Zu meinen ‚Gedanken‘:
Liebe® H.!
Mich würde eher interressieren ob es wirklich seichtes ist
oder was dahintersteckt.
Unter dem Begriff seicht (oder „Gesülze“) verstehe ich einen Text, der geschrieben wurde, um auf übertriebene und unglaubwürdige Weise andere zu bewegen; allerdings so schlecht geschrieben, dass das jedem, der nur ein klein wenig Lebenserfahrung besitzt, sofort auffällt, dass hier nur hochtrabende Worte aneinander „geklebt“ wurden, damit es gut klingt. Verstehe ich das richtig?
Ist es von Dir? Von jemandem aus
Deinem Bekanntekreis? Worauf beruht es? etc.
Alle Texte kommen aus meinem Kopf, nein, vielmehr aus meinem Herz! Wenn man solche Texte schreibt, dann stecken da - jedenfalls bei mir - sehr viele und tiefe Gefühle dahinter. Da werden nicht nur Worte aneinandergereiht, damit sich das gut anhört, sondern die Worte schreibt das Herz und weniger die Hand. Die Stimmungen, in denen ich so etwas schreibe, sind (wie an den Gedichten nicht schwer zu erkennen) sehr unterschiedlich: mal Glück und Freude, mal tiefes Mitgefühl mit anderen, mal Trauer und Verzweiflung und mal Dankbarkeit und Bewunderung. Wie das Leben halt so spielt. In allen Fällen aber steckt mehr dahinter, als nur der Wunsch, einen Text mit Tiefgang zu schreiben. Die Triebfeder ist vielmehr das Bedürfnis, etwas in Worte zu kleiden, was die Sprache eigentlich nur schwer hergibt und das man daher umschreibt und erklärt. Außerdem möchte ich Herzen erreichen, von Herz zu Herz sozusagen.
Oder gehörst Du zu der Sorte sehr anfälliger Künstler, die
sich bei einer Niederlage schmollend verkrümeln *kicher*
))
Nach dem, was ich eben erklärt habe, ist es vielleicht verständlich, dass ich nach den ersten „Gedanken“ gespannt war, auf ein paar Reaktionen. Aber es kamen fast keine (bis Freitag insgesamt nur 2). Also habe ich zwei oder zum Schluß sogar drei Texte veröffentlicht in der Erwartung, dass doch irgend etwas dabei sein müsste, was jemanden zu irgendeiner Gefühlsregung veranlassen würde. Und wenn dann nach 25 „Gedanken“ (ich übersetze = zu Papier gebrachten Gefühlen) als (fast) einzige Reaktion so krasse und unverblümte Aussagen kommen, die dann noch mehrfach mit außergewöhnlichem Vokabular bekräftigt werden, dann ist das für mich das Zeichen, dass dieses Forum die falsche Adresse ist für meine Texte. Nenne es „schmollen“ oder „verkrümeln“, von mir aus auch „feige“ oder „anfällig“, aber wenn man schon mit einem so intensiven Gefühlsleben durchs Leben geht (dass ist auf der einen Seite ein großer Segen, manchmal aber auch ein „Fluch“), dann hat man auch einen gewissen Anspruch, wie mit Gefühlen (den eigenen und denen anderer) umgegangen wird. Nenne es „eingeschnappt“ oder „beleidigt“, ganz wie Du willst. Ich nenne es Selbstschutz und das Bedürfnis nach Harmonie. Ein großes Wort? Du hast recht. Aber auch so etwas soll es geben. Dass man das nicht immer erreichen kann, ist klar. Aber wie heißt es so schön: wie man in den Wald hineinruft, so schallt es (sollte man jedenfalls meinen) wieder heraus. Ein vollkommen anderes Echo erschreckt da natürlich erst einmal gewaltig, weil ziemlich unvorbereitet.
Natürlich muss ich mir den Vorwurf gefallen lassen, dass ich dann erst gar nicht in solch einem Forum schreiben sollte. Den nehme ich auch an. Ich habe daraus gelernt. So sammelt man im Leben eben Erfahrungen, gute oder weniger schöne, aber alle machen reich und ein bisschen weiser!
Ich danke jedenfalls allen, die sich bemüht haben, in meinen Gedichten zwischen den Zeilen zu lesen und die gespürt haben, dass da jemand schrieb, der sowohl die Kraft, als auch das Unvermögen von Worten kennt und es dennoch immer wieder probiert!
Liebe Grüße
Andreas