hallo ihr lieben,
ich schreibe seit ca. 15 jahren jährlich einen rundbrief an freunde und bekannte mit anekdoten und kindermund aus meinem leben.
er gefällt vielen so gut, dass sie meinen, es würde andere leute auch interessieren und sei lustig.
so habe ich gestern mal versucht, einen typischen tag aufzuschreiben.
mir gefällt das nicht besonders gut. irgendwie lief es gestern nicht und ich finde es mäßig lustig. im gegensatz zu anderen lesern. manchmal finde ich meine sachen lustiger. woran liegt das?
was meint ihr? wo gibt es tips und tricks? es gibt doch sicher methoden, wie man z.b. eine kolumne aufbaut?
hier der text.
danke,
tilli
Kolumne I : Ein unwilliger Kia ohne Schnee
Nun ja,
ein Wintertag mit ohne Schnee. Aber mit Eis. Das bedeutet: Kinder aus dem Haus werfen und Schlittschuhe hinterher. Wir gehen aufs Eis. Die Wettern am Elbearm ist zu gefroren und das will hier oben im Norden schon was heißen.
Zuvor noch ein paar Zeilen zu dem neusten Projekt in den Rechner gehackt, während die Sonne durchs Fenster auf den Pelz brennt. Stille bei den Kindern. Das ist auffällig, denn eigentlich sollten sie ja rasch den Tisch abdecken, damit wir zeitig loskönnen.
Der Gatte ist längst aus dem Haus gekrochen. Die Bandscheibe. Die hat er sich verrenkt, als er versucht hat, den gefrorenen Winterreifenstapel vom Boden aufzuheben. Nachdem das misslungen war, hat er den Stapel dann mit dem Spaten vom Boden gehebelt, aber für die Bandscheibe war es zu spät. Während er mit standing ovations nach der Weihnachtspause im Büro empfangen worden ist, kann er kaum am nächsten Tag fehlen. Zumal es zu Hause mit dem umherliegenden Spielzeug nur unwesentlich ungefährlicher ist.
Immerhin habe ich einen Termin zum Winterreifen aufziehen. Das ist irgendwie sicherer, im Winter.
Der Text ist fertig, ich bin nur etwa 11 Mal gestört worden. Eine Verabredung zum Schlittschuhlaufen getroffen. So schnell geht es sonst nicht. Bestens gelaunt treibe ich die Kinder zusammen. Diesen fallen nur wenige Dinge ein, die sie jetzt noch rasch erledigen müssen.
Aber nach kaum einer halben Stunde sitzen alle fünf im Auto. Zwei-, Dreimal setzen sie sich und müssen doch wieder aussteigen. Denn Schlittschuhe, Schlitten, Handschuhe, Mützen müssen schon mit. Und werden alle mit einem eigenen Gang ins Haus geehrt.
Währenddessen kratze ich ein wenig an der Scheibe herum. Zugefroren. Von innen (igitt) und außen. Schabschab.
Die Kinder sitzen. Alles im Auto, Eis auf der Scheibe. Mit leichtem Blubbern springt der Wagen an. Die Sonne taucht die Straße in dichten Nebel. Zu wenig gekratzt. Mist. Kurz an die Seite gefahren und weitergekratzt. Freie Sicht gewährleistet, steige ich ein. Blubb. Macht der Motor. Nein, mir ist kalt. Ich mach Pause. Mist. Doppelmist. Die Kinder lesen und treten sich, während dich den Freund zum Überbrücken herbitte. Er kommt, leider aber kommt sein Benziner gegen meinen Diesel nicht an. Eins zu Null für uns. Der Postbüdel kommt und ist gottseidank so nett, seinen Bus zu wenden… und erfolglos Starthilfe zu geben.
Der Motor macht den Anlasser alle. Nein, heut will ich nicht. Gatten anrufen. Was tun? Winterrreifenwechsel absagen? Nein, noch nicht. Außerdem warten die eh nicht auf mich 
Die Freunde holen ihr Auto und das Wohnmobil. Viele Leute brauchen viele Sitze. Die Kinder gehen wieder nach Hause und lassen sich auf der Fußbodenheizung zum Auftauen fallen. Es klingelt. Alle anziehen. Es geht los. Aber es ist nur der Sohn der Freunde. Das Wohnmobil springt nicht an. Heiterkeit. Die Überbrückungskabel seien in meinem Auto. Ahem. Die Kinder liegen wieder auf der Fußbodenheizung. Ich händige den Schlüssel aus.
Wir fahren los, wir laufen Schlittschuh. Ein schöner Tag.
Abends kommt der Göttergatte mit den heilenden Händen heim. Er schwankt zu meinem Auto… holt Batterien und Utensilien. Der Kia läuft wieder. Stolzer Vater.
Grad rechtzeitig noch zum Winterreifenwechsel fahren. Ich brause durch die Nacht. Vor der Kreuzung zum Winterreifenwechsler steht quer eine Polizei mit Blaulicht. Dahinter liegt die Tanke im Dunkeln. Davor ein verfrorenes Männlein, das nur auf mich gewartet hat.
Der Lichtmonolith (wieder was gelernt!) der Tankstelle, wo die Preise drauf sind, sei abgebrannt. Welch eine Schau. Aber ich – zu spät. Jedenfalls wurde gleich die halbe Straße entstromt. Aber Winterreifen kann man auch mit Taschenlampe wechseln. Das tun sie dann. Ein Freund gibt Licht. Ich gebe die Dose mit den Muttern für die Reifen. Stirnrunzelnd wechseln sie die vereisten Reifen mit den ungleichen Muttern. Man kann sehen, was in den Köpfen gedacht wird. Sie sind fertig. Die Sommerreifen kommen in den Kofferraum.
Endlich der Rückweg. Dass auf halber Strecke die Kofferraumklappe sich öffnet, ist der Schlusspunkt des Tages.