Prolog ist fertig!
Von: , Frage gestellt am Sa, 26. Sep 2009
Hallöchen,
nach langen Nachtstunden des Tippens, Umformulierens und Fantasierens ist endlich die überarbeitte Version des Prologs fertig. Der Text kann ein paar kleinere Tippfeher enthalten, es ist möglich, dass mitten in einem Wort auf einmal ein Bindestrich ist. Bitte nicht vor Entsetzen vom Stuhl fallen, um 0:49 war ich fertig und habe zwischendurch immer mal Sätze oder Wörter woanders eingefügt oder weggelasen. Weil ich jedoch versuche, jede Zeile bis auf den letzten Buchstaben auszunutzen und deshalb viele Wörter getrennt habe, sind unpassend getrennte Wörter mitten im Text nicht auszuschließen, obwohl ich den Text nochmal kurz überflogen habe. Nun viel Spaß mit der Geschichte! Er ist zwar immer noch kein Meisterwerk, aber er sollte einigermaßen annehmbar sein...
lg Leon
Prolog Version 3.0
Es war ein kühler Morgen, als sich die Armeen der Menschen Vacataniens und der Hist in der Ebene von Ankatros gegenüberstanden. In der Ebene herrschte eine tödliche, kalte Stille, obwohl viele Tausend Soldaten in Reih und Glied dem Beginn der Schlacht entgegenfieberten. Das Sonnenlicht spiegelte sich auf den Helmen und Rüstungen der Krieger beider Armeen, die sich in Schlachtordnung etwa eine Meile entfernt von einander gegenüberstanden. Nach einem unvermittelten Invasionsversuch der Hist, die in dem an Vacatanien grenzenden Frodfell lebten, hatte ein heftiger Verteidigungskrieg zwischen den Hist, exotischen Wesen aus dem an Vacatanien grenzenden Frodfell, und den Menschen getobt, doch nun sollte es zur großen Entscheidungsschlacht kommen. Weil die Hist Vacatanien in der Vergangenheit schon mehrfach angegriffen hatten, verachteten die Menschen die Hist, was diese zumeist durch eine tödliche Pfeil-oder Schwertwunde erfuhren. In der ersten Reihe des Vacatanischen Heeres, einen langen Spieß aufrecht vor sich haltend und ein Kurzschwert umgegrürtet, bereitete sich ein junger Soldat mental auf die bevorstehende Schlacht vor. Sein Name war Brock und er hatte sich freiwillig für die Ausbildung zum Soldaten gemeldet, nachdem sie die Kunde von dem Invasionsversuch der Hist erreicht hatte. Nun erwartete Brock, teils ängstlich ob der deutlich sichtbaren Übermacht des feindlichen Heeres, teils ungeduldig den Beginn der Schlacht. Keine 20 Fuß rechts von Brock, Umgeben von seiner Leibgarde und einem Bannerträger, stand König Thorf, der Herrscher von Vacatanien, und beriet sich mit seinen Feldherren. „Wir müssen mit allen Mitteln in Nagrond's Nähe kommen und ihm das Herrscherschwert abnehmen.“, instruierte Thorf die Befehlshaber seiner Armee, wobei er am Griff seines Schwertes herumnästelte, in den ein faustgroßer Rubin eingefasst war. „Nagrond wird gut bewacht werden, wahrscheinlich ist er umgeben von blutdurstigen Histors. Sie werden unsere Männer reihenweise abschlachten! Große Verluste können wir uns bei dieser Übermacht nicht leisten!“, meldete sich ein kleiner, aber dennoch muskulöser Offizier zu Wort. Die Narben in seinem Gesicht zeugten von den früheren Schlachten, die er geschlagen hatte. Brock wusste, dass der Mann Recht hatte. Die Histor-Leibwache bestand nur aus ausgewählten Histkriegern, deren Rückenstacheln bis zur Hüfte reichten. Es wäre untypisch für Nagrond, den militärischen Anfürer der Hist gewesen, ohne seine Leibgarde in eine offene Feldschlacht zu ziehen, egal wie überlegen seine Streitmacht war. Unter den vacatanischen Soldaten war weithin bekannt, dass einige von Nagrond's Leibwächtern das legendäre