Hi ihr lieben Leute da draussen!
Auf die Gefahr hin belästigend zu wirken setze ich einen Text von mir ins Forum. Er ist einer der wenigen, bei denen ich auf den Klang geachtet habe und ich hoffe das kommt auch rüber. Ich hatte mich auf den Balkon auf einen Stuhl gesetzt und mich in eine Decke gehüllt und habe die ersten Sonnenstrahlen seit Tagen genossen. Aber ich war fern von alle dem.
Ich setze mich auf den Boden. Lege mich. Rolle mich zusammen und will in einen tiefen Schlaf fallen. Bin so müde und kann nicht schlafen. Schließe meine Augen und tiefes Schwarz strömt in mich ein. Umschließt meine Lider. Wie ein dunkler Mantel umhüllt die Dunkelheit mich. Doch ich schlafe nicht. Starre nur in das schwarze Nichts meiner geschlossenen Lider. Vollkommen schwarz ist die Leere nicht; helle Punkte, Lichtstreifen störten die absolute Finsternis. Ich liege im Sonnenschein und er wärmt meine Haut. Es fühlt sich überall brennend warm an und ein leichter Wind weht, gerade so kühl, dass Gänsehaut mich erschauern lässt. So starre ich in die Dunkelheit, die nicht ganz vollkommen ist. Und schlafe ohne wirklich zu schlafen. In dem Schwarzen leuchten helle Punkte auf. Sand. Ich greife in ihn, lasse ihn durch meine Hände gleiten, die körnige Glut. Ich knie und lege mich in ihn. Rolle mich zusammen um Wärme in der Wüste zu finden. Öffne meine Augen und sehe eine Truhe. Sie scheint antik und ganz modern, verwittert und doch unversehrt. Ein Schloss, nicht groß, nicht klein, versperrt den Inhalt. Das Holz, braun, schwarz und doch auch rot, ist weich und splittert fürchterlich. So seh ich sie, die Kiste da, und heb die Hand, den Arm und reck mich hin. Mit meinen Fingerspitzen such ich den Kontakt, doch kaum will ich die berühren, ist sie schon fort. Ich erkenn, sie war von unschätzbarem Wert, ist nunmehr fort und nicht verloren. Da kommt mir eine Feuchte in das Auge, sammelt sich zu einer einz’gen Träne. Die fließt und wandert mein Gesicht entlang. Ich heb den Kopf und schmeckt den salzigen Genuss auf meinen Lippen. Da dreh ich mich, blick hinter mich das erste Mal und seh ein Reich von tausend Türmen. Die scheinen fern und doch ganz nah, vollkommen und vergänglich. Da reg ich mich, steh auf und schau. Stramm steh ich da, ganz kerzengrad und voller Würde. Blick etwas hoch, die Arme grade runter. Nun setz ich einen Schritt, nicht rück und nicht den Türmen hin. Es ist ein Schritt, doch er legt keinen Weg zurück. So geh ich nun im heißen Sand und frieren tun die Füße. Doch da! Was seh ich da? Ein Becher, wohl achtlos stehn gelassen. Er ist aus Kupfer, ganz verrostet. Der Regen wohl, der niemals fällt, der ist’s gewesen. Ich heb ihn auf und ehrt ihn hoch. Er bringt mir nichts, ist scheinbar nutzlos und verwegen. Da küsst ich ihn, er ist mir lieb. Und merk der Rost sind glitzernde Rubine. Ganz roh noch, ungeschliffen, rau und wunderschön. Ich heb den Blick nun wieder gen des Weges und seh, so wie ich wanderte, kaum merkte ich’s, bin ich schon da. An einem andern Ort. Er ist ganz warm, so wohlig warm und frieren tun die Füße nimmer mehr.
Es ist ungefähr ein Jahr her, dass ich diesen Text geschrieben habe, es war Sonntag. Ich würde gerne hören was ihr darüber denkt. Vielen Dank schon im Voraus,
Sara alias breathtaking