Das Herrscherschwert

Hallo alle miteinander,
ich habe kürzlich beschlossen, ein Jugendbuch, genauer gesagt einen Fantasyroman, zu schreiben. Wenn mir genug dazu einfällt, würde ich das Buch, sofern es gut ankommt, auch zu einer Trilogie erweitern Der vorliegende Text ist der Prolog zum Buch (mehr habe ich auch noch nicht geschrieben, aber da sollte morgen mehr nachkommen, ich habe ja noch 4 Wochen Sommerferien). Ich wüsste gerne mal eure Meinung dazu und freue mich immer über konstruktive Kritik.
Euch allen viel Spaß beim Lesen!

lg Leon

PS: Mit einem kleinen Hinweis auf mein Alter möchte ich die anspruchsvollen Leser unter euch bitten, nicht gleich an die Decke zu gehen, wenn ihr den Text schlecht findet. Ich weiß selbst, dass mein Text weit von der Perfektion entfernt ist. Es ist einfach nur ein erster Entwurf und jeder Autor hat mal klein angefangen.

PROLOG

Vacatanien, einen Tag vor dem Beginn des dritten Zeitalters

Es war ein heißer Sommertag, als sich die Armeen der Menschen und Hist auf der Ebene von Ankratos gegenüberstanden. Über viele Jahre hinweg hatte ein heftiger Krieg zwischen den Hist, grobschlächtigen Wesen aus dem an Vacatanien grenzenden Frodfell, und den Menschen getobt. Die Körperhaltung und die Gangart der Hist ähnelte der von Menschen-affen, doch ihre geschuppte Haut ließ eher an Reptilien denken. Aus ihren Rücken wuchsen ihnen mit zunehmendem Alter längliche, gebogene Stacheln aus der Wirbelsäule. Hist mit
langen Stacheln besaßen aufgrund ihrer enormen Lebenserfahrung unter Ihresgleichen ein besonders hohes Ansehen und nahmen eine wichtige politische Stellung in der patriarch-ischen Gesellschaft der Hist ein. Ihre Gesichter verbargen die Hist hinter rostbraunen Masken, die entfernt an zurückgebogene Palmenblätter erinnerten. Niemand außer den Hist selbst kannte den Grund dafür und genaugenomen wollte ihn auch niemand wirklich wissen, da man hinter den Masken der Hist etwas abstoßendes, hässliches vermutete. Abgesehen davon, wie man Hist am besten tötete, wollte der Großteil der Menschen in Vacatanien sowieso nichts über sie wissen. Und für das Blutbad, das die Armee der Menschen nun anrichten wollte, reichte dieses Wissen auch vollkommen aus. In der ersten Reihe, bewaff-net mit einer Lanze und einem gegürteten Kurzschwert, einen hölzernen Rundschild auf den Rücken gebunden, stand Brock, ein junger Krieger, der sein Heimatdorf verlassen hatte, um gemeinsam mit den anderen Soldaten, es waren etwa 35.000 Mann, die Hist für immer aus Vacatanien zu vertreiben. Keine 20 Fuß rechts von Brock, Umgeben von seiner Leibgarde und einem Bannerträger, stand Thorf, der König von Vacatanien. Er hatte Herolde in die entlegensten Winkel des Landes gesandt, um nach freiwilligen zu suchen, die sich hier mit ihm gegen die Hist stellen wollten. Doch hier stellte sich heraus, dass die Hist hoffnungslos in der Überzahl waren, doch dass war noch lange nicht das Schlimmste: Ihre Armee wurde angeführt von Nagrond-dem grausamen Anführer der Hist, der das legendäre „Schwert der Herrschenden“, eine magische Klinge, die seit Menschengedenken von den Königen Vacataniens geführt wurde, um das Land gegen Feinde zu verteidigen, sowohl nach innen, als auch nach außen, führte. Nagrond hatte eine Gruppe Assassinen in den Königspalast in Talaroth, der Hauptstadt Vacataniens, geschickt, um das Herrscherschwert zu stehlen. Es war ihnen gelungen, den Wächter des Schwertes, Berin zu töten und mit dem Herrscher-schwert zu fliehen. Mit dieser machtvollen Waffe in Nagronds Hand bestand nur wenig Hoffnung für die Vacatanier. „Menschen Vacataniens!“, rief König Thorf. „Menschen Vacataniens! Vor uns liegt eine Schlacht, wie es sie in der Geschichte unseres Landes nur einmal gegeben hat. Damals, in der Schlacht von Talaroth hatten wir Vacatanier das Herrscherschwert. Das war vor 20 Generationen, als unsere Vorfahren die Dyrr vernichte-ten. Heute sind wir in der Unterzahl und die Hist, diese stinkenden, buckligen Ungetüme kommen, uns mit dem heiligen Schwert unserer früheren Könige zu schlagen. Doch ich sage euch, haltet stand, Menschen Vacataniens! Sie mögen mehr sein als wir, doch wir haben etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt: Unsere Heimat, unsere Zukunft, unser Königreich!
Darum sage ich euch, Menschen Vacataniens: Haltet stand! Lasst sie kommen, lasst sie brüllen, doch haltet stand und kämpft! Wenn ihr heute mit Tapferkeit und Siegeswillen in die Schlacht zieht, so verspreche ich euch, dass ihr selbst über den Tod hinaus weiterleben werdet! Man wird sich eures Mutes erinnern! Möge dies die Stunde sein, da sich unsere Klingen rot färben vom Blute unserer Feinde! Für Vacatanien!“ „Für Vacatanien!“, riefen die Soldaten Vacatnaiens, die an Thorf’s Lippen gehangen hatten, im Chor und marschierten los… Immer schneller wurden sie und Brock, der die Lanze gesenkt hatte, war mittendrin. Nun gab es kein Zurück mehr für ihn. Nun musste er kämpfen. Brock sah, wie die Hist nun ebenfalls losmarschierten und rasch Tempo ausnahmen und bei diesem Anblick spürte er das Adrenalin in sienem Körper, das Blut stieg ihm zu Kopfe und er fühlte sich voller Energie. Er erkannte, dass die erste Reihe aus Berittenen Hist bestand, die auf Wargen, den gefürchteten Wölfen Frodfells, ritten. Brock hob die Lanze ein wenig an, nur noch zwanzig Schritt trennten ihn von den Wargreitern-dann prallten die beiden Heere aufeinander…