Herrscherschwert, eine mächtige magische Waffe, die älter war, als Vacatanien selbst, aus dem Königspalast in Talaroth, gestohlen hatten. Dabei hatten sie die Soldaten, die das Schwert bewachten von hinten erdolcht und anschließend auf dem Sochel, auf dem das Schwert gelegen hatte, aufgestapelt. Dass sie das Herrscherschwert an die Hist verloren hatten, war ein herber Schlag für die Moral der vatacanischen Soldaten gewesen, denn mit dieser machtvollen Waffe in ihren Händen würde kein Heer, dass die Vacatanier aufzustellen imstande waren, die Hist aufhalten können. „Das ist wahr, Basgorn.“, betonte Thorf die Richtigkeit dessen, was der Feldherr gerade gesagt hatte. „Darum müssen die Lanzenträger in den ersten Reihen möglichst viele von diesen abscheulichen Kreaturen aufspießen. Wir müssen das Hauptheer der Hist auf Abstand halten, nur dann können wir sie schlagen. Uns fehlen die nötigen Informationen über die Art ihrer Krieger, um uns auf ein direktes Kräftemessen einzulassen. Wir können nicht mit allen Männern, die wir haben nach vorne stürmen. Wir müssen sie zu uns kommen lassen, so nah, dass ein Pfeil sie gerade noch erreicht. Dann spicken wir sie mit Pfeilen, die Überlebenden werden von den Lanzen aufgespießt oder von Fußsoldaten abgewehrt. Notfalls setzen wir unsere Katapulte ein, oder schicken unsere Kavallerie von den Flanken. Damit werden sie nicht rechnen.“ „Und was ist, wenn Nagrond die Macht des Herrscherschwertes gegen unsere Soldaten einsetzt? Einem magischen Angriff würden unsere Männer nicht standhalten!“, gab ein anderer Feldherr mit kehliger Stimme zur Antwort, wobei er sich mehrmals laut räusperte, sodass er einem Hustenanfall nahe war. Die anderen Feldherren nickten bekräftigend und taten murmelnd ihre Zustimmung kund. Thorf wandte sich dem Mann zu, der soeben gesprochen hatte. Es war Jetmir, Thorf's Onkel und Feldherr in Thorfs Armee, seit dieser vor vielen Jahren zum König gekrönt worden war. Der kehlige Klang seiner Stimme war auf eine tiefe Stichwunde zurückzuführen, die ihm ein Dolch während einer früheren Schlacht beigebracht hatte. An seinem Hals war noch immer eine rote Linie zu sehen, die das Ausmaß der Verletzung von damals erahnen ließ.„Du vergisst da etwas.“, warf König Thorf ein. „Die meisten unter uns wissen es nicht, aber ich habe es dir gegenüber früher einmal erwähnt, Jetmir: Nur der rechtmäßige Herrscher von Vacatanien kann die Macht des Herrscherschwertes gebrauchen. Der rechtmäßige Herrscher. Und das ist, wie ihr alle wisst, nicht Nagrond.“ Auf diese Eröffnung folgte eine unangenehme Stille. „Aber Thorf, warum hast du uns das nicht schon früher gesagt?“, fragte Basgorn bestürzt. „Jawohl, du weißt doch, dass du uns vertrauen kannst!“, rief ein anderer Mann von links. „Ich hatte meine Gründe, es euch zu verschweigen. Dieses Geheimniss wurde wie einige andere auch seit Jahrhunderten von meiner Familie gewahrt. Jetmir ist mein Onkel und ihr seid mir wie Brüder, nur deshalb habe ich es euch überhaupt gesagt.“ Thorf legte eine kurze Pause ein, die er mit aufgesetztem Gehüstel zu überbrücken versuchte, wohl, um seine Worte wirken zu lassen. Danach fuhr er fort: „Nun gut, es ist soweit. Ihr wisst, was zu tun ist. Geht nun.“, beendete Thorf schließlich die Besprechung und seine Feldherren eilten zu ihren Bataillo-nen, um ihren Unteroffizieren die Taktik zu erläutern. Währenddessen setzte sich König Thorf seinen silbrig schimmernden Mithrilhelm auf, von dessesn Spitze ein roter Feder-busch herabhing. Seine gesamte Rüstung, die er abgesehen von dem Helm bereits vor der Schlacht angelegt hatte, war von fast unbeschreiblicher Schöneit und spielgelte das Licht der Sonne in den schönsten Farben wieder. „Menschen Vacataniens!