Metrorapid: Time to say goodbye

Hallo,

gehört der Metrorapid eigentlich in diese Rubrik? Räder hat er ja keine . . .

Auf jeden Fall hat der Bundesrechnungshof dieses Projekt heute als „nicht realisierungswürdig“ eingestuft und ihm somit wohl das letzte kümmerliche Lebenslicht ausgeblasen. Nun muss der Steuerzahler glücklicherweise doch nicht für das übersteigerte Prestigebedürfnis des NRW-Ministerpräsidenten bluten.

Eigenartig eigentlich nur, wie lange sich ganz offensichtlich unsinnige Projekte am Leben erhalten, wenn sie politisch gewollt sind. Der Transrapid ist ja eine faszinierende Technik, aber es liegt doch auf der Hand, dass er auf Kurzstrecken seine Vorzüge nicht ausspielen kann und nur immense Kosten für die zahlreichen Bahnhöfe verursacht?

Nun stellt der Rechnungshof also das Beatmungsgerät ab. Sei seinem Bruder in Shanghai ein längeres Leben beschieden . …

so weit isses leider noch nicht
Hallo,

Nun stellt der Rechnungshof also das Beatmungsgerät ab. Sei
seinem Bruder in Shanghai ein längeres Leben beschieden . …

leider hat der BRH nur die Möglichkeit, Empfehlungen abzugeben. Eine rechtsverbindliche Bedeutung hat dessen Aussage in diesem Falle nicht. Die Sache ist also noch nicht ausgestanden bzw. vom Tisch.

Das ganze Projekt ist noch mehr für den Eimer, als die Hamburg-Berlin-Strecke. Dennoch ist es aus verschiedenen (politischen) Gründen erwünscht. Insofern wage ich noch nicht, daran zu glauben, daß das ganze schon vorbei ist.

Gruß
Christian

aber es rechnet sich doch
wenn man mit ein 150% auslastung rechnet ohne probleme.

ein herr schneider der auf diese art quadratmeter in der zeilgallerie erzeugt hat, musste vor gericht.

nun dass muss hier wohl keiner, auch wenn es sich nie rechnen wird.

gruß ivo

im Prinzip ist es vollkommen gleichgültig…
ob es sich rechnet oder nicht. Es ist vorerst weiter ein Forschungsprojekt und die Chance, dass Deutschland weiter ein Hochtechnologieland ist.
Wenn alle Entwicklungen, die sich nicht rechneteten, nicht gebaut worden wären, dann würden wir heute noch von Baum zu Baum springen.
Dieses Projekt rentiert sich… nicht in den nächsten 5 Jahren. Doch sichert es in Zukunft deutsche Arbeitsplätze. Und nicht nur bei der Eisenbahn.
Nur wenn das Ausland den Namen Deutschland mit Technik vom Feinsten verbindet, sind unsere Arbeitsplätze sicher.
Die Alternative wäre: Argrarland Deutschland (Morgentau).
Grüße
Raimund

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Hallo,

gehört der Metrorapid eigentlich in diese Rubrik? Räder hat er
ja keine . . .

Soweit ich weiß schon, er steht darauf, solange er im Bahnhof steht, evtl. auch zum „anfliegen“, müßte ich aber nochmal nachsehen.

Cu Rene

Hallo René,

Soweit ich weiß schon, er steht darauf, solange er im Bahnhof
steht, evtl. auch zum „anfliegen“, müßte ich aber nochmal
nachsehen.

brauchst nicht nachsehen, sondern nur mir glauben: Der hat keine Räder. Auch im Bahnhof wird geschwebt. :wink:

Wenn Du aber doch nachsehen willst:
http://www.transrapid.de/de/index.html -->Technik
Auszug:
Der Transrapid ist die erste grundlegende Innovation in der Bahntechnik seit dem Bau der ersten Eisenbahnen. Die Magnetschnellbahn hat keine Räder, Achsen, Getriebe und Oberleitungen. Sie rollt nicht, sie schwebt. An die Stelle von Rad und Schiene bei der Eisenbahn tritt beim Transrapid ein berührungsfreies elektromagnetisches Trag-, Führ- und Antriebssystem - verschleißfreie Elektronik statt Mechanik.

Gruß
Christian

Hallo!

ob es sich rechnet oder nicht. Es ist vorerst weiter ein
Forschungsprojekt und die Chance, dass Deutschland weiter ein
Hochtechnologieland ist.

Das wird es wohl auch bleiben - auch wenn kein Kurzstreckenmagnetgleiter gebaut wird! (Was mich sehr freut, er wäre sonst nämlich 15 Meter hinter meinem Schlafzimmer vobeigerauscht!)

Wenn alle Entwicklungen, die sich nicht rechneteten, nicht
gebaut worden wären, dann würden wir heute noch von Baum zu
Baum springen.

Sorry: Blödsinn!
Die Innovationen die sich durchgesetzt haben, wurden früher nicht etwa von einer Regierung finanziert, sondern von Unternehmen die davon überzeugt waren, daß es sich auf lange Sicht rentiert!

