Autohaus verweigert Reparaturprotokolle

Von: , Frage gestellt am Di, 7. Okt 2003

Eine Frage an Leute, die Einblick in Praktiken von Kfz-Haendlern und Herstellern haben:

Mein Vertragshaendler (Auto Pabst in Diez, Skodahaendler) verweigert mir die Herausgabe von Reparaturprotokollen waehrend der Gewaehrleistungszeit.
Man weigert sich sogar, eine Bescheinigung auszustellen, dass ich wegen eines Mangels in der Werkstatt war.

Mein Problem:
Ich versuche, von Auto Pabst in Diez mit Hilfe eines Rechtsanwalts eine Wandlung meines Kaufvertrages zu erreichen, und zwar wegen eines schwierig zu reproduzierenden Mangels im Bremssystem.
Wegen diesen Mangels hatte ich meinen Skoda Fabia zwei mal in der Werkstatt.

Waere es denkbar, dass der Mangel im Einvernehmen mit dem Hersteller (Skoda) stillschweigend behoben wurde, um z.B. einer Rueckrufaktion aus dem Weg zu gehen? Oder um Reparaturanspruechen anderer Betroffener (die es gibt) zu entgehen?

Wenn es so waere (reine Fiktion), dann haette ich ein riesiges Problem.
Denn wie koennte ich einen heimlich reparierten Mangel nachweisen, wenn man mich nicht an die Reparaturprotokolle laesst?

Meine Frage an Insider: Ist so etwas denkbar? Wenn ja, gibt es Beispiele?

Gruss

Hartmut

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 22 Stunden 0 hilfreich
    abschliessender Beitrag

    ch moechte diesen Beitrag mit der unten aufgefuehrten Zusammenfassung abschliessen und auch nicht mehr kommentieren. Irgend wann muss ich ja auch Broetchen verdienen. Ergeben sich Neuigkeiten, melde ich mich wieder mit einem neuen Thread.


    Habe im Mai 2003 bei Auto Pabst in Diez einen neuen Skoda Fabia Combi Extra gekauft. Der Wagen wurde unverzüglich nach Rechnungsstellung bezahlt.

    An dem Auto traten im Verlauf der letzten Monate 20 mal Bremsaussetzer auf. Dieser Mangel ist schwer reproduzierbar ("Vorfuehreffekt"), jedoch fuer diesen Autotyp nicht untypisch (belegbar).
    Da die Firma Auto Pabst diesen Mangel bei zwei Versuchen (18.08. und 19.09.–06.10.2003) nicht abstellen konnte bzw. eine Behebung des Mangels nicht nachweist, moechte ich vom Kaufvertrag nach § 437 Nr 2 BGB zuruecktreten.

    Die Firma Auto Pabst blockt jedoch jedes Gespraech in diese Richtung ab und weigert sich, schriftliche Antraege anzunehmen.
    Sie weigert sich außerdem, Protokolle (oder deren Kopien) ueber Reparaturen oder Diagnosen an meinem Wagen herauszugeben.
    Sogar eine Bestaetigung, dass sich mein Wagen in der Werkstatt zur Reparatur befand, wird verweigert.
    Um mich als reklamierenden Kunden abzuschrecken, legte ein Angestellter der Firma Auto Pabst (Herr Weil) ein absolut unakzeptables und feindseliges Verhalten mir gegenueber an den Tag.

    Daraus ergeben sich fuer mich folgende VERMUTUNGEN:

    a) Auto Pabst will die Dokumentation eines Mangels (Reparaturauftrag oder –protokoll) verhindern, um im Streitfalle einen Mangel voellig abstreiten zu koennen. Auto Pabst will dadurch eine Wandlung unmoeglich machen.

    b) Außerdem besteht die MOEGLICHKEIT, dass bei dem 2. Reparaturaufenthalt meines Wagens in der Werkstatt (19.09. – 06.10.2003) stillschweigend eine Reparatur mit Billigung oder auf Veranlassung des Herstellers durchgefuehrt wurde, diese mir aber verheimlicht wird. Dann waere der Nachweis eines Mangels wegen der schwierigen Reproduzierbarkeit unmoeglich.