“, lenkte Thorf die Aufmerksamkeit der Soldaten auf sich. „Menschen Vacataniens! Vor uns liegt eine Schlacht, wie es sie in der Geschichte unseres Landes noch nie gegeben hat! Eine Schlacht, die über das endgültige Schicksal unseres Volkes entscheiden wird und an die noch in Jahrtausenden in den Geschichtsbüchern stehen wird! Lasst und diese widerlichen Monster vernichten, damit man sich unser als die Sieger der Schlacht erinnern wird! Für Vacatani-en!“, rief König Thorf „Für Vacatanien!“, nahmen die Soldaten Thorf's Kampfschrei auf. Als jedes Wort in der Ebene verklungen war, glaubte Brock, in der Armee der Hist Bewe-gung zu erkennen. Die Hist waren zu weit von ihm entfernt, als dass es ihm möglich gewe-sen wäre, Details zu erkennen, doch mit der Zeit löste sich eine etwa dreitausend Mann starke Truppe aus offenbar berittenen Hist aus der Armee. Brock konnte im ersten Moment nicht sehen, worauf die Hist ritten, doch als sie die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatten, was sie mit einer großen Geschwindigkeit taten, konnte Brock die Reittiere als Thyra, die gefürchteten Riesenreptilien Frodfells, identifizieren. Er hob die Lanze auf Brusthöhe der Bestien an, sie waren nur noch einen Pfeilschuss von ihm entfernt. Hinter sich hörte Brock mehrere Male den lauten Befehl „Feuer!“. Bogensehnen sirrten und ein ums andere Mal fielen vor ihm Thyra samt Reitern zu Dutzenden zu Boden, getroffen von todbringenden Pfeilen. Einige stürzten über ihre gefallenen Mitstreiter, oder rammten Hist, die von den Rücken ihrer sterbenden Reittiere geklettert oder gefallen waren. Brock hob den Spieß nun auf Brusthöhe der Monster an, keine zwanzig Schritt trennten ihn von den Thyrareitern-dann prallten sie zusammen. Der Aufprall war mörderisch, obwohl die Anzahl der Berittenen durch die Bogenschützen stark dezimiert worden war. Durch die Wucht des Aufpralls hätte Brock beinahe seinen Spieß verloren, doch er hielt ihn mit eisernem Griff umklammert. Ein Thyra war genau in seinen Spieß gelaufen, dahinter folgten weitere, sodass sie ihrem jeweiligen Vordermann von hinten trafen und damit auf Brocks Spieß pressten. Ein Thyrareiter war jedoch im letzen Moment nach links ausgewichen und war an seinen Kameraden vorbeigeritten. Brock stieß das stumpfe Ende des Spießes in den Boden, stellte einen Fuß dagegen und zog sein Kurzschwert aus der Scheide. Als er auf gleicher Höhe mit dem Reiter war, hieb Brock ihm mit seinem Schwert in einer fließenden Bewegung frontal gegen den Hals und trennte ihm dabei den Kopf ab. Blut sprudelte aus dem Rumpf des Hist, der neben ihm bäuchlinks auf dem Boden landete. Aus seinem Rücken ragten lange, wie Stacheln wirkende Knochenfortsätze, die beinahe parallel zur Wirbelsäule von oben nach unten verliefen. Von Abscheu gepackt hieb Brock mit seinem Schwert auf den zuckenden Kadaver ein, bis er regunglsos liegenblieb. Der weitere Kampf war kurz und grausam, doch auf Seiten der Vacatanier gab es nur geringe Verluste. Schließlich waren die Thyrareiter besiegt, was von den Vacataniern mit ohrenbetäubendem Gebrüll kommentiert wurde. Nachdem Er seinen Spieß, aus den Kadavern mehrerer Thyra herausgezogen und sein Kurzschwert wieder in die Scheide gesteckt hatte, stellte Brock sich mit den anderen Lanzenträgern in Erwartung der nächsten Angriffswelle wieder in einer langen Reihe auf.
