Gewährleistungspflichten beim Gebrauchtwagenkauf

Hallo Experten!

Ich hatte gerade ein aufmunterndes Gespräch mit meiner Werkstatt - Ölabstreifer im Eimer und Ventilschaden in einem Zylinder, d.h. ein Austauschmotor wäre angebracht. :o(

Jetzt mal meine Frage: Da ich den Wagen erst seit 3 Monaten habe - welche Gewährleistungspflichten gibt es für Gebrauchtwagenhändler und welche kann ich geltend machen? Praktischerweise schließen die ja jegliche Gewährleistung in ihren AGB aus. Ist das überhaupt zulässig?

Für den Wagen habe ich noch eine Gebrauchtwagengarantie, die ich wohl für eine Reparatur heranziehen kann. Ob die für einen Austauschmotor einstehen, bezweifle ich. eine Reparatur würde das Problem des hohen Ölverbrauchs allerdings nicht beheben, sondern nur etwas lindern.

Irgendwelche Vorschläge für weiteres Vorgehen?

gruß

Tomcat

Teilreparatur ohne Garantie…
…würde ich machen.

Hallo Tomcat,

Ich hatte gerade ein aufmunterndes Gespräch mit meiner
Werkstatt - Ölabstreifer im Eimer und Ventilschaden in einem
Zylinder, d.h. ein Austauschmotor wäre angebracht. :o(

Ich würde egenständig aus meiner Erfahrung folgendes machen:

  • Ölwanne und Kopf ab
  • Alle Kolben raus
  • Kolben mit neuen Ringen versehen (Kompressions,- und Ölringe)
  • Defekte Ventile auswechseln, die alten neu einschleifen
  • Zusammenbauen

Dies geht nur, wenn die Kolbenbohrungen keinen übermäßigen Verschleiß und Schaden aufweisen.

Mit dieser Maßnahme wäre garantiert, daß die Kompression wieder auf allen vieren gleich groß ist und keinen einseiten Verschleiß an einem Kolben und dessen Pleuellager hervorruft.

Die Verdichtung ist wieder wie neu und der Ölverbrauch entsprechend gering. Am Anfang sollte man etwas sorgsam fahren, damit die neuen Ringe sich an der alten Bohrung einlaufen können.

Jetzt mal meine Frage: Da ich den Wagen erst seit 3 Monaten
habe - welche Gewährleistungspflichten gibt es für
Gebrauchtwagenhändler und welche kann ich geltend machen?
Praktischerweise schließen die ja jegliche Gewährleistung in
ihren AGB aus. Ist das überhaupt zulässig?

k.A.

Für den Wagen habe ich noch eine Gebrauchtwagengarantie, die
ich wohl für eine Reparatur heranziehen kann. Ob die für einen
Austauschmotor einstehen, bezweifle ich. eine Reparatur würde
das Problem des hohen Ölverbrauchs allerdings nicht beheben,
sondern nur etwas lindern.

Wenn wie oben gemacht, geht das. Ich habe damals bei meinem alten Starlet die Bohrungen hohnen lassen müssen (Motor raus) weil er auf dem 4.Zyl. einen Fresser hatte. Seither wieder volle Kompression und minimaler Ölverbrauch (0,5l pro 8000km / Sommerbetrieb)

Irgendwelche Vorschläge für weiteres Vorgehen?

zurück nach oben

gruß

Tomcat

Ergänzung: Ich würde gerne mal die Meinung der „alten Reparaturfüchse“ hören…

gruß

dennis

Hallo Dennis,

wußt ich’s doch, daß Du mir da 'nen Tip geben kannst :smiley:

Ich würde egenständig aus meiner Erfahrung folgendes machen:

  • Ölwanne und Kopf ab
  • Alle Kolben raus
  • Kolben mit neuen Ringen versehen (Kompressions,- und
    Ölringe)
  • Defekte Ventile auswechseln, die alten neu einschleifen
  • Zusammenbauen

Hm, knifflig. Dafür fehlt mir Zeit, Fachkenntnis und die Hinterhofgarage in der ich sowas machen kann.

Dies geht nur, wenn die Kolbenbohrungen keinen übermäßigen
Verschleiß und Schaden aufweisen.

Der Wagen stand 3 Jahre lang in einer Garage, bevor er verkauft wurde. Inzwischen weiß ich auch, daß das nicht unbedingt gut für den Wagen ist. Ich nehme mal an, daß die Bohrungen auch nicht gerade berauschend aussehen.

Mit dieser Maßnahme wäre garantiert, daß die Kompression
wieder auf allen vieren gleich groß ist und keinen einseiten
Verschleiß an einem Kolben und dessen Pleuellager hervorruft.

Die Verdichtung ist wieder wie neu und der Ölverbrauch
entsprechend gering. Am Anfang sollte man etwas sorgsam
fahren, damit die neuen Ringe sich an der alten Bohrung
einlaufen können.

Sorgsam fahren, aber immer doch :wink:

Für den Wagen habe ich noch eine Gebrauchtwagengarantie, die
ich wohl für eine Reparatur heranziehen kann. Ob die für einen
Austauschmotor einstehen, bezweifle ich. eine Reparatur würde
das Problem des hohen Ölverbrauchs allerdings nicht beheben,
sondern nur etwas lindern.

Wenn wie oben gemacht, geht das. Ich habe damals bei meinem
alten Starlet die Bohrungen hohnen lassen müssen (Motor raus)
weil er auf dem 4.Zyl. einen Fresser hatte. Seither wieder
volle Kompression und minimaler Ölverbrauch (0,5l pro 8000km /
Sommerbetrieb)

„hohnen“ hab ich auch noch nicht gehört. Ich nehme an, daß dabei die Zylinderwand nachgeschliffen wird (?)