Hallo Leon,

Wenn mir genug dazu einfällt, würde ich das Buch, sofern es gut ankommt, auch zu einer Trilogie erweitern

in Hinblick auf Dein Alter möchte ich mich ausnahmsweise nur positiv äußern: Ich bewundere Deinen Ehrgeiz und Dein Selbstvertrauen!

Zum Inhalt schweige ich ausführlich… ;o)

Grüße

=^…^=

Hallo!

Ich finde es gut, dass du in deinem Alter schon so schreibst, und ich finde es mutig, den Text hier zu veröffentlichen.

Du möchtest Kritik?

Ehrliche Kritik?

Nun, so leid es mir tut, aber dies ist ein gelungenes Beispiel für einen Text, in dem fast alles falsch ist, was ein Autor nur falsch machen kann.

Eine Handlung, der es ganz enorm an Spannung mangelt.

Wenig interessante Figuren.

Keine klar erkennbaren Konflikte und Handlungsmotive.

Stille, starre, bewegungslose Zustandsbeschreibungen.

Rückblenden, die nicht sein sollten.

Verschachtelte Sätze und ein holpriger Schreibstil.

Aber bitte ärgere dich nicht über die Kritik! Alle Autoren sind, wie du schreibst, klein angefangen und haben das Schreiben erst lernen müssen.

Mein Tipp: Üben, üben, üben!

Es gibt übrigens Ratgeber-Bücher dazu.

Und veröffentliche deine Texte ruhig weiterhin hier im Story-Brett, wir helfen dir gerne!

Viel Erfolg und liebe Grüße

Andreas

Hallo Andreas,
erstmal vielen Dank für deine Antwort.

Eine Handlung, der es ganz enorm an Spannung mangelt.