Am anderen Ende der Ebene ertönten nun lautstark Hörner, die Brock vor dem, was nun kommen sollte, warnen zu wollen schienen. Brock hatte ein ungutes Gefühl, welches sich bei dem Anblick, der sich ihm nun bot, bestätigte: Die gesamte restliche Streitmacht der Hist setzte sich in Bewegung, fing an zu marschieren und gewann rasch an Geschwindigkeit. „Katapulte laden! Spieße zu den Schleudern!“, schrie ein Ofiizier, „Bereitmachen, Bogenschützen!“ ein anderer. In dem vacatanischen Heer setzte hektische Betriebsamkeit ein, Brock und die anderen Lanzenträger reichten ihre Spieße nach hinten zu den Katapulten und Speerschleudern durch, wo jeweils vier Soldaten ein Geschütz bedienten, zwei zum Laden, einer zum Anziehen der Sehne und einer zum Abfeuern der Geschosse. Die Spieße wurden durch ein Loch im Zugarm der Schleudern gesteckt, sodass die Sehnen der Speer-schleudern genau in Kerben am Stumpfe Ende der Spieße angelegt werden konnten. Nachdem die Schleudern gespannt und geladen waren, traten die Soldaten von den Katapulten zurück. Nur jeweils einer, der die durch das Betätigen eines Hebels die Sehne aus ihrer Verankerung lösen musste, blieb an den Katapulten stehen und wartete auf den Befehl zum Abfeuern selbiger. Mittlerweile hatten die Hist eine beachtliche Geschwin-digkeit erreicht und hatten bereits drei Viertel der Strecke bis zum vacatanischen Heer zurückgelegt. Sie kamen direkt auf ihn zu, eine Wand aus Gliedern, eine unaufhaltbare, todbringende Welle. „Speerschleudern abfeuern!“, ertönte nun endlich der erlösende Befehl, über sich spürte Brock den Luftzug eines Spießes, der sich nun etwa siebzig Meter vor ihm in die Hist bohrte. Die Spieße trafen ihr Ziel mit einer Wucht, die ganze Häuser zum Ein-sturz hätte bringen können. Durch die große Eigengeschwingigkeit der Hist wurden sie zu unaufhaltasamen Geschossen, die immer gleich mehrer Hist durchbohrten und aus ihren Rücken wieder austraten, sodass ein einzelner Spieß ein ganzes Dutzend Hist aufspießte und etliche weitere umwarf. „Katapulte abfeuern!“, „Pfeile los!“, „Zieht eure Schwerter!“, ertön-ten die Befehle aus allen Richtungen. Die Bogenschützen und Artilleriere deckten die heranstürmenden Hist mit Pfeilen, Felsbrocken, Spießen und Brandgeschossen ein, sodass in ihren Reihen große Lücken entsanden und der Boden mit verrenkten, verbrannten und zerquetschten Histleichen bedeckt wurde. Brock hielt in der einen Hand sein Schwert und in der anderen eines, dass er sich von einem gefallenen Soldaten genomen hatte. Er hielt sie mit der Breitseite eng an den Körper gepresst, um möglichst nicht aufzufallen und lehnte sich mit dem Rücken an die Histkadaver der ersten Angriffswelle. Auf diese Weise würde er nicht die volle Wucht des Angriffes abbekommen, sondern könnte sich ins Kampfgetümmel stürzen, wenn sich eine Front gebildet hatte. Der unvermeidliche