Keine Regierung der Welt hat die Entwicklung des Verbrennungsmotors gefördert, keine staatliche Stelle den Bau der Eisenbahnen vorangetrieben: das waren alles renditeorientierte Industrieunternehmen, die den Bedarf erkannt haben und entsprechend handelten.

Aber beim Metrorapid haben sich nicht einmal die Hersteller dafür erwärmen können, selbst die Finanzierung zu übernehmen: sie lassen sich den Bau der Anlage lieber von Bund und Ländern finanzieren, weil sie selbst nicht doof genug sind, an eine Rendite zu glauben…

Das Gleiche gilt für die Joachim-Erwin-Gedächtnis-Arena zu Düsseldorf, für die demnächst das Rheinstadion weichen soll: die beteiligten Baufirmen wollen sich lediglich am BAU, nicht aber am Unterhalt oder Betrieb beteiligen: auch die können rechnen und wissen genau, wie unwahrscheinlich eine 110-prozentige Auslastung ist…

Dieses Projekt rentiert sich… nicht in den nächsten 5
Jahren. Doch sichert es in Zukunft deutsche Arbeitsplätze. Und
nicht nur bei der Eisenbahn.

Die Arbeitsplätze die es retten kann, eine solch teure Prestigeanlage ins Rheinland zu bauen, werden die weiter steigenden Kosten für den Unterhalt und die damit verbundenen Einsparungen von Land und Bund (oder aber die fälligen Steuererhöhungen) aber kaum aufwiegen…
Also geht anderswo wieder ein Stück Wirtschaft mehr kaputt!

Und daß die Anlage auch verkauft werden kann, OHNE daß sie hierzulande auf Biegen und Brechen irgendwo installiert wird, hat sich ja auch schon gezeigt!

Nur wenn das Ausland den Namen Deutschland mit Technik vom
Feinsten verbindet, sind unsere Arbeitsplätze sicher.
Die Alternative wäre: Argrarland Deutschland (Morgentau).

Nur weil eine Anlage sinnvollerweise nicht gebaut wird, heißt das noch lange nicht, daß demnächst Deutschland zur Industriebrache wird.
Auch in Zukunft wird eine gute und ausgereifte Technologie Abnehmer finden - und zwar ohne unsinnige „Vorzeigeobjekte“, deren Nutzen nur äußerst gering und deren Finanzierung fragwürdig ist.

Schönen Gruß,
Robert
*durchaus fortschrittsgläubig, aber bitte nicht ohne Sinn und Verstand*

Hi, ich halte vom Transrapid eigentlich jede Menge…
Wie Du schon sagtest…lange Strecken.
Warum also nicht von Berlin Richtung Paris… über Frankfurt.
Mit Erweiterungsmöglichkeiten nach Warschau oder Moskau und in Richtung Madrid oder ähnliches.
Einmal quer durch Europa…
aber dazu fehlt ja wohl der Mut und das Geld.

Ansonsten ist die Entscheidung zu begrüßen, keinen Metrorapid innerhalb des Ruhrgebietes oder in München zu bauen…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

warum nicht in die Ferne schweifen…?
Hallo,

Einmal quer durch Europa…
aber dazu fehlt ja wohl der Mut und das Geld.

bei uns gab es mal eine Initiative, die den Transrapid direkt von Deutschland bis Peking durchbauen wollte. Hat sich anscheinend nicht wirklich durchgesetzt. :wink:

Gruß
Christian

Hallo,

brauchst nicht nachsehen, sondern nur mir glauben: Der hat
keine Räder. Auch im Bahnhof wird geschwebt. :wink:

Ich habe mich da etwas unklar ausgedrückt, war aber wohl auch nicht auf dem aktuellen Entwicklungsstand, inzwischen benutzen sie Kufen, um im Betriebshof (nicht Bahnhof!) etc. und im Notfall (macht sicher ordentlich Krach, wenn einige Tonnen auf Kufen ein paar Meter schleifen) das Fahrzeug abzusetzen.

Cu Rene

keine staatliche Stelle den Bau

der Eisenbahnen vorangetrieben: das waren alles
renditeorientierte Industrieunternehmen, die den Bedarf
erkannt haben und entsprechend handelten.

Aber beim Metrorapid haben sich nicht einmal die Hersteller
dafür erwärmen können, selbst die Finanzierung zu übernehmen:
sie lassen sich den Bau der Anlage lieber von Bund und Ländern
finanzieren, weil sie selbst nicht doof genug sind, an eine
Rendite zu glauben…

Hallo Robert
Ich bin auch noch nicht so mit den „Vorteilen“ des Transrapid im
Reinen (z.B.warum er energiesparender als ein normaler Zug sein
soll;es ist doch bestimmt ein nicht unerheblicher Energieaufwand nötig,den Zug von der Schiene zu heben),dennoch möchte ich dir in einem Punkt widersprechen.Die Eisenbahnbauer vergangener Tage
haben sich um Eigentumsrechte einen feuchten Kehricht gekümmert und zum Teil mit kriminellen Machenschaften ihre Trassen in die Landschaft gelegt.Das wäre heute kaum mehr möglich,schon garnicht für ein Privatunternehmen.Es gehört schon „Behördlicher Wille“ und ebensolche „Macht“ dazu,heutzutage ein solches Projekt zu realisieren und daß das ganze dann auch nicht billig ist liegt ja wohl auf der Hand.
Gruß
Lenz

Hallo!