Gut, es ist zwar nur der Prolog, aber was könnte ich machen, damit er spannender wird? Es wäre mir wichtig, durch diesen Einblick in die Schlacht die wichtigsten Grundinfos zu geben, da auf diesen Ereignissen das restliche Buch basieren soll. Ich habe es mir so gedacht, dass Vacatanier erstmal recht alt aussehen und von den Hist nahezu abgeschlachtet werden, dann aber den Anführer der Hist mit 20 Mann angreifen, töten und ihm das magische Herrscherschwert abnehmen.
Damit gewinnen sie im Endeffekt doch noch einmal knapp die Schlacht.

Das im Prolog alles zus chreiben, hätte jedoch-für meinen Geschmack-den Prolog zu lang gemacht. Deshalb habe ich mir überlegt, dass man die weiteren Ereignisse der Schlacht im Laufe einer typischen Großvater-Enkel-Erzählstunde auflösen könnte (Großvater erzählt von der Schlacht, Enkel stellt Fragen).

Wenig interessante Figuren.

Die genannten Figuren (der Soldat Brock und König Thorf) sollen mit einigen anderen Soldaten, die dann auch noch Namen bekommen den Histanführer töten, sich später aber gegenseitig mit Gefolge darum bekriegen, wer der neue König von Vacatanien werden soll.prinzipiell könnte ich aber noch mehr Figuren mit Namen in den Prolog reinbringen.

Keine klar erkennbaren Konflikte und Handlungsmotive.

Konflikt: Hist vs. Vacatanier (=>Menschen)

Handlungsmotiv der Vacatanier: Die Hist haben ihnen das Herrscherschwert geklaut und sind in ihr Land eingefallen.

Motive der Hist: Wollen Macht über Vacatanien an sich reißen, suchen nach einer sagenumwobenen Reliquie ihres eigenen Volkes, wollen daher die Vacatanier aus dem Weg räumen.

Stille, starre, bewegungslose Zustandsbeschreibungen.

Was genau könnte ich besser machen? Vllt Landschaft und die Soldaten, die Stimmung und Atmosphäre detailierter beschreiben?

Rückblenden, die nicht sein sollten.

Dann werde ich die Rückblenden wohl weglassen.

Verschachtelte Sätze und ein holpriger Schreibstil.

Ich werde die langen Sätze in mehrere kleine unterteilen oder einfach Teile streichen.

Bitte antworte schnell, damit ich so bald wie möglich die überarbeitete Version posten kann!

lg Leon

Hallo Leon!

Jetzt bin ich aber positiv überrascht. Du kannst mit Kritik umgehen, und das können nicht viele.

Gut, es ist zwar nur der Prolog, aber was könnte ich machen,
damit er spannender wird?

Spannung entsteht aus Konflikten.

Dafür gibt es eine einfache Formel: Figur + Motiv + Hindernis = Konflikt.

Hier ein Beispiel, lies dir das mal bis zu Ende durch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Varusschlacht

Die Formel für Spannung wird sofort deutlich:

Figur: Arminius
Motiv: Verhindern, dass die Römer sein Gebiet erobern
Hindernis: Römer sind in der Überzahl

Arminius ist in der Klemme. Er MUSS die römische Eroberung verhindern, andernfalls wären die Folgen undenkbar. Aber das Heer der Römer scheint unüberwindbar.

Entsprechend spannend waren die Bücher, die später über diese Schlacht geschrieben wurden.

Frage an dich: WARUM dieser Krieg, von dem du schreibst? Wer ist der Anführer, und was ist sein Motiv? Warum MUSS er die Schlacht gewinnen? Und was ist das große, fast unüberwindbare Hindernis?

Es wäre mir wichtig…

Ist es auch dem Leser wichtig?

Einblick in die Schlacht die wichtigsten Grundinfos zu geben,
da auf diesen Ereignissen das restliche Buch basieren soll.

Infos muss man nebenbei geben. Der Leser will Handlung und Spannung, sonst kann er auch ein Lexikon lesen.

Ich habe es mir so gedacht, dass Vacatanier erstmal recht alt
aussehen und von den Hist nahezu abgeschlachtet werden, dann
aber den Anführer der Hist mit 20 Mann angreifen, töten und
ihm das magische Herrscherschwert abnehmen.

Warum tun sie das nicht sofort?

Das im Prolog alles zus chreiben, hätte jedoch-für meinen
Geschmack-den Prolog zu lang gemacht.

Richtig.

Prinzipiell könnte ich aber noch mehr Figuren mit
Namen in den Prolog reinbringen.