Zusammenstoß der beiden Armeen kam und alles lief genau so ab, wie Brock es sich erhofft hatte. Während um ihn herum seine Kameraden in den ersten Reihen von hen Hist nahezu niedergetrampelt wurden, wartete Brock ab, bis ihn einige Reihen Hist passiert hatten. Niemand hatte ihn bisher bemerkt. Brock hob die beiden Schwerter hoch über den Kopf, holte noch einmal tief Luft und warf sich seitwärts in eine Gruppe von vier Hist, die er zu Boden warf. Er selbst machte einen rechtswärtigen Ausfallschritt und hieb dabei mit seinen Schwertern um sich. Blut spritzte, abgetrennte Glieder fielen zu Boden und um ihn herum fielen die Hist wie Grashalme, gefällt von seinen Schwertern. Von allen Seiten kamen nun Hist herbeigeeilt, schwangen Keulen, Schwerter, Äxte und Lanzen. Brock wich einem von oben geführten Schwerthieb nach rechts aus und wehrte mit beiden Schwertern gleichzeitig eine heransausende Axt von links ab. Er stieß den Angreifer zurück und ließ dann die Schwerter von oben diagonal nach außen herabkriesen, sodass sie zwei Gegner in den Hals trafen. Das Blut spritzte in alle Richtung und benetzte alle Kämpfenden im Umkreis, zeichnete ihre Gesichter. Brock drehte sich um, nur noch wenige Schritte trennten ihn von den Hist-und Thyrakadavern, hinter denen er sich versteckt hatte. Er erreichte den kleinen Leichenberg und hatte ihn gerade zur Hälfte erklommen, als auch eine Gruppe von zwanzig Hist den Hügel erreichten. „Hilfe, zu mir! Zu mir!“, schrie Brock aus Leibeskräften. Endlich hatte er den Hügel erklommen und warf die Hist, die nun versuchten, zu ihm heraufzuklettern mit kräftigen Tritten gegen Kopf und Hals und mit gezielten Schwerthieben zurück. Die Hist achteten nur auf ihn, sodass sie die heranstürmende Gruppe vacatanischer Soldaten, die von hinten auf sie zustürmte, nicht bemerkten. „Vertreibt sie von dem Hügel!“, kommandierte ein hageres Männlein, dass einen halben Kopf kleiner war als Brock und der Offizier zus ein schien, dem die Soldaten unterstanden mit einer unangenehmen, schrillen Stimme. Die Soldaten führten den Befehl aus und wenige Minuten später stieg eine handvoll Bogenschützen zu Brock auf die Thyrakadaver, um die Hist von oben zu beschießen. Da die Hist in der Nähe für eine kurze Zeit alleine mit Brock beschäftigt waren, konnten hier die Vacatanier weiter vorrücken. Brock stieg nun wieder vom Leichenberg herunter, um sich den voranstürmenden Soldaten anzuschließen, die sich nun wie ein Keil vorwärts drängten und dabei jeden Hist erschlugen, der ihnen im Weg stand. Von Hinten rückten immer mehr Soldaten nach und auf der gesamten Länge des vacatanischen Heeres bezogen nun weitere Soldaten Stellung auf Leichenbergen, schossen dann gezielt auf die Hist, die sich den sich vorwärtskämpfenden Soldaten näherten. Auf diese Weise stießen die Vacatanier schnell vor, ohne allzugroße Verluste zu erleiden.
