Gründe für Heckantrieb

Hallo zusammen,

gibt es z.B. für BMW oder Daimler ausser den „Prestigegründen“
auch noch andere Gründe, warum ihre Fahrzeuge Hecktriebler sind?
(Hab heute bei Schnee mal nen heckgetriebenen Wagen gefahren… grausam trotz ASR)

Danke und Grüße
Harry

Hi,

gibt es z.B. für BMW oder Daimler ausser den „Prestigegründen“
auch noch andere Gründe, warum ihre Fahrzeuge Hecktriebler
sind?

Sicher gibt’s Gründe dafür. Ein Grund ist z.B., das man bei Heckantrieb keinerlei Antriebseinflüsse in der Lenkung hat.

(Hab heute bei Schnee mal nen heckgetriebenen Wagen
gefahren… grausam trotz ASR)

Das kann ich nicht bestätigen. Ich habe im Winter schon Heck-, Front- und Allradgetriebene Fahrzeuge gefahren und kann allen eine gute wintertauglichkeit bescheinigen. Man muß sich als Fahrer halt etwas auf die Antriebsart seines Fahrzeuges einstellen. Einen Hecktriebler kannst du nicht so fahren wie einen Fronttriebler, da brauchst du schon einen wesentlich sensibleren Gasfuß.

Grüßle
Frank K.

Drehmoment auf die Straße bringen
Hallo Harry!
Die Marken die du nennst stellen in der Regel Autos her, die viel Power unter der Haube haben. Dabei dreht es sich meiner Meinung nach in erster Linie um folgendes physikalische Problem:
Stell dir doch mal vor, was passiert wenn ein solcher Wagen beschleunigt. Und zwar nicht nur ein bischen, sondern dass so richtig die Post abgeht.
Es wird Energie umgesetzt. Diese sorgt dafür, dass der Fahrer in den Sitz gedrückt wird. So empfindet es der Fahrer. Genauso geht es aber auch der übrigen Masse die beschleunigt wird. Die Kräfte die freigesetzt werden sorgen dafür, dass der Wagen vorne in die Höhe geht und die Hinterachse belastet wird.
Wäre die Forderachse die angetriebene Achse, so könnten die Räder durchdrehen. Die Energie käme nur teilweise der Vorwärtsbewegung zugute. Der Wagen wäre schwierig zu kontrollieren. Und man kommt wohl kaum auf Werte wie „in 4 Sekunden auf 100 kmh“. Das wäre wohl kaum im Sinne des Kunden, der die Power spüren will.
Ist jedoch die Hinterachse die angetriebene Achse, so hat man die beste Kraftübertragung auf die Straße.
So habe ich das mal verstanden, als mir ein Maschinenbaustudent diese Frage zu beantworten versuchte.
Ich denke, ein Frontantrieb hat bei Schneematsch auf jeden Fall Vorteile. Aber das nimmt der PS-Freak als das kleinere Übel in kauf.
Gruß
Forrest

Hallo Harry,

zu dieser späten Stunde habe ich noch folgendes gefunden:

Vorteile des Heckantriebes gegenüber dem Frontantrieb

  1. Bessere Traktion durch Gewichtverlagerung nach hinten.
  2. Kleinerer Wendekreis durch einfachere Konstruktion, da
    die angetriebenen Räder nicht gelenkt werden.
  3. Keine Antriebseinflüsse in der Lenkung.
  4. Besseres Kurvenfahren (für sportlich ambitionierte Fahrer)
    durch ausbrechendes Heck (subjektiv).

Nachteile des Heckantriebes gegenüber dem Frontantrieb

  1. Die Kardanwelle beansprucht mehr Platz zu Lasten des
    Platzes im Innenraum.
  2. Höhere Leistungsverluste durch die Kardanwelle.
  3. Deutlich anspruchvolleres Fahrverhalten im Winter (Schnee).

Ich persönlich fahre auch lieber heckangetriebene Autos. Der Fahreindruck ist irgendwie…na ja, sagen wir mal souveräner (aber auch das kann rein subjektiv sein).

Gruß
Jörg

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Hi
geschmacksache, ich finde es gibt nichts schlimmeres als Fronttriebler, ob winter oder sommer.

Ich weiss noch nichtmal was ASR ist und autos neuer als '76 sind mir ein GRAUS

Das einzig echt geile war Hecktriebler mit Sperrdifferential hinten und ausgewogener Gewichtsverteilung im Winter. Alle standen, ich nicht. Und? das war ein Daf 55 Coupé.

