Hallo Freunde. Das ist kein Rechtschreibfehler. Ich hab heute mein erstes ‚I-Mail‘ (I für Intergalaktisch) erhalten. Wie war das möglich? Ich habe meine Satellitenantenne auf Syrius gerichtet und mein Modem angeschlossen, irgendeinen Benutzernamen eingetippt und ein Paßwort erfunden - und schon hatte ich folgendes in meinem Posteingang:
Abs.: Der Reisende Vopglier Jaler Jeltz, 5. Planet Syrius Apfelplatz 7
Intergalaktisches Mail an die biologisch - antropotaurisch - archäologischen Institute von @lpha Centauri.
Bei der letzten, schon zur Routine gewordenen Besuchen der Planeten der „Sonne“, die alle 10 Millionen Jahre stattfinden, gibt es einige Überraschungen zu berichten.
Wie vor 50 Millionen Jahren die Zivilisation auf der Venus den Treibhaustod starb, so beging die dort herrschende Zivilisation auf dem Mars vor einiger Zeit kollektiven Selbstmord.
Auch auf der Erde gibt es einige Überraschungen zu vermelden. Die großen grauen Landtiere mit den verlängerten Nasen, sowie die Luft atmenden, säugenden, im Wasser lebenden Wesen haben ihre Zivilisation aufgegeben, nachdem sie erschrocken erkannt haben, daß sie kurz davor waren ihren ganzen Planeten zu zerstören.
Um so größer war die Überraschung, daß sich aus in den großen Wäldern lebenden Tieren mit vier Greifarmen eine Tierart entwickelt hat, die nun dabei ist, Zivilisation zu entwickeln. Wenn wir von Tieren sprechen, sind sich nicht alle unserer Biologen ganz einig. Manche sprechen davon, daß es sich bei dieser Spezies zum Teil um Pflanzen handelt, da sie sich, sie nennen es Fußbad, sich selbst zuweilen einwässern. Es ist auch zu beobachten, daß sie sich stundenlang von der Sonne bescheinen lassen. Ob sie dabei Photosynthese betreiben halten manche von uns jedoch nicht für bewiesen.
Sie befinden sich im Moment in der gefürchteten Zerstörungsphase, die leider nur so wenige Zivilisationen überlebt haben. Sie haben Treibhauseffekt wie die Venusianer und Atomwaffen wie die Marsianer. Wiewohl haben sie die Raumfahrt entwickelt, und Roboter im ganzen Sonnensystem verteilt. Auch befinden sich Spuren von ihnen auf dem Erdmond. Sie müssen aber denselben sehr bald verlassen haben, da es ihnen nicht gelungen ist ihn bewohnbar zu machen. Wenn sie sich nicht selbst zerstören, ist also von ihnen in einigen zehntausend Jahren Besuch zu erwarten. Bitte stellen sie sich darauf ein, wer weiß ob sie dann schon ihre Zerstörungsphase überwunden haben! Auch einige andere Völker, wie die Klingonen, Ferengi und Romulaner haben intergalaktische Raumfahrt entwickelt, ohne ihre Zerstörungsphase vollständig überwunden zu haben. So haben wir auf deren Raumschiffen Waffen entdeckt, die sie Fazer oder so ähnlich nennen. Bemerkenswert ist auch die Ähnlichkeit die diese Wesen mit den vorher genannten Völker teilen. Seien sie also auf der Hut!
Um ihre Intelligenz zu beurteilen haben wir uns die Betriebssysteme ihrer Computer angesehen. Auch hier sind wir geteilter Meinung. Die einen meinen, da sie unnötig kompliziert sind, können diese Wesen nicht besonders intelligent sein. Die anderen meinen, sie müssen einigermaßen intelligent sein, da doch einige mit ihnen zurecht kommen.
Die ehemaligen Zivilisatoren, die grauen Landtiere und die räuberischen Wasserwesen blicken mit Sorge auf die Entwicklung ihrer Nachfolger. Einige Exemplare verstehen die eine oder andere „Menschen“-sprache, stellen sich aber dumm, da die „Menschen“ schon einige von ihnen für Kriegszwecke mißbraucht haben.
Genauere Berichte finden sich in nachfolgenden Mails, die sobald das intergalaktische Net einigermaßen frei ist, gesendet werden.
Da sich einiges interessantes, sowie besorgniserregendes auf diesem Planeten tut, haben wir beantragt, die nächste Expedition schon früher, in etwa 5 Millionen Jahren durchzuführen. Wir hoffen auf tatkräftige Unterstützung ihrer Techniker und Wissenschaftler, wie in den letzten 38 Expeditionen.
In Erwartung einer positiven Beurteilung
herzlichst Ihr
Vopglier Jaler Jeltz
PS.: Bitte entschuldigen Sie die grammatikalischen Verdrehungen und Rechtschreibfehler. Der Schreiber dieser Zeilen hat versucht eine der Menschensprachen, mit Namen „Deutsch“ zu erlernen. Seit dieser Zeit hat er ein wenig von der Sicherheit, mit der er sonst mit ihrer Sprache umgeht, verloren.