Alle Abteilungen des vacatanischen Heeres rückten vor, die Katapulte beschossen die Hist in der mitte der Histarmee, die weder vor noch zurück konnten, weil sie von Kameraden umgeben waren. Die Hist fielen zu Hunderten, erbarmunglos schnellten die Katapultarme vor, Spieße, Steine, Brandsätze und tote Hist wurden durch die Luft geschleudert. Es sah so aus, als könnten die Vacatanier die Schlacht trotz der feindlichen Übermacht gewinnen, als die Hist plötzlich eine Gasse bildeten und sich eine kleine Gruppe bewaffneter Hist mit rötlich glänzenden Kampfpanzern und gezackten Schwertern in den Händen aus ihrem Heer löste und in kampfbereiter Stellung in der Gase stehen blieb. Ein Hist stach besonders hervor, denn er war größer als die anderen und hielt in der rechten Hand ein Langschwert. Kunstvolle Verzierungen schmüchten es und vonn der Waffe ging eine starke Anziehungskraft aus. „Nagrond ist gekommen! Er hat das Herrscherschwert!“, „Tötet ihn! Vorwärts! Lasst ihn nicht entkommen!“, „Er hat das Schwert unserer Könige beschmutzt!“, wurden Rufe im vacatanischen Heer laut. Diese Möglichkeit, das feindliche Heer gänzlich in zwei Hälften zu teilen und den Anführer zu töten, ließen sich die Vacatanier nicht entgehen und rannten los, wobei sie auf alles einschlugen, was sich vor und neben ihnen bewegte. Brock war unter den ersten zwanzig Soldaten, die nach vorne gestürmt waren und nun gabe es für ihn kein Zuück mehr. Links und rechts von ihm fielen etliche Hist, von Pfeilen getroffen, zu Boden, einige zuckten, andere bewegten sich nicht mehr. Als sie noch kanppe 100 Fuß von den Neuankömmlingen entfernt waren, schlossen die Hist um sie heraum auf einmal die Gasse und schlugen auf die nun eingekeilten Soldaten mit exotischen Doppelschwertern und Stabwaffen ein. „Vorwärts, treibt sie zurück!“, wurde hinter Brock gebrüllt. Gerade war der Ruf verhallt, da sauste auch schon etwas Metallenes nur Zentimeter über seinem Kopf durch die Luft. Da wurde sich Brock seiner Bedrängnis bewusst und auf einmal erfüllte ihn kalte Angst. Angst, seine Familie, sein Zuhause und seine Freunde nicht wieder zu sehen. Angst, hier zu sterben, zermalmt von blutrünstigen, abscheulichen Hist. Nein, so wollte er nicht enden! Mit einem langen Kampfschrei warf er sich zur Seite, stieß einen Hist zu Boden und hieb einem anderen im Fallen ein Schwert in die Brust. Der erste Hist hatte sich jedoch schnell wieder aufgerappelt und kam auf Brock zu, das Schwert hoch über den Kopf gehoben. Gerade in dem Moment, da er zuschlagen und Brock's Leben damit ein Ende setzen wollte, fing er an, zu taumeln, griff sich an den Hals, dann an die Brust. Er erstastete die Pfeile, die dort herausragten. Kurz darauf fiel er rücklinks zu Boden. Brock tieß sich mit einer Hand vom Boden ab und sah sich nach dem Schützen um, der ihm soeben das Leben gerettet hatte. Es war einer der Soldaten, die ihn auch zuvor gerettet hatten, als er den Leichenberg erklommen hatte. Brock hob eine Hand zum Gruß, dann stürzte er sich wieder ins Kampfgetümmel. Es waren nur wenige Minuten vergangen, so kam es Brock jedenfalls vor, als er etwa zehn Fuß von sich entfernt Nagrond und seine Garde, zumindest glaubte er, dass sie es war, erblickte. „Da vorne ist er!“, brüllte Brock. „Reißt ihm die Eingeweide heraus!“ Für Brock gab es kein Halten mehr, mit wildem Gebrüll stürmte er voran, schwang seine Schwerter in einer kriesenden Bewegung um den Kopf und enthauptete mehrere Hist, die er passierte. Nagrond's Leibwächter wurden nun auf Brock aufmerksam, deuteten in seine Richtung und machten sich bereit, ihn abzuwehren. In letzter Sekunde bemerkte er das Risiko, ließ eine Gruppe Soldaten an ihm vorbeieilen und waretete, bis sie Nagrond's Garde in einen Kampf verwickelt hatten, dann griff auch Brock in das Kampfgeschehen um Nagrond herum ein. Einer der Leibwächter atack-ierte Brock mit einer Stabwaffe mit Stahlkilngen an beiden Enden, wirbelte sie wie einen