HH

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Hallo,
bei BMW und Mercedes ist es nun mal Tradition. Das ist auch garnicht so schlecht, mal abgesehen vom Winter, aber heute im Schneecaos war ich auch froh, dass ich einen Fronttriebler habe. Solche Fahrzeuge lassen sich bei extremen Strassenbedingungen leichter beherrschen. Der Vorteil ist auch, dass auf den angetriebenen Vorderrädern der überwiegende Teil des Fahrzeuggewichtes lastet, was besseren Vortrieb bei Schnee usw. bedeutet.

Mal angenommen, man will ein grosses ordentliches Auto bauen.
Ein richtiges Auto hat nun mal 3 Liter Hubraum und 200 PS. Der ideale Motor dazu ist ein 6-Zyl. Reihenmotor. Dieser Motor ist aber viel zu lang, als dass er in ein frontgetriebenes Auto hineinpasst.
Beim Fronttriebler ist der Motor ja quer eingebaut und daneben sitzt das Getriebe. Deshalb darf der Motor aus Platzgründen nicht länger als ca. 85 cm. sein.
Ein richtiger 6-Zyl.-Reihenmotor ist aber viel länger.
Man kann so einen Motor nur längs einbauen, das Getriebe sitzt dahinter, so halb unter der Fahrgastzelle.
Ich denke mal, dass deshalb diese Hersteller den Heckantrieb bevorzugen. Weiterhin haben die Hersteller auch die Möglichkeit, einen noch viel grösseren Motor einzubauen. Also einen V8 oder V12 Motor.
Ich selbst bevorzuge großvolumige Motore und Frontantrieb, da hat sich der VW VR6 angeboten. Das ist ein 2,9 Ltr. Motor, der ist auch quer neben dem Getriebe eingebaut. Der Motor wurde durch einen konstruktiven Trick so klein gebaut dass er eben gerade noch in das Auto hineinpasst. Hat dadurch aber auch Nachteile gegenüber eines richtigen 6 Zyl.-Reihenmotors. Das ist aber bei normalen Fronttrieblern wirklich das grösste an Hubraum, was möglich ist.

Weiterhin gibt es auch noch AUDI, welche große Motore längs einbauen und trotzdem Frontantrieb haben. In dem Fall ist aber im Getriebe eine Antriebskraftumlenkung um 90° erforderlich. Das macht das Getriebe etwas verschleissanfälliger als bei BMW oder MERCEDES, wo das Getriebe eben nur Getriebe ist und den Rest das Hinterachsdifferential macht. Weiterhin ist das Reparieren solcher Autos nicht gerade angenehm für den Mechaniker!

Also: mit dem Hinterradantrieb kann man grosse, starke und langlebige Autos bauen, die sich leicht reparieren lassen wenn mal was kaputt geht. Sozusagen solide, deutsche Wertarbeit, die aber auch ihre Nachteile hat.
Für andere Leute gibt es die kleinen, sparsamen, billigen, zweckmässigen Alltagsautos mit Frontantrieb, welche sich auch bei Schnee noch gut beherrschen lassen.

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Hallo Harry,

im Bereich Transporter ist ein Heckantrieb schon von Vorteil. Du hast ja das Gewicht hinten drauf, damit entlastest du die Vorderräder. Ganz schlimm am Berg, wenns glatt ist wirds noch schlimmer. Mit Vorderradantrieb kommst du nicht mehr rauf. Auch bei Anhängerbetrieb (Wohnanhänger) merkst du das deutlichst.

Eine andere Sache ist die mechanische Konstruktion. Ein Kardan ist nun mal unempfindlicher als ein beweglicher Vorderradantrieb. Durch die Verbindung von Lenkung und Antrieb stößt man bald auf Grenzen der Machbarkeit, besonders bei hoher Motorisierung. Wenn eine Reparatur der Lenkung erforderlich wird, dann ist der Preisunterschied sehr deutlich.

Fazit: Hinterradantrieb ist mechanisch stabiler, einfacher zu bauen und zuverlässiger. Die Anforderungen an den Fahrer dieses Fahrzeuges sind jedoch dementsprechend höher (sensibler Gasfuß…).

Gruß
André

Hi,
der einzige wirkliche Nachteil des Heckantriebs ist, dass man bei winterlichen Verhältnissen schlechter vorwärts kommt.
Das können selbst moderne elektronische Fahrsysteme nur zum Teil wettmachen.
Einige Vorteile wurden schon genannt.
Ein weiterer, noch nicht genannter Vorteil ist das konstruktionsbedingt bessere Crashverhalten bei schwereren Unfällen.
Gruss,

Hi Harry :o)

(Hab heute bei Schnee mal nen heckgetriebenen Wagen
gefahren… grausam trotz ASR)

Stimmt. Man braucht viel Gefühl im Hintern, beim Fronttriebler latscht man einfach aufs Gas und der Schnee spritzt weg (z.B. beim Einparken).