Bitte nicht! Mit „wenig“ meinte ich nicht die Anzahl der Figuren, sondern das Maß der Interessantheit. Was ist ihr Charakter, ihre große Stärke, ihre große Schwäche, ihre Leidenschaft? Denk an Hannibal Lecter oder Don Quijote!

Handlungsmotiv der Vacatanier: Die Hist haben ihnen das
Herrscherschwert geklaut und sind in ihr Land eingefallen.

Na ja, etwas dürftig, aber was soll’s. Dann lass es den Leser aber wenigstens klar und deutlich erfahren!

Motive der Hist: Wollen Macht über Vacatanien an sich reißen

Warum?

suchen nach einer sagenumwobenen Reliquie ihres eigenen
Volkes

Warum?

Stille, starre, bewegungslose Zustandsbeschreibungen.

Was genau könnte ich besser machen?

Charakterisieren durch HANDLUNG. Ich weiß, das ist leicher gesagt, als getan. Schreib nicht, dass er einen Schuppenpanzer HAT, sondern, was er damit TUT. Schreib nicht, dass er wie ein Affe DASTEHT, sondern, wie er mit Vorder- und Hinterhänden sich von Ast zu Ast schwingt. Schreib nicht, dass er Stacheln HAT, sondern, dass er damit am Türrahmen hängenbleibt. Schreib, wie er sich BEWEGT und HANDELT.

Dann werde ich die Rückblenden wohl weglassen.

Gut.

Ich werde die langen Sätze in mehrere kleine unterteilen oder
einfach Teile streichen.

Gut.

Viel Erfolg!

Bin schon gespannt auf die neue Version. Aber lass dir Zeit!

Grüße

Andreas

Ich habe es mir so gedacht, dass Vacatanier erstmal recht alt
aussehen und von den Hist nahezu abgeschlachtet werden, dann
aber den Anführer der Hist mit 20 Mann angreifen, töten und
ihm das magische Herrscherschwert abnehmen.

Warum tun sie das nicht sofort?

Weil sie erstmal an den Histanführer rankommen müssen. Der wird ja logischerweise (weil er ja der Anführer ist) gut beschützt und ist von einer Armee umgeben, die der der Vacatanier zahlenmäßig stark überlegen ist. Und der direkte Angriff gegen den Histanführer ist logischerweise ja auch mit Vorsicht auszuführen, da der ja wiederum das mächtige magische Herrscherschwert hat, mit dem er seine Feinde mühelos niedermetzeln kann.

Handlungsmotiv der Vacatanier: Die Hist haben ihnen das
Herrscherschwert geklaut und sind in ihr Land eingefallen.

Na ja, etwas dürftig, aber was soll’s. Dann lass es den Leser
aber wenigstens klar und deutlich erfahren!

Motive der Hist: Wollen Macht über Vacatanien an sich reißen

Warum?

Weil sie dort nach der Reliquie suchen wollen

suchen nach einer sagenumwobenen Reliquie ihres eigenen
Volkes

Weil diese große spirituelle und militärische Bedeutung für sie hat (ist auch eine sehr mächtige Waffe)

Bin schon gespannt auf die neue Version. Aber lass dir Zeit!

Mache ich! Und vielen Dank nochmal, dass du deine Zeit hier investierst! Du hast mir sehr weitergeholfen!

lg Leon

Hallo Leon!

Weil sie erstmal an den Histanführer rankommen müssen. Der
wird ja logischerweise (weil er ja der Anführer ist) gut
beschützt und ist von einer Armee umgeben, die der der
Vacatanier zahlenmäßig stark überlegen ist. Und der direkte
Angriff gegen den Histanführer ist logischerweise ja auch mit
Vorsicht auszuführen, da der ja wiederum das mächtige magische
Herrscherschwert hat, mit dem er seine Feinde mühelos
niedermetzeln kann.

Das ist gut! Wenn du das in den Text mit einbaust, z.B. als eine Unterhaltung unter den Heerführern, kann es den Leser packen.

(ist auch eine sehr mächtige Waffe)

Aha. DAS ist es also. Schildere, warum diese Waffe so mächtig ist, und der Leser wird sich dafür interessieren.

Du hast mir sehr weitergeholfen!

