Tina, hab mir ein * selber gedruckt an an meine Wand gepinnt.
DAAAANKKEEEEEE
lg rumburak

Hi
da habe ich gerade deutlich unverständlicheres und nicht minder gestelztes von einem der „neuen superstars des science-fiction“ (NYTimes über Ch. Stross) gelesen. Accellerando. Ich finde dieses Morse-ähnliche Satzstakkato ziemlich nervend, die manirierte Ausdrucksweise auch, aber gegen Stross ist das echt harmlos…
B

Ellroy-Einfluss
Hi.

Accellerando. Ich finde dieses Morse-ähnliche Satzstakkato
ziemlich nervend, die manirierte Ausdrucksweise auch, aber
gegen Stross ist das echt harmlos…

Tja, war damals unter Ellroy-Einfluss und wollte das Staccato erst noch viel konsequenter durchziehen. Ich schreibe jetzt aber anders. Danke für den Hinweis auf Stross.

Zu Ellroy aus einer amazon-Rezension:

„An James Ellroy scheiden sich die Geister und zwar nicht nur krimimäßig, sondern ganz allgemein auf literarischer Ebene. Sein charakteristischer Stil, geprägt von kurzen stakkatohaften Hauptsätzen und Wiederholungen in Endlosschleife…“

Gruß

Besten Dank
Hi und danke für die Antwort, ansonsten siehe Re weiter unten.

Gruß

Hi.

finde einfach deinen eigenen Stil und überlaß alles andere den anderen. Sonst brauchst du nicht zu schreiben.

Grüße