HI.
Uebrigens konnte ich in Minsk den Praesidenten von Armenien kurz kennenlernen. Er ist zwar ein bisschen ernst, aber ganz schmuck mit seiner Uniform… Wir fuhren im Hotel im Aufzug zusammen und haben uns ueber Armenischen Kognac unterhalten.
Also, um weiter zu erzaehlen…
Wir fuhren also zwischen endlosen Weinfeldern, rechts und links der Strasse entlang und hielten auch an einem der Weintraubenverkaeufer an um einige Trauben zu kaufen die ganz frisch und knackig gepflueckt waren.
Nachdem der Mann uns klargemacht hatte, dass wir nur einen ganzen Eimer (10 l) kaufen konnten, stimmten wir zu und als wir bezahlen wollten, verlangte er so wenig dass uns das peinlich war und wir freiwillig mehr gaben und schnell weiterfuhren…
Im uebrigen haben wir hier in der Krim schon mal auch einen Wein probiert, der sehr lecker schmeckt, fast noch besser als der Krimsekt. Von Jafpatoria aus fuhren wir noch in einen kleinen Badeort, Cava, an dem wir uns eine Weile aufhielten.
Schoen sind besonders die langen weissen Sand-Straende, an denen Camping gemacht wird und man immer noch einen freien Platz findet. Uebrigens war es nicht September, sondern August als wir dort waren.
Was noch erstaunlich ist, und zwar nicht die tatsache an sich, sondern eher dass es uns ueberhaupt auffiel, naemlich dass keinerlei „Anmache“ stattfand. Man fuehlte sich nicht irgendwie anders als Frau oder weil wir einen Trabbi fuhren. Das wie gesagt, peinlich genug dass es einem auffiel, war schon etwas merkwuerdig dass wir zuhause nicht dermassen „gleichberechtigt“ behandelt worden waren…
Man kann unterwegs auf den Rast- bzw. Parkplætzen gut uebernachten. Es gibt dort Duschen und manchmal auch ein kleines Hotel in dem man in einem Bett schlafen kann. Auch ist sehr gut fuer das leibliche Wohl gesorgt und das ganze relativ preiswert. Auf den Parkplætzen stehen meist ueberwiegend LKW’s. Man zahlt neuerdings fuer die Nacht dort zwischen 40 und 60 Rubel.
Als wie weiterfuhren mussten wir mit einer Faehre nach Russland uebersetzen. Die Fahrt dauerte nicht lange und als wir angekommen waren, staunten wir ueber die riesigen weiten Landschaften die sich da vor uns auftaten. Zuerst eine Art Moorgebiewt, das aber unwillkuerlich an Biotope denken laesst. Unheimlich weit kann man schauen und weite Wælder sieht man in der Ferne mit sanften Huegelketten.
So kam es denn wohl auch, dass wir (immer nach dem Kompass, da wir ja nicht lesen konnten und sowieso keine Karte dabei hatten) uns immer einer ziemlich breiten Schotterstrasse folgend irgendwann „verfuhren“, will sagen dass es zu regnen anfing und wir auf dieser Strasse entlang eines grossen Flusses fuhren, der ziemlich wild aussah auf der anderen Strassenseite aber von Huegeln die mit saftigen Wiesen und grossen Apfelbaumplantagen besetzt waren umgeben war. Was uns hier zuerst auffiel waren Rinder, die lustige Fellzeichnungen hatten. Anders jedenfalls als wir sie von zu Hause kannten. Die weideten zwischen den Apfelbaeumen und sahen sehr huebsch aus. Wir kamen durch ein kleines Dorf, vor dessen einem Haus ein alter Mann sass, der uns (so glaubten wir) freundlich zuwinkte, allerdings war es wohl etwas ander5s gemeint, denn als wir um die naechste Kurve kamen, dsahen wir die Bescherung. Ein Fluss, der sonst wohl kleiner war, verlief nun, da der Regen eingesetzt hatte quer ueber die „Strasse“. So, hmm, da standen wir nun und ueberlegten was wir wohl machen sollten, als ein anderer PKW kam, durch den Fluss fuhr und auf der anderen Seite den Hang hinauf und dann verschwand… AHA! Da geht also die Strasse weiter, kurz abgeschaetzt wie hoch das Auto unten war und wie tief der Fluss und einfach weitergefahren… Alles klar, wir kamen gut durch… nur… tja, der Hang, der sich in dem Regen zu einem Klietsch verwandelt hatte (Lehm etc.) den wollte doch der „Kleine“ Trabbi einfach nicht hinaufschaffen. Nun standen wir da zwischen dem immer hoeher anschwellenden Fluss und dem Huegel und wussten keinen Rat, als… Na Gott sei Dank ein riesiges