Hi Michael,
"....ich weiss auch nicht wie die die
Preise so hinkriegen."
das ist ganz einfach:
Südkorea ist ein Schwellenland. Es gibt kaum Sozialsysteme, Urlaub und dergleichen sind wenig bekannt, oftmals werden Rechte der Arbeitnehmer von diesen wegen Gruppendruck innerhalb der Firma nicht wahrgenommen.
Der Lebensstandard ist deutlich niedriger als in D, das Demokratieniveau auch. So ist die Prügelstrafe z.B. in den Schulen nichts ungewöhnliches, sie wird vor allem bei "unzüchtigem Verhalten" von Mädchen gerne angewendet.
Außerdem wird der Export massivst subventioniert indem alle Nichtkoreanischen Produkte, insbesondere Autos, mit horrendem Zoll belegt werden. Ein S-Klasse Daimler kostet dann statt 80.000 € ganz leicht 200.000 €
Außerdem muß jeder, der ein ausländisches Auto kauft damit rechnen, daß er ständig und mutwillig von den Finanzbehörden und der Polizei überprüft wird - wer so ein Auto fährt ist unpatriotisch und muß das viele Geld illegal erworben haben.
Daher sieht man fast keine nichtkoreanischen Autos im Straßenbild (ich kenne Seoul und Umgebung von zwei Dienstreisen, wir besuchen Kunden mit unseren Koreanischen Kollegen per Auto).
Erreicht wird damit, daß:
- Südkorea ein abgeschotteter Markt ist
- Ausländische Autos kaum vorkommen, und wenn schon dann bringen sie wenigstens reichlich Steuern
- der Export von der eigenen Bevölkerung nahezu direkt subventioniert wird, da die Hersteller in Südkorea Narrenfreiheit bei den Preisen haben (das nennt man Monopol...)
- die eigenen Autos zu Dumpingpreisen in Ländern abgesetzt werden können, deren Währung begehrt weil stabil ist. Die Stückzahl und die Mischkalkulation machts....
- Ein Teil des unrealistisch niedrigen Verkaufspreises über die teuren Ersatzteile (für die der Hersteller ebenfalls ein Monopol hat) aufgefangen wird.
Daß das System gefährlich an Rande des Zusammenbruchs entlangschrammt wird dfeutlich, wenn man sieht, daß es in Korea ab und zu (noch zu selten) sogar Streiks gibt - in Asien ein fast undenkbarer Gesichtsverlust für beide Seiten !
Und wenn man selbst in Seoul reichlich leerstehende und verfallende Autohäuser sieht, Kia, Hyundai und Deawoo sind nämlich nach BWL-Kriterien pleite und nur das Prestigedenken des Staates (und ein paar kurzsichtige letzte Autokäufer im Westen) hält sie knapp am Leben.
Aber trotzdem Gute Fahrt
Bernd