Ich bin auch noch nicht so mit den „Vorteilen“ des Transrapid
im
Reinen (z.B.warum er energiesparender als ein normaler Zug
sein
soll;es ist doch bestimmt ein nicht unerheblicher
Energieaufwand nötig,den Zug von der Schiene zu heben),dennoch
möchte ich dir in einem Punkt widersprechen.Die Eisenbahnbauer
vergangener Tage
haben sich um Eigentumsrechte einen feuchten Kehricht
gekümmert und zum Teil mit kriminellen Machenschaften ihre
Trassen in die Landschaft gelegt.Das wäre heute kaum mehr
möglich,schon garnicht für ein Privatunternehmen.Es gehört
schon „Behördlicher Wille“ und ebensolche „Macht“
dazu,heutzutage ein solches Projekt zu realisieren und daß das
ganze dann auch nicht billig ist liegt ja wohl auf der Hand.

Moooment - DAS habe ich auch gar nicht gemeint!

Wenn sich die Finanzmittel des Staates darauf beschränken würden, den Unternehmen die Verkehrsfläche zur Verfügung zu stellen, würde ich ja gar nichts dagegen sagen!
Aber damit ist es ja noch lange nicht getan - meinst Du, wenn der Bund sagen würde: „hier ist der Raum für eure Trasse, für den Rest müßt ihr selber sorgen“, dann würde auch nur einer aus den betreffenden Unternehmen eine Schaufel anfassen?

Und das war eben früher anders - damals haben die Firmen selbst investiert, weil sie von der Rentabilität überzeugt waren.
Es war ihr eigenes Risiko, ob die Investition fruchtbar war.
Wer aber mit fremdem Geld jongliert, dem ist egal wenn er mal was fallen läßt. :frowning:

(Übrigens kann ich mir nicht vorstellen, daß in Deutschland die ersten Bahngesellschaften ebensolche Wildwestmanieren an den Tag gelegt haben wie die Western Pacific Railroad…)

Schönen Gruß,
Robert

Moin moin

Eigenartig eigentlich nur, wie lange sich ganz offensichtlich
unsinnige Projekte am Leben erhalten, wenn sie politisch
gewollt sind. Der Transrapid ist ja eine faszinierende
Technik, aber es liegt doch auf der Hand, dass er auf
Kurzstrecken seine Vorzüge nicht ausspielen kann und nur
immense Kosten für die zahlreichen Bahnhöfe verursacht?

So unsinnig ist er nicht, wenn man nicht unbedingt eine Trasse neben bestehenden Schienen bauen will, sondern neue Nutzen findet. Das scheint ja in München der Fall zu sein, da die Strecke von Bahnhof zu Flughafen wohl mit S-Bahn mehr als lange und aufwändig ist. Allerdings sollte es komplett in privater Hand bleiben, dann würde es sich zeigen, ob es sich lohnt. Private Unternehmen sind nicht so sehr an Prestigeobjekten in dieser Größenordnung interessiert, wenn sich diese nicht rechnen.

Nun stellt der Rechnungshof also das Beatmungsgerät ab. Sei
seinem Bruder in Shanghai ein längeres Leben beschieden . …

Dem ist solches sicherlich…

Übrigens noch eins: Ich kann jedem nur mal empfehlen, sich nach Lathen zu begeben und einmal mit der Bahn zu fahren. Super (Mit-)fahrgefühl; Ich halte das Ding durchaus für innovativ und gelungen. Selbst auf dieser eher kleinen Teststrecke ist der TR sehr schnell.

Gruß

ALex

(Übrigens kann ich mir nicht vorstellen, daß in Deutschland
die ersten Bahngesellschaften ebensolche Wildwestmanieren an
den Tag gelegt haben wie die Western Pacific Railroad…)

Hallo Robert
Das brauchten sie zum größten Teil auch garnicht.Da hat der Kaiser und später der „Führer“ gesagt,es wird eine Bahn von A nach B gebaut und die hat da und da langzugehen.Basta!
Und übrigens mit den Kosten einer solchen Transrapid-Strecke:
was schätzt du denn wieviel % der veranschlagten Gesamtkosten
allein für die staatlich verordneten „Administrativen Maßnahmen“
draufgehen?30,40 oder noch mehr?
Das sieht man doch schon sehr schön beim privaten Häuslebauer.
Ich habe das vor einigen Wochen mal für ein ganz normales Einfamilenhaus auf der Basis der 2002er Vorschriften durchgerechnet und bin auf das erschreckende Ergebnis von 37,6%
gekommen.
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.
Und obwohl ich absolut garnichts von Subventionen halte,besser
für den Transrapid als für die Kohle.
Gruß
Lenz