Zum Karfreitag was zum Nachdenken

Von: , Frage gestellt am Fr, 13. Apr 2001

(Vorsicht - lang)

Der Tag ist vorüber, du fährst gerade nach Hause. Du schaltest dein Radio
ein. Du hörst einen kurzen Bericht über ein kleines Dorf in Indien, wo einige
Dorfbewohner plötzlich und auf merkwürdige Weise an einer Grippe gestorben
sind, die noch völlig unbekannt ist. Es die gewöhnliche Grippe, drei oder
vier Menschen sind daran gestorben und es ist irgendwie interessant. Man
entsendet einige Ärzte dorthin, um diese Sache näher zu untersuchen. Du
denkst dir bei der Sache nicht viel, aber am Sonntag, als du gerade vom
Gottesdienst nach Hause kommst, hörst du einen weiteren Bericht im Radio.
Alles was sie sagen ist, daß es nicht drei, sondern 30 000 Dorfbewohner sind,
dort auf dem Bergrücken dieser einen besonderen Gegend in Indien; und an
diesem Abend kommst es sogar im Fernsehen. CNN bringt einen kurzen Bericht;
da tagen hohe Leute vom Gesundheitszentrum in Atlanta, weil man von solchen
Krankheitssymptomen nie vorher gehört hat. Am Montag morgen, als du
aufstehst, ist es die Hauptnachricht. Es ist nämlich nicht mehr nur in
Indien; es ist Pakistan, Afghanistan, Iran, und bevor du es überhaupt
realisierst, hörst du diese Sache überall und sie haben es zu "der
mysteriösen Grippe" gemacht. Der Präsident hat einen Kommentar abgegeben, daß
er und jeder andere betet und hofft, daß alles gut wird da drüben. Aber jeder
fragt sich, "Wie werden wir diese Sache in den Griff bekommen?" Das ist der
Moment, in dem der Präsident von Frankreich eine Ankündigung macht, die
Europa schockiert. Er schließt die Grenzen. Keine Flüge mehr von Indien,
Pakistan oder irgendeinem anderen Land, wo dieses Ding gesichtet wurde. An
diesem Abend guckst du noch ein bisschen CNN bevor du ins Bett gehst. Dein
Kiefer klappt weit auseinander, als eine weinende Frau von einem
französischen Nachrichtenprogramm ins Englische übersetzt wird: "Da ist ein
Mann in einem Krankenhaus in Paris, der an der mysteriösen Grippe stirbt." Es
hat Europa erreicht. Panik greift um sich. Alles, was sie bisher darüber
sagen können ist, daß man es bekommt und erstmal für eine Woche hat, ohne es
zu wissen. Dann leidet man vier Tage unter unglaublichen Symptomen und stirbt
schließlich. Grossbritannien schließt seine Grenzen, aber es ist bereits zu
spät. South Hampton, Liverpool, North Hampton und es ist Dienstag morgen, als
der Präsident der Vereinigten Staaten folgendes bekannt gibt: "Wegen eines
nationalen Sicherheitsrisikos sind alle Flüge nach und von Europa und Asien
gestrichen worden. Wenn Ihre Angehörigen in Übersee sind, so tut es mir leid.
Sie können nicht zurückkommen, bis wir ein Mittel gegen dieses Ding gefunden
haben. Innerhalb von vier Tagen ist unsere Nation in eine unglaubliche Angst
verfallen. Einige Menschen verkaufen schon kleine Gesichtsmasken. Andere
reden darüber, was passiert, wenn es in unser Land hineinkommt und die
Prediger sagen, "Das ist die Strafe Gottes". Es ist Mittwoch abend und du
bist gerade in einem Gebetstreffen deiner Gemeinde, als jemand vom Parkplatz
hereingerannt kommt und sagt, "Macht das Radio an, macht das Radio an."
Während die Gemeinde einem kleinen Transistorradio zuhört, an das ein
Mikrophon gehalten wird, kann man ein Bekanntmachung hören, "Zwei Frauen
liegen in einem Krankenhaus in Long Island im Sterben - wegen der mysteriösen
Grippe." Es scheint, als würde dieses Ding binnen Stunden über das ganze Land
hinwegfegen. Menschen arbeiten rund um die Uhr daran, ein Gegenmittel zu
finden. Nichts funktioniert. Kalifornien, Oregon, Arizona, Florida,
Massachusetts. Es scheint, als würde es einfach von den Grenzen her über
einen wegrollen. Dann, plötzlich und unerwartet kommt die Nachricht. Der Code
ist entschlüsselt. Ein Heilmittel kann gefunden werden. Ein Impfstoff kann
hergestellt werden. Und zwar indem man das Blut einer Person nimmt, die noch
nicht infiziert ist; und so wird tatsächlich, überall im Mittleren Westen,
durch alle Kanäle und Fernsehsender, jeder darum gebeten eine ganz einfache
Sache zu tun: "Gehen Sie zu dem Krankenhaus in ihrem Ort und lassen sie ihre