Ergänzung: Ich würde gerne mal die Meinung der „alten
Reparaturfüchse“ hören…

Ich auch. Einerseits hab ich die Schnauze vom neuen Auto gerade ziemlich voll, andererseits gefällt’s mir so gut, daß ich es unbedingt wieder fahren möchte. Mal den Kostenvoranschlag abwarten…

Gruß + Danke

Tomcat

Hallo Tomcat,

wußt ich’s doch, daß Du mir da 'nen Tip geben kannst :smiley:

Ich probiers soweit es geht.

Hm, knifflig. Dafür fehlt mir Zeit, Fachkenntnis und die
Hinterhofgarage in der ich sowas machen kann.

Dann Finger weg. Sorgfältige Arbeit ist hier gefragt. Kein Radio, keine Besucher und Dummbabbler sonst ist schnell was vergessen oder falsch gemacht.

Der Wagen stand 3 Jahre lang in einer Garage, bevor er
verkauft wurde. Inzwischen weiß ich auch, daß das nicht
unbedingt gut für den Wagen ist. Ich nehme mal an, daß die
Bohrungen auch nicht gerade berauschend aussehen.

Annehmen ist nicht wissen. Mit einem Stethoskop oder abnehmen des ZK ist jede Antwort gegeben.

Sorgsam fahren, aber immer doch :wink:

Wenn die Kolben mal ihre 500km drauf haben, kann mans flutschen lassen. Ich bin damals 1 Woche (500km) gefahren und dann mit Anhänger auf das Bizarrefestival Attackeeeeeee… und nix is passiert. Kein Loch im Block oder sonst welche Horrorgeschichten… :wink:)

„hohnen“ hab ich auch noch nicht gehört. Ich nehme an, daß
dabei die Zylinderwand nachgeschliffen wird (?)

Ja, aber nur die Erhebungen werden abgetragen, die Vertiefungen der Kratzer bleiben. Da diese im unteren Totpunktbereich waren, konnte man damals auf das Bohren verzichten. Die Alu-Brocken des Kolben wurden (bedingt durch die Vollgasattacke während des Ereignisses) durch den Abgastrakt befördert und ein paar fielen in die Ölwanne, wo ich sie später rausfischte. Minimal aber. Dadurch, daß nicht gebohrt wurde, habe ich für den betreffenden Zylinder wieder einen Standardkolben originalen Maßes verwandt. Alle anderen Kolben wurden neu beringt und zuvor von Ölkohle am Abstreifring befreit. Damals 210 000km hatten halt Ihre Spuren hinterlassen.

Ich auch. Einerseits hab ich die Schnauze vom neuen Auto
gerade ziemlich voll, andererseits gefällt’s mir so gut, daß
ich es unbedingt wieder fahren möchte. Mal den
Kostenvoranschlag abwarten…

Gehe mal rüber nach Bad Ems zu Trans-Moto-Tuning, die reparieren auch Motoren, oder such Dir eine andere Motorenreparaturfirma aus. Die machen auch so Teilreparaturen.

gruß

dennis

Hi Tomcat,
wie Dennis schon sagte ist das keine Reparatur für einen Heimwerker. Aber wenn der Wagen 3 Jahre stand, sind die Ringe wahrscheinlich übelst verklebt und dichten daher nicht mehr.
Bei den heutigen Gebrauchtwagenpreisen ist so eine Reparatur selbst beim selbermachen fast unrentabel. Schade, daher sterben ansonsten gute Autos den frühzeitigen Tod in der Presse. Ist denn kein Gebrauchtmotor zu kriegen ?
Wenn Du die Fähigkeit hast und den Platz, kannst Du die Kolben selber ziehen, den Zylinder hohnen lassen und die Ventile ersetzen und neu einschleifen. Alles unter Vorraussetzung, das der Verschleiß noch nicht zu weit fortgeschritten ist.
Dann neue Ringe (oder Kolben komplett) rein und alles ist prima.
Allerdings läufst Du Gefahr, das dann evtl. die Lagerschalen auch getauscht werden müssen und je mehr Du zerlegst, desto mehr Teile werden Erfahrungsgemäss erneuert (man will das ja nicht nach 50.000m nochmal machen müssen) und Schwups ist aus der Reparatur ein finanzielles Massengrab geworden (von der Arbeit mal ganz abgesehen). Wenn dann noch Spezialwerkzeug gebraucht wird und spezielle Kenntnisse (z.B. Einspritzanlage), würde ich es lassen.
Gruss Sebastian

Hallo,

du solltest die Frage mal im Forum „Recht“ posten.

Ich hatte gerade ein aufmunterndes Gespräch mit meiner
Werkstatt - Ölabstreifer im Eimer und Ventilschaden in einem
Zylinder, d.h. ein Austauschmotor wäre angebracht. :o(

Es handelt sich also nicht um einen offensichtlichen Mangel, der auch vom Laien bereits bei der Besichtigung des Fahrzeugs erkennbar gewesen wäre.

Jetzt mal meine Frage: Da ich den Wagen erst seit 3 Monaten
habe - welche Gewährleistungspflichten gibt es für
Gebrauchtwagenhändler und welche kann ich geltend machen?
Praktischerweise schließen die ja jegliche Gewährleistung in
ihren AGB aus. Ist das überhaupt zulässig?

Meines Wissens ist der Ausschluss der Gewährleistung nur bei Privat-an-Privat möglich. Ein professioneller Händler kann die 6-monatige Gewährleistung nicht in seinen AGBs ausschliessen.
Diese Gewährleistung gilt auch für Gebrauchtwagen. Im Zweifel muss dir der Händler nachweisen, dass der Schaden durch unsachgemässen Gebrauch entstanden ist.

Wie gesagt: Forum Recht!!

Gruss, Niels