    Beide Vermutungen sind grundsaetzlich nicht aus der Luft gegriffen, da es diese Faelle in der Branche nachweisbar (auch von mir) gegeben hat.


    Da Auto Pabst eine einvernehmliche Regelung nicht zulaesst, indem man nicht mit mir spricht bzw. Schriftstuecke von mir nicht annimmt, habe ich die Angelegenheit einem Anwalt uebertragen.

    Gruesse

    Hartmut

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Gleicher Fall bei mir mit Renault

    Meine Frau hatte einen Twingo.
    Für den Wagen gab es einen Renault-Komfort-Service-Vertrag.
    Wir hatten nur ein Plastikkärtchen.
    Der Wagen war jede Woche in der Werkstatt, manchmal sogar 2mal pro Woche, immer auf Garantieleistung, immer brauchten wir nur das Kärtchen vorlegen.

    Als wir den Wagen nach 10 Monaten wegen den ständigen Mängeln wandeln wollten, wurde uns als "Formalität" ein Übernahmevertrag (Leasing) untergeschoben.

    Als wir dann merkten in welchen Maß wir geschädigt wurden, nahmen wir uns einen Anwalt der gegen den Händler bzw Renault klagen wollte.

    Problem war nur, wir haben niemals eine Bescheinigung über eine dieser Reparaturversuche bekommen, weil immer über den Service-Vertrag mit dem Plastikkärtchen abgerechnet wurde.

    Renault und der Renault Händler bestritten aber vor Gericht, das der Wagen jemals einen Mangel gehabt hätte und das jemals eine Reparatur über den Servicevertrag abgerechnet wurde.

    Spaßig, ich konnte nicht das Gegenteil beweisen und verlor vor Gericht.

    Winni

  3. Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
    Autohaus verweigert Reparaturprotokolle

    Ich glaube, auf meine alten Tage werde ich paranoid.

    Warum sehe ich als moeglichen Grund fuer die Vorenthaltung der Reparaturprotokolle die Forderungen, die andere Betroffene stellen koennten.

    Es koennte doch (rein fiktiv) den viel offensichlicheren und naeherliegenden Grund geben: keine Beweismittel fuer eine Maengelreparatur = kein Mangel = keine Wandlung. So einfach koennte das (rein theoretisch) sein.
    Das wuerde, wenn man diese (rein fiktive) Theorie weiterspinnt bedeuten, dass ich meinen in meinen Augen berechtigten Anspruch gegen die Firma Auto Pabst nicht durchsetzen koennte.

    Meine Frage an die Experten dieses Forums (und ich weiss unterdessen, dass es hier professionelle Experten des Metiers gibt):
    Ist so etwas denkbar?
    Wenn ja, wie koennte man sich dagegen wehren?

    Gruss

    Hartmut

    • Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
      In der Tat...

      ...gibt es Werksinterne Anweisungen, die den Kunden gegenüber "TOP SECRET" zu handhaben sind, da darin angewiesen wird, bei "nächster Inspektion" "dies und das" "mitzuerledigen", damit es nicht reklamiert wird, bzw, das KBA für einen Rückruf nicht angeschrieben werden muß.

      VW ist doch eh schon total angeschlagen durch den letzten Winter...

      gruß

      dennis

      • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
        Re: In der Tat...

        ...gibt es Werksinterne Anweisungen, die den Kunden gegenüber
        "TOP SECRET" zu handhaben sind, da darin angewiesen wird, bei
        "nächster Inspektion" "dies und das" "mitzuerledigen", damit
        es nicht reklamiert wird, bzw, das KBA für einen Rückruf nicht
        angeschrieben werden muß.