Blutart bestimmen. Das ist alles, worum wir sie bitten. Wenn sie auch die
Sirenen in ihrer Nachbarschaft hören,kommen sie bitte schnell, leise und
sicher in die Krankenhäuser." Tatsächlich, als du und deine Familie an diesem
Mittwoch abend dorthin gehen, ist dort eine lange Schlage Menschen, und da
sind Krankenschwestern undÄrzte, die herauskommen und einen in den Finger
piken, um Blut zu entnehmen und es zu beschriften. Deine Frau und deine
Kinder sind da draußen und sie bestimmen eure Blutart und sagen, "Warten sie
hier auf dem Parkplatz und wenn wir ihre Namen aufrufen, sind sie entlassen
und können nach Hause gehen." Du stehst geängstigt da, mit deinen Nachbarn um
dich herum, fragst dich, was um alles in der Welt hier vor sichgeht und ob
dies das Ende der Welt sei. Plötzlich kommt ein junger Mann rennend aus dem
Krankenhaus gelaufen und ruft laut. Er ruft einen Namen und winkt mit einer
Schreibunterlage. Was? Er ruft es noch einmal! Und euer Sohn zerrt an deiner
Jacke und sagt, "Papa, das bin ich." Bevor du es richtig mitbekommst, haben
sie deinen Jungen schon mitgenommen. "Wartet mal. He, bleibt mal stehen!"
Aber sie sagen, "Das ist schon okay. Sein Blut ist sauber. Sein Blut ist
rein. Wir wollen sicher gehen, daß er die Krankheit wirklich nicht hat. Wir
denken, daß er das richtige Blut hat." Fünf spannungsgeladene Minuten später
kommen die Ärzte und Krankenschwestern heraus, weinen und umarmen sich
gegenseitig. Einige lachen sogar. Es ist das erste Mal das man jemanden
lachen sieht innerhalb der letzten Tage und ein alter Doktor kommt zu dir und
sagt, "Danke, mein Herr. Das Blut ihres Sohnes ist perfekt. Es ist sauber, es
ist rein und wir können einen Impfstoff herstellen." Als diese Nachricht
überall auf dem Parkplatz voller Menschen um sich greift, schreien Menschen,
beten, lachen oder weinen. Aber dann nimmt der grauhaarige Doktor dich und
deine Frau beiseite und sagt, "Können wir sie einen Moment sprechen? Wir
waren uns nicht dessen bewußt, daß der Spender minderjährig sein würde und
wir bitten sie...wir bitten sie diese Einverständniserklärung zu
unterschreiben." Du fängst an zuunterschreiben und dann siehst du das das
Feld mit der Menge an Blut,die entnommen werden soll noch frei ist.
"W-w-w-wieviel Blut werden sie denn entnehmen?" In diesem Moment entweicht
das Lächeln aus dem Gesicht des alten Mannes und er sagt, "Wir hätten niemals
gedacht, daß es einkleines Kind sein würde. Wir waren nicht vorbereitet. Wir
brauchen alles!" "Aber-aber..." "Sie verstehen nicht. Wir reden hier über die
gesamte Welt. Bitte unterschreiben sie. Wir-wir brauchen alles - wir brauchen
alles!" "Aber können sie ihm denn keine Transfusion geben?" "Wenn wir
sauberes Blut hätten, würden wir es machen. Können sie jetzt bitte
unterschreiben? Bitte unterschreiben sie." In betäubter Stille tust du es.
Dann sagen sie, "Wollen sie einen Moment mit ihm haben, bevor wir anfangen?"
Kannst du da jetzt einfach so reingehen? Kannst du zu deinem Sohn gehen, in
diesen Raum, wo er auf dem Tisch sitzt und sagt, "Papa? Mama? Was passiert
hier?" Kannst du seine Hände nehmen und sagen, "Sohn, deine Mami und ich
lieben dich, und wir würden
niemals etwas zulassen, was nicht wirklich sein muß. Verstehst du das?" Und
wenn der alte Doktor wieder hereinkommt und sagt, "Es tut mir leid, wir
müssen - wir müssen jetzt anfangen. Da sterben Menschen auf der ganzen
Welt." Kannst du ihn zurücklassen? Kannst du hinausgehen, während er sagt,
"Papa? Mama? Papa? Warum - warum habt ihr mich verlassen?" Und nächste Woche
dann, wenn sie eine Feier zu Ehren deines Sohnes geben und einige Leute
währenddessen schlafen, und andere kommen erst gar nicht, weil sie zum See
baden gehen und einige Leute kommen mit einem überheblichen Lächeln auf den
Lippen und geben nur vor, sich dafür zu interessieren. Würdest du nicht
aufspringen wollen und schreien "MEIN SOHN IST GESTORBEN! IST EUCH DAS DENN
TOTAL EGAL?" Ist das, was Gott sagt? "MEIN SOHN IST GESTORBEN. WEISST DU
NICHT, WIE SEHR MICH DAS SCHMERZT?" "Vater, es mit deinen Augen zu sehen,
zerbricht unsere Herzen. Vielleicht fangen wir jetzt an, diese große Liebe zu
verstehen, die Du für uns hast. Amen."

