König Friedrich II. von Preußen, der Alte Fritz, wurde auch der „Kartoffelkönig“ genannt, weil er nämliche Ackerfrucht seinen Untertanen zur Nahrung empfahl.
In seinem Schloss Sanssouci („Schloss Sorglos“) bei Potsdam unterhielt er das sogenannte Tabakskollegium, dem auch der große Voltaire angehörte, ein überaus scharfsinniger, zugleich aber eitler und selbstgefälliger Franzose, der sich selber schlichtweg für das glänzendste Geisteslicht seiner Epoche hielt.
Einmal wurde er vor den versammelten Tabakskollegen vom König aufgefordert zu schätzen, wieviel Pfund Kartoffeln wohl insgesamt auf allen Äckern im gesamten Königreich Preußen von den Stauden hingen. Er sei Geistesgelehrter und kein Kartoffelbauer, entgegnete Voltaire indigniert, woher solle er so etwas wissen?
Das könne sogar sein Pferd beantworten, spottete Friedrich, demzufolge müsse sein Reittier wohl schlauer sein als der gelehrte Monsieur.
Voltaire schäumte vor Zorn, aber da der König auf einer Antwort bestand, rief er zuletzt : seinetwegen mögen es eben einige tausend mal tausend Pfund sein, weiß der Kuckuck, parbleu!
Daraufhin ließ Friedrich sein Reitpferd in den Saal führen und ihm einen Scheffel Hafer vorschütten, und stellte ihm die gleiche Frage : die Anzahl der übriggebliebenen Körner mal tausend sollte als Antwort gelten. Das Pferd fraß, wie nicht anders zu erwarten stand, den Hafer auf und ließ kein einziges Korn übrig.
Freilich hatte sich Friedrichs Pferd damit für klüger erwiesen als der eitle Franzose : keine einzige Kartoffel hing in Preußen von einer Staude, weil sie nämlich auch dort unter der Erde wachsen wie überall anderswo.
Voltaire aber, über die unerhörte Vorführung empört, verließ Potsdam bald darauf und kehrte heim nach Paris und ließ sich nie wieder blicken, und das reute den Alten Fritz später doch einigermaßen.
Nette Geschichte! owT
OwT