Große - Weite - Welt
Von: , Frage gestellt am Di, 2. Nov 1999
Eine kleine Geschichte...
Einmal, vor sehr sehr langer zeit, da gab es zwei kleine Mädchen, ich nenne sie mal Ana und Bina, und die lebten in einer Wohnanlage in einem Wald. Natürlich gab es nicht nur die kleinen Mädchen dort, sondern auch noch eine große Menge von anderen Menschen, aber die sind nun nicht so wichtig.
Die Wohnanlage war ein Kinderheim für Kinder deren Eltern sich nicht um Ihren Nachwuchs kümmern konnten, oder aber nicht wollten.
Beide Mädchen waren acht Jahre alt und gingen in in der Schule in die gleiche Klasse.
Weil sich die Kinder gut miteinander verstanden, spielten sie auch am Nachmittag viel zusammen.
Am Abend wurden sie dann voneinander getrennt, weil Ana die Tochter vom Heimleiter war und nicht bei den elterlosen Kindern schlafen durfte und eigentlich wollte ihr Vater auch nicht, das sie mit den anderen kindern spielte, er sagte, das es nicht gut für sie sei aber sie kam jeden Nachmittag zum spielen.
Bina war manchmal sehr traurig, weil Ana eine Mutter und einen Vater und sogar noch einen kleinen Bruder hatte und sie eigentlich niemanden hatte ausser ihrer Mutter die sie nie besuchen kam obwohl sie in der selben Stadt wohnte.
Ana war auch oft traurig weil sie mit ihrem strengen Vater nicht gut zurecht kam.
Eines Tages, als Ana wieder ganz ganz traurig war, beschlossen die beiden Mädchen wegzulaufen.
Bina meinte, das sie ja zu ihrer Mutter gehen könnten und das diese Ana bestimmt auch behalten würde.
Am nächsten Tag gingen die Kinder nicht zur Schule sondern machten sich auf den Weg zu Binas Mutter.
Ana hatte ihr Sparschwein geplündert und 50 ganze Mark dabei.
Sie waren nun auch reich und konnten ja noch ein kleines Geschenk für Binas Mutter kaufen.
Bina wusste nicht so ganz genau wo das war, nur das es in der Stadt bei der Kirche sei und sie glaubte ihre Mutter schon irgendwie finden zu können.
Der weg zur Stadt war sehr sehr weit und die Mädchen wurden ein bischen müde vom laufen.
Ana und Bina gingen in einen kleinen Laden und kauften sich etwas zu trinken und vergassen auch nicht etwas süsses mitzunehmen.
In der Nähe des Ladens war ein kleiner Spielplatz mit Holzpferden auf grossen spiralen drauf.
Die Mädchen setzten sich jede auf eines der Pferde und schaukelten vor sich hin, während sie die Süssigkeiten genüsslich vertilgten.
Langsam gingen sie dann weiter und hielten sich eine Weile im Wald auf, bevor sie weiter in Richtung Stad gingen.
Bina hatte nur noch das Widersehen mit ihrer Mama im Kopf und freute sich schon riesig auf die Überaschung die sie ihrer Mutter bereitete.
Ana war etwas ruhig geworden und fragte sich, ob ihr Bruder sie woh vermissen würde.
Da Bina auch noch einen Bruder hatte, der bei ihrer Mutter lebte, versprach sie ihn mit Ana schwesterlich zu teilen.
Irgendwann kam Bina der Gedanke, das sie doch den Bus nehmen könnten damit sie schneller in edr Stadt ankommen würden. Aus irgendeinem Grund verrann die Zeit wie im Fluge und es war schon später Nachmittag geworden.
Ana und Bina gingen wieder Rchtung Strasse zur Bushaltestestelle, die Bushaltestelle war neben einem kleinen Platz um den sich Geschäfte reihten.
Wie die beiden Mädchen fast an der Bushaltestelle angelangt waren, hörten sie einen Ruf. ... Ana...Ana...
Bina wollte schnell um die Ecke in den Wald laufen um sich zu verstecken, aber Ana blieb wie angewurzelt stehen und rührte sich nicht vom Fleck.
Ana´s Mutter kam über den Platz gelaufen und rief Ana, sie kam gerade vom Frisör und war sehr aufgebracht Ana hier, so weit weg von zu Hause zu sehen.
Bina kam langsam aus dem Wald heraus, traurig das ihre reise nun ein Ende haben würde.
Anas Mutter schrie und schimpfte weil Ana ihr gesagt hat das sie mit Bina zusammen fortgelaufen war.
Die Mutter von Ana verfrachtete beide Mädchen ins Auto und brachte sie zurück nach Hause. Der Weg im Auto war gar nicht so lang, denn es dauerte nur ungefähr 15 Minuten, dann sahen sie schon die Häuser von ihrem Kinderheim.
Natürlich gab es viel schimpfe als sie zu Hause angekommen waren. Die Eltern von Ana verboten ihr jemals wieder mit Bina zu sprechen oder zu spielen.
Und weil fast die ganzen 50 Mark für Saft, Knabberzeug und Süssigkeiten ausgegeben waren, bekamen die beiden Kinder für die nächsten 6 Monate auch kein Taschengeld mehr.
Bina und Ana liefen nie wieder zusammen fort, gespielt haben sie auch nur noch heimlich im Wald zusammen, und weil Bina irgendwann für 2 Jahre neue Eltern bekam, haben sie sich aus den Augen verloren und sich nie wieder gesehen.
Bina hat noch oft an Ana und den Ausflug in die große weite Welt gedacht, und als sie viel viel später ganz oft fortgelaufen ist, hat sie immer mal wieder na ihre Freundin Ana denken müssen....
sonja
*die so oft fortlief, das es eigentlich fürs guinessbuch reichen müsste* :)