        ....Tja, die deutschen Autohersteller verschleiern ihre Fehlkonstruktionen nur all zu gerne, gilt es doch den längst nicht mehr gerechtfertigten Ruf vom "zuverlässigen Auto Made in Germany" zu erhalten. Deshalb bekommen Neuwagenkäufer ja auch eingeimpft im Pannenfall nicht den ADAC sondern den Markeneigenen-Pannendienst zu rufen. Selbverständlich kostenlos und mit Mobilitätsgarantie (gratis Leihwagen). Schließlich will man ja nicht negativ in der ADAC-Pannenstatistik auffallen.

        gruß Bernard

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^2: In der Tat...

          Hallo, Deshalb bekommen Neuwagenkäufer ja
          auch eingeimpft im Pannenfall nicht den ADAC sondern den
          Markeneigenen-Pannendienst zu rufen. Selbverständlich
          kostenlos und mit Mobilitätsgarantie (gratis Leihwagen).
          Schließlich will man ja nicht negativ in der
          ADAC-Pannenstatistik auffallen.
          Also mir hat das mein Händler nie "eingeimpft", obwohl auch Toyota eine eigene Notrufnummer unterhält, aber mW kommt dann der ADAC oder ein beauftragter Händler und holt die Kiste ab.

          Ich habe zu beiden Neuwagen damals wie letztes Jahr einen Schlüsselanhänger mit der Notrufnummer erhalten und einem Zahlencode drin, der mW die Fahrzeugdaten (Typ, Fahrgestellnummer etc.) enthält.

          gruß

          dennis

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^3: In der Tat...

            Hallo Dennis,

            Ein Toyota ist nicht wirklich ein deutsches Auto!
            Und wenn die den ADAC schicken ist es auch nicht wirklich ein eigener Service. Ist dir noch nie ein BMW(Touring)- oder Mercedes-Servicemobil aufgefallen?? Also ich seh die Karren öfters!
            Auserdem braucht sich TOYOTA vor der Pannenstatistik des ADAC nun wirklich nicht zu fürchten.
            Bei Mercedes, BMW, VW und sogar beim SMART siehts da schon anders aus!
            Die duch das KBA angeordneten Rückrufaktionen der letzten 10 Jahre sagen ja wohl Alles!!
            Die entsprechende Liste kann man übrigens auf www.ADAC.de einsehen.
            Gruß
            Bernard [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^4: In der Tat...

              Hallo Bernard, Ein Toyota ist nicht wirklich ein deutsches Auto!
              Nun ja, aber ein Europäisches, zumindest nach dem Kfz-Schein (HSN früher: 7104 heute: 5013) Und wenn die den ADAC schicken ist es auch nicht wirklich ein
              eigener Service.
              Jo. Ist dir noch nie ein BMW(Touring)- oder
              Mercedes-Servicemobil aufgefallen?? Also ich seh die Karren
              öfters!
              Doch. Du hast noch den Sharan des VAG-Service vergessen, den seh ich vom Bus aus sehr oft ;-)) Auserdem braucht sich TOYOTA vor der Pannenstatistik des ADAC
              nun wirklich nicht zu fürchten.
              Auch richtig. Ich mache gerade 38800km voll seit Juni02 und freue mich weiter... Bei Mercedes, BMW, VW und sogar beim SMART siehts da schon
              anders aus!
              Die duch das KBA angeordneten Rückrufaktionen der letzten 10
              Jahre sagen ja wohl Alles!!
              Die entsprechende Liste kann man übrigens auf http://www.ADAC.de
              einsehen.
              Die Hightech-Elektronik fordert ihren Tribut. Eindeutig. Im Nfz-Sektor genauso schlimm, wenn ein neues Modell raus kommt.

              gruß

              dennis

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^3: In der Tat...

            Hi Dennis,

            wobei TOYOTA auch der Hersteller ist, den die ADAC-Leute am seltensten sehen weil die Autos einfach zu gut sind, und wer die Pannenstatistik im Positiven anführt braucht natürlich keine Angst vor dem ADAC haben.
            Außerdem: unterhält TOYOTA einen eigenen Pannendienst, so wie man das von den Mercedes- und BMW-Servicewagen kennt? Falls nicht können sie natürlich auch schlecht davor warnen im Notfall den ADAC zu verständigen...

            Gruß,

            MecFleih



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