Danke, das höre ich gern!

Grüße

Andreas

Hallo nochmal,
ich habe mich nochmal ordentlich auf den Hosenboden gesetzt und die letzten Stunden tippend vor dem PC zugebracht. Hier das Resultat. Es ist zwar immernoch kein Meisterwerk, aber besser als das vorhergegangene.

lg Leon

PS: Ich bin noch mindestens bis Mitternacht hier, morgen habe ich den den ganzen Tag lang Zeit. Wann bist du morgen online? Wenn ich das wüsste, könnte ich meine Zeit entsprechend einplanen und wir könnten kritische Stellen vllt noch ein wenig besprechen.

Prolog-Version 2.0

Vacatanien, einen Tag vor dem Beginn des dritten Zeitalters

Es war ein heißer Sommertag, als sich die Armeen der Menschen und Hist auf der Ebene von Ankratos gegenüberstanden. Das Sonnenlich spiegelte sich auf den Helmen und Rüstungen der Krieger beider Armeen, die sich in langen Reihen etwa eine Meile entfernt von einander gegenüberstanden. Über viele Jahre hinweg hatte ein heftiger Krieg zwischen den Hist, grobschlächtigen Wesen aus dem an Vacatanien grenzenden Frodfell, und den Menschen getobt, doch nun sollte es zur großen Entscheidungsschlacht kommen. Die Menschen verachteten die Hist, die meistens auf den Hinterbeinen liefen , wobei sei, ähnlich wie manche Menschenaffen, ihre Vorderbeine zur Hilfe nahmen. Ihre rötliche, geschuppte Haut erinnerte stark an Reptilien, aber ihr Körperbau wies sie eindeutig als menschenähn-liche Geschöpfe aus. Neben der Gangart unterschieden sie sich nur noch durch länglichen, gebogene Rückenstacheln, die ihnen mit zunehmendem Alter aus der Wirbelsäule wuchsen. Hist mit langen Stacheln besaßen aufgrund ihrer enormen Lebenserfahrung unter Ihresglei-chen ein besonders hohes Ansehen. Sie nahmen daher in vielen Fällen eine wichtige politi-sche Stellung in der patriarchischen Gesellschaft der Hist ein oder wurden militärische Führer. Ihre Gesichter verbargen die Hist hinter rostbraunen Masken, die entfernt an zurück-gebogene Palmenblätter erinnerten. Niemand außer den Hist selbst kannte den Grund dafür und genaugenomen wollte ihn auch niemand wirklich wissen, da man hinter den Masken der Hist etwas abstoßendes, hässliches vermutete. Abgesehen davon, wie man Hist am besten tötete, wollte der Großteil der Menschen in Vacatanien sowieso nichts über sie wissen. Und für das Blutbad, das die Armee der Menschen nun anrichten wollte, reichte dieses Wissen auch vollkommen aus. In der ersten Reihe, bewaffnet mit einer langen Lanze, die er mit vor Stolz geschwellter Brust aufrecht hielt, und einem gegürteten Kurzschwert, stand Brock. Er war ein junger Krieger, der sein Heimatdorf verlassen hatte, um gemeinsam mit den anderen Soldaten, es waren etwa 35.000 Mann, die Hist für immer aus Vacatanien zu vertreiben. Keine 20 Fuß rechts von Brock, Umgeben von seiner Leibgarde und einem Bannerträger, stand Thorf, der König von Vacatanien und beriet sich mit seinen Feldherren. „Wir müssen mit allen Mitteln in Nagrond’s Nähe kommen und ihm das Herrscherschwert abnehmen.“, instruierte Thorf die Befehlshaber seiner Armee, wobei er am Griff seines Schwertes herumnästelte, in den Ein faustgroßer Rubin eingefasst war. „Nagrond wird gut bewacht werden, wahrscheinlich ist er umgeben von blutdurstigen Histors. Ich mache mir Sorgen, dass sie unsere Männer reihenweise abschlachten. Große Verluste können wir uns bei der Übermacht, die wir gegen uns haben, einfach nicht leisten!