Aus aktuellem Anlaß tauchte bei uns heute die Frage auf, wie eine Tageszulassung rein organisatorisch abgewicklet wird. Zwei prinzipielle Wege sind mir eingefallen: zum einen wird das Fahrzeug einen Tag auf das Autohaus zugelassen, zum anderen auf einen Mitarbeiter des Autohauses.
Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, daß die Hersteller ein großes Interesse daran haben, daß Ihre Neufahrzeuge jeweils auf ein Autohaus oder gar Vertragshändler zugelassen werden. Es gibt ja doch signifikante Preisnachlässe bei Tageszulassungen. Das macht natürlich die Listenpreise ordentlich kaputt. Es schmälert zwar ‚nur‘ den Gewinn des Autohauses, aber trotzdem. Die andere Möglichkeit finde ich auch nicht so rasend einleuchtend, denn dann hätte ja ein Mitarbeiter sagen wir mal 20 Autos im Jahr auf seinen Namen zugelassen. Mit Versicherung und allen Schikanen… Dabei treten ja auch einige Kosten auf.
Ich würde mich freuen, wenn mir jemand erklären könnte, wie es in der Praxis gehandhabt wird.
meine Mutter hatte mal einen Starlet P7 (erste mit Frontantrieb).
Dies war einer, der am 28.Dezember auf das Autohaus zugelassen wurde und am nächsten Tag wieder abgemeldet wurde.
Da der Starlet einer der Fahrzeuge war, der immer um die 10 000 Zulassungen pro Jahr „herumkrebste“, wurde dies auf Order von Toyota Deutschland gemacht, damit er in die TÜV und ADAC Pannenstatistik erfaßt wird (ab 10 000 Zul./Jahr). Warum dürfte Dir wohl klar sein.
Ich habe hier noch eine Kopie des Briefes von dem Auto, da steht konkret „Autohaus A. GmbH, Toyota Vertragshändler“ drin.
Die Mitarbeiter haben damit nix zu tun.
Achja: Die Autohersteller haben ein verdammt großes Interesse dran, über 10 000 Zulassungen zu kommen, sofern es durch Tageszulassungen erreichbar ist.
Wenn also alle 800 Toyota-Händler in D ihre noch zwei drei Starlets auf dem Hof schnell zulassen, macht das 800-2400 Autos aus…
Dieser war übrigens der einer der letzten Starlet vor dem P8, der kurz danach im Laden stand, und schon G-Kat hatte. War allerdings eine „Unterdruckschlauch-G-Kat-Lösung“ und in der Warmlaufphase nicht besonders angenehm zu fahren, da die Unterdrucksteuerung etwas „grobmotorisch“ war. Leider. Der Nachfolger hatte elektronische Einspritzung und lief damit besser.
grundsätzlich hat jeder Hersteller ein Interesse daran, möglichst viele Fahrzeuge zu verkaufen.
Und wenn die Nachfrage etwas schlechter wird, dann pushed man das ganze mit einer künstlichen Nachfrage, eben den Tageszulassungen.
Ein wesentlicher Vorteil hier: Reduzierung der Lagertiefe, also des gebundenen Kapitals.
Meist werden diese Geschäfte auch noch subventioniert, so daß der Händler auch noch einen Anreiz bekommt Fahrzeuge für einen Tag zuzulassen.
Ein Umkehrschluß lässt folgende Schlussfolgerung zu:
Je mehr Tageszulassungen eines Herstellers erfolgen, desto schlechter geht es ihm.
Gleiches gilt übrigens für das Anbieten von Sondermodellen, was lediglich dazu dient den Lebenszyklus eines Modells künstlich zu verlängern.
Das mit der Pannestatistik, was Dennis erwähnte, macht sicherlich nur bei japanischen Fahrzeugen Sinn.