Mein Freund, nennen wir ihn Thomas, obwohl der Name egal ist, hatte Probleme mit der Potenz. Er war schon etwas in die Jahre gekommen, und das beste Stücke zeigt immer mehr Neigung, der Schwerkraft zu gehorchen.
Eine Untersuchung beim Hausarzt erbrachte einen normalen körperlichen Befund, es wurde auf eine seelische Verklemmung getippt. Thmoas begab sich daher zum Professor Dr. med. zerstreut T. U. Nichtgut. Dieser händigte ihm eine Salbe aus, zum Auftragen auf die Bauchregion. Aber auf keinen Fall unterhalb der Gürtllinie anzuwenden !
Nun kam es, dass Thomas eine neue Freundin fand, die dem geschlechtlichen Zusammensein sehr positiv gegenüberstand. Während es beim Thomas nicht immer so stand, so gut, meine ich.
Natürlich fiel ihm die Salbe ein, die ihm zu höchster Manneskraft verhelfen sollte. Beim nächsten trauten Beisammensein murmelte er etwas von „mal was neues probieren“ und klatschte sich eine ordentliche Handvoll Salbe – auf sein bestes Stück. Das war ein Fehler ! Das Mittel war zwar erprobt, aber nicht so bekannt. Sonst hätte Thomas gewusst, dass sr zwar die Durchblutung steigert, aber an empfindlichen Körperstellen zu einem mordsmäßigen Jucken und Brennen und Anschwellen führt.
Nachdem Thomas seine Stimmbänder vor allem in der tiefen Tonlage –„uuuuuhhhhh“ und „grrrrr“ trainiert hatte, normalisierten sich nach zwanzig Minuten Puls, Blutdruck und Atmung etwas. Die Schwellung ging nicht weg, was seine Freundin recht interessant fand.
Er wurde also zu etwas aufgefordert, dass dem geneigten Leser die Schamesröte ins Gesicht treibt. Evtl., unter Umständen, gewissermaßen hätte sie daran denken sollen, ein Tuch zu benutzen, um sein gutes Stück endgültig von der Salbe zu befreien. In ihrer (Pfui-Wort) zog sie ihn über (zensiert). Das war keine so gute Idee. Sie hatte das Gefühl, einen glühenden Pfahl in ihrer Mumu zu haben.
Die garstige Folge war ein veritabler Krampf, der ihn an/in Ort und Stelle hielt.
„Das gibt Rache, du Grobian.“
Schlecht, ganz schlecht ! Frauen können zur Furie werden ! Sie griff sich die Wundercreme, schmierte sich den Mittelfinger dick ein, und tastete sich zu seinem verlängerten Rücken vor. Als sie seine Pobacken auseinander drückte, schwante ihm schlimmes. Aber er steckte ja fest. Eine Minute später fühlte er sich sehr an die Musterung bei der Bundeswehr erinnert. Aber da hatte der Stabsarzt wenigstens nur einen Finger eingeführt. Hier dachte er eher an einen glühenden Lötkolben…
Nachdem sich Schleimhaut und Gemüter beruhigt hatten, kamen beide zum Schluß, dass etwas getan werden müsse. Er steckte immer noch fest. Ein Krankenwagen musste her. Das war kein Problem, das Handy lag ja auf dem Nachttisch.
Zugleich wurde ein Streifenwagen angefordert. Die Haustür musste eingetreten werden, da ja niemand öffnen konnte.
Die Rettungssanitäter waren auch schnell da, leider konnten sie nicht helfen. Es musste eine krampflösende Spritze gegeben werden. Das durfte aber nur ein Arzt. Also wurde der Notarzt nachgefordert, und alles wurde gut.
Na ja, fast. Nachdem der Notarzt die Spritze gesetzt hatte, rutschte er auf der Tube mit der vermaledeiten Creme aus. Er landete mit dem Kopf im Blumentopf, der aber nichts weniger als eine Blume einhielt. Nein, es war ein Kaktus, eher bekannt als Schwiegermuttersitz. Dessen Stacheln zierten nun das Gesicht des Notarztes.
Also musste ein zweiter Notarzt her. Dieser wurde mit den Worten „der Notarzt hat einen Schwiegermuttersitz im Gesicht“ angefordert. Die Leitstellte beschloß daraufhin, den anrufenden Sanitäter nach dessen Rückkehr auf Alkohol und Drogen testen zu lassen.
Irgendwie schafften es alle Beteiligten, dass der lädierte Notarzt tatsächlich ins Krankenhaus expediert wurde.
Auf dem Weg von der Notaufnahme zur Hautklinik traf der Notarzt auf Herrn Prof. Dr. T. U. Nichtgut. Der staunte nicht schlecht, als er den Kollegen so sah. In bestem Dialekt sagte „Ja was denn, Herr Kollega, sie schaun’s ja aus wie einer von denen Klienten, denen ich immer diese guate Salbe verschreibe. Wenn die sich des an die falsche Stelle wischen, i sag’s ihn’a, da könnens Geschichten erleben…“
Drei Pfleger waren notwendig, um den Notarzt zu bändigen. Der Professor brauchte eine längere zahnmedizinische Behandlung, die inzwischen abgeschlossen ist. Die Rippenbrüche sind verheilt, und den Rollstuhl kann er auch bald verlassen.
Moral von der Geschichte: pass bloß auf, wo du was hinschmierst !
Gruss
Andreas aus Lübeck