“, meldete sich ein kleiner, aber dennoch musuklöser Offizier zu Wort. Die Narben in seinem Gesicht zeugten von den früheren Schlachten, die er geschlagen hatte. Brock wusste, dass der Offizier Recht hatte. Die Histros-Leibwache bestand nur aus ausgewählten Histkriegern, deren Rückensta-cheln bis zur Hüfte reichten. Es wäre untypisch für Nagrond, den militärischen Anfürer der Hist gewesen, ohne seine Leibgarde in eine offene Feld-schlacht zu ziehen, egal wie überle-gen seine Streitmacht war. Unter den vacatanischen Soldaten war weithin bekannt, dass einige von Nagrond’s Leibwächtern das legendäre Herrscherschwert, eine mächtige magi-sche Waffe, die älter war, als Vacatanien selbst, aus dem Königspalast in Talaroth, gestoh-len hatten. Dabei hatten sie Berin, den Wächter des Herrscherschwertes, von hinten einen Dolch in den Rücken gerammt und ihn, mit dem Dolch im Rücken, liegengelassen. Als Soldaten ihn fanden, konnten sie nichts mehr für ihn tun. Dass sie das Herrscherschwert an die Hist verloren hatten, war ein herber Schlag für die Vatacanier gewesen, denn mit dieser machtvollen Waffe in ihren Händen konnten die Hist das Land verwüsten und überall Angst und Schrecken verbreiten. „Das ist wahr, Basgorn.“, betonte Thorf die Richtigkeit dessen, wasder Feldherr gerade gesagt hatte. „Darum müssen die Lanzenträger der ersten drei Reihen mit ihren Lanzen möglichst viele Hist aufspießen, damit die Reihen dahinter freie Bahn haben und nicht mit ihren Kameraden zusammenstoßen, wenn die Armeen aufeinan-derprallen. Bevor der Kampf dann in vollem Gange ist und sich eine Front gebildet hat, beschießen unsere Bogenschüt-zen die nachfolgenden Hist, um den Lanzenträgern den Wechsel der Waffen zu ermöglich-en. Von diesem Moment an müssen wir unsere gesamte Kraft darauf konzentrieren, ihre Reihen zu durchbrechen. Wenn auch nur vier Mann die erste Reihe durchbrechen würden, könnte ihnen die restliche Armee nachfolgen und so die Armee der Hist in zwei Teile spalten. Das würde es wesentlich erleichtern, an Nagrond heranzukommen und dan ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er fällt.“, erläuterte Thorf seine Überlegungen. „Und was ist, wenn Nagrond die Macht des Herrscherschwertes gegen unsere Soldaten einsetzt? Einem magischen Angriff würden sie nicht standhalten!“, gab Basgorn zur Antwort und die anderen Feldherren nickten bekräftigend. „Lass uns erstmal soweit kommen, bevor wir uns darüber Gedanken machen. Nun müssen wir in die Schlacht ziehen. Möge der heutige Tag nie vergessen werden.“, beendete Thorf die Unterredung und wandte sich nun den Soldaten zu, während die Feldherren ihren Unterführern Befehle gaben. „Menschen Vacataniens!“, rief König Thorf. „Menschen Vacataniens! Vor uns liegt eine Schlacht, wie es sie in der Geschichte unseres Landes nur einmal gegeben hat. Damals, in der Schlacht von Talaroth hatten wir Vacatanier das Herrscherschwert. Das war vor 20 Generationen, als unsere Vorfahren die Dyrr vernichteten. Heute sind wir in der Unterzahl und die Hist, diese stinkenden, buckligen Ungetüme kommen, uns mit dem heiligen Schwert unserer früheren Könige zu schlagen. Doch ich sage euch, haltet stand, Menschen Vacataniens! Sie mögen mehr sein als wir, doch wir haben etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt: Unsere Heimat, unsere Zukunft, unser Königreich! Darum sage ich euch, Menschen Vacataniens: Haltet stand! Lasst sie kommen, lasst sie brüllen, doch haltet stand und kämpft! Wenn ihr heute mit Tapferkeit und Siegeswillen in die Schlacht zieht, so verspreche ich euch, dass ihr selbst über den Tod hinaus weiterleben werdet! Man wird sich eures Mutes erinnern! Möge dies die Stunde sein, da sich unsere Klingen rot färben vom Blute unserer Feinde! Für Vacatanien!“ „Für Vacatanien!“, riefen die Soldaten Vacatnaiens, die an Thorf’s Lippen gehangen hatten, im Chor und marschierten los… Immer schneller wurden sie und Brock, der nun die Lanze gesenkt hatte, war mittendrin. Nun gab es kein Zurück mehr für ihn. Nun musste er kämpfen. Brock sah, wie die Hist nun ebenfalls losmarschierten und rasch Tempo ausnahmen und bei diesem Anblick spürte er das Adrenalin in sienem Körper, das Blut stieg ihm zu Kopfe und er fühlte sich voller Energie. Er erkannte, dass die erste Reihe aus Berittenen Hist bestand, die auf Wargen, den gefürchteten Wölfen Frodfells, ritten. Brock hob die Lanze auf Brusthöhe der Bestien an, nur noch zwanzig Schritt trennten ihn von den Wargreitern-dann prallten die beiden Heere aufeinander…