Kettenfahrzeug an uns vorbeirauschte, und wir traurig hinterher guckten. Aber ploetzlich stand da oben ein Mann und lachte zu uns hinunter, er hielt ein Seil in der Hand und wir freuten uns. Sie haben uns schwups hinaufgezogen und wir waren erst mal von dem Fluss weg. Allerdings ging es hier ogen mit diesem dicken Lehm-Matsch weiter, die grossen Fahrzeuge hatten in der Strasse zwar tiefe Furchen hinterlassen, aber wir kamen beim besten Willen nicht sehr viel weiter. Aber das sollten wir nicht bereuen, denn ein kleines Dorf umgeben von „richtigen“ Bergen, lag da so friedlich und wir machten hier halt. Zuerst gingen wir ins Magazin und kauften uns Brot Briefumschlaege (die wir hier zunm ersten Mal sahen, mit aufgedruckten Marken und schon sehr huebschen Bildern zum neuen Jahr) und einiges was wir sonst noch brauchten. Ein kleiner idyllischer Bach floss durch das Dorf, dass wie verlassen dalag. Nur eine Grosse Gans und einige andere Tiere schienen zu Hause zu sein. Ausser der Verkaeuferin im Laden sahen wir niemanden. Der Regen hatte aufgehoert und wir machten an diesem Fleckchen Rast und assen und tranken unseren Kuerbissaft…
Als wir noch ein Stueck weiterfuhren, war es fast unmoeglich nicht noch steckenzubleiben und man riet uns auch ab, hier waren einige LKW’s und so beschlossen wir da es auch schon abend war hier zu uebernachten.
Am naechsten Tag wurden wir wieder bis ueber den Fluss geschleppt und so fuhren wir auf „unserer“ Schotterstrasse weiter, die nun so voellig prachtvoll zwischen Bergen die mit Græesern bewachsen waren und kleinen Wældern einen tollen Ausblick bot. Ringsherum dieses Gebirge, aber mit sanft anmutenden Hoehen, nicht so steinig und karg wie in Karelien, auf denen unten in den Taelern Rinderherden umherzogen und vielerlei Getier umherflog und krabbelte.
Zum Fruehstueck hielten wir am Wegesrand und kochten uns an einem offenen Feuer eine Kanne Malzkaffee den wir in Kiew erstanden hatten. Das schmeckte wirklich lecker. Dazu assen wir noch von dem leckeren Roggenbrot und genossen die tolle Aussicht.
Einige Zeit waren wir unterwegs, als wir aufeinmal in arabischen Buchstaben ein Schild sahen „Cuba“. Da mussten wir ploetzlich lachen, weil wir næmlich an der Grenze gesagt hatten dass wir nach Indien wollten und dann unser Transitvisa bekamen und jetzt waren wir ploetzlich in „Cuba“. Das ging doch schon mal einem gewissen Kolumbus so… oder so aehnlich… auf jeden Fall fanden wir das amuesant. Cuba ist eine kleine freundliche Stadt. Als wir nach einem Atlas fragten bat man uns zuerst zu warten und holten wie sich spaeter herausstellen sollte den Englischlehrer des Dorfes, der sich in englisch mit uns unterhalten konnte. Er bat uns ihm zu folgen und wir landeten in der kleinen Dorfschule.
Hier durften wir zuerst einmal duschen und derweil hatten sich einige Erwachsene und Kinder unter einer riesigen Kastanie versammelt unter der ein langer breiter Tisch stand und um den herum alle sassen und uns interessiert ansahen. Es gab eine Wassermelone und der Lehrer dolmetschte. Ich erzaehlte von meiner Arbeit und wo wir herkamen und spaeter gab ich sogar etwas unterricht fuer die Kinder, da sie wie Ihr das vielleicht aus einem Ashram in Indien kennt, hatten auch kleine Stælle an der Schule, neben den Gaerten in denen Gemuse und alles moegliche angebaut wurde. In den Staellen und auch draussen auf dem Schulgelaende waren Ziegen, Hasen, Huener und einges Kleinvieh. Sogar ein Schwein war in dem einen Stall.
Auf jeden Fall holte der Lehrer nun eine Karte (ein ATLAS gab es nicht) es war eine Karte die Ihr sicher auch aus dem Schulunterricht kennt… Sie mass ungefaehr 2,5 x 3,5 meter und er haengte sie an einem Gestell auf. Diese Karte wollte er uns unbedingt schenken… Oh mei, sie haette knapp in unseren Trabbi gepasst und wir hatten grosse Muehe dem Lehrer klar zu machen, dass wir diese Karte nicht mitnehmen wollten…
Tja so war das da in Cuba.
Wie die Fahrt weiter ging erzaehle ich dann wieder naechstes mal…
Tschuess
Carmen.