dürren Zweig um seinen Körper. Brock hielt einen Moment inne, hob seine Schwerter hoch über den Kopf und stieß dann zu. Der Hist gab ein wütendes Grunzen von sich, als die beiden Schwertklingen in dem Hölzernen Mittelteil seiner Stabwaffe stecken blieben. Eine der beiden Spitzen berührte den Boden, die beiden Kontrahenten drückten und zogen von beiden Seiten, um die Waffen von einander zu trennen, ohne die eigene Deckung zu ver-nachlässigen. Brock gewann das Kräftemessen knapp, schaffte es, die Waffe horizontal zu
sich zu drehen. Er setzte einen Fuß auf das Mittelteil, welches der Hist an sich zu reißen versuchte, und stieß sich dann mit dem anderen Fuß vom Boden ab, sodass sein gesamtes Gewicht auf dem Stab lastete. Damit hatte der Hist nicht gerechnet und ließ die Waffe los. Ein fataler Fehler, der gleichzeitig auch sein Todesurteil war, vollstreckt durch Brock. Kaum hatte er sich seines Gegners entledigt, wurde er von weiteren in Bedrängniss gebracht, doch zwei andere Soldaten halfen ihm, den Angriff abzuwehren. Nagrond's Leibgarde kämpfte mit heldenhaftem Mut, doch da immer mehr Vacatanier nachströmten und der Dauerbeschuss der Hist durch die vacatanischen Katapulte und Bogenschützen die Hist daran hinderte, ihrem Anführer zur Hilfe zu eilen, verringerte sich nach und nach die Zahl der Wachen, bis am Ende nur noch Nagrond übrig war. Als er sah, dass alle möglichen Fluchtwege versperrt waren, zog er sein Schwert und rechte es mit einer Hand in die Höhe.
Er öffnete den Mund und begann, von kehligen Knacklauten begleitet, fremdartige Worte zu rufen, die Brock nicht verstand. „Uio pok ghan! Quer vat burtho, Thorf“ „Diese Kreatur will unseren König verhexen! Tötet ihn! Reißt ihm die Eingeweide heraus!“, rief ein Soldat links von Brock. „Für König Thorf!“, riefen die umstehenden Vacatanier und begannen, auf den Histanführer einzuschlagen, einzustechen und ihn mit derben Flüchen zu bedenken. Doch der Hist starb nicht. Die Waffen prallten von seiner Rüstung ab, als wäre sie verzaubert und auf magische Weise undurchdringlich gemacht worden. Nagrond's gesamter Körper war von der Rüstung verhüllt, bis auf einen schmalen Spalt zwischen Helm und Brustharnisch. „Tretet zurück, Kameraden!“, forderte Brock seine Mitstreiter auf. Er hob eines seiner Schwerter, bis es über seinen Schultern verharrte. Nagrond hielt das Herrscherschwert schützend vor sich. Dann griff Brock an. Erst fiel Nagrond's Arm zu Boden, dann sein Kopf.
Er rollte und rollte und rollte, bis er schließlich vor einem paar Füße liegenblieb. Einem paar Füße, welches in kunstvoll gearbeiteten Stiefeln aus Mithril steckten... „Soldat, du hast dich soeben um Vacatanien verdient gemacht. Wie lautet dein Name?“, frage König Thorf.
Nach dem Tod ihres Anführers zogen sich die Hist zurück. Die Vacatanier verzichteten darauf, sie zu verfolgen. So bald würden sie nicht wiederkommen. Nachdem Brock dem König die letzten Worte Nagronds wiedergegeben und dieser das Herrscherschwert an sich genommen hatte, verfiel der König, dessen Gesicht nun kriedebleich war, in ein tödliches Schweigen. „Wir haben die heilige Steine verloren. Eure Männer jedoch haben euer Reich vernichtet, Thorf. Das waren Nagrond's letzte Worte.“, übersetzte Thorf die letzten Worte des Hist murmelnd. „Die Weissagung des Urahns erfüllt sich. Ich habe versagt.“, sagte er mit brüchiger Stimme.