Hallo!

Es ist zwar immernoch kein Meisterwerk, aber
besser als das vorhergegangene.

Ja, das stimmt. Deutlich besser.

Wenn man als Autor von einem Ratgeber (Mensch oder Buch) eine Liste von Punkten erhält, auf die man achten sollte, dann geht man den Text durch, und findet hier etwas und da etwas, das man verbessert.

Aber damit ist die Arbeit nicht erledigt.

Erfolgreiche Autoren gehen ihren Text wieder und wieder durch und finden immer wieder Schwachstellen, die bei den vorherigen Durchgängen übersehen wurden. So mache ich das bei meinen Texten auch, und ich finde immer wieder was neues zum Verbessern.

An EINIGEN Stellen deines Textes hast du EINIGE meiner Vorschläge umgesetzt. Das ist aber noch lange nicht genug.

Und dann gibt es auch noch viele andere Vorschläge, die ich aber nicht alle aufführen kann, weil das ganze Bücher füllen würde.

Diese Bücher hier, die ich sehr empfehlen kann:

Wie man einen verdammt guten Roman schreibt (James Frey)
Das Leben und das Schreiben (Stephen King)
Über das Schreiben (Sol Stein)
Stilfibel (Ludwig Reiners)

Schreiben ist Arbeit, und die meißte Arbeit besteht im Überarbeiten.

Grüße

Andreas

Hallo,

An EINIGEN Stellen deines Textes hast du EINIGE meiner
Vorschläge umgesetzt. Das ist aber noch lange nicht genug.

Welche konkreten Stellen sollte ich nochmal besonders gründlich durchsehen? Gibt es da irgendwas, was dir sofort ins Auge gesprungen ist?

Und dann gibt es auch noch viele andere Vorschläge, die ich
aber nicht alle aufführen kann, weil das ganze Bücher füllen
würde.

Welches wären neben dem wiederholten Überarbeiten deine drei wichtigsten Vorschläge? Nur, damit ich mich damit auseinandersetzen kann, bis ich die Bücher habe…

lg Leon

Hallo!

Welche konkreten Stellen sollte ich nochmal besonders
gründlich durchsehen? Gibt es da irgendwas, was dir sofort ins
Auge gesprungen ist?

Einiges, kann ich nicht alles aufzählen. Ich hatte z.B. vorgeschlagen, dass er mit den Stacheln am Türrahmen hängenbleibt. Das musst du natürlich nicht wörtlich umsetzen, es kann auch eine andere Handlung sein, aber eben HANDLUNG.

Welches wären neben dem wiederholten Überarbeiten deine drei
wichtigsten Vorschläge?

Die meines Erachtens mit Abstand wichtigste Regel, anhand derer Autoren ihre Texte überarbeiten sollten, heißt: „Show, don’t tell.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Show,_don’t_tell

Beispiele:

Die Menschen verachteten die Hist

Wie sieht „verachten“ aus? Wie zeigen sie das? Wenn dein Buch verfilmt würde, wie würde der Kinobesucher „sehen“, dass die Menschen die Hist verachten? Bespucken sie diese? Ziehen sie Grimmassen? Igonieren sie sie? Vergasen sie sie und werfen sie in Massengräber oder machen Lampenschirme aus deren Haut? Spießen sie sie auf und grillen sie als Spanferkel?