Nur … wieviele echte Sportwagen mit Frontantrieb kennst du ? Mir fällt auf die schnelle nur der TT ein und der hat in den höheren Leistungsstufen auch zwingend Allrad …

°wink°

Tiger

Hallo Harry,

bei BMW und noch schlimmer Mercedes besteht das Problem im Winter in der viel zu geringen Last auf den Antriebsrädern. Solange die Strassen geräumt sind ist das kein Problem. Bei uns in der Siedlung kommt jedoch der Schneepflug bei starkem Schneefall erst Abends, weil tagsüber die Hauptstrassen wichtiger sind. Heute hatten wir 25cm Neuschnee (nass und schwer), da ghat meine Schwiegermutter mit ihrem Benz (nagelneue Conti-Winterreifen) erst mal alles blockiert, kein vor und kein zurück, einfach durchdrehende Räder, nicht mal gewackelt hat die Kiste. Zum Glück hatt die Straße zwei Ausgänge, so dass ich mit meinem Golf Diesel mit 5 Jahre alten runderneuerten und nur noch 3,5mm Prifil habenden Winterreifen völlig problemlos rausfahren konnte. Ich kenne Leute, die Legen sich im Winter zwei 50kg-Säcke mit Sand in den Benz-Kofferraum. Damit solls besser gehen. Also bei Schnee für Schnee auf der Strasse hat Mercedes seine Autos nicht gebaut, einfach grauenhaft das Fahrverhalten.

Gruß
Tilo

Hallo Tiger,

ich mal wieder :o)

Nur … wieviele echte Sportwagen mit Frontantrieb kennst du ?
Mir fällt auf die schnelle nur der TT ein und der hat in den
höheren Leistungsstufen auch zwingend Allrad …

Das Fiat Coupe hat auch Frontantrieb. Neulich hat mal einer neben mir einen Kavaliersstart versucht. Sieht komisch aus, wenns vorne quietscht.
Ok, Du könntest jetzt einwenden, das sei kein richtiger Sportwagen, aber dann gilt das auch für den TT& :o)

Gruß
Tomcat

Hallo zusammen,

kann ich auch für BMW nur bestätigen. In der kurzen Zeit, in der ich mal ein 318 Coupe fahren musste hatte ich zwei Winter, die überhaupt keinen Spaß gemacht haben, obwohl das Wetter eigentlich gar nicht so wild war. Schon bei auch nur einem Hauch von Schnee war aus meiner damaligen Einfahrt kein Rauskommen mehr (mit oder ohne ASR), da diese offenbar eine klitzekleine Steigung hatte, die ich zuvor mit dem Golf nie bemerkt hatte. Ohne Winterreifen war an echtes Fahren gar nicht mehr zu denken, und dies in Situationen die ich mit dem Golf nie als nur annähernd problematisch erachtet hätte. Jetzt haben wir einen allradgetriebenen Bora, und den haut ohnehin nichts mehr um.

Gruß vom Wiz

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Liebe Gemeinde !

Die Pferde ziehen vorne! Das ist das sicherste.
Für den „normalen“ Autofahrer heist das, frontantrieb ist sicher und bequem. Quatro noch bequemer.
ABER: ist der „normale“ mal etwas schneller unterwegs, wg. dem trügerischen sicherheitsgefühl, und muß bremsen, plötzlich und unerwartet, dann gilt wieder die physik, will sagen der junge kommt wie jeder andere ins schleudern.
aus die maus.

Der Heckkantrieb hat aber auch vorteile. als da sind: du kannst herrliche drifts hinblegen. du kannst in der kurve mit dem gas einlenken, und (!) gaanz wichtig, du kannst mit dem gas und der lenkung einen ausbrechenden wagen wieder einfangen.
ist bei frontantrieb praktisch unmöglich. da geht die post ab.
nur können muß mans. und das sind leider nur ganz ganz wenige.
daher der erfolg des frontantriebs.

mfg
t.

