Der Nikolaus
Das Jahr vergeht, es stürmt und schneit,
und Einzug hält der Winter.
Der Niklaustag ist nicht mehr weit,
`drauf freu’n sich alle Kinder.
Zwei Rappen laufen im Galopp,
St. Niklaus spornt sie an.
Ein Schneesturm weht, bringt sie zum Stopp,
der Weg zum Ziel ist lang.
Er findet in der Dickung Schutz
und läßt die Tiere stehn,
wischt ab den Schnee, das Eis und Schmutz,
will sein Gespann besehn.
Am Schlitten ist die Kufe los.
„Ich hab’s mir schon gedacht!
Wo krieg ich her den Schlosser bloß,
in dieser Sternennacht?“
Das Christkind lenkt zum Jagdhaus ihn,
dort schläft ein Jägersmann,
der eilt mit Nägeln, Hammer hin,
beweist, daß er was kann.
Bergab geht’s nun durch’s tiefe Tal
und über Stock und Stein.
Die Pferde fallen schnell in Trab,
das Dorf soll Zielort sein.
Erleuchtet sind die Fenster all’,
man wartet schon auf ihn.
Nun klingelt er und wirft mit Knall
Süßes zur Stube hin.
Zimtsterne duften aus dem Sack,
die Englein buken sie;
trägt Naschwerk, Nüsse, huckepack,
Bücher und Poesie.
Erfreut hat er manch’ Kinderherz
an diesem Brauchtumstag.
Wehmütig denk’ ich oft mit Schmerz
an meinen Niklaustag.
(gedichtet von Eurer Rosa)