Verfasser unbekannt!!!

7 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: *Gänsehaut*

    vielen Dank
    H.D.

  2. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Wirklich was zum Nachdenken...

    Servus Hanna,

    die Geschichte hat mich sehr nachdenklich gemacht.
    Manchmal bedarf es solcher Denkanstöße... man betrachtet dann einiges von einer ganz anderen Seite...

    Servus
    Herbert

  3. Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
    Re: Zum Karfreitag was zum Nachdenken

    Hi!

    Auf solche Geschichten stehe ich nicht sonderlich.
    Es gibt nun wirklich genug reelles auf dieser Welt, das mich jeden Tag aufs neue bewegt, ärgert, traurig macht.

    Brauchen wir Dich auch noch dafür?

    Mathias

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re^2: Zum Karfreitag was zum Nachdenken

      Moin Mathias Auf solche Geschichten stehe ich nicht sonderlich.
      Ist doch eigentlich ganz einfach.
      Es zwingt Dich niemand, es zu lesen. Es gibt nun wirklich genug reelles auf dieser Welt, das mich
      jeden Tag aufs neue bewegt, ärgert, traurig macht.
      Stimmt - davon gibt es genug.
      Warum nicht auch hier?

      Gruß, masc

  4. Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
    nicht schlecht! o.T.

    ...

  5. Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
    Re: Zum Karfreitag was zum Nachdenken

    ...eine Geschichte die Wirklich zum Nachdenken anregt. Vielen dank für diesen Beitrag auch wenn manche Leute anderer Meinung sind. Mir fehlen die Worte...irgendwie bin ich total gerührt weil ich nicht wüsste was ich machen würde.

  6. Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
    Re: Liebe Hanna, danke für den Osterbeitrag !!!

    öfter mal nachdenken, aus einem anderen Blickwinkel ist sicher gut.

    Kerbi

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