Hallo Harry,

in früheren Jahren hatten ja alle praktisch Hersteller Heckantrieb. Ford noch bis in die 90er.
Frontantrieb hat sich aus drei Gründen durchgesetzt.
Zum einen ist die Motor/Getriebeeinheit preiswerter, zum anderen ist das Fahrverhalten sicherer, und zum dritten hat man im Innenraum mehr Platz, was vor allem bei den Kompaktautos sehr wichtig ist.
Nachteile des Frontantriebs sind die Lenkungseinflüsse sowie die Leistungs- und Hubraumbegrenzung der Motoren. Bei bis zu Mittelklasseautos ist das egal, bei größeren aber nicht.
Es gibt von Volvo einen Reihensechszylinder mit Frontantrieb, manche bieten Reihenfünfzylinder an, die meisten Hersteller bieten V6 Motoren mit bis zu 3-3,5 Litern Hibraum an mit Leistungen bis etwa 250 PS.
Dann ist aber Schluss, weil die Antriebseinheit die Leistung nicht mehr auf die Straße bringt und im Motorraum kein Platz ist.
Beim Heckantrieb sind hingegen auch Motoren mit 6 Litern Hubraum und 12 Zylindern machbar.
Da nun gerade die Kunden, die Mercedes/BMW/Jaguar/Maserati/Bentley oder Rolls-Royce fährt auf große Motoren Wert legen, die Autos auch groß genug für den zusätzlichen Platzverbrauch sind und der Mehrpreis gezahlt wird, gibt es eben bei diesen Marken Heckantrieb.

Bei einem 3er oder einer C-Klasse mit 120 PS ist das aber mehr eine Sparmassnahme, weil man sich die Entwicklungkosten spart und die Kunden die AUtos ja auch so kaufen.

Liebe Grüße,

Max

Hallo Harry,

Walter Röhrl hat mal gesagt, dass, wenn man den kontrollierten Drift beherrscht, eine 911er Heckschleuder eine bessere Traktion als jeder Fronttriebler oder Allradwagen hat.

tschö
Thomas

Hey :o)

Ich hab neulich den Espace 3,5 V6 probegefahren, das Ding ist eine Peinigung. Wenns auch nur eine Spur rutschig ist bleibst du an der Ampel mit durchdrehenden Vorderrädern stehen bis er in die Zweite schaltet.

Das Fiat Coupe hat auch Frontantrieb. Neulich hat mal einer
neben mir einen Kavaliersstart versucht. Sieht komisch aus,
wenns vorne quietscht.

Ich verweise mehr oder weniger wortlos auf http://members.a1.net/rallyecross.project/html/auto.htm

Ok, Du könntest jetzt einwenden, das sei kein richtiger
Sportwagen, aber dann gilt das auch für den TT& :o)

Wenn du das Turbo Coupe meinst … so 220 PS, oder ? Da rauchen sicher auch die Reifen wenn der mal hastig beschleunigt …

Fiat ist da zugegeben eine Ausnahme … naja, Italiener halt :o)

°wink°

Tiger

Hallo Thomas,
das ist ja wieder was ganz anderes.
Die Porsche haben ja den Motor und das Getriebe auch hinten, und daher natürlich durch die hohe Achslast der Hinterachse eine extrem gute Traktion.

Gruß,
Steffen!

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Die Porsche haben ja den Motor und das Getriebe auch hinten,
und daher natürlich durch die hohe Achslast der Hinterachse
eine extrem gute Traktion.

Ha, ha, ha …

Schon mal einen Porsche bei rutschiger Fahrbahn, also z.B. Herbst und Blätter auf den Strassen, gefahren ? Mag sein dass die Gewichtsverteilung optimal ist, aber sobald dir die Räder durchdrehen isses vorbei mit der Traktion und die Zentrifugalkraft drängt das Heck nach vorne/aussen. Und die Räder drehen sehr schnell durch …

Gut ist die Traktion nur auf dem Trockenen bzw. bei rutschiger Fahrbahn solange du geradeaus fährst.

°wink°

Tiger

Nein, bin leider noch keinen Porsche gefahren, wird vorrausichtlich auch nicht so schnell passieren.

Ich glau Dir das schon, es wird aber sicher auch die hohe Motorleistung ihren Teil zum Ausbrechen beitragen.

Gruß, Steffen!

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Ich verweise mehr oder weniger wortlos auf
http://members.a1.net/rallyecross.project/html/auto.htm

Hallo Tiger,

schöne Seite. Wenn Du genauer hinsiehst, fällt auf daß beim Antrieb angegeben ist, daß der Antriebsstrang vom Dedra Integrale stammt (den ich selbst lange Zeit besaß und der dank Allrad auch im Winter mit den 169PS und 264NM keine Probleme hatte). Mit dem Integrale teilten sich die Coupes die Bodengruppe und in den ersten Jahren den Motor. Es handelt sich bei dem Wagen also um einen Eigenbau.
Serie beim Coupe ist, auch bei den späteren Turbos mit 220 PS, der Frontantrieb.
Auch das Alfa Coupe besitzt mit 220 PS übrigens Frontantrieb. Das geht also durchaus, aber vielmehr ist mit Frontantrieb wohl nicht mehr drin.

Liebe Grüße,

Max