Scheinwerferglas aus Plast, Lampenprobleme?

Hallo,

diese „Gläser“ der Scheinwerfer bestehen aus Makralon, einem Polycarbonat. Nun, die H4-Lampen machen mächtig Hitze. Makralon wird bei ca. 150°C verformbar mit ein wenig Druck. Nun ist die Frage, ob nun jede H4-Lampe verwendet werden darf, wird die billige Lampe heisser als die teure? Natürlich wollen die Hersteller der Autos ihre Lampen (=zertifiziert) teuer verkaufen. Aber bei einem Lampenwechsel greift man natürlich zu einem baugleichem Fabrikat, ohne über Zertifizierung nachzudenken. Also:

  • geht jede Lampe gleicher Leistung/Bauart
  • ist ein UV-Filter in dem Glas der Halogenlampe zwingend notwendig
  • wie reagieren die Lampen (Leistung/Hitze) auf max. Batteriespannung (14,4 Volt)

Desweiteren eine Frage zu dem Polycarbonatglas. Bei unter -30°C wird die Sache extrem spröde? Gibt es in unseren Breiten zum Glück recht selten, aber im Fall der Fälle?

Gruß
André

Hallo zurück,

jou, die Sache mit den Kunsstoffscheinwerfern…
Also ich denke, wenn Du Dir Gedanken über teure und günstige Lampen machst, liegst Du immer richtig, vorrausgesetzt, die Leistung stimmt. D.h., wenn die Leistung nicht größer als 55/60W ist, dann wird auch nicht mehr Energie in Wärme umgesetzt. Das bedeutet, die Erwärmung kann mit allen Lampen nur einen bestimmten Grad erreichen. Da sind billige Lampen nicht ausgeschlossen. Hier gilt Entwarnung. Was anderes ist es mit leistungsstärkeren Lampen. Erstens sind sie innerhalb der STVZO verboten und zweitens bekommt man damit bestimmt wunderschöne Verformungen, vor allen an warmen Sommertagen, an den Reflektoren hin. Meistens erwärmt sich nämlich der Reflektor am stärksten und nicht die Streuscheibe. So dass es gar nicht sofort auffällt.
Zum Thema UV-Filter: Absoluter Werbeschwachsinn! Nicht darauf reinfallen. Das bisserl UV, was vielleicht in der Lampe erzeugt wird, stört nur denjenigen, der in 2cm Entfernung zur Glühwendel stundenlang direkt in die Lichtquelle schaut!
Zur max. Bordspannung: Überspannungsspitzen können die Lampen ab, längere hohe Spannungen mögen sie allerdings nicht. Aber die 14,4V sind eigentlich Nennspannung im Bordnetz - also normal. Erst ab ca. 15-16V wird es Überspannung genannt (vom Fzg.-Hersteller abhängig)
Tino

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Hallo Tino!

Zum Thema UV-Filter: Absoluter Werbeschwachsinn! Nicht darauf
reinfallen.

Also das möchte ich nicht so ganz unkommentiert stehen lassen, zumal in manch einer Fahrzeug-Bedienungsanleitung explizit Lampen mit UV-Filter gefordert werden.

Das bisserl UV, was vielleicht in der Lampe
erzeugt wird, stört nur denjenigen, der in 2cm Entfernung zur
Glühwendel stundenlang direkt in die Lichtquelle schaut!

Genau das ist aber bei der Polycarbonatabdeckung der Scheinwerfer der Fall. Diese Scheibe wird auf kurze Distanz über Stunden hinweg von der Halogenlampe bestrahlt.
Und weiterhin ist auch bekannt, das Kunststoffe dazu neigen, unter UV-Bestrahlung trübe zu werden.
Klar, die UV-Strahlung macht nur wenige Prozent des gesamten Lichtstroms aus, deshalb wird so ein Scheinwerferglas auch nicht gleich nach drei Tagen zur Milchglasscheibe, aber auf die Dauer kann sich schon eine merkliche Trübung ergeben.

Gruß

Stefan

Hallo Stefan,

Also die Trübung der Streuscheibe wird daraufhin wohl eher durch die Sonne erfolgen, als durch die Lampe. Die Lampe ist, wenn immer mit Licht gefahren wird (Skandinavien, bei uns wohl nicht!) vielleicht max. 10000h(Autoleben) angeschaltet. Die Sonne scheint aber wesentlich länger auf die Scheinwerfer, z.B. in den südlichen Ländern fast täglich einige Stunden. (Die UV-Anteile im Sonnenlicht sorgen u.a. dafür das Kunststoffe innerhalb von Wochen spröde werden) Im Endeffekt haben die UV Anteile nur einen kleinen Einfluss auf die Alterung der Steeuscheiben.
Viel schlimmer sind dafür wohl die Steinchen oder der Schmutz der drüberkratzt.
Nix für ungut.
Tino

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Hallo nochmal,

Also die Trübung der Streuscheibe wird daraufhin wohl eher
durch die Sonne erfolgen, als durch die Lampe.

Von außen wird auch ein UV-Filter auf das Polycarbonat aufgedampft. (In etwa vergleichbar mit dem Entspiegeln von Brillengläsern)
Wenn du nun sagst, dass man dann auch gleich einen Filter von innen auf die Scheiben aufbringen kann gebe ich dir zwar prinzipiell recht, aber der Aufwand bzw. Kostenfaktor für eine UV-Filterbeschichtung ist nicht ganz unerheblich.
So ist es in der Summe günstiger, nur den kleinen Lampenkolben mit einem UV-Filter zu versehen, als die relativ große Polycarbonatabdeckung.

Gruß

Stefan