Hist mit langen Stacheln besaßen aufgrund ihrer enormen
Lebenserfahrung unter Ihresgleichen ein besonders hohes Ansehen.

Wie sieht das „Ansehen“ aus? Verbeugen sie sich vor ihnen? Reden sie sie mit „Sir“ an? Nicken sie, sobald er etwas sagt? Tragen sie sie in einem Sessel durch die Gegend und fächern ihnen mit Palmwedeln Luft zu? Rollen sie einen roten Teppich vor ihnen aus?

Schreibe bildhaft! So dass man es sieht!

Wie gesagt: Show, don’t tell!

Grüße

Andreas

Hallo,
wenn ich Dir einen Tipp geben darf, such Dir Deine Berater/Kritiker gut aus wenn Du wirklich Hilfe haben möchtest.

Frei nach Wilhelm Busch würde ich zu Beratern/Kritikern ganz allgemein sagen:
Wenn einer der mit Mühe kaum,
gekrochen ist auf einen Baum,
schon meint, dass er ein Vogel wär,
so irtrt sich der.

Guck mal hier im Archiv.
Da gibt es auch Links zu guten Schreibforen.

Gruß Rumburak
PS. Ich habe auch Deine diversen Postings zu Schwertern gelesen deswegen erspare ich mir jetzt eine Kritik.

Ok, ich bin kein Literaturkritiker oder dergleichen, aber einige Dinge stören mich dennoch. Dabei ist es gar nicht mal das Sprachliche, denn die ganze Fantasy-Litaratur, die da so in den Buchläden ausliegt, ist auf keinem besonders hohem sprachlichen Niveau.
Was ich allerdings kritisieren möchte ist diese Tolkien-Hörigkeit. Es kommt mir so vor, als wenn du nur Episoden aus Fantasy-Büchern oder Filmen nacherzählst. Sicher, die Namen wirst du dir vielleicht selber ausgedacht haben, aber die Szene an sich, die du hier beschreibst, ist wenig originell. Das hatten wir schon tausendmal. Im besonderen würde ich auf die „Warge“ verzichten. Ich weiß, dass der Name auf altnordische Mythen zurückgeht, aber es liest sich dennoch wie schlecht von Tolkien abgeschrieben.

Wenn ich Dir einen Tipp geben darf:

Kümmere dich zuerst um die Hintergründe. Und zwar nicht schriftlich im Text sondern für dich.
• Wann und Wo spielt das Ganze? Also: Landschaft, Klima, Wirtschaft, Technik, Waffentechnik, Kommunikation, Geschichte, Kultur usw. usf.

• Informiere dich über wichtige grundlegende Kenntnisse der Zeit und Kultur:
Wie wurden welche Waffen eingesetzt? Wie war die Schlachtaufstellung? Wie wurde so eine Schlacht geführt? Wie groß waren die versch. Gruppen? Wer führte sie? Wie war die Kommandostruktur? usw. usf.

• Kümmere Dich um die Nebensächlichkeiten! Logistik, Bevölkerungsanzahl, Niveau der Ausbildung usw. usf.

• Jede Hauptfigur und auch viele Nebenfiguren sollten eine Geschichte haben. Wie sind sie zu dem geworden, der sie sind? Woher kommen sie? Was motiviert sie? Wovor haben sie angst und warum? Was können sie gut, was schlecht?

Das und noch viel mehr steht am Anfang eines solchen Projektes wie deines. Davon kommt nur ein Teil in den Text aber dennoch spürt man dann die Tiefe und auch Du wirst leichter schreiben können.
Ausserdem machst Du dann nicht so eklatante Fehler wie in deinem Text. Kein Mensch fängt so eine Schlacht an, macht das, was Du andeutest und machen willst. Zuerst das Fundament - dann das Haus!

Bleib trotzdem weiter dran - nicht aufgeben!

Grüße

Herbert

Hallo Herbert,
vielen Dank für deine Antwort. Ich habe mir für morgen vorgenommen, deinen Vorschlag mal in For meine „Mindmap“ umzusetzen. Ich wüsste, wenn sie fertig ist, gerne mal deine Meinung dazu. Wäre es in Ordnung, wenn ich sie dir per Mail zuschicke?

lg Leon

Natürlich - kein Problem!

Herbert