Antwort von
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Re: traurige Gedanken...
Wie geht Ihr mit "sowas" um?
Guten Morgen,
meine Mutter ist ums Leben gekommen als ich 15 war (ist jetzt 13 Jahre her).
Es war keine Krankheit, es war kein Verkehrsunfall. Es war ihr besoffener 2. Ehemann, der mit seinem Kleinkaliber-Gewehr auf sie geschossen hat. Meine Mutter lag noch einige Zeit im Krankenhaus, die Kugel konnte nicht entfernt werden und sie starb, ohne noch mal zu Bewußtsein zu kommen.
Während dieser ganzen Zeit war ich nicht im Krankenhaus. Ich wollte meine Mutter so in Erinnerung behalten, wie ich sie kannte. Nicht mit diesen ganzen Schläuchen am ganzen Körper. Nach Erzählungen meiner Großeltern haben sie meiner Mutter auch die Haare komplett wegrasiert - ich glaube, es wäre für mich ein Schock gewesen.
Den Tod habe ich wohl als einzige in der Familie als ein Art Erlösung aufgefaßt. Wenn ich mir vorstelle, dass meine Mutter heute vielleicht im Rohlstuhl sitzen würde oder ans Bett gefesselt wäre, dann war der Tod die bessere Alternative. Meine Mutter war zu Lebzeiten sehr aktiv, hat Sport gemacht, Handball und Tennis gespielt, war Krankengymnastin. All das könnte sie jetzt nicht mehr machen.
In meiner damaligen Naivität habe ich mir auch vorgestellt, dass meine Mutter endlich wieder mit ihrem Freund zusammen sein kann, der 1984 beim Motorradunfall ums Leben gekommen ist. Sie war damals so verzweifelt darüber. Ich finde die Vorstellung immer noch schön, wenn ich so darüber nachdenke.
Es gibt immer wieder Zeiten, in denen ich meine Mutter vermisse. Auch heute noch. Aber ich habe gelernt, ohne sie zu leben. (Meinen Vater kenne ich nicht - Eltern haben sich scheiden lassen als ich 2 war) Ich war früh selbständig und habe mein Ding gemacht. Mein Großeltern sind seit 13 Jahren meine Ersatz-Eltern und ich find's schön so.
Pia