Huhu!
Für alle, die es interessiert, veröffentliche ich mal Auszüge (nein, alles bekommt iht nicht zu lesen! *g*) unseres Reisetagesbuchs.
Da wir leider keinen Schlepptop dabeihatten, muss ich es aber erstmal alles abtippen.
Bye, Vanessa
Samstag, 07.07.2001
Es ist Mitternacht, wir sind seit zwei Stunden am Ziel und Chris will schon nach Hause! Na, das kann ja heiter werden.
Unsere FeWo ist eine kleine Hütte, wirklich sehr hübsch gelegen und eingerichtet. Leider gibt es ein großes ABER. Es ist alles voll mit Tieren! Angefangen bei den zweibeinigen Hühnern und Tauben, über die vierbeinigen Hunde und Katzen, Käfer, Fliegen und anderes sechsbeiniges Getier, Spinnen und zu guter Letzt noch eine Art Tausendfüssler. *schüttel* Ich gebe zu, die sehen auch mir nicht gerade sympathisch aus. Ich konnte Getier, das aussieht, als hätte es sich seit Jahrmillionen nicht verändert noch nie leiden und schon gar nicht in der Größe (ca. 5 cm) in unserer Ferienwohnung! Chris ist jedenfalls völlig geschockt und hatte bereits nach 10 Minuten beschlossen, dass wir zukünftig nur noch Urlaub in einer Großstadt machen.
Nichts mehr mit Agriturismo.
Aber fangen wir doch vorne an. Wir sind am Freitag gegen 18.30 hier weggekommen. Erst waren wir skeptisch, ob unser ganzes Gepäck wirklich in den Wagen geht, aber es hat - oh Wunder - alles reingepasst. Bis auf kleiner Staus um Kassel sind wir auch gut durchgekommen und konnten uns in Villingen zur Einstimmung auf Italien noch Pizza holen. Leider sind wir doch nicht so pünktlich ins Bett gekommen, so dass wir am anderen Morgen erst gegen 8 Uhr aus dem Bett gekrochen und um halb neun losgefahren sind. Kaum auf der Straße fiel uns noch das D-Schild und die Autobahnvignette ein – alles für die Schweizer!
Naja, wenn man schon über 50,- DM für den Aufkleber ausgibt, sollte man ihn auch aufkleben!
Das Radio überbrachte auch gleich weniger gute Nachrichten, hieß es doch, vor dem Gotthardtunnel wären mehrere km Stau und man müsste mit Wartezeiten bis zu 5 Stunden rechnen. Damit wollten wir aber nicht rechnen und beschlossen daher, auf die San Bernadinoroute auszuweichen. Doch diese wurde als Ausweichroute für den Gotthard genannt, so dass es dort auch immer voller wurden. Kurzerhandentschlossen fuhren wir dann also über den Splügenpass.
Vorher stellten wir aber noch fest, dass die Straßen in der Schweiz manchmal doch ein schlechter Scherz sind. Bisschen mickrig geraten. In Splügen wollten wir dann noch mal die günstigen Schweizer Benzinpreise ausnutzen und suchten also eine Tankstelle. Der Ort ist wirklich nicht groß, aber die größenmäßig angepasste Tanke haben sie auch noch ans Ende des Dorfes verbannt. Es gab auch nur zwei armselige Zapfhähne und einen Automaten in den man gutgläubig seine Kreditkarte stecken durfte, was wir in Ermangelung an Fränkli natürlich auch taten. Vollgetankt ging es dann zum Splügenpass.
Der war immerhin für Anhänger und LKW gesperrt. Doch was hilft das, wenn man vor sich einen Dortmunder hat, der scheinbar nie größere Berge als die Kohlehalden gesehen hat. *seufz* Also schlichen wir hinter dem den Berg hoch. Dort oben lag noch Schnee, ansonsten gab es bloß Steine und Kühe. Kühe rechts der Straße, Kühe links der Straße und Kühe auf der Straße. Die sahen es ja auch nicht ein, warum sie den steilen Berg runterlaufen sollten, wo es auf der Straße doch viel einfacher ging. Es begann zeitweise heftig zu regnen und der vor uns schien ganz stehen zu bleiben. Doch endlich waren wir oben an der Grenze. Die Zöllner hatten sich bei dem Wetter auch lieber verkrochen, so dass wir schnell in Italien waren. Der Dortmunder beschloss, dort oben zu halten, was von uns fast mit einem Freudesschrei gedankt wurde. Ein paar Meter weiter haben wir allerdings auch gehalten um zu filmen. Bei nur 7° C Außentemperatur und kurzen Hosen ging das allerdings recht schnell! Kaum auf der italienischen Seite des Berges bemerkte man doch einen deutlichen Qualitätsunterschied was die Straße anging.
Es regnete noch immer und es ging in Serpentinen 2000m Berg hinunter. Höhenmeter, nicht Fahrtmeter natürlich. Am Comer See kamen wir dann endlich auf eine Schnellstraße und es ging etwas schneller voran. Auf den ersten 50 km in Italien sahen wir 5 Unfälle, was uns doch etwas misstrauisch werden ließ. Wie, zum Henker, können die sich so versägen, wo man eh nur 110 oder 130 km/h fahren darf?!? Ja, gut, sie halten sich nicht dran, aber doch so ziemlich. *kopfschüttel* Wir haben uns dann lieber nicht weiter ausgemalt, wie die in Deutschland wohl ohne jegliche Geschwindigkeitsbegrenzung fahren würden.
Beinahe wären wir in Mailand City gelandet, doch durch einige Wendeaktionen sind wir doch noch auf der richtigen Autobahn gelandet. Ich werde nie verstehen, warum in südlichen Ländern, die Wegweiser meist kurz vor oder sogar hinter der Abzweigung stehen. Über Pisa ging es immer an der Küste entlang bis Grosseto und dort quer durch die Berge nach Torre Alfina, wo unsere FeWo liegt. Die Berge mögen ja schön sein, aber sie haben extrem viel Zeit gekostet und der Übelkeitsfaktor war auch nicht zu verachten. *börgs* Immerhin war die Beschreibung zur FeWo gut, so dass wir schnell dort ankamen.
Die FeWo besteht aus eine winzigen Küche mit Kamin, einem Wohn-Schlafzimmer und einem kleinen Bad. Und vielen Tieren, aber das erwähnte ich